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Bad Peterstal-Griesbach

Gemeinde in Deutschland

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Bad Peterstal-Griesbach liegt auf 400 bis 1000 Meter Höhe im oberen Renchtal im badischen Schwarzwald.

GemeindegliederungBearbeiten

Bad Peterstal-Griesbach besteht aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Bad Griesbach und Bad Peterstal (Renchtal). Zur Gemeinde gehören 51 Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser.

NachbargemeindenBearbeiten

Die Gemeinde grenzt im Norden an Baiersbronn, im Osten an Bad Rippoldsau-Schapbach, beide im Landkreis Freudenstadt, im Süden an Oberwolfach, im Südwesten an Oberharmersbach und im Westen an die Stadt Oppenau.

Im Gemeindeteil Bad Griesbach lagen die in Bad Griesbach aufgegangene Ortschaft Döttelbach, die im Ort Wilde Rench aufgegangenen Ortschaften Herbstwasen und Hinterer Heidenbühl, das in Breitenberg aufgegangene Holzbühl sowie die abgegangenen Ortschaften Mühlbach und Wüstenbach.[2]

Die ehemalige Gemeinde Bad Griesbach ist eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und dem Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender.

GeschichteBearbeiten

 
Das Bad Petersthal um 1660 (Darstellung von Matthäus Merian)

AnfängeBearbeiten

Die beiden Orte, die heute eine Gemeinde bilden, gehörten seit dem Ende des 14. Jahrhunderts zum Erzstift Straßburg, wo sie der Herrschaft Oberkirch zugeordnet waren.

19. und 20. JahrhundertBearbeiten

Im Rahmen der Säkularisation aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses fielen sie 1803 an das Kurfürstentum (1803–1806), das spätere Großherzogtum (ab 1806) Baden, wo sie dem Bezirksamt Offenburg, aus dem 1939 der Landkreis Offenburg wurde, zugeteilt waren. Als dieser 1973 aufgelöst wurde, kamen beide Gemeinden zum neuen Ortenaukreis. Am 1. Juli 1973 wurde die vordem selbständige Gemeinde Bad Griesbach nach Bad Peterstal-Griesbach (Umbenennung von Bad Peterstal (Renchtal)) eingemeindet.[3]

Der Barockautor Grimmelshausen, der zeitweise in Renchen und Gaisbach im Schwarzwald lebte, ließ seine Romanfigur Simplicissimus mehrere Jahre an einem „Sauerbrunnen“ im Schwarzwald verweilen, womit Peterstal gemeint ist.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

 
Bad Peterstal-Griesbach Bevölkerungsentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg[4]

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 2437
1. Dezember 1880 ¹ 2578
1. Dezember 1890 2533
1. Dezember 1900 ¹ 2527
1. Dezember 1910 ¹ 2574
16. Juni 1925 ¹ 2597
16. Juni 1933 ¹ 2542
17. Mai 1939 ¹ 2525
13. September 1950 ¹ 2787
6. Juni 1961 ¹ 3094
Jahr Einwohner
27. Mai 1970 ¹ 3330
1985 3256
31. Dezember 1990 3225
31. Dezember 1995 3148
31. Dezember 2000 2950
31. Dezember 2005 2853
31. Dezember 2010 2698
31. Dezember 2015 2745

Unterzeichnung der ersten badischen VerfassungBearbeiten

Im Jahre 1818 unterzeichnete Großherzog Karl im heutigen Ortsteil Bad Griesbach die erste badische Verfassung.

ReligionBearbeiten

In beiden Ortsteilen gibt es eine katholische Kirche. Die ehemals selbständigen Kirchengemeinden bilden heute mit Oppenau die Seelsorgeeinheit „Oberes Renchtal“. Im Ortsteil Bad Peterstal befindet sich eine evangelische Kirche. Die zugehörige Kirchengemeinde teilt sich die Pfarrstelle mit der Nachbargemeinde Oppenau.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Bad Peterstal-Griesbach besteht aus 12 Mitgliedern und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis[5].

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Kommunalwahl 2019
 %
50
40
30
20
10
0
41,6 %
20,6 %
19,2 %
18,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-1,5 %p
-8,0 %p
+5,8 %p
+3,6 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 41,6 5 43,1 5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 20,6 3 28,6 3
FW Freie Wählervereinigung 19,2 2 13,4 2
BV Bürgervereinigung 18,6 2 15,0 2
gesamt 100,0 12 100,0 12
Wahlbeteiligung 63,5 % 59,9 %

BürgermeisterBearbeiten

  • 1982–1990: Gerold Mayer
  • 1990–1994: Otto Stecher
  • 1994–2010: Johann Keller
  • 2010 bis heute: Meinrad Baumann

WappenBearbeiten

Blasonierung: In blau, auf erniedrigtem grünen Bogenschildfuß der goldennimbierte, silbernbekleidete Apostel Petrus, in der herabhängenden Rechten einen goldenen Schlüssel mit dem Bart unten und auswärts gekehrt, die Linke erhoben, Daumen und Zeigefinger ausgestreckt.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Katholische Kirche in Bad Griesbach, links daneben das Schulhaus
 
Brunnentempel der Sophienquelle in Bad Peterstal
 
Glaswaldsee
  • Haberer-Turm. Der 16 m hohe Aussichtsturm im Ortsteil Bad Griesbach wurde 1899 zu Ehren von Medizinalrat Albert Haberer (1828–1893), dem Förderer der Renchtalbäder, auf dem 500 m südöstlich gelegenen 691,7 m ü. NHN[6] hohen Kreuzkopf errichtet.[7]
  • Kapelle St. Anna
  • Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul (Ortsteil Bad Peterstal). Die Kirche wurde 1807 im klassizistischen Stil erbaut. Von 1923 bis 1927 wurde sie umfassend erweitert und im neoklassizistischen Stil umgebaut. Der Glockenturm steht seitlich vom Langhaus, der Haupteingang wird durch Säulen und Dreiecksgiebel betont; eines der besten Beispiele für Kirchen im Stil des Neoklassizismus in Baden-Württemberg. Die Altäre entstammen der Kirche des ehemaligen Klosters Allerheiligen.
  • Pavillon Bad Griesbach (Ort der Unterzeichnung der ersten badischen Verfassung)
  • Röschenschanze
  • Schlüsselbadklinik
  • Schwedenschanze (Zuflucht)
  • Sophienquelle

Grünflächen und NaherholungBearbeiten

  • Kurpark Bad Griesbach
  • Kurpark Bad Peterstal

NaturdenkmälerBearbeiten

  • Klagstein
  • Naturschutzgebiet See-Ebene
  • Teufelskanzel

SportBearbeiten

  • FIS Rollerski Weltcup Austragungsort
  • Sommerskisprungsschanze (Ortsteil Bad Griesbach)
  • Sportplatz (Ortsteil Bad Peterstal)

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Großer Zapfenstreich der Bürgermilizkapelle Bad Peterstal
  • Peter-und-Pauls-Fest, ein Patronatsfest
  • Sommernachtsfest des Musikvereins Bad Griesbach

PremiumwanderortBearbeiten

Das Deutsche Wanderinstitut e.V. hat Bad Peterstal-Griesbach 2017 als ersten Premium-Wanderort in Deutschland zertifiziert. Bad Peterstal-Griesbach verfügt über drei Premiumwanderwege:[8]

  • Wiesensteig
  • Peterstaler Schwarzwaldsteig
  • Himmelssteig[9]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

UnternehmenBearbeiten

 
Nutzfahrzeug „Platten“
Ortsteil Bad Peterstal
Ortsteil Bad Griesbach
  • 5-Sterne-Hotel Dollenberg
  • Griesbacher Mineral- und Heilquellen GmbH
  • Schwarzwald-Sprudel GmbH
Ehemalige Unternehmen
Ernst Platten & Söhne KG (1950–2002), Fahrzeuge der Marke Platten
Freyersbacher Schwarzwaldquellen GmbH & Co. KG (bis 2013)

BildungBearbeiten

In Bad Peterstal gibt es eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule, während Bad Griesbach über eine reine Grundschule verfügt.

VerkehrBearbeiten

 
Triebwagen im Bahnhof Bad Griesbach

Beide Ortsteile besitzen jeweils einen Haltepunkt an der Renchtalbahn nach Appenweier, über die sie an das überregionale Schienennetz angebunden sind. Die Regionalbahnen der Südwestdeutschen Verkehrs-AG (SWEG) verkehren im Zweistundentakt, der Montag bis Freitag in den Hauptverkehrszeiten auf einen Stundentakt verdichtet wird.

Die Bundesstraße 28 durchquert beide Ortsteile. Omnibusverbindungen sind durch die regionale DB-Tochter SüdwestBus gegeben.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Harald Schukraft: Der „Wasserschatz“ im malerischen Renchtal. Bad Peterstal-Griesbach. In: W. Niess, S. Lorenz (Hrsg.): Kult-Bäder und Bäderkultur in Baden-Württemberg. Filderstadt 2004. ISBN 3-935129-16-5

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Bd. 7. Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer. Stuttgart 1982, S. 405–407. ISBN 3-17-007174-2
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 513.
  4. Bevölkerungsentwicklung in Baden-Württemberg von 1871 bis 2013 (Memento vom 11. September 2014 im Webarchiv archive.today)
  5. Statistisches Landesamt, Vorläufiges Ergebnis der Gemeinderatswahlen 2019
  6. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  7. Haberer Turm in Bad-Peterstal-Griesbach abgerufen von auf-reisen.de am 21. Dezember 2014
  8. Deutsches Wanderinstitut e. V. Marburg, Bergblick 3, 35043 Marburg: Deutsches Wanderinstitut – Premiumwege in Baden-Württemberg. Abgerufen am 20. September 2017.
  9. Schwarzwälder Bote, Oberndorf: Region: Himmelssteig ist „Deutschlands schönster Wanderweg 2017“. Abgerufen am 20. September 2017.