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Hornberg

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hornberg
Hornberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hornberg hervorgehoben
Koordinaten: 48° 13′ N, 8° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 384 m ü. NHN
Fläche: 54,45 km2
Einwohner: 4245 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km2
Postleitzahl: 78132
Vorwahl: 07833
Kfz-Kennzeichen: OG, BH, KEL, LR, WOL Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 051
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bahnhofstraße 1-3
78132 Hornberg
Webpräsenz: www.hornberg.de
Bürgermeister: Siegfried Scheffold (parteilos)
Lage der Stadt Hornberg im Ortenaukreis
Ill (Elsass)Ill (Elsass)FrankreichLandkreis RastattBaden-BadenLandkreis CalwLandkreis EmmendingenLandkreis FreudenstadtRheinau (Baden)Lauf (Baden)SasbachLandkreis RastattLandkreis RottweilSchwarzwald-Baar-KreisAchernAchernAchernAppenweierBad Peterstal-GriesbachBerghauptenBiberach (Baden)DurbachEttenheimFischerbachFriesenheim (Baden)GengenbachGutach (Schwarzwaldbahn)Haslach im KinzigtalHausachHofstetten (Baden)HohbergHornbergKappel-GrafenhausenKappel-GrafenhausenKappelrodeckWillstättKehlKehlKippenheimKippenheimKippenheimLahr/SchwarzwaldLauf (Baden)Lauf (Baden)Lautenbach (Ortenaukreis)MahlbergMahlbergMahlbergMeißenheimMühlenbach (Schwarzwald)Neuried (Baden)NordrachOberharmersbachOberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)OberwolfachOffenburgOhlsbachOppenauOrtenberg (Baden)Ottenhöfen im SchwarzwaldRenchenRenchenRingsheimRingsheimRust (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (gemeindefreies Gebiet)SasbachSasbachSasbachSasbachwaldenSchuttertalSchutterwaldSchwanauSeebach (Baden)Seelbach (Schutter)Steinach (Ortenaukreis)WillstättWillstättWolfachZell am HarmersbachRheinKarte
Über dieses Bild

Hornberg ist eine Stadt im Ortenaukreis in Baden-Württemberg.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Hornberg liegt an der Mündung des Reichenbachtals in das Gutachtal im mittleren Schwarzwald in 344–970 Metern Höhe (Gemarkungsgrenze zu Gutach im Talgrund–Karlstein), im südöstlichen Zipfel des Ortenaukreises.

 
Blick auf Hornberg vom Schloss; zentral das Eisenbahnviadukt

NachbargemeindenBearbeiten

Die Stadt grenzt im Nordwesten an Gutach, im Norden an die Stadt Wolfach, im Osten an Lauterbach und Schramberg, beide im Landkreis Rottweil, im Süden an die Stadt Triberg und im Südwesten an Schonach, beide im Schwarzwald-Baar-Kreis und im Westen an die Stadt Elzach im Landkreis Emmendingen.

StadtgliederungBearbeiten

Zur Stadt Hornberg mit den ehemals selbstständigen Gemeinden Niederwasser und Reichenbach gehören die Kernstadt Hornberg und 133 weitere Ortsteile (Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser).

GeschichteBearbeiten

 
Allianzwappen anlässlich einer Eheschließung zwischen einem Freiherrn von Hornberg und einer Freiin von Zimmern

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Bereits zur Römerzeit verlief durch das Gebiet der Stadt eine bedeutende Fernverbindung von Straßburg nach Konstanz, die unter fränkischer Herrschaft weiterbetrieben wurde. Die Herrschaft Hornberg wurde dem Adalbert von Ellerbach von Heinrich IV. um das Jahr 1084 zum Lehen gegeben, der sich fortan von Hornberg nannte.

Um 1200 erfolgte unter den Erben eine Teilung, der südliche Teil wurde zur Herrschaft Triberg. Die Burg, unterhalb der sich die spätere Stadt Hornberg entwickelte, wurde um das Jahr 1300 errichtet.

Die Stadt ging durch Verkauf in die Hände der Württemberger über, für die dieses Gebiet einen wichtigen Stützpunkt auf dem Weg zu ihren elsässischen Besitzungen und der Grafschaft Mömpelgard darstellte. Der Verkauf begann im Jahre 1423 und war etwa zwei Jahrzehnte später abgeschlossen. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Stadt Sitz eines Obervogteiamtes.

Im Gränzvertrag zwischen dem Königreich Würtemberg und dem Großherzogthum Baden,[2] der am 2. Oktober 1810 in Paris abgeschlossen wurde, kamen mehrere „Stäbe“ des Oberamtes Hornberg, so neben Hornberg die Stadt Schiltach und die Gemeinden Gutach und Kirnbach an das Großherzogtum Baden. Hornberg blieb auch danach Sitz eines Bezirksamtes.

EingemeindungenBearbeiten

Die Gemeinde Niederwasser wurde am 1. Dezember 1971 und die Gemeinde Reichenbach am 1. April 1974 eingemeindet.[3]

ReligionenBearbeiten

Die Reformation wurde 1535 in Hornberg eingeführt. In der Stadt gibt es heute eine evangelische, eine römisch-katholische und eine neuapostolische Kirche.

PolitikBearbeiten

 
Rathaus Hornberg, 2015
 
Stadtbrunnen in Hornberg, Landsknecht und Narr weisen auf das bekannte Hornberger Schießen hin.

BürgermeisterBearbeiten

Siegfried Scheffold (geb. 1957, parteilos) ist seit dem 14. Januar 2001 Bürgermeister von Hornberg. Er gewann die Wiederwahlen von 2008 mit 78 % und 2016 mit 84 % und steht nun in seiner dritten Amtszeit.[4]

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Der Gemeinderat in Hornberg hat derzeit 14 Mitglieder. 2013 beschloss der Gemeinderat, das Gremium zu verkleinern, davor waren es noch 18 Mitglieder.

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte bei Wahlbeteiligung von 53,6 % (2009: 55,5 %) zu folgendem amtlichen Endergebnis[5]. Die Wahlbeteiligung lag bei 53,6 % (2009: 55,5 %).

Partei Wahlergebnis Sitze Vergleich
CDU 37,2 % 5 Sitze 2009: 38,2 %, 7 Sitze
SPD 36,2 % 5 Sitze 2009: 32,3 %, 6 Sitze
Freie Wähler Hornberg 26,6 % 4 Sitze 2009: 29,6 %, 5 Sitze

Reichenbach und Niederwasser verfügen über eigene Ortschaftsräte.

WappenBearbeiten

Das Wappen zeigt zwei abgewendete schwarze Jagdhörner (Hifthörner), die über einem grünen Dreiberg schweben auf einem silbernen Schild.

PartnerschaftenBearbeiten

Hornberg unterhält mit folgender Stadt eine Städtepartnerschaft:

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Gasthaus Schwanen auf dem Fohrenbühl
  • Industrie: Sanitärkeramik, Elektrotechnik, Holzverarbeitung.
  • Landwirtschaft: Die landwirtschaftlichen Betriebe konzentrieren sich auf Viehhaltung und Forstwirtschaft in den Ortsteilen Reichenbach und Niederwasser, von den 85 (2003) Betrieben sind 34 Haupterwerbsbetriebe.
  • Fremdenverkehr: Der Tourismus ist für Hornberg ein wichtiger Erwerbszweig, insgesamt wurden im Jahr 2005 52.685 Übernachtungen gezählt.

Ansässige BetriebeBearbeiten

In Hornberg sind unter anderem die Privatbrauerei M. Ketterer GmbH & Co. und der Sanitärhersteller Duravit AG ansässig. In der Ortsmitte liegt das Hotel & Restaurant Adler, hoch über der Stadt das Hotel Schloss Hornberg. Zur anderen Seite der Stadt befindet sich die vom Neurologen Matthias Gottschaldt gegründete private Akutklinik Oberbergklinik Schwarzwald für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, die sich auf die Behandlung von Depressionen, Abhängigkeitserkrankungen, Burn-out sowie Angst- und Panikstörungen spezialisiert hat.

VerkehrBearbeiten

 
Eisenbahnviadukt, Westseite

Hornberg ist durch die Bundesstraße 33 (WillstättRavensburg) mit dem überregionalen Straßennetz verbunden. Seit 3. Juli 2006 wird die Hornberger Innenstadt durch einen Umgehungstunnel, den 1885 Meter langen Hornberg-Tunnel, entlastet.

Über die Badische Schwarzwaldbahn von Karlsruhe und Offenburg nach Singen (Hohentwiel) und Konstanz ist die Stadt an das Schienennetz angeschlossen.

BildungseinrichtungenBearbeiten

Mit der Wilhelm-Hausenstein-Schule verfügt Hornberg über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Daneben gibt es je einen evangelischen und römisch-katholischen Kindergarten.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Stich von Matthäus Merian: Hornberg um 1643

Durch Hornberg führt der Querweg Rottweil–Lahr, in einigen Kilometern Entfernung verlaufen der Westweg und der Mittelweg, drei Fernwanderwege, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen. Der Ort liegt auch an der Deutschen Uhrenstraße.

Bauwerke und OrteBearbeiten

MuseenBearbeiten

  • Stadtmuseum mit Wilhelm-Hausenstein-Gedenkraum[8]

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

 
Freilichtbühne Hornberg

PersönlichkeitenBearbeiten

 
Codex Manesse 251r: Herr Bruno von Hornberg

EhrenbürgerBearbeiten

  • 1957 – Franz Schiele (1884–1963), Unternehmer und Bürgermeister
  • 1957 – Wilhelm Hausenstein (1882–1957), Publizist und Diplomat
  • 1990 – Erwin Leisinger († 1996), Heimatdichter und Verfasser des Freilichtspiels „Das Hornberger Schießen“
  • 2012 – Franz Kook (* 1946), Vorstandsvorsitzender der Duravit AG

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

  • Nicole Armbruster (* 1975), Drehbuchautorin und Lektorin
  • Andreas Beck (* 1948), Mediziner (1990–2014 Leiter der Röntgenabteilung des Klinikums Konstanz), Theologe und Schriftsteller
  • Dietmar Bisch, Head of the Department of Mathematics, Vanderbilt University Nashville, TN (USA)
  • Michael Ehrmann, Direktor des Zentrums für Medizinische Biotechnologie Universität Duisburg-Essen
  • Albert Fritz (1899–1943), Eisendreher, Kommunist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Michael Gebhart (* 1961), Drehbuchautor, Produzent und Radiomoderator
  • Arno Haas (* 1965), Jazz-Saxophonist, Komponist, Musikproduzent, Artists and Repertoire Manager und Musikverleger
  • Bärbel Hähnle (* 1949), Leichtathletin, 1969 Vizeeuropameisterin mit der 4-mal-100-Meter-Staffel
  • Wilhelm Hausenstein (1882–1957), Schriftsteller, Kunstkritiker und Kulturhistoriker, Publizist und Diplomat
  • Anna Hofheinz-Gysin (1881–1928), Dichterin, Pfarrersfrau und Hausfrau
  • Bruno von Hornberg (1275–1310), Minnesänger
  • Wilhelm Ludwig Hosch (1750–1811), pietistischer Theologe und Kirchenlieddichter
  • Friedrich Jeckeln (1895–1946), SS-Offizier, verurteilter Kriegsverbrecher
  • Werner Reutter (1937–2016), Direktor des Instituts für Biochemie und Molekularbiologie der Charité, Berlin-Dahlem
  • Frieder Schäuble (1937–2011), Vorsitzender des Europahauses in Leipzig (Schirmherr H. D. Genscher)
  • Thomas Schäuble (1948–2013), Politiker (CDU), Direktor der Badischen Staatsbrauerei Rothaus/Schwarzwald, Bruder von Wolfgang Schäuble
  • Christoph Schmider (* 1960), Archivdirektor
  • Beate Schwer, Department of Microbiology and Immunology, Weill Cornell Medical College, New York
  • Alfred Stulz, Okarben, Begründer des ratiopharm-Prinzips in Deutschland
  • Siegfried Wendt (* 1940), Informatiker

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt habenBearbeiten

  • Rochus Misch (1917–2013), Leibwächter und Telefonist Adolf Hitlers; hatte ein Malergeschäft in Hornberg vor dem Krieg und ein Geschäft für Raumausstattung in Berlin-Schöneberg nach dem Krieg; diesen Betrieb führte er bis 1985
  • Reinold VI. von Urslingen (um 1364 – 1442), Ritter, 1437 Anteilseigentümer an der Burg und Stadt Hornberg
  • Karl Schäuble (1907–2000), deutscher Politiker (CDU), lebte in Hornberg
  • Wolfgang Schäuble (* 1942), deutscher Politiker (CDU), wuchs in Hornberg auf

LiteraturBearbeiten

  • Stadtverwaltung Hornberg (Hrsg.): 900 Jahre Hornberg. Konkordia, Bühl [Baden] 1993.
  • Carsten Kohlmann: „Von unsern widersachern den bapisten vil erlitten und ussgestanden.“ Kriegs- und Krisenerfahrungen von lutherischen Pfarrern und Gläubigen im Amt Hornberg des Herzogtums Württemberg während des Dreißigjährigen Krieges und nach dem Westfälischen Frieden, in: Matthias Asche, Anton Schindling (Hrsg.), Das Strafgericht Gottes. Kriegserfahrungen und Religion im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges, 2. durchges. Aufl., Münster 2002, S. 123–213.
  • Mark Twain beschreibt in "Reise durch Deutschland" schon die Burg und die sog. "Geisterhöhle" unterhalb der Burg. Anaconda-Verlag 2013, ISBN 978-3-86647-937-1.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Bundesamt – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. documentArchiv.de: Gränzvertrag zwischen dem Königreich Würtemberg und dem Großherzogthum Baden
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 506 und 513.
  4. Hubert Röderer: Siegfried Scheffold klar wiedergewählt. Badische Zeitung, 20. Dezember 2016
  5. Endgültiges Wahlergebnis des Statistischen Landesamts (Memento des Originals vom 18. Oktober 2014 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik.baden-wuerttemberg.de
  6. Website der Stadt Hornberg (Memento des Originals vom 1. Mai 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hornberg.de, Stand 06/2011
  7. Narrenzunft Hornberg e.V.
  8. Stadtmuseum Hornberg