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GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Meißenheim liegt in der Oberrheinischen Tiefebene direkt am Rhein und damit an der deutsch-französischen Grenze, etwa 13 km von Lahr entfernt.

NachbargemeindenBearbeiten

Die Gemeinde grenzt im Norden an Neuried, im Osten an Friesenheim und die Stadt Lahr, im Süden an Schwanau und im Westen an die elsässische Gemeinde Gerstheim.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Meißenheim mit der ehemals selbstständigen Gemeinde Kürzell gehören die beiden gleichnamigen Dörfer. Im Gemeindeteil Kürzell liegen die abgegangenen Ortschaften Hoschweier, Kenle, Merzweier, Mietershofen und Vastolfsweier. Im Gemeindeteil Meißenheim liegen die abgegangenen Ortschaften Äußerer und Innerer Hilbertshof, auf die heute ein Flurname hindeutet.[2]

GeschichteBearbeiten

Im Jahre 1267 wurde Meißenheim erstmals urkundlich erwähnt. Zunächst gehörte der Ort als Lehen des Bistums Straßburg den Herren von Geroldseck, um dann im 14. Jahrhundert an die Herren von Hattstadt überzugehen. 1464 kaufte der Straßburger Bürger Bernhard Wurmser das Dorf. Es blieb bis 1805 im Besitz seiner Familie und kam dann im Rahmen der Mediatisierung aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses an das Großherzogtum Baden.

Meißenheim gehörte ab 1939 zum Landkreis Lahr, mit dem es 1973 im neuen Ortenaukreis aufging. Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Kürzell nach Meißenheim eingemeindet.[3]

ReligionenBearbeiten

Obwohl Straßburger Lehen, wurde von der Familie Wurmser in Meißenheim die Reformation eingeführt. Auch heute noch ist der Ort überwiegend evangelisch geprägt. Neben den beiden evangelischen Kirchen (für jeden Ortsteil eine) gibt es in Kürzell auch eine römisch-katholische und im Hauptort eine neuapostolische Gemeinde.

PolitikBearbeiten

VerwaltungsgemeinschaftBearbeiten

Die Gemeinde Meißenheim bildet mit der Gemeinde Schwanau eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft.

GemeinderatBearbeiten

 
Altes Rathaus Meißenheim

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 brachte bei einer Wahlbeteiligung von 58,33 % folgendes Ergebnis:

1
4
5
4
Insgesamt 14 Sitze
  • Gruppe für Umwelt und Leben: 1
  • Freie Liste: 4
  • FW: 5
  • P M+K (Pro Meissenheim u. Kürzell): 4
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
35,7 %
(+3,1 %p)
30,9 %
(-0,6 %p)
25 %
(-2,4 %p)
8,5 %
(-0,4 %p)
P M+K
FL
GUL
2009

2014


Für Kürzell besteht ein eigener Ortschaftsrat.

BürgermeisterBearbeiten

Alexander Schröder wurde im September 2009 im zweiten Wahlgang zum Nachfolger von Gerlinde Kleis gewählt und setzte sich im September 2017 mit 89,9 % der Stimmen gegen Gerhard Biedermann durch.[4]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Gold ein roter Ring.“ Es handelt sich dabei um einen Wendelring; das Wappen bildet wahrscheinlich das alte Dorfzeichen ab.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MusikBearbeiten

  • Kirchenchor, Posaunenchor, Musikverein, Männergesangsverein, Jagdhornbläser, Fanfarenzug, Zitherensemble Zith-A5

BauwerkeBearbeiten

 
evangelische Kirche Meißenheim
 
Kirche St. Laurentius in Kürzell, Architekt: Hans Voß
  • Evangelische Auferstehungskirche in Meißenheim, barocke Kirche von 1766 mit Silbermann-Orgel. Der Altarraum der Kirche wurde 2003 von Christoph Manuel Beysser und Markus Artur Fuchs neu ausgestattet.[5]
  • Kürzell besitzt mit St. Laurentius eine Kirche im klassizistischen Stil. Erbaut 1829 bis 1830 von Hans Voß besitzt die Kirche dank durchaus reicher Detailarbeit und einem niedrigen Turmdach eine barocke Ausstrahlung – dieser Aspekt macht sie zu einer ungewöhnlichen Kirche im eigentlich für eine kraftvolle, monumentale Wirkung bekannten Weinbrenner-Stil. Die Kirche wurde bis 1962 gemeinsam von der evangelischen und katholischen Kirche als Simultankirche genutzt.

ParksBearbeiten

Meißenheim:

  • Riedhof mit Christophorus-Kapelle, Kreuzweg, Oster- und Weihnachtskuppel, Teich und Biotop.
  • Mühlbachpromenade mit Ruhepavillons, Aussichtspunkten und Biotop.
  • Baggersee mit Sandstrand und Schollenhütte mit Grillmöglichkeit

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Meißenheim war bis 1959 durch die Mittelbadische Eisenbahn (KehlSeelbach (Schutter)) an das Schienennetz angebunden. Die Landesstraße 75 durchquert die Gemarkung Meißenheims.

BildungBearbeiten

Mit der Friederike-Brion-Schule besteht in Meißenheim eine Grundschule. Im Ortsteil Kürzell gibt es zudem eine Schule für lernbehinderte Kinder. In beiden Ortsteilen gibt es je einen evangelischen Kindergarten, in Kürzell auch einen in Trägerschaft der römisch-katholischen Kirchengemeinde.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

 
Franz Joseph Gießler (1908)

EhrenbürgerBearbeiten

  • Oskar Bohnert (2003)
  • Herbert Reith (2003)
  • Adolf Hitler (Datum unbekannt, 2016 aberkannt)

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehenBearbeiten

  • Friederike Brion (1752–1813), die Jugendliebe Goethes wurde in Meißenheim bestattet.

LiteraturBearbeiten

  • Johannes Georg Schilher: Chronicon Meissenheimense. Heidelberg 1844 (E-Kopie).
  • Albert Köbele: Dorfsippenbuch Meißenheim, Landkreis Lahr in Baden, 1568-1969. 2. Auflage. Grafenhausen: Köbele 1969 (= Badische Ortssippenbücher 1)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Meißenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 416–417
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 498.
  4. Schröder ist neuer Bürgermeister von Meißenheim in der Badischen Zeitung vom 27. September 2009
  5. http://www.ekiba.de/html/content/meissenheim_prinzipalien779.html?t=7cf300dca5cd6fd3ef8cb5ac2a81522d&tto=f39d5b5c&&