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Hofstetten (Baden)

Gemeinde in Baden-Württemberg, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hofstetten
Hofstetten (Baden)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hofstetten hervorgehoben
Koordinaten: 48° 15′ N, 8° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Ortenaukreis
Höhe: 259 m ü. NHN
Fläche: 18,15 km2
Einwohner: 1794 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 99 Einwohner je km2
Postleitzahl: 77716
Vorwahl: 07832
Kfz-Kennzeichen: OG, BH, KEL, LR, WOL
Gemeindeschlüssel: 08 3 17 046
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 5
77716 Hofstetten
Website: www.hofstetten.com
Bürgermeister: Martin Aßmuth
Lage der Gemeinde Hofstetten im Ortenaukreis
FrankreichLandkreis RastattBaden-BadenLandkreis CalwLandkreis EmmendingenLandkreis FreudenstadtRheinau (Baden)Lauf (Baden)SasbachLandkreis RastattLandkreis RottweilSchwarzwald-Baar-KreisAchernAchernAchernAppenweierBad Peterstal-GriesbachBerghauptenBiberach (Baden)DurbachEttenheimFischerbachFriesenheim (Baden)GengenbachGutach (Schwarzwaldbahn)Haslach im KinzigtalHausachHofstetten (Baden)HohbergHornbergKappel-GrafenhausenKappel-GrafenhausenKappelrodeckWillstättKehlKehlKippenheimKippenheimKippenheimLahr/SchwarzwaldLauf (Baden)Lauf (Baden)Lautenbach (Ortenaukreis)MahlbergMahlbergMahlbergMeißenheimMühlenbach (Schwarzwald)Neuried (Baden)NordrachOberharmersbachOberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)Oberkirch (Baden)OberwolfachOffenburgOhlsbachOppenauOrtenberg (Baden)Ottenhöfen im SchwarzwaldRenchenRenchenRingsheimRingsheimRust (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (Baden)Rheinau (gemeindefreies Gebiet)SasbachSasbachSasbachSasbachwaldenSchuttertalSchutterwaldSchwanauSeebach (Baden)Seelbach (Schutter)Steinach (Ortenaukreis)WillstättWillstättWolfachZell am HarmersbachKarte
Über dieses Bild

Hofstetten ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Ortenaukreis.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

 
Hofstetten aus Sicht vom Urenkopf

Geografische LageBearbeiten

Der staatlich anerkannte Erholungsort Hofstetten liegt im Mittleren Schwarzwald zwischen 250 und 726 Meter Höhe in einem Seitental des Kinzigtals in ruhiger Lage etwas abseits der Bundesstraße 33. Knapp zwei Drittel der Gemeindefläche sind bewaldet.

NachbargemeindenBearbeiten

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Stadt Haslach im Kinzigtal, im Osten an Mühlenbach, im Süden an die Stadt Elzach und an Biederbach (beide im Landkreis Emmendingen) sowie im Westen an Schuttertal und Steinach.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Hofstetten gehören das Dorf Hofstetten, der Weiler Mittelweiler, die Zinken Salmensbach und Ullerst, die Höfe Altersbach, Breitebene, Mattenmühle, Schneiben(Schneit)hof, Tochtermannsberg und die Wohnplätze Am weißen Brunnen, Biereck, Halden, Ho(c)hmunde und Lachen.[2]

GeschichteBearbeiten

Hofstetten wurde erstmals 1353 urkundlich erwähnt. Es unterstand damals den Grafen von Fürstenberg. Dort gehörte es seit dem 16. Jahrhundert zum Obervogteiamt Haslach. 1806 fiel der Ort an das Großherzogtum Baden, wo es zunächst weiter zum nun Bezirksamt Haslach genannten Amt gehörte. Bei dessen Auflösung 1857 kam Hofstetten an das Bezirksamt Wolfach, das 1939 zum Landkreis Wolfach umfirmierte.

Im Mittelalter waren die Herrschaftsrechte – mit Ausnahme der Breitebene, die zur Markgrafschaft Baden-Hachberg und bis 1868 zu Freiamt gehörte[3] – mit der Heidburg verknüpft.[4]

1933 erreichte die NSDAP bei den Wahlen mit 15,6 Prozent das schlechteste Ergebnis in Mittelbaden, wohingegen die katholische Zentrumspartei 80,4 Prozent der Wahlstimmen erhielt. Später schickte der NS-Kreisleiter bewaffnete SS-Männer in den Ort, um die Zentrumsgemeinderäte verhaften zu lassen, da sie sich weigerten zurückzutreten, woraufhin diese sich im Wald versteckten.[5] Seit 1973 gehört der Ort zum neugebildeten Ortenaukreis.

ReligionenBearbeiten

Da die Reformation an Hofstetten vorbeiging, ist der Ort auch heute noch vorwiegend römisch-katholisch geprägt.

PolitikBearbeiten

VerwaltungsgemeinschaftBearbeiten

Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Haslach im Kinzigtal.

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Hofstetten hat zehn Mitglieder. Er besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis:[6]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
60
50
40
30
20
10
0
56,4 %
43,6 %
Gewinne/Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+1,7 %p
-1,7 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 56,4 6 54,7 6
FWG Freie Wählergemeinschaft 43,6 4 45,3 4
gesamt 100,0 10 100,0 10
Wahlbeteiligung 66,8 % 70,2 %

BürgermeisterBearbeiten

Henry Heller war ab Juli 1994 Bürgermeister von Hofstetten; er wurde 2002 und 2010 im Amt bestätigt.[7] Am 22. April 2018 wurde Martin Aßmuth zum neuen Bürgermeister gewählt[8] und trat sein Amt im Juli 2018 an.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau auf grünem Schildfuß eine silberne Kirche in Seitenansicht mit hinten angesetztem Turm mit Achtkantaufsatz.“

Die Kirche im heutigen Wappenschild zeigt die im Weinbrenner-Stil 1835 vollendete St.-Erhard-Pfarrkuratiekirche (s. u.). Bereits 1685 zeigt ein Siegelbild in einem von einem Wolkenschnitt umgebenen Rundschild eine Kirche mit hinten an der Längsseite angefügtem Turm, ein weiteres Siegelbild von 1715 in ähnlich umrahmtem Barock­schild ein Haus mit einem an der rechten Ecke vorspringenden Mauerwerk. Der umlaufende Wolkenschnitt erinnert an die ehemalige Zugehörigkeit zu den fürstenbergischen Landen bis 1806. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts zeigt das Siegel der Gemeinde die 1835 vollendete St.-Erhard-Kirche mit dem Turm hinten auf einem Grasboden. 1906 wurde das Bild in einen Schild gestellt und in jüngerer Zeit präzisiert.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Katholische Kirche in Hofstetten
  • St. Erhard: Katholische Pfarrkuratiekirche im Weinbrenner-Stil, erbaut 1833–1835 von Baurat Hans Voß mit seltenem achteckigen Glockenturmoberteil (Aufsatz) und Turmhelm auf quadratischem Unterbau, bei badischen klassizistischen Kirchen nur noch in St. Johannes Baptist in Oppenau (erbaut von Friedrich Weinbrenners Neffen Johann Ludwig Weinbrenner) zu finden. Der quadratische Glockenturm durchschneidet symmetrisch die Vorderseite des Langhauses und trägt den Haupteingang. Diese Kirche ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts im Ortswappen abgebildet.
  • Hansjakobkapelle: Grablege des Pfarrers, Schriftstellers und Politikers Heinrich Hansjakob.
  • Gasthof zu den „Drei Schneeballen“ von 1493.[9]

NaturdenkmälerBearbeiten

Siehe: Liste der Naturdenkmale in Hofstetten (Baden)

SportBearbeiten

Der Sportclub Hofstetten e.V. verfügt einzig über eine Fußballabteilung. Die erste Herrenmannschaft gehörte zwei Spielzeiten (2010/11, 2017/18) der Verbandsliga Südbaden, der höchsten Spielklasse des Südbadischen Fußball-Verbands, an.[10]

 
Hansjakobkapelle oberhalb von Haslach und Hofstetten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Die Haupterwerbsquellen sind die Landwirtschaft und der Tourismus. Es gibt in der kleinen Gemeinde noch etwa 20 landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe und doppelt so viele Nebenerwerbsbetriebe.

BildungBearbeiten

In Hofstetten gibt es eine Grund- und Hauptschule. Alle weiterführenden Schulen befinden sich in den nahen Städten Haslach und Hausach.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde:

  • Albert Neumaier (1912–1983), Pfarrer und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen:

  • Hans Voß (1783–1849), Architekt und badischer Baubeamter; Erbauer der katholischen Kirche St. Erhard (1833–35)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Hofstetten (Baden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 332–333.
  3. Breitebene – Wohnplatz. leo-bw.de, abgerufen am 17. Juli 2019.
  4. Hofstetten – Altgemeinde~Teilort. leo-bw.de, abgerufen am 17. Juli 2019.
  5. Hofstetten – ein Schwarzwalddorf mit Geschichte, hofstetten.com.
  6. Vorläufiges Wahlergebnis des Statistischen Landesamts (Memento vom 10. September 2014 im Internet Archive)
  7. Lob für Heller zum 20-Jährigen. Schwarzwälder Bote, 24. Juli 2014, abgerufen am 21. März 2017.
  8. Über 97 Prozent: Martin Aßmuth neuer Bürgermeister in Hofstetten. Offenburger Tageblatt, 23. April 2018, abgerufen am 23. April 2018.
  9. Über uns. drei-schneeballen.de, abgerufen am 17. Juli 2019.
  10. Die Geschichte des Sportclub Hofstetten e.V. sc-hofstetten.de, abgerufen am 17. Juli 2019.