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Der Bahnhof Konstanz ist der größte Personenbahnhof in der baden-württembergischen Stadt Konstanz an der deutsch-schweizerischen Grenze und wird von der Deutschen Bahn (DB) und den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) im Regional- und Fernverkehr bedient. Er ist Endpunkt der Hochrheinbahn und Ausgangspunkt der Strecke in Richtung Weinfelden–Wil und nach Romanshorn (Seelinie).

Bahnhof Konstanz
Bahnhof Konstanz
Empfangsgebäude, Straßenseite
Daten
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Abkürzung RKO (DB)
KO (SBB)
IBNR 8003400
Kategorie 3
Eröffnung 1863
Architektonische Daten
Baustil Neugotik und Renaissance
Architekt Heinrich Leonhard
(nach Friedrich Eisenlohr)
Lage
Stadt/Gemeinde Konstanz
Land Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Koordinaten 47° 39′ 32″ N, 9° 10′ 38″ OKoordinaten: 47° 39′ 32″ N, 9° 10′ 38″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Baden-Württemberg

Nutzung des Bahnhofs durch die DB, SBB und Thurbo

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Der Bahnhof wurde am 15. Juni 1863 dem Verkehr übergeben, als die Badischen Staatseisenbahnen den letzten Abschnitt der Hochrheinbahn zwischen Waldshut und Konstanz eröffneten. Von Schweizer Seite kam der Anschluss 1871, als die Schweizerische Nordostbahn (NOB) die Strecke zwischen Romanshorn und Konstanz, heute Teil der Seelinie eröffnete. Am 17. Juli 1875 folgte die von der Schweizerischen Nationalbahn (SNB) erstellte Bahnstrecke Etzwilen–Konstanz samt der Verbindungsstrecke Kreuzlingen–Kreuzlingen Hafen.[1] Nachdem die SNB 1878 in Konkurs gegangen war, wurden auch diese Bahnstrecken von der NOB übernommen. 1902 ging die NOB in die neu entstandene SBB über. Von 1873 bis 1899 bestand ein Trajekt-Anschluss für Güterwagen nach Lindau und von 1884 bis 1917 nach Bregenz.

1911 nahm die Mittelthurgaubahn ihre über Berg TG verlaufende Strecke von Wil SG über Weinfelden nach Kreuzlingen in Betrieb. Bereits von Beginn an wurden die Züge von Kreuzlingen über die ehemalige SNB-Strecke nach Konstanz durchgebunden, um den Anschluss ans deutsche Bahnnetz sicherzustellen. Im Zuge des Seehas-Konzeptes weitete die MThB ihr Streckennetz über die Hochrheinbahn nach Engen aus. 2002 musste die MThB sich für zahlungsunfähig erklären, da das Eigenkapital aufgebraucht war, und wurde danach freihändig liquidiert. Seither wird deren Betrieb durch Tochtergesellschaften der SBB übernommen, zwischen Konstanz und Engen von der SBB GmbH und zwischen Konstanz und Weinfelden/Wil von der Thurbo.

Zum 150. Geburtstag erfolgte eine denkmalschutzgerechte Restaurierung der Fassaden. Eine energetische Sanierung senkte den Energieverbrauch des Bahnhofs um 23 Prozent.[2]

Am 19. August 2015 hat der schweizerische Bundesrat (Regierung) eine Finanzierungsvereinbarung für den Ausbau des Bahnhofes Konstanz gebilligt. Hierfür investiert die Schweizerische Eidgenossenschaft eine pauschale Abgeltung in Höhe von 350.000 Schweizer Franken, mit dem Ziel, eine RegioExpress-Verbindung auf der Strecke St. Gallen–Konstanz in den Konstanzer Bahnhof einfahren lassen zu können.[3]

ArchitekturBearbeiten

GrundaufbauBearbeiten

Der Bahnhof liegt parallel zum Seeufer. Das Empfangsgebäude wurde 1863 im Stil der Neugotik und der Renaissance nach Vorbild des Palazzo Vecchio in Florenz gebaut. Nördlich des Empfangsgebäudes ist der Fürstenbahnhof erhalten, ein Pavillon, der heute dem Backwarenverkauf dient.

Baulicher ZustandBearbeiten

In der Vergangenheit erhielt Konstanz den Ruf eines Schmuddelbahnhofes[4], da er als baulich verwahrlost und unwirtschaftlich galt. Letztmals wurde der Glockenturm in den Jahren 1975–1983 einer umfassenden Sanierung unterzogen. Der Turm aus Sandstein musste 17 Monate lang mit einem grünen Netz eingepackt werden, um zu verhindern, dass Sandsteinbrocken herunterfallen und Passanten gefährden können. Danach wurde er im Kostenrahmen von rund einer Million Euro saniert. Im Zuge der Konjunkturprogramme soll das Empfangsgebäude mit energetischen Maßnahmen saniert werden. Auch der Wartebereich soll attraktiver gestaltet werden.

Trennung DB/SBBBearbeiten

Konstanz hat die Funktion eines Grenzbahnhofes. Vor November 2008, bevor die Schweiz dem Schengener Abkommen beigetreten ist, war der Mittelbahnsteig per Maschendrahtzaun in einen deutschen und schweizerischen Teil getrennt. Auf dem Gleis 3 hielten die Fernzüge in die Schweiz. Das Bahnhofsgebäude umfasst auch zwei Teile – der Deutsche und der Schweizer Bahnhof – der deutsche Teil wird auch heute noch von der DB betrieben, der Schweizer von der Thurbo (ehemals Mittelthurgaubahn). Reisende zum Schweizer Bahnhof mussten bis 2008 die Zollkontrolle passieren, bevor sie die Bahnsteige betreten konnten. Im Rahmen der seit 2009 laufenden Generalsanierung des Bahnhofs wurden der Schweizer sowie der deutsche Bahnhof integriert. Im Gebäude des ehemaligen Schweizer Bahnhofs sind heute die Abfertigungshalle des deutschen Zolls für Bahnreisende sowie ein Geschäft für Sportartikel und -bekleidung untergebracht.

Gleis- und PerronanlagenBearbeiten

Der Bahnhof umfasst drei Gleise für den Personenverkehr an einem Haus- und einem Mittelbahnsteig. Um zum Mittelbahnsteig zu gelangen, müssen die Gleise 1 und 2 mittels einer Unterführung gequert werden. Am Nordkopf besteht zudem eine weitere Unterführung, die die Bahnsteige einerseits mit dem Stadtzentrum und andererseits mit dem Hafen verbindet. Einen barrierefreien Zugang zu Gleis 2 und 3 bietet jedoch lediglich der mit einer Rollschranke gesicherte Reisendenübergang (RÜ) am Südende der Perrons, ein Lift bei der zentralen Unterführung ist (Stand Mai 2019) im Bau.

Weitere Gleise im Bahnhof stehen z. B. für Güterzüge zur Verfügung, Abstellanlagen befinden sich auch südlich des Bahnhofs, diese liegen bereits auf Schweizer Gebiet.

Zudem gibt es noch zwei Passerellen, die die Innenstadt bzw. Einkaufszentrum Lago mit dem Hafen verbinden. Diese bieten aber keinen Zugang zum Bahnhof.

ZugsicherungstechnikBearbeiten

Seit März/April 2019 sind Teile des Bahnhofs, welche regelmäßig von Zügen aus der Schweiz befahren werden, mit einer ETCS-Ausrüstung (Level 1 Limited Supervision) von Thales versehen. Die bisherige nationale Sicherungseinrichtung besteht nach wie vor im gesamten Bahnhof.

VerkehrBearbeiten

FernverkehrBearbeiten

Deutsche BahnBearbeiten

 
Der deutsche IC nach Hamburg und der schweizerische IR nach Biel/Bienne im Bahnhof Konstanz, April 2011
 
Blick über das Gleisfeld nach Norden

Ab Konstanz verkehren nur wenige Fernzüge der Deutschen Bahn. Ein tägliches Intercity-Zugpaar aus und in Richtung Hamburg, in den Sommermonaten von und nach Stralsund verlängert, wurde im Dezember 2014 eingestellt. Seitdem gibt es nur noch einen Intercity aus Richtung Emden über Köln: Freitag und Samstag nach Konstanz, Samstag und Sonntag in Gegenrichtung. Seit Dezember 2017[veraltet] gibt es zweimal täglich eine IC-Direktverbindung nach Stuttgart. Zum Einsatz kommen moderne Intercity-2-Doppelstock-Züge.[5]

Linie Strecke Taktfrequenz
IC 35 MünsterGelsenkirchenDuisburgKölnBonnKoblenzMannheimKarlsruheOffenburgVillingen (Schwarzw) - Singen(Hohentwiel)Radolfzell – Konstanz ein Zugpaar am Wochenende
IC 35 EmdenMünster (Westf)DuisburgKölnBonnKoblenzMannheimKarlsruheOffenburgVillingen (Schwarzw) - Singen (Hohentwiel)Radolfzell – Konstanz ein Zugpaar am Wochenende
IC 87 StuttgartBöblingenHerrenbergHorbRottweilTuttlingenSingen (Hohentwiel)RadolfzellKonstanz 2 Zugpaare täglich

Schweizerische BundesbahnenBearbeiten

InterRegio-Züge verbinden Konstanz stündlich mit den Bahnhöfen Flughafen Zürich, Zürich und Luzern.

RegionalverkehrBearbeiten

Deutsche BahnBearbeiten

Konstanz wird stündlich durch Regional-Express-Züge der Schwarzwaldbahn bedient. Bis zum Fahrplanwechsel 2015 verkehrten abwechselnd IRE- und RE-Züge von Kreuzlingen oder Konstanz nach Karlsruhe. Dies wurde mit dem Fahrplanwechsel geändert, so dass nun ein durchgehender RE-Stundentakt nach Karlsruhe vorliegt.

SBB GmbH / ThurboBearbeiten

Die SBB GmbH, die ihren Sitz in Konstanz hat, verbindet die Bodenseestadt mit der Regionalbahnlinie Seehas im Halbstundentakt mit Singen bzw. Engen. Die SBB-Tochtergesellschaft Thurbo verbindet Konstanz und Kreuzlingen halbstündlich mit der S 14, die jeweils halbstündlich über Kreuzlingen hinaus nach Weinfelden fährt.

Der RegioExpress von Kreuzlingen über Konstanz nach St. Gallen mit Halt in Kreuzlingen Hafen und Romanshorn ist im Dezember 2015 nach längeren Verhandlungen in einem reduzierten Umfang eingeführt worden. Zunächst verkehren fünf Züge pro Tag und Richtung. Das Projekt stand wegen fehlender Finanzmittel auf der Kippe, obwohl die Bahnstrecke Kreuzlingen/Konstanz–Romanshorn–St. Gallen in den letzten Jahren für diesen Schnellzug umfassend hergerichtet wurde. Zum Einsatz kommen Fahrzeuge vom Typ GTW von Stadler. Seit Dezember 2018 wurde der Stundentakt eingerichtet, der Zug startet nicht mehr in Kreuzlingen, sondern in Konstanz, er wurde nach Herisau verlängert. In Konstanz bestehen schlanke Anschlüsse zur S14, dem IR 75 und zum Seehas.

Sonstiger ÖPNVBearbeiten

An der Haltestelle Bahnhof fahren die Stadtbusse der Linien 1, 2, 3, 6, 908, 9A/B, 12, 4/13, 13/4 und 14. Zusätzlich besteht an der gegenüberliegenden Haltestelle Marktstätte Anschluss an die Busse der Linie 5 sowie die grenzüberschreitende Linie 908 (Richtung Landschlacht). Im Regionalbusverkehr fahren Schnellbuslinien der RAB nach Ravensburg und Friedrichshafen. Einzelne Busse der SBG bedienen die Linien nach Allensbach und Radolfzell. Unweit des Bahnhofs am Hafen fährt zusätzlich jede Stunde ein Katamaran nach Friedrichshafen.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Erik Roth: Empfangsgebäude des Bahnhofs Konstanz. Endpunkt der Badischen Hauptbahn. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 36. Jg., 2007, Heft 1, S. 67–68.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Schienennetz Schweiz, herausgegeben 1980 vom Generalsekretariat SBB, Bern
  2. In neuem Glanz. In: mobil. Nr. 10, 2013, S. 38 ff. (online [abgerufen am 9. Oktober 2013]).
  3. Bahnausbauten zwischen Daillens und Vallorbe sowie in Konstanz finanziert. In: admin.ch. Schweizerischer Bundesrat, 19. August 2015, abgerufen am 22. August 2015.
  4. http://www.bodensee-woche.de/konstanzer-schmuddelbahnhof-nach-dem-vorbild-des-pallazzo-vecchio-gebaut-250408/ Bodensee-Woche zur Taufe eines ICE 3 auf den Namen Konstanz
  5. Neu: Umsteigefreie IC-Verbindungen Konstanz–Stuttgart von Ende 2017 an. (Nicht mehr online verfügbar.) Deutsche Bahn AG, 13. Januar 2016, archiviert vom Original am 26. Februar 2016; abgerufen am 22. Februar 2016.