Lommis

Gemeinde im Kanton Thurgau in der Schweiz

Lommis ist eine politische Gemeinde im Bezirk Münchwilen des Schweizer Kantons Thurgau. Die Gemeinde besteht aus den Ortschaften Lommis und Weingarten-Kalthäusern[7] und liegt im Lauchetal bei Matzingen.

Lommis
Wappen von Lommis
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton ThurgauKanton Thurgau Thurgau (TG)
Bezirk: Münchwilen
BFS-Nr.: 4741i1f3f4
Postleitzahl: 9506
Koordinaten: 716346 / 264025Koordinaten: 47° 31′ 0″ N, 8° 59′ 0″ O; CH1903: 716346 / 264025
Höhe: 475 m ü. M.
Höhenbereich: 456–696 m ü. M.[1]
Fläche: 8,61 km²[2]
Einwohner: 1243 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 144 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
12,7 % (31. Dezember 2020)[4]
Website: www.lommis.ch
Lommis, Hauptstrasse, Blick in Richtung katholische Kirche

Lommis, Hauptstrasse, Blick in Richtung katholische Kirche

Lage der Gemeinde
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1995 wurden von der Munizipalgemeinde Lommis die Ortsgemeinden Bettwiesen und Wetzikon abgetrennt. Bettwiesen wurde in die Politische Gemeinde Bettwiesen umgewandelt, Wetzikon kam zur Politischen Gemeinde Thundorf. Gleichzeitig vereinigten sich die verbliebenen Ortsgemeinden Kalthäusern, Lommis und Weingarten zur Politischen Gemeinde Lommis.[8]

GeschichteBearbeiten

 
Die rund 800 Jahre alte Kirche St. Jakobus von Lommis gehört zu den ältesten des Kantons.[9]
 
Lommis im Jahr 1950

Lommis wurde 824 erstmals als Loubmeissa erwähnt.[10] 854 erhielt das Kloster St. Gallen Güter aus der Mark Lommis. Um 1200 war die Herrschaft Lommis, ein Lehen der Abtei Reichenau und der Grafen von Toggenburg, im Besitz der Ministerialen von Lommis. 1443 zog Petermann von Raron Lommis an sich. Nach weiteren Wechseln gelangte Lommis 1599 an die Abtei Fischingen, bei der es bis 1798 verblieb. Kirchlich gehörte Lommis im Hochmittelalter vermutlich zu Affeltrangen; 1214 ist ein Priester erwähnt. 1529 schloss sich die Gemeinde der Reformation an, doch gelang dem Gerichtsherrn 1532 die Wiedereinführung der Messe. Das reformierte Lommis war bis 1961 wurde Filiale von Matzingen und die Kirche wurde von 1648 bis 1966 paritätisch genutzt.[11]

Der Acker- und Rebbau war bis um 1900 von Bedeutung, der Torf­abbau bis 1918. In Lommis wurde eine Mühle aus dem Jahr 1625 und Sägerei betreiben, Baumwollspinnerei erfolgte in Heimarbeit. Als Industrie bestand von 1810 bis 1839 die Baumwollspinnerei Lauchetal, ab 1900 eine Stickerei und ab 1933 eine Schuhfabrik. Die Melioration 1918 stärkte die Milchwirtschaft (Käserei). Zu Beginn des 21. Jahrhunderts boten vor allem Bauunternehmen, das Gewerbe (u. a. Holzbau, Flugzeugelektronik) und der 1962 angelegte Flugplatz Arbeit. Ab 1970 wuchs die Gemeindebevölkerung rasch.[11]

→ siehe auch Abschnitt Geschichte im Artikel Kalthäusern
→ siehe auch Abschnitt Geschichte im Artikel Weingarten TG

WappenBearbeiten

Blasonierung: In Blau zwei gelbe, schrägrechte Leisten, die obere mit gelber Gleve besteckt.[12]

Das Wappen wurde von der Gerichtsherrschaft Lommis übernommen und geht auf die toggenburgischen Dienstleute von Lommis zurück.[12]

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung im Gebiet der heutigen Gemeinde Lommis[8]
Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Gemeinden
1850 1900 1950 1990 2000 2010 2018
Politische Gemeinde 962 1101 1211
Munizipalgemeinde 1131 1061 1128 1789
Ortsgemeinde 356 341 350 487
Quelle [11] [8]

Von den insgesamt 1211 Einwohnern der Gemeinde Lommis im Jahr 2018 waren 137 bzw. 11,3 % ausländische Staatsbürger. 418 (34,5 %) waren römisch-katholisch und 403 (33,3 %) evangelisch-reformiert. Die Ortschaft Lommis zählte zu diesem Zeitpunkt 805 Bewohner.[7]

WirtschaftBearbeiten

Im Jahr 2016 bot Lommis 356 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 9,7 % in der Land- und Forstwirtschaft, 56,2 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 34,1 % im Dienstleistungssektor tätig.[5]

FlugplatzBearbeiten

In Lommis gibt es einen kleinen Flugplatz (ICAO-Kode LSZT). Dieser wurde 1962 gebaut und verfügt heute über eine 615 m lange Graspiste.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die nordöstlich von Weingarten liegende Ruine der ehemaligen Burg Spiegelberg befindet sich bereits auf dem Gemeindegebiet von Thundorf.[13]

BilderBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Lommis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. a b Thurgau in Zahlen 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF-Datei; 1,8 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  6. Schweizerische Arealstatstik. Abgeschlossen auf 1. Juli 1912. Herausgegeben vom Eidg. Statistischen Bureau. (Memento vom 12. April 2016 im Internet Archive)
  7. a b Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabelle; 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  8. a b c Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden. Kanton Thurgau, 1850–2000 und Wohnbevölkerung der Gemeinden und Vorjahresveränderung. Kanton Thurgau, 1990–2018. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabellen; jeweils 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  9. Lommis, St. Jakobus der Ältere. Auf der Webseite des Pastoralraums Nollen-Lauchetal-Thur, abgerufen am 1. November 2019
  10. StiASG, Urk. II 59. Online auf e-chartae, abgerufen am 25. Juni 2020.
  11. a b c Erich Trösch: Lommis. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  12. a b Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019
  13. Landeskarte der Schweiz 1:25’000, Blatt 1073 Wil, 2014.