Tägerschen
Wappen von Tägerschen
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Münchwilen
Politische Gemeinde: Tobel-Tägerscheni2w1
Postleitzahl: 9555
Koordinaten: 719917 / 263166Koordinaten: 47° 30′ 30″ N, 9° 1′ 50″ O; CH1903: 719917 / 263166
Höhe: 545 m ü. M.
Karte
Tägerschen (Schweiz)
Tägerschen
www

Tägerschen war eine Ortsgemeinde in der Munizipalgemeinde Tobel und ist eine Ortschaft der Gemeinde Tobel-Tägerschen des Bezirks Münchwilen des Kantons Thurgau in der Schweiz. Von 1798 bis 1871 war Tägerschen Hauptort des heutigen Bezirks Münchwilen.[1] Am 1. Januar 1999 fusionierte Tägerschen mit der Ortsgemeinde Tobel zur Gemeinde Tobel-Tägerschen.

GeographieBearbeiten

Tägerschen liegt an der Verzweigung der Landstrassen von Märstetten nach Wil SG bzw. Münchwilen. Die Ortsgemeinde umfasste nebst dem Bauerndorf die Weiler Karlishub und Thürn.[2]

Tägerschen hat einen Bahnhof an der Bahnlinie Weinfelden–Wil SG.

GeschichteBearbeiten

 
Luftbild (1953)

Die Siedlung wurde 762 erstmals als Tegarascha erwähnt. Im 8. und 9. Jahrhundert gelangten Güter an das Kloster St. Gallen. Die Gerichtsbarkeit kam über die Toggenburger und deren Dienstleute von Heitnau 1258 zum Teil an die Johanniterkomturei Tobel, die bis ca. 1500 ihre Grund- und Gerichtsherrschaft allmählich ausbaute. Davon ausgenommen blieb einzig der 1547 mit Schlossfreiheit ausgestattete sogenannte Freisitz, dessen Inhaber häufig wechselten. 1798 bis 1871 diente er als Amtssitz des Bezirksstatthalters von Tobel. Später beherbergte er eine Stickerei, danach bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Käserei. Ein 1490 erstmals schriftlich festgehaltenes Dorfrecht regelte den Alltag. Katholiken und Protestanten sind den Pfarreien Tobel bzw. Affeltrangen eingegliedert.[2]

 
Tanklager Tägerschen
 
Gemeindestand vor der Fusion im Jahr 1999

Die Bevölkerung lebte vom Kornbau in drei Zelgen und Weinbau. Im 19. Jahrhundert erfolgte der Übergang zu Feldgrasbau, ab 1911 wurde verstärkt Obstbau mit Lieferungen an die Mosterei Märwil betrieben. Von 1870 bis 1914 erlebte Tägerschen den Stickereiboom, der 1910 26 Beschäftigten Arbeit bot. Seit 1924 befindet sich dort eine Nadelfabrik und seit 1978 ein Tanklager für Erdölprodukte mit Gleisanschluss an die Mittelthurgaubahn.[2]

Bevölkerungsentwicklung[2]
Jahr 1850 1880 1900 1950 1990
Einwohner 226 188 214 272 389

WappenBearbeiten

Blasonierung: In Gelb mit rotem Kreuz.[3]

Das Kreuz verweist auf die Komturei Tobel, die Farben auf das Wappen der Herren von Heitnau.[3]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die folgenden Gebäude aus Tägerschen sind in der Liste der Kulturgüter aufgeführt:

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Fridolin Suter (1863–1937), in Tobel geboren, Ehrendomherr in Solothurn und Ehrenbürger von Bischofszell

WeblinksBearbeiten

Commons: Tägerschen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Karlishub – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Geschichte. Auf der Webseite der Gemeinde Tobel-Tägerschen, abgerufen am 30. November 2019
  2. a b c d André Salathé: Tägerschen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  3. a b Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019