Wilen TG

Gemeinde im Kanton Thurgau, Schweiz
TG ist das Kürzel für den Kanton Thurgau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Wilenf zu vermeiden.
Wilen
Wappen von Wilen
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Münchwilen
BFS-Nr.: 4786i1f3f4
Postleitzahl: 9535
Koordinaten: 720263 / 256690Koordinaten: 47° 27′ 0″ N, 9° 2′ 0″ O; CH1903: 720263 / 256690
Höhe: 552 m ü. M.
Fläche: 2,25 km²
Einwohner: 2521 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 1120 Einw. pro km²
Website: www.wilen.ch
Karte
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Wilen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Münchwilen des Schweizer Kantons Thurgau.

Bis zum 31. Dezember 1997 gehörte Wilen als Ortsgemeinde Wilen bei Wil zur Munizipalgemeinde Rickenbach bei Wil. Per Jahresbeginn 1998 wurde Wilen im Rahmen der Thurgauer Gemeindereform von Rickenbach bei Wil abgetrennt und in die politische Gemeinde Wilen (TG) umgewandelt.

GeographieBearbeiten

Wilen liegt etwa 3 km südlich von Wil am nordöstlichen Abhang des Hummelbergs. Mit einer Gesamtfläche von 225 ha zählt Wilen zu den kleineren Gemeinden des Hinterthurgaus. Trotz seiner Nähe zum eher städtischen Wil ist Wilen ein ländlich geprägtes Dorf.

GeschichteBearbeiten

Erstmals erwähnt wurde die Gemeinde 1302 als Weiler der Stadt Wil, damals wurde es noch Wiler genannt. Wilen unterstand dem fürstäbtisch-sankt-gallischen Gericht Rickenbach, das 1471 bis 1798 vom Hof Wil des Klosters St. Gallen verwaltet wurde. Die Katholiken von Wilen gehörten stets zur Pfarrkirche Wil. Die Reformierten besuchten den Gottesdienst in Sirnach und wechselten 1889 zur neu gegründeten Kirchgemeinde Wil. 1833, 1897 und 1969 wurden Schulhäuser gebaut.

1807 wurde der allgemeine Weidgang aufgehoben. Vor allem die Stickerei war als Heimindustrie zwischen 1880 und ca. 1920 verbreitet. Danach fanden viele Bewohner in den Industriebetrieben von Wil ihren Verdienst. Ab 1950 entstanden in der Gem. Ein- und Mehrfamilienhausquartiere. 1998 erfolgte die Gründung der heutigen politischen Gemeinde. 2003 erhielt Wilen einen eigenen Friedhof sowie 2004 ein ökumenisches Kirchen- und Gemeindezentrum.[2]

Ungeklärt ist, ob Wilen bereits 754 in der Henauer Urkunde erwähnt worden ist. Allgemein nimmt man an, dass dort die Nachbarstadt Wil gemeint war, es ist aber nicht ausgeschlossen, dass es sich um Wilen handeln könnte.

WappenBearbeiten

Blasonierung: Gespalten von Rot mit gelbem Löwen und Weiss mit schwarzem Schlüssel.[3]

Das Wappen nimmt Bezug auf die früheren rechtlichen Verhältnisse der Gemeinde. Der Löwe des alten Thurgauerwappens zeigt die Zugehörigkeit zur Landgrafschaft Thurgau an, der Schlüssel verweist auf die Bindung zur Kirche St. Peter in Wil.[3]

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Wilen[4]
 
Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Gemeinden[4]
1850 1880 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2018
Ortsgemeinde 292 345 379 609 640 950 1196 1049 1502
Politische Gemeinde 1760 2076 2512

Von den insgesamt 2512 Einwohnern im Jahr 2018 waren 315 bzw. 12,5 % ausländische Staatsbürger.[5]

VerkehrBearbeiten

Wilen profitiert verkehrstechnisch von der Nähe zu Wil. Der Anschluss an die A1 in Wil ist in 5 Minuten erreichbar. Seit 1981 besteht die Buslinie Wil–Wilen, so kann der Bahnhof Wil in wenigen Minuten erreicht werden. Im Ort gibt es keinen Durchgangsverkehr. Die Kantonsstrasse von Sirnach nach Rickenbach, die am Dorf vorbeiführt, ist die einzige Verkehrsachse.

Kultur, BildungBearbeiten

Das erste Schulhaus in Wilen wurde 1833 erbaut. Das älteste noch benutzte Schulhaus ist das "Türmlischulhaus". Es wurde 1897 gebaut. Seinen Namen verdankt es dem kleinen turmartigen Aufbau, der eine kleine Glocke enthält. Heute ist der Kindergarten in dem Gebäude untergebracht. Das Primarschulhaus mitsamt Turnhalle wurde 1954 gebaut und seither zweimal (1968 und 1989) erweitert. 1994 wurde in Wilen das Sekundarschulzentrum Ägelsee eröffnet, das von Schülern aus Wilen, Rickenbach und Busswil besucht wird.

KirchenBearbeiten

Wilen gehört zu den Kirchgemeinden von Wil. Seit 2004 gibt es in Wilen jedoch ein ökumenisches Kirchen- und Gemeindezentrum, das von der evangelischen und katholischen Gemeinde gemeinsam finanziert und genutzt wird. Es entstand durch einen Umbau des Mehrzweckgebäudes, in dem schon vorher katholische Gottesdienste stattgefunden haben.

BilderBearbeiten

 
Die Aussicht auf Wilen vom Hummelberg
 
Türmlischulhaus (erbaut 1897)
 
Das ökumenische Kir­chen- und Gemeinde­zen­trum (eingeweiht 2004)

WeblinksBearbeiten

Commons: Wilen TG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Erich Trösch: Wilen (TG). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  3. a b Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019
  4. a b 2000 T4 Wohnbevoelkerung ab 1850.xlsx. und 2018_2017_1990_BevGmd.xlsx (Bevölkerung in ausgewählten Jahren, 1990, 2000, 2010, 2017-2018, Vorjahresveränderung). Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.
  5. 2018_2015_BevGmd_Geschl_Nat.xlsx (Bevölkerung nach Geschlecht und Nationalität, 2015-2018) Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.