Wilen TG

Gemeinde im Kanton Thurgau, Schweiz
TG ist das Kürzel für den Kanton Thurgau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Wilenf zu vermeiden.

Wilen ist eine politische Gemeinde und eine Ortschaft[6] im Bezirk Münchwilen des Schweizer Kantons Thurgau.

Wilen
Wappen von Wilen
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton ThurgauKanton Thurgau Thurgau (TG)
Bezirk: Münchwilen
BFS-Nr.: 4786i1f3f4
Postleitzahl: 9535
Koordinaten: 720263 / 256690Koordinaten: 47° 27′ 0″ N, 9° 2′ 0″ O; CH1903: 720263 / 256690
Höhe: 552 m ü. M.
Höhenbereich: 554–683 m ü. M.[1]
Fläche: 2,25 km²[2]
Einwohner: 2523 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 1121 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
13,8 % (31. Dezember 2020)[4]
Website: www.wilen.ch
Lage der Gemeinde
BichelseeGlotner WeierHasenloo WeierBettenauer WeierKanton St. GallenKanton ZürichBezirk FrauenfeldBezirk WeinfeldenAadorfBettwiesenBichelsee-BalterswilBichelsee-BalterswilBraunau TGEschlikonFischingen TGLommisMünchwilen TGRickenbach TGSirnachTobel-TägerschenWängiWilen TGKarte von Wilen
Über dieses Bild
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Bis zum 31. Dezember 1997 gehörte Wilen als Ortsgemeinde Wilen bei Wil zur Munizipalgemeinde Rickenbach bei Wil. Per Jahresbeginn 1998 wurde Wilen im Rahmen der Thurgauer Gemeindereform von Rickenbach bei Wil abgetrennt und in die politische Gemeinde Wilen (TG) umgewandelt.

GeographieBearbeiten

Wilen liegt etwa 3 km südlich von Wil am nordöstlichen Abhang des Hummelbergs. Mit einer Gesamtfläche von 225 ha zählt Wilen zu den kleineren Gemeinden des Hinterthurgaus. Trotz seiner Nähe zum eher städtischen Wil ist Wilen ein ländlich geprägtes Dorf.

GeschichteBearbeiten

Erstmals erwähnt wurde die Gemeinde 1302 als Weiler der Stadt Wil, damals wurde es noch Wiler genannt. Wilen unterstand dem fürstäbtisch-sankt-gallischen Gericht Rickenbach, das 1471 bis 1798 vom Hof zu Wil des Klosters St. Gallen verwaltet wurde. Die Katholiken von Wilen gehörten stets zur Pfarrkirche Wil. Die Reformierten besuchten den Gottesdienst in Sirnach und wechselten 1889 zur neu gegründeten Kirchgemeinde Wil. 1833, 1897 und 1969 wurden Schulhäuser gebaut.

1807 wurde der allgemeine Weidgang aufgehoben. Vor allem die Stickerei war als Heimindustrie zwischen 1880 und ca. 1920 verbreitet. Danach fanden viele Bewohner in den Industriebetrieben von Wil ihren Verdienst. Ab 1950 entstanden in der Gem. Ein- und Mehrfamilienhausquartiere. 1998 erfolgte die Gründung der heutigen politischen Gemeinde. 2003 erhielt Wilen einen eigenen Friedhof sowie 2004 ein ökumenisches Kirchen- und Gemeindezentrum.[7]

Ungeklärt ist, ob Wilen bereits 754 in der Henauer Urkunde erwähnt worden ist. Allgemein nimmt man an, dass dort die Nachbarstadt Wil gemeint war, es ist aber nicht ausgeschlossen, dass es sich um Wilen handeln könnte.

WappenBearbeiten

Blasonierung: Gespalten von Rot mit gelbem Löwen und Weiss mit schwarzem Schlüssel.[8]

Das Wappen nimmt Bezug auf die früheren rechtlichen Verhältnisse der Gemeinde. Der Löwe des alten Thurgauerwappens zeigt die Zugehörigkeit zur Landgrafschaft Thurgau an, der Schlüssel verweist auf die Bindung zur Kirche St. Peter in Wil.[8]

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Wilen[9]
Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Gemeinden[9]
1850 1880 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2018
Ortsgemeinde 292 345 379 609 640 950 1196 1049 1502
Politische Gemeinde 1760 2076 2512

Von den insgesamt 2512 Einwohnern der Ortschaft Wilen (Politische Gemeinde) im Jahr 2018 waren 315 bzw. 12,5 % ausländische Staatsbürger. 1259 (50,1 %) waren römisch-katholisch und 589 (23,4 %) evangelisch-reformiert.[6]

VerwaltungBearbeiten

Wilen und Rickenbach teilen sich das Gemeindehaus.

→ Siehe Abschnitt Verwaltung im Artikel Rickenbach TG

Wirtschaft und VerkehrBearbeiten

Im Jahr 2016 bot Wilen 403 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 1,7 % in der Land- und Forstwirtschaft, 24,6 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 73,8 % im Dienstleistungssektor tätig.[5]

Wilen profitiert verkehrstechnisch von der Nähe zu Wil. Der Anschluss an die A1 in Wil ist in 5 Minuten erreichbar. Seit 1981 besteht die Buslinie Wil–Wilen, so kann der Bahnhof Wil in wenigen Minuten erreicht werden. Im Ort gibt es keinen Durchgangsverkehr. Die Kantonsstrasse von Sirnach nach Rickenbach, die am Dorf vorbeiführt, ist die einzige Verkehrsachse.

Kultur, BildungBearbeiten

Das erste Schulhaus in Wilen wurde 1833 erbaut. Das älteste noch benutzte Schulhaus ist das «Türmlischulhaus». Es wurde 1897 gebaut. Seinen Namen verdankt es dem kleinen turmartigen Aufbau, der eine kleine Glocke enthält. Heute ist der Kindergarten in dem Gebäude untergebracht. Das Primarschulhaus mitsamt Turnhalle wurde 1954 gebaut und seither zweimal (1968 und 1989) erweitert. 1994 wurde in Wilen das Sekundarschulzentrum Ägelsee eröffnet, das von Schülern aus Wilen, Rickenbach und Busswil besucht wird.

KirchenBearbeiten

Wilen gehört zu den Kirchgemeinden von Wil. Seit 2004 gibt es in Wilen jedoch ein ökumenisches Kirchen- und Gemeindezentrum, das von der evangelischen und katholischen Gemeinde gemeinsam finanziert und genutzt wird. Es entstand durch einen Umbau des Mehrzweckgebäudes, in dem schon vorher katholische Gottesdienste stattgefunden haben.

BilderBearbeiten

 
Die Aussicht auf Wilen vom Hummelberg
 
Türmlischulhaus (erbaut 1897)
 
Das ökumenische Kir­chen- und Gemeinde­zen­trum (eingeweiht 2004)

WeblinksBearbeiten

Commons: Wilen TG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. a b Thurgau in Zahlen 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF-Datei; 1,8 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  6. a b Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabelle; 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  7. Erich Trösch: Wilen (TG). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  8. a b Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019
  9. a b Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden. Kanton Thurgau, 1850–2000 und Wohnbevölkerung der Gemeinden und Vorjahresveränderung. Kanton Thurgau, 1990–2018. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabellen; jeweils 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.