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Münchwilen TG

Gemeinde im Kanton Thurgau, Schweiz
TG ist das Kürzel für den Kanton Thurgau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Münchwilenf zu vermeiden.
Münchwilen
Wappen von Münchwilen
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Münchwilen
BFS-Nr.: 4746i1f3f4
Postleitzahl: 9542
UN/LOCODE: CH MWI
Koordinaten: 716419 / 260320Koordinaten: 47° 29′ 0″ N, 8° 59′ 0″ O; CH1903: 716419 / 260320
Höhe: 515 m ü. M.
Fläche: 7,8 km²
Einwohner: 5353 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 686 Einw. pro km²
Website: www.muenchwilen-tg.ch
Münchwilen TG

Münchwilen TG

Karte
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Münchwilen ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Bezirks im Schweizer Kanton Thurgau.

GeographieBearbeiten

Münchwilen liegt im Hinterthurgau, bildet mit Sirnach eine Art Agglomeration und liegt etwa vier Kilometer westlich der sanktgallischen Stadt Wil. Die Murg fliesst durch Münchwilen.

Die Gemeinde umfasst Münchwilen, Oberhofen bei Münchwilen und St. Margarethen sowie die Weiler Freudenberg, Holzmannshaus, Mezikon, Mörikon, Pfannenstil, Sedel und Sigensee.

GeschichteBearbeiten

Für 1160 und 1170 ist in Münchwilen Grundbesitz des Klosters St. Gallen belegt. Vom späten 15. Jahrhundert bis 1798 gehörte Münchwilen zum sogenannten hohen Gericht am Tuttwilerberg, in dem der eidgenössischen Landvogt bzw. sein Statthalter zu Hofen das Hoch- und das Niedergericht innehatte. Oberhofen und Sigensee gehörten zur Herrschaft Tannegg. Kirchlich teilte Münchwilen bis zur Gründung der evangelischen Kirchgemeinde Münchwilen-Eschlikon 1935 – Oberhofen, St. Margarethen und Wallenwil gehörten – das Schicksal der Pfarrei Sirnach, die zunächst zur Reformation überging, dann paritätisch war. 1937 wurde eine reformierte, 1968 die katholische Kirche St. Antonius gebaut.

 
Bau der Autobahn A1 im Jahr 1967

1601 ist eine Mühle erwähnt, die die Wasserkraft der Murg nutzte. Der 1774 erfolgte Bau der Murgbrücke nach Oberhofen und der Bau der Strasse WilWinterthur im Jahr 1785 boten die Grundlage für die Entwicklung von (Gast-)Gewerbe und Fabrikindustrie. Aus einer 1817 gegründete Baumwollspinnerei gingen die Baumwollweberei Heitz mit einer Filiale in St. Margarethen und die Spinnerei Zellweger hervor. 1866 betrieb die Firma Wäffler-Egli 5228 Spindeln und J. Heitz & Cie. beschäftigte ca. tausend Heimweber. 1871 wurde das regionale Industriezentrum Münchwilen anstelle von Tobel Bezirkshauptort. Vermutlich begünstigte die Eröffnung der Frauenfeld-Wil-Bahn 1887 das starke Wachstum um 1900. Im Ortskern sind Gewerbe und Industrie angesiedelt, so die 1858 als Essigfabrik Sutter gegründete Herstellerin von Reinigungsprodukten Diversey, die Swisstulle AG (seit 1913, bis 2002 als Schweizerische Gesellschaft für Tüllindustrie) und die Leuchten- und Metallwarenfabrik Huco AG (seit 1927). 1969 erhielt Münchwilen einen Anschluss an die Autobahn A1.

Von 1803 bis 1950 bildete Münchwilen eine Ortsgemeinde der Munizipalgemeinde Sirnach. In einem von 1812 bis 1824 dauernden Prozess vereinigte sich Münchwilen mit der Gemeinde Mezikon. 1950 schlossen sich die Ortsgemeinden Münchwilen, Oberhofen und St. Margarethen gegen den Widerstand der anderen zur Munizipalgemeinde Sirnach gehörigen Ortsgemeinden zur Einheitsgemeinde Münchwilen zusammen.[2]

→ siehe auch: Abschnitte Geschichte in den Artikeln über die einzelnen Dörfer

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung im Gebiet der heutigen Gemeinde Münchwilen[3]
 
Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Gemeinden
1850 1900 1941 1950 1970 1980 2000 2010 2018
Politische Gemeinde 2540 3252 3172 4553 4765 5607
Ortsgemeinde 400 585 1046
Quelle [2] [3]

Von den insgesamt 5607 Einwohnern im Jahr 2018 waren 1166 bzw. 20,8 % ausländische Staatsbürger.[4]

Die Bevölkerung der Gemeinde ist mit 1602 Personen zu 33,66 % evangelisch, katholisch sind 2052 oder 43,11 % der Einwohner. 1106 Personen (23,23 %) gehören keiner der beiden grossen Landeskirchen an (Stand 2009).

VerkehrBearbeiten

Münchwilen ist eisenbahntechnisch durch die Frauenfeld-Wil-Bahn erschlossen. Die Hauptstrasse durch Münchwilen verläuft parallel der Bahnlinie auch von Wil nach Frauenfeld. Die Ortschaft liegt zudem an der A1 und hat eine eigene Ausfahrt.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

BilderBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Münchwilen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. a b Gregor Spuhler: Münchwilen (TG). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  3. a b 2000 T4 Wohnbevoelkerung ab 1850.xlsx. und 2018_2017_1990_BevGmd.xlsx (Bevölkerung in ausgewählten Jahren, 1990, 2000, 2010, 2017-2018, Vorjahresveränderung). Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.
  4. 2018_2015_BevGmd_Geschl_Nat.xlsx (Bevölkerung nach Geschlecht und Nationalität, 2015-2018) Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.
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