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Ettringen (Wertach)

Gemeinde im Landkreis Unterallgäu in Bayern
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ettringen
Ettringen (Wertach)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ettringen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 6′ N, 10° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Höhe: 581 m ü. NHN
Fläche: 41,5 km2
Einwohner: 3405 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86833
Vorwahl: 08249
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 137
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Siebnacher Str. 1
86833 Ettringen
Website: www.ettringen.de
Bürgermeister: Robert Sturm
Lage der Gemeinde Ettringen im Landkreis Unterallgäu
KaufbeurenLandkreis AugsburgLandkreis GünzburgLandkreis Neu-UlmLandkreis OberallgäuLandkreis OstallgäuBuxheim (Schwaben)MemmingenAmberg (Schwaben)ApfeltrachBabenhausen (Schwaben)Bad GrönenbachBad WörishofenBenningenBenningenBöhenBoos (Schwaben)Breitenbrunn (Schwaben)Buxheim (Schwaben)DirlewangEgg an der GünzEppishausenErkheimEttringen (Wertach)FellheimHawangenHolzgünzHeimertingenKammlachKettershausenKirchhaslachKirchheim in SchwabenKronburgLachen (Schwaben)Lauben (Landkreis Unterallgäu)LautrachLegauMarkt RettenbachMarkt WaldMemmingerbergMindelheimNiederriedenOberrieden (Schwaben)OberschöneggOttobeurenPfaffenhausenPleßRammingen (Bayern)SalgenSontheim (Schwaben)Stetten (Schwaben)TrunkelsbergTürkheimTussenhausenUngerhausenUngerhausenUntereggWesterheim (Schwaben)WiedergeltingenWinterriedenWolfertschwendenWoringenKaufbeurenLandkreis UnterallgäuMemmingenAmberg (Schwaben)ApfeltrachBabenhausen (Schwaben)Bad GrönenbachBad WörishofenBenningenBenningenBöhenBoos (Schwaben)Breitenbrunn (Schwaben)Buxheim (Schwaben)DirlewangEgg an der GünzEppishausenErkheimEttringen (Wertach)FellheimHawangenHeimertingenHolzgünzKammlachKettershausenKirchhaslachKirchheim in SchwabenKronburgLachen (Schwaben)Lauben (Landkreis Unterallgäu)LautrachLegauMarkt RettenbachMarkt WaldMemmingerbergMindelheimNiederriedenOberrieden (Schwaben)OberschöneggOttobeurenPfaffenhausenPleßRammingen (Bayern)SalgenSontheim (Schwaben)Stetten (Schwaben)TrunkelsbergTürkheimTussenhausenUngerhausenUngerhausenUntereggWesterheim (Schwaben)WiedergeltingenWinterriedenWolfertschwendenWoringenBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Ettringen – Dorfmitte

Ettringen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Unterallgäu.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Ettringen liegt in der Region Donau-Iller beidseitig der Wertach. Der größere Teil der Siedlung liegt westlich des Flusses.

OrtsteileBearbeiten

Außerdem liegen noch einzelne Höfe an der Markt Walder Straße, der Augsburger Straße und der Höfener Straße.

Ausdehnung des GemeindegebietesBearbeiten

Das Gemeindegebiet setzt sich zusammen aus den Gemarkungen Ettringen, Siebnach und Traunried.

GeschichteBearbeiten

 
Mariengrotte in der Nähe des Ortsteils Felderhof

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Aus der Römerzeit ist anhand archäologischer Befunde mindestens ein Ziegelofen lokalisiert.[2]

Im Jahr 1056 wurde Ettringen das erste Mal urkundlich erwähnt. Die Siedlung soll jedoch schon im 5. Jahrhundert während der Landnahme gegründet worden sein. Als Grundherr im Ort ist von 1386 bis 1490 die Patrizierfamilie von Ostheim nachweisbar[3]. Ettringen gehörte zur Herrschaft Schwabegg und seit 1705 zu den kurbayerischen Stammlanden.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern wurde mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Ettringen geschaffen.

19. und 20. JahrhundertBearbeiten

Um die Hochwassergefahr zu bannen, begradigte man in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Wertach. Ab 1957 wurde die Westsiedlung erbaut.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen gemeinden Siebnach und Traunried eingegliedert.[4]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1961: 2892 Einwohner[4]
  • 1970: 2919 Einwohner[4]
  • 1987: 2993 Einwohner
  • 1991: 3232 Einwohner
  • 1995: 3391 Einwohner
  • 2000: 3468 Einwohner
  • 2005: 3335 Einwohner
  • 2010: 3247 Einwohner
  • 2015: 3380 Einwohner

PolitikBearbeiten

Bundestagswahl 2017[5]
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50
40
30
20
10
0
45,2 %
10,9 %
15,4 %
9,6 %
4,9 %
4,2 %
4,3 %
5,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2013
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-1,3 %p
+10,7 %p
+5,6 %p
-1,3 %p
+0,6 %p
+0,3 %p
-1,4 %p

BürgermeisterBearbeiten

Bürgermeister ist seit 1996 Robert Sturm (* 1965) (CSU).[6]

GemeinderatBearbeiten

Die Sitzzuteilung bei der Gemeinderatswahl 2014 war wie folgt:[7]

  • CSU/Parteilose Wähler: 7 Sitze
  • Freie Wähler e.V.: 5 Sitze
  • Wählergemeinschaft Siebnach: 2 Sitze
  • Dorfgemeinschaft Traunried: 2 Sitze

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 16. Mai 1967 durch Bescheid des Bayerischen Staatsministeriums des Innern genehmigt.

Blasonierung: „In Silber schräg gekreuzt ein wachsender roter Abtstab und ein wachsendes schwarzes Grabscheit, unten überdeckt mit einem blauen Wellenbalken.“

Die geschichtliche Entwicklung wird im Gemeindewappen von Ettringen durch das Symbol aus dem Wappen der Augsburger Patrizierfamilie von Ostheim, das Grabscheit, sinnbildlich dargestellt, weil diese Adelsfamilie im späten Mittelalter längere Zeit durch größeren Grundbesitz mit dem Ort verbunden war und von 1386 bis 1490 die Grundherrschaft im Ort innehatte. Der Krummstab erinnert an die Kirchenpatrone St. Martin in der Pfarrkirche und St. Ottilia in der Gruftkapelle. Der Wellenbalken symbolisiert schließlich die durch die Gemeindegemarkung fließende Wertach.

Der Entwurf und die Gestaltung des Wappens übernahm der Nördlinger Rudolf Mussgnug.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge wurde am 2. September 1975 durch Bescheid der Regierung von Schwaben genehmigt.

Die Flagge ist Weiß – Blau – Weiß gestreift mit aufgelegtem Gemeindewappen.

 
Innenansicht der Pfarrkirche in Ettringen

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Ortsteil Ziegelstadel

Über dem Ettringer Ortsteil Siebnach liegt auf dem Buchberg der hochmittelalterliche Burgstall Siebnach.

• Brunnenplatz: Der Brunnenplatz wurde pünktlich zum 950-jährigen Geburtstag der Gemeinde im Jahr 2006 erbaut. Er ist ein beliebter Treffpunkt für die Bürger. Alle 2 Jahre findet am Brunnenplatz das Brunnenfest statt.

• Pfarrkirche St. Martin und St. Nikolaus:[8] Der Turmunterbau stammt noch aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, die Turmerhöhung erfolgte 1711/12. Unter Erhaltung des Turmes und der alten Chormauern errichteten Maurermeister Martin Stiller aus Ettringen und Zimmermann Franz Anton Prestele aus Türkheim 1785–87 die neue Kirche. Den frühklassizistischen Altar schuf Hyazinth Stechele 1790, das Abendmahlsbild hat der Maler Konrad Huber im Jahre 1811 geschaffen. 2018 wurde die Kirche außen renoviert.[9]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 18, im produzierenden Gewerbe 716 und im Bereich Handel und Verkehr 86 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 67 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1146. Im verarbeitenden Gewerbe gab es fünf, im Bauhauptgewerbe elf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 100 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2647 ha, davon waren 1604 ha Dauergrünfläche. Ein Teil der 2014 abgerissenen Kurzwellensendeanlage Wertachtal lag auf Ettringer Flur.

Das größte ortsansässige Unternehmen ist die Papierfabrik UPM Ettringen mit einer Kapazität von 570.000 Tonnen Papier im Jahr und 470 Mitarbeitern.[10]

VerkehrBearbeiten

Im Jahre 1908 erhielt Ettringen eine Eisenbahnverbindung nach Türkheim, sie wurde anschließend zur Staudenbahn ausgebaut. In den 1980er und 1990er Jahren wurde der Personenverkehr auf der Strecke nach und nach ganz und der Güterverkehr zu großen Teilen stillgelegt. Seit dem Jahr 2001 gibt es zwar wieder Personenverkehr auf Teilstrecken, jedoch wird dabei Ettringen nicht bedient. Zwischen Ettringen und Türkheim-Bahnhof verkehren jedoch Güterzüge.

Seit 2005 besitzt Ettringen eine Umgehungsstraße, die den Ort vom Durchgangsverkehr entlastet. Für den Eisenbahnanschluss der ortsansässigen Papierfabrik wurde eigens eine neue Wertachbrücke gebaut.

BildungBearbeiten

Im Jahr 1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergarten: 141 Kindergartenplätze mit 94 Kindern
  • Volksschule: eine mit 26 Lehrern und 432 Schülern

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Michael Stiller (* um 1690; † um 1758/1759), Stuckateur, Bauhandwerker und Maurer
  • Michael Lang (1862–1932), Papierfabrikant und Ehrenbürger der Gemeinde Ettringen

LiteraturBearbeiten

  • Martin Kleint: Drei schwäbische Dörfer erzählen – Aus der Geschichte der Gemeinden Ettringen-Siebnach-Traunried. Hrsg.: Gemeinde Ettringen. Holzmann-Druck-Service, Bad Wörishofen 1977.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ettringen (Wertach) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ulrich Brandl und Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)
  3. https://www.hdbg.eu/gemeinden/web/index.php/detail?rschl=9778137
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 782.
  5. Zweitstimmen, gemäß Quelle www.wahlen.bayern.de abgerufen am 4. März 2018
  6. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/
  7. Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014 - Ergebnisse in Schwaben, abgerufen am 18. November 2017.
  8. Das zweite Patronat St. Nikolaus ist in der amtlichen Denkmalliste genannt
  9. Kirchengeschichte auf ettringen.info, abgerufen am 20. Januar 2019
  10. UPM Ettringen. UPM, abgerufen am 4. März 2012.