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Babenhausen (Schwaben)

Gemeinde im Landkreis Unterallgäu in Bayern
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Babenhausen
Babenhausen (Schwaben)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Babenhausen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 9′ N, 10° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Babenhausen
Höhe: 560 m ü. NHN
Fläche: 27,24 km2
Einwohner: 5593 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 205 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87727
Vorwahl: 08333
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 115
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
87727 Babenhausen
Website: www.babenhausen-schwaben.de
Bürgermeister: Otto Göppel jun. (CSU)
Lage des Marktes Babenhausen im Landkreis Unterallgäu
KaufbeurenLandkreis AugsburgLandkreis GünzburgLandkreis Neu-UlmLandkreis OberallgäuLandkreis OstallgäuBuxheim (Schwaben)MemmingenAmberg (Schwaben)ApfeltrachBabenhausen (Schwaben)Bad GrönenbachBad WörishofenBenningenBenningenBöhenBoos (Schwaben)Breitenbrunn (Schwaben)Buxheim (Schwaben)DirlewangEgg an der GünzEppishausenErkheimEttringen (Wertach)FellheimHawangenHolzgünzHeimertingenKammlachKettershausenKirchhaslachKirchheim in SchwabenKronburgLachen (Schwaben)Lauben (Landkreis Unterallgäu)LautrachLegauMarkt RettenbachMarkt WaldMemmingerbergMindelheimNiederriedenOberrieden (Schwaben)OberschöneggOttobeurenPfaffenhausenPleßRammingen (Bayern)SalgenSontheim (Schwaben)Stetten (Schwaben)TrunkelsbergTürkheimTussenhausenUngerhausenUngerhausenUntereggWesterheim (Schwaben)WiedergeltingenWinterriedenWolfertschwendenWoringenKaufbeurenLandkreis UnterallgäuMemmingenAmberg (Schwaben)ApfeltrachBabenhausen (Schwaben)Bad GrönenbachBad WörishofenBenningenBenningenBöhenBoos (Schwaben)Breitenbrunn (Schwaben)Buxheim (Schwaben)DirlewangEgg an der GünzEppishausenErkheimEttringen (Wertach)FellheimHawangenHeimertingenHolzgünzKammlachKettershausenKirchhaslachKirchheim in SchwabenKronburgLachen (Schwaben)Lauben (Landkreis Unterallgäu)LautrachLegauMarkt RettenbachMarkt WaldMemmingerbergMindelheimNiederriedenOberrieden (Schwaben)OberschöneggOttobeurenPfaffenhausenPleßRammingen (Bayern)SalgenSontheim (Schwaben)Stetten (Schwaben)TrunkelsbergTürkheimTussenhausenUngerhausenUngerhausenUntereggWesterheim (Schwaben)WiedergeltingenWinterriedenWolfertschwendenWoringenBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Fuggerschloss mit Kirche St. Andreas

Babenhausen ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Unterallgäu und der Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.

Babenhausen ist bekannt durch das den ganzen Ort überragende Fuggerschloss und die Kirche St. Andreas. Es ist Sitz der Familie Fugger, die im Mittelalter und vor allem in der Renaissance große Bedeutung hatte.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Babenhausen liegt etwa 25 Kilometer nordöstlich von Memmingen und 40 Kilometer südöstlich von Ulm in Oberschwaben. Es gehört zur Region Donau-Iller.

Ausdehnung des GemeindegebietesBearbeiten

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Babenhausen und Klosterbeuren.

Zum Markt Babenhausen gehören unter anderem die Orte Babenhausen, Klosterbeuren und Unterschönegg.

GeschichteBearbeiten

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Der Siedlungsname wurde am 24. März 1237 im Zuge der Schlichtung einer Grenzstreitigkeit erstmals urkundlich genannt. Am 12. Mai 1315 war bereits die Bezeichnung Stadt in einer Kaufvertragsurkunde enthalten. Kaiser Ludwig IV. der Bayer, verlieh im Jahr 1337 das Ulmer Stadtrecht. 1436 erwarb Rudolf Mötteli vom Rappenstein um 2000 Gulden von Benno und Albrecht von Rechberg Schloss und Markt. Am 26. Juli 1466 wurde im Rahmen des sogenannten Rottweiler Urteils die kaiserliche Acht über die Herrschaft Babenhausen verhängt. Für Babenhausen ging dadurch das Stadtrecht dauerhaft verloren.

Der Markt Babenhausen war vor 1800 Herrschaft der Fürsten Fugger-Babenhausen und gehörte ab 1500 zum Schwäbischen Reichskreis. 1803 wurde Babenhausen Reichsfürstentum. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern, der Ort war bis 1848 Sitz des Fürstlichen Fuggerschen Herrschaftsgerichts Babenhausen.

Das in der Gemeinde befindliche Franziskaner-Kloster Klosterbeuren wurde vor 1273 gegründet und 1860 abgerissen.

BahnanbindungBearbeiten

Im Jahr 1894 wurde Babenhausen durch die eingleisige, von der Illertalbahn abzweigende Nebenbahnstrecke Kellmünz an der Iller – Babenhausen an das Eisenbahnnetz angeschlossen. 70 Jahre später wurde im Jahr 1964 der Personennahverkehr auf der Strecke wieder eingestellt, und seit 2009 verläuft auf dem ehemaligen Bahndamm ein Radweg.

EingemeindungenBearbeiten

Die ehemals selbständige Gemeinde Klosterbeuren und der Ort Unterschönegg der Gemeinde Oberroth wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform am 1. Mai 1978 in den Markt Babenhausen eingegliedert.[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1959 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 2219 2284 2495 2504 2527 4246 4351 4631 4630 4953 5190 5315 5250 5176 5488

PolitikBearbeiten

Bundestagswahl 2017[3]
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30
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39,8 %
12,6 %
16,6 %
11,3 %
5,9 %
4,5 %
3,5 %
5,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2013
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+7,1 %p
+0,4 %p
+1,7 %p
+1,1 %p
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Gemeinderat und BürgermeisterBearbeiten

Der Marktgemeinderat hat zwanzig Mitglieder. Seit der Kommunalwahl am 16. März 2014 (Wahlbeteiligung 53,9 %) sind die CSU und die Freien Wähler mit jeweils sieben Sitzen, die Liste engagierter Bürger/SPD und die Junge Wähler Union mit jeweils drei Sitzen vertreten.

Bürgermeister ist seit Mai 2008 Otto Göppel jun. (CSU).[4]

GemeindefinanzenBearbeiten

Im Jahr 2011 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 5.827.000 Euro; davon waren 3.052.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

 
Babenhausen im Tal der Günz
 
Rathaus in Babenhausen
 
Stadtgasse mit Fuggerschloss

Wappen und FlaggeBearbeiten

Blasonierung: „In Gold zwischen drei (2:1) gestellten schwarzen Schlägeln ein schwarzer Stern.“

Der ursprüngliche Wappenschild geht auf das Jahr 1471 zurück und ist damit das zweitälteste kommunale Wappen im Landkreis Unterallgäu. Der durch Kaiser Friedrich III. zu Regensburg am 15. Juli 1471 verliehene Wappenbrief beschreibt das Wappenprivileg wie folgt:

„ain gelben schilt, darinn drey swarcz slegel, di stil under sich gekeret, steende di zwen oben nebeneinander, und dazwischen ain swarczer stern und under demselben stern steende der dritt slegel in mitte des schilts ...“.[5]

Die Schlegel als Wappensymbol sind dem Wappen des früheren Ortsherren Konrad von Schönegge mit dem Zunamen Prügel entnommen, das sich als Familienwappen bis zum Jahr 1273 zurückverfolgen lässt. Sie erinnern an die Herrschaft der Reichsministerialen, die Herren von Schönegg im 13. und 14. Jahrhundert.[6] Graf Anselm Maria Fugger nahm im Jahre 1796 Wappenbeifügungen mit zwei gekreuzten Wimpeln, einem stahlfarbenen, bürgerlichen Helm und goldener Mauerkrone vor. Ähnliche Attribute zierten, dem Zeitgeist entsprechend, auch diverse andere Gemeindewappen im Kreisgebiet. Seit einer staatlichen Weisung vom 27. Juli 1928 sind all diese Ergänzungen jedoch unzulässig und damit auch nicht Teil eines rechtsverbindlichen geschichtlichen Wappens.

Der Markt führt eine schwarz-gelb gestreifte Fahne mit aufgelegtem Gemeindewappen.[7]

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kirche St. Andreas
  • Babenhausen besitzt ein Fuggerschloss, in dem ein Fuggermuseum untergebracht ist. Die Kirche St. Andreas in barocker Ausstattung ist eine Sehenswürdigkeit des Ortes.
  • In der Friedhofskapelle befinden sich sieben Bilder eines Totentanzes aus der Zeit um 1722. Sie gehören mit weiteren vier Bildern (Sündenfall, Totendank, Lösegeld der Verstorbenen, Trost der Armen Seelen) zum Zyklus eines Totenkults nach dem Vorbild der Wiener Todten-Capelle von Abraham a Sancta Clara (alias Johann Ulrich Megerle aus Kreenheinstetten bei Messkirch).[8]
  • Fuggerweiher

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

WirtschaftBearbeiten

Es gab 2011 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 17, im produzierenden Gewerbe 1322 und im Bereich Handel und Verkehr 376 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 435 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1998. Im verarbeitenden Gewerbe gab es neun Betriebe, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden zudem 37 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 1342 ha, davon waren 616 ha Ackerfläche und 726 ha Dauergrünfläche.

Der Gewerbesteuerhebesatz beträgt zurzeit 290 % (2011).

BildungBearbeiten

In der Gemeinde existierten folgende Einrichtungen: Drei Kindergärten mit insgesamt 217 Kindergartenplätzen und 204 betreuten Kindern (Stand: 2012) sowie zwei Volksschulen mit 53 Lehrkräften und 783 Schülerinnen und Schülern (Schuljahr 2011/12). Die Anton-Fugger-Realschule in Babenhausen hatte 33 Lehrkräfte mit 555 Schülerinnen und Schülern (Schuljahr 2011/12), welche in vier Zweigen unterrichtet wurden.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter des MarktesBearbeiten

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Thomas Reich, Herrschaftsbildung und Herrschaftskräfte auf dem Gebiet des Altlandkreises Illertissen, Taufkirchen 2000

WeblinksBearbeiten

  Commons: Babenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 782 und 783.
  3. Zweitstimmen, gemäß Quelle www.wahlen.bayern.de abgerufen am 4. März 2018
  4. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/
  5. Landkreis Unterallgäu unter Landrat Dr. Hermann Haisch (Hrsg.): Wappen im Landkreis Unterallgäu. 1. Auflage. Mindelheim, ISBN 3-927003-00-X, S. 53.
  6. VGem Babenhausen: Verwaltungsgemeinschaft Babenhausen - Das Wappen von Babenhausen. Abgerufen am 18. November 2018.
  7. Landkreis Unterallgäu unter Landrat Dr. Hermann Haisch (Hrsg.): Wappen im Landkreis Unterallgäu. 1. Auflage. Mindelheim, ISBN 3-927003-00-X, S. 52.
  8. Hans Georg Wehrens: Der Totentanz im alemannischen Sprachraum. „Muos ich doch dran - und weis nit wan“. Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2563-0. S. 231 ff.