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Donald Thomas (Leichtathlet)

bahamaischer Leichtathlet
Donald Thomas Leichtathletik

Donald Thomas (2009)
Donald Thomas in Kanagawa 2009

Nation BahamasBahamas Bahamas
Geburtstag 1. Juli 1984 (35 Jahre)
Geburtsort Freeport, Bahamas
Größe 191 cm
Gewicht 81 kg
Karriere
Disziplin Hochsprung
Bestleistung 2,37 m
Status aktiv
Medaillenspiegel
Weltmeisterschaften 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Commonwealth Games 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Panamerikanische Spiele 1 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
Logo der IAAF Weltmeisterschaften
0Gold0 Osaka 2007 2,35 m
Logo der Commonwealth Games Federation Commonwealth Games
0Gold0 Neu-Delhi 2010 2,32 m
Logo der Pan American Games Panamerikanische Spiele
0Silber0 Rio de Janeiro 2007 2,30 m
0Gold0 Guadalajara 2011 2,32 m
0Bronze0 Toronto 2015 2,28 m
letzte Änderung: 25. Juli 2018
Donald Thomas feiert seinen Sieg bei den Weltmeisterschaften 2007
Thomas' ungewöhnlicher Sprungstil

Donald Thomas (* 1. Juli 1984 in Freeport) ist ein Leichtathlet von den Bahamas. Er wurde 2007 Weltmeister im Hochsprung.

AnfängeBearbeiten

Als Student an der Lindenwood University in Missouri spielte Thomas Basketball. Wegen seiner enormen Sprungkraft forderte ihn ein Leichtathletik-Trainer auf, es doch einmal im Hochsprung zu versuchen. Nachdem er auf Anhieb 2,20 Meter sprang, begann er mit dem systematischen Training.

Internationale ErfolgeBearbeiten

Seinen ersten internationalen Einsatz Donald Thomas bei den Commonwealth Games 2006 in Melbourne, bei denen er mit 2,23 m persönliche Bestleistung sprang und damit den vierten Platz belegte. Daraufhin gewann er bei den U23-NACAC-Meisterschaften in Santo Domingo mit 2,21 m die Silbermedaille. Bei den Zentralamerika- und Karibikspielen in Cali überquerte er 2,13 m und erreichte damit Rang vier. 2007 gewann er bei den Panamerikanischen Spielen in Rio de Janeiro mit 2,30 m die Silbermedaille hinter dem Kubaner Víctor Moya. Im Laufe der Saison steigerte er sich auf 2,35 m und qualifizierte sich damit für die Weltmeisterschaften in Osaka als Bester der Jahresbestenliste; nur der Schwede Stefan Holm hatte in der Freiluftsaison 2007 ebenfalls 2,35 Meter überquert. Im Finale von Osaka versuchten sich fünf Springer an 2,35 Meter. Stefan Holm und der Russe Jaroslaw Rybakow lagen ohne Fehlversuch in Führung. Kyriakos Ioannou hatte 2,33 Meter im zweiten Versuch gemeistert, Thomas im dritten Versuch. Ebenfalls noch im Wettbewerb war der Brite Martyn Bernard, der nach im dritten Versuch übersprungenen 2,21 Meter alle Höhen ausließ. Thomas überquerte 2,35 Meter im ersten Versuch, Rybakow und Ioannou im zweiten Versuch, Holm und Bernard schieden aus. An 2,37 Meter scheiterten alle drei Springer und Thomas damit Weltmeister und damit bereits der zweite Hochsprung-Weltmeister nach Troy Kemp 1995.

2008 qualifizierte er sich erstmals für die Olympischen Spiele in Peking, bei denen er mit 2,20 m in der Qualifikation ausschied, wie auch bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin. 2010 erfolgte die Teilnahme an den Hallenweltmeisterschaften in Doha, bei denen er mit 2,18 m ebenfalls in der Vorrunde ausschied. Während der Freiluftsaison gewann er aber mit 2,28 m die Goldmedaillen bei den Zentralamerika- und Karibikspielen in Mayagüez und bei den Commonwealth Games in Neu-Delhi, bei denen er sich mit 2,32 m gegen seinen Landsmann Trevor Barry durchsetzte. Bei den Weltmeisterschaften in Daegu erreichte Thomas den Einzug ins Finale. Als Dritter der Gruppe B qualifizierte er sich mit 2,31 m. Im Finale scheiterte er an der zweiten aufgelegten Höhe. Mit 2,20 m wurde Thomas Elfter. Zum Ende der Saison gewann er bei den Panamerikanischen Spielen in Guadalajara mit 2,32 m die Goldmedaille.

2012 nahm er erneut an den Hallenweltmeisterschaften in Istanbul teil, qualifizierte sich aber auch diesmal mit 2,22 m nicht für das Finale, wie auch bei den Olympischen Spielen in London, bei denen er in der Qualifikation nur die Anfangshöhe von 2,16 m überquerte. 2013 gelang ihm CAC-Meisterschaften in Morelia gar kein gültiger Sprung. Jedoch belegte er bei den Weltmeisterschaften in Moskau mit 2,32 m den sechsten Platz. Auch bei den Hallenweltmeisterschaften 2014 im polnischen Sopot scheiterte er an der Anfangshöhe der Qualifikation von 2,16 m. Später belegte er bei den Commonwealth Games in Glasgow mit 2,21 m den neunten Rang. 2015 folgte der Gewinn der Bronzemedaille bei den Panamerikanischen Spielen in Toronto mit übersprungenen 2,28 m. Er nahm daraufhin an den Weltmeisterschaften in Peking teil, bei denen er mit 2,29 m im Finale Rang sechs belegte.

2016 wurde er bei den Hallenweltmeisterschaften in Portland Zehnter und erreichte bei seinen dritten Olympischen Spielen in Rio de Janeiro mi 2,29 m im Finale den siebten Rang. 2017 erfolgte die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in London, bei denen er mit 2,22 m in der Qualifikation ausschied. 2018 belegte er bei den Hallenweltmeisterschaften in Birmingham mit 2,20 m Platz sechs und bei den Commonwealth Games im australischen Gold Coast wurde er mit 2,27 m Vierter.

2007, 2010 sowie 2016 und 2018 wurde Thomas bahamaischer Meister im Hochsprung.

TechnikBearbeiten

In den Anfängen seiner Hochsprungkarriere vollzog Thomas eine eher unkonventionelle Sprungtechnik. Ein schlaksiger Anlauf kombiniert mit einem viel zu nahen Absprungpunkt und einem stark gebeugten linken Absprungbein wurde mit einer strampelnden Beinbewegung beim Überspringen der Latte vollendet. Messungen zeigten, dass sein Absprungpunkt zu dieser Zeit bei nur etwa 70 cm vor der Latte lag, was verglichen mit dem schwedischen Olympiasieger von 2004 Stefan Holm mit 110 cm deutlich kürzer ist. Eine Ausnutzung der Effekte einer Impulskurve, wie sie beim Fosbury-Flop stattfindet, kam bei Thomas fast nicht zum Zug. Man kann sagen, er hätte auch im Stand mit denselben Ergebnissen über die Latte springen können.

Physiologische Untersuchungen haben ergeben, dass Thomas' enormes Sprungpotential einer ungewöhnlich langen Achillessehne und starker Beinmuskulatur entstammen. Ein dagegen technikversierter Hochspringer erzeugt seine Höhe, neben der Präzisierung der Technik, durch eine antrainierte Härtung der Achillessehne. Wie bei einer mechanischen Sprungfeder (Schraubendruckfeder) führt die Härtung zu schnellerer und punktgenauerer Rückgabe der beim Anlauf eingesetzten Energie und damit Höhe.

Die halbherzige Anwendung der bestmöglichen Technik in Thomas' Hochsprunganfängen lässt sich auch auf die damals fehlende Motivation rückführen. Seine Hoffnungen auf einen Einstieg in die US-amerikanische Basketballliga NBA waren groß. Erst der Gesinnungswandel seiner sportlerischen Ausrichtung konnte ihn an eine akribische Ausarbeitung der Sprungtechnik heranführen.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Donald Thomas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien