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Chris Bristow

englischer Formel-1-Rennfahrer

KarriereBearbeiten

Der talentierte, aus dem Süden Londons stammende Brite wurde von vielen britischen Rennsportjournalisten wegen einer ähnlichen Karriere wie bei Stirling Moss oder Tony Brooks als potenzieller Formel-1-Weltmeister betrachtet. Durch seinen frühen Tod konnte er diese Spekulationen nicht bestätigen.

Mit finanzieller Unterstützung seines Vaters begann er 1956 seine Motorsportkarriere. Schon bald gewann er Rennen wie jenes mit einem MG auf der Rennstrecke in Crystal Palace in seiner Heimatstadt. Im Folgejahr fuhr er einen 1100-cm³-Cooper, um bei weiteren Rennen auf den britischen Inseln Erfahrung zu sammeln.

1958 wechselte er zu Elva, wo er mit dem schwierig zu fahrenden Wagen die Aufmerksamkeit der British Racing Partnership auf sich zog. Rasch wechselte er zu BRP, um deren Formel-2-Cooper zu steuern, die von einem Borgward-Motor angetrieben wurden.

Bei der John Day Trophy 1959 gelang es ihm, ein erlesenes Fahrerfeld zu dominieren und einen überzeugenden Sieg zu feiern: Jack Brabham, Roy Salvadori und Bruce McLaren konnten ihm an diesen Tag nicht gefährlich werden, sodass er trotz seines Alters von 22 Jahren schon im gleichen Jahr in der Formel-1-Saison 1959 bei seinem Heimgrandprix debütierte.

Die Rennsaison 1960 startete schlecht für das BRP-Team, als der erfahrerene Nummer-1-Pilot Harry Schell beim Training zur International Trophy tödlich verunglückte. Damit rückte Bristow in den Status des ersten Piloten auf. Während des Belgischen Grand Prix in Spa kämpfte er mit dem von Willy Mairesse gesteuerten Ferrari in der tückisch abfallenden Burnenville-Rechtskurve in der 20. Runde um den dritten Platz, als er die Kontrolle über seinen Cooper verlor und mit dem Wagen unter eine Streckenbegrenzung geriet. Beim Aufprall wurde ihm der Kopf abgerissen. Er war der erste Tote, der neben zwei Schwerstverletzten vor Alan Staceys Todessturz an diesem bis dahin wohl schlimmsten Rennwochenende der Formel-1-Geschichte zu beklagen war. Die Warnungen seiner erfahrenen Kollegen, sich nicht mit dem als Crash-Pilot bekannten Mairesse anzulegen, hatte Bristow ignoriert. Für den späteren Weltmeister Jim Clark war dieser GP von Belgien das zweite Formel-1-Rennen; über Bristows Unfall sagte er später: „Es war furchtbar. Ich überlegte, an den Boxen anzuhalten und mit dem Rennsport Schluss zu machen.“[1]

StatistikBearbeiten

Statistik in der Formel 1Bearbeiten

GesamtübersichtBearbeiten

Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.
Rennrunden
Punkte WM-Pos.
1959 British Racing Partnership Cooper T51 Borgward 1.5 L4 1 NC
1960 Yeoman Credit Racing Team Cooper T51 Climax 2.5 L4 3 NC
Gesamt 4

EinzelergebnisseBearbeiten

Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
1959                  
10
1960                    
DNF DNF DNF
Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
  keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

Einzelergebnisse in der Sportwagen-WeltmeisterschaftBearbeiten

Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5
1959 Porsche Porsche 718 Vereinigte Staaten  SEB Italien  TAR Deutschland  NÜR Frankreich  LEM Vereinigtes Konigreich  RTT
DNF

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. zitiert nach Willy Knupp (Hrsg.): Kampf am Limit. Die Formel 1 Chronik. 1950–2000. Düsseldorf 2000, S. 85.