Bornhöved

Gemeinde in Deutschland

Bornhöved ist eine Gemeinde im Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein.

Wappen Deutschlandkarte
Bornhöved
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bornhöved hervorgehoben

Koordinaten: 54° 4′ N, 10° 14′ O

Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Segeberg
Amt: Bornhöved
Höhe: 43 m ü. NHN
Fläche: 14,12 km2
Einwohner: 3356 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 238 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24619
Vorwahl: 04323
Kfz-Kennzeichen: SE
Gemeindeschlüssel: 01 0 60 012
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 3
24610 Trappenkamp
Website: www.bornhoeved.de
Bürgermeister: Reinhard Wundram (BBI)
Lage der Gemeinde Bornhöved im Kreis Segeberg
Großer Plöner SeeWarderseeHamburgKreis Herzogtum LauenburgKreis OstholsteinKreis PinnebergKreis PlönKreis Rendsburg-EckernfördeKreis SteinburgTangstedtKreis StormarnLübeckNeumünsterAlvesloheArmstedtBad BramstedtBad SegebergBahrenhofBark (Gemeinde)BebenseeBimöhlenBlunkBoostedtBornhövedBorstel (Holstein)Buchholz (Forstgutsbezirk)BühnsdorfDaldorfDamsdorfDreggersEllerauFöhrden-BarlFredesdorfFahrenkrugFuhlendorf (Holstein)GeschendorfGlasauGönnebekGroß KummerfeldGroß Niendorf (Holstein)Groß RönnauGroßenaspeHagen (Holstein)HardebekHartenholmHasenkrugHasenmoorHeidmoorHeidmühlenHenstedt-UlzburgHitzhusenHögersdorfHüttblekItzstedtKaltenkirchenKattendorfKayhudeKisdorfKlein GladebrüggeKlein RönnauKrems IIKükelsLatendorfLeezen (Holstein)LentföhrdenMönklohMözenNahe (Holstein)NegernbötelNehmsNeuengörsNeversdorfNorderstedtNützenOeringOersdorfPronstorfRicklingRohlstorfSchackendorfSchieren (Kreis Segeberg)SchmalenseeSchmalfeldSchwisselSeedorf (Kreis Segeberg)Seth (Holstein)SievershüttenStipsdorfStockseeStrukdorfStruvenhüttenStuvenbornSülfeldTarbekTensfeldTodesfeldeTrappenkampTravenhorstTraventhalWahlstedtWakendorf IWakendorf IIWeddelbrookWeedeWensinWesterradeWiemersdorfWinsen (Holstein)WittenbornKarte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Bornhöved liegt im Gebiet der naturräumlichen Haupteinheit Holsteiner Vorgeest etwa 20 km östlich von Neumünster am Bornhöveder- und Schmalensee.[2][3]

NachbargemeindenBearbeiten

Unmittelbar angrenzende Gemeindegebiete zu Bornhöved sind:[2]

RuhwinkelBelau (beide Kreis Plön)
Gönnebek,
Trappenkamp
  Schmalensee,
Tarbek
Daldorf

GeschichteBearbeiten

 
Bornhöved um 1895

Der Ort wurde wahrscheinlich von Bischof Vicelin als Kirchdorf gegründet. Die Vicelinkirche St. Jacobi wurde 1149 geweiht. Zuerst erwähnt wurde Bornhöved von Helmold von Bosau gegen Ende des 12. Jahrhunderts. „Born“ bedeutet „Quelle“ und „Höved“ „Haupt“, so steht Bornhöved für „Quellenhaupt“.[4]

Von 1299 bis 1426 hatte der Ort lübische Stadtrechte und somit auch einen Bürgermeister und Ratsherren. Außerdem wohnte der Landesälteste von Holstein-Rendsburg im Ort, so dass die Städteversammlung für ganz Holstein bis zum Beginn der Landtage in Kiel im Jahr 1480 in Bornhöved stattfand.

Aufgrund seiner zentralen Lage war der Raum Bornhöved zweimal Ort wichtiger Schlachten: Bei der Schlacht von 798 trafen die Karl dem Großen verbündeten slawischen Abodriten unter ihrem Heerführer Drasco auf die Sachsen; bei der Schlacht von 1227 siegte hier Graf Adolf IV. von Schauenburg und Holstein mit einer Koalition norddeutscher Fürsten und Städte über das dänische Heer unter Waldemar II. Mit dieser blutigen Niederlage, einer der letzten großen Ritterschlachten des Mittelalters, endete der Versuch der dänischen Krone, Norddeutschland zu dominieren.

In Bornhöved fanden häufig Ständeversammlungen der Ritterschaft von Holstein bzw. später auch von Schleswig-Holstein statt. Am 7. Dezember 1813 schließlich fand hier ein Gefecht zwischen dänischen und schwedisch-russisch-preußischen Truppen der Nordarmee statt.

Von 1867 bis 1871 war Bornhöved Sitz eines Amtsgerichts.

Von 1911 bis 1961 war Bornhöved wichtigster Zwischenbahnhof an der Kleinbahn Kiel–Segeberg. Hier befand sich auch das Bahnbetriebswerk mit großer Werkstatt. Die Gleise der Strecke wurden bereits 1962 entfernt.

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Von den 17 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2018 sechs Sitze, die SPD drei und die Wählergemeinschaften BBI und WGB haben je vier Sitze.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau ein freischwebendes holsteinisches Wappenschild (in Rot ein silbernes Nesselblatt), auf dessen oberem Rand ein schwarzes flaches Gefäß (Quelleneinfassung) steht, aus dem nach rechts und links je drei lange Wellenlinien sich an beiden Seiten des Nesselblatts herunterziehen. Über der Quelle ein schwebendes goldgelocktes Menschenhaupt.“[5]

Das 1948 verliehene Wappen wurde im Stile eines Stadtsiegels aus dem 15. Jahrhundert gestaltet.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Im Gemeindegebiet, das vorwiegend durch die Wohnnutzung geprägt ist, gibt es mehrere Handels-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe.

BildungBearbeiten

Mit der im Landtag beschlossenen Schulreform veränderten sich auch die beiden im Ort ansässigen regionalen Schulen, vorerst nur baulich. Ein großer Neubau entstand auf dem ehemaligen Schulhof der Realschule. Dieser soll die benachbarten beiden Bornhöveder Schulen (Grund- und Hauptschule und Realschule) miteinander vorerst baulich, später zu einer gemeinsamen Gemeinschaftsschule verbinden. Bislang bieten die beiden Schulen ihren Schülern eine offene freiwillige Ganztagsschule. Der Schulverband Sventana Bornhöved stellte zuletzt einen Antrag auf eine Gymnasiale Oberstufe der Gemeinschaftsschule in Bornhöved an das Bildungsministerium in Kiel. Dieser wurde jedoch negativ beschieden. Im Schuljahr 2018/2019 wurden an der Grund- und Gemeinschaftsschule Bornhöved (Sventana-Schule) 498 Schüler in 24 Klassen unterrichtet.[6]

VerkehrBearbeiten

Im Norden des Gemeindegebiets kreuzen sich die Bundesautobahn 21 und die Bundesstraße 430.[2]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

In der Liste der Kulturdenkmale in Bornhöved stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Ludwig Ross (1806–1859), Archäologe
  • Otto Berg (1861–1944), evangelischer Kirchenmaler
  • Adolf Aug. Piening (1867–1962), Hauptlehrer und Organist, Chronist und Ehrenbürger der Gemeinde Bornhöved
  • Claus Möller (* 1942), Politiker
  • Gabriele Wachholtz (* 1949), Verlegerin und Unternehmerin

LiteraturBearbeiten

  • Georg Pasche: Chronik des Kirchspiels Bornhövede. Nach gedruckten und ungedruckten Quellen, Schleswig 1839. (Faksimile-Nachdruck. Hrsg. vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbund, Bornhöved 1979)
  • Adolf Piening: Chronik von Bornhöved. Wäser, Bad Segeberg 1953.
  • Adolf Piening: Chronik von Bornhöved. 2. erw. Auflage. erstellt durch einen Arbeitskreis d. Gemeinde Bornhöved. (Mit) Fortschreibung 1953–77, Bornhöved 1977
  • Volker Griese: Schleswig-Holstein. Denkwürdigkeiten der Geschichte. Historische Miniaturen. Norderstedt 2012, ISBN 978-3-8448-1283-1. (darin das Kapitel: Weder Sieg noch Niederlage. Das Gefecht bei Bornhöved und seine Folgen, 7. Dezember 1813)
  • Erna Gutsche, geb. Piening (Hrsg.): Die Dorfchronik von Bornhöved. (Fortschreibung der Chronik von Adolf Piening). Selbstverlag, Bornhöved 1976.
  • Harald Timmermann: Bornhöved in alten Ansichten. Zaltbommel 1987.
  • Harald Timmermann: Kennt Ihr sie noch, die alten Bornhöveder. Zaltbommel 1990.
  • Harald Timmermann: Das Amt Bornhöved in alten Ansichten. Zaltbommel 1995.
  • Klaus Deneke: Materialien zur Person von Dr. Gerhard Gerlich, zur Dr.-Gerlich-Schule Trappenkamp und zur Geschichte der Gemeinden Trappenkamp und Bornhöved. Sudetendeutsches Kulturwerk Schleswig-Holstein, Trappenkamp 2007.
  • Norbert von der Stein: Kleiner Streifzug durch das alte Bornhöved. 2013
  • Norbert von der Stein: Bornhöved – Handel und Handwerk im Wandel der Zeit. 2021

WeblinksBearbeiten

Commons: Bornhöved – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2021 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c Relation: Bornhöved (405629) bei OpenStreetMap. Abgerufen am 17. Oktober 2021.
  3. Liste: Zuordnung der Gemeinden zu den Naturräumen. (PDF) S. 10, abgerufen am 17. Oktober 2021.
  4. Schleswig-Holstein-Topographie. Bd. 2: Boren - Ellerau. Flying-Kiwi-Verl. Junge, Flensburg 2002, ISBN 978-3-926055-68-2, S. 24 (dnb.de [abgerufen am 12. Juni 2020]).
  5. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  6. Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein: Verzeichnis der allgemeinbildenden Schulen in Schleswig-Holstein 2018/2019