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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Boostedt
Boostedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Boostedt hervorgehoben
Koordinaten: 54° 1′ N, 10° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Segeberg
Amt: Boostedt-Rickling
Höhe: 47 m ü. NHN
Fläche: 27,11 km2
Einwohner: 7570 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 279 Einwohner je km2
Postleitzahl: 24598
Vorwahl: 04393
Kfz-Kennzeichen: SE
Gemeindeschlüssel: 01 0 60 011
Adresse der Amtsverwaltung: Twiete 9
24598 Boostedt
Website: www.boostedt.de
Bürgermeister: Hartmuth König (CDU)
Lage der Gemeinde Boostedt im Kreis Segeberg
Großer Plöner SeeWarderseeHamburgKreis Herzogtum LauenburgKreis OstholsteinKreis PinnebergKreis PlönKreis Rendsburg-EckernfördeKreis SteinburgTangstedtKreis StormarnLübeckNeumünsterAlvesloheArmstedtBad BramstedtBad SegebergBahrenhofBark (Gemeinde)BebenseeBimöhlenBlunkBoostedtBornhövedBorstel (Holstein)Buchholz (Forstgutsbezirk)BühnsdorfDaldorfDamsdorfDreggersEllerauFöhrden-BarlFredesdorfFahrenkrugFuhlendorf (Holstein)GeschendorfGlasauGönnebekGroß KummerfeldGroß Niendorf (Holstein)Groß RönnauGroßenaspeHagen (Holstein)HardebekHartenholmHasenkrugHasenmoorHeidmoorHeidmühlenHenstedt-UlzburgHitzhusenHögersdorfHüttblekItzstedtKaltenkirchenKattendorfKayhudeKisdorfKlein GladebrüggeKlein RönnauKrems IIKükelsLatendorfLeezen (Holstein)LentföhrdenMönklohMözenNahe (Holstein)NegernbötelNehmsNeuengörsNeversdorfNorderstedtNützenOeringOersdorfPronstorfRicklingRohlstorfSchackendorfSchieren (Kreis Segeberg)SchmalenseeSchmalfeldSchwisselSeedorf (Kreis Segeberg)Seth (Holstein)SievershüttenStipsdorfStockseeStrukdorfStruvenhüttenStuvenbornSülfeldTarbekTensfeldTodesfeldeTrappenkampTravenhorstTraventhalWahlstedtWakendorf IWakendorf IIWeddelbrookWeedeWensinWesterradeWiemersdorfWinsen (Holstein)WittenbornKarte
Über dieses Bild
Reetdachkate von 1819, als Restaurant genutzt
Evangelische Kirche

Boostedt ist eine Gemeinde im Kreis Segeberg im Süden von Schleswig-Holstein.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Boostedt liegt im südlichen Teil des Bundeslandes Schleswig-Holstein. Die Küsten von Nord- und Ostsee liegen jeweils etwa eine Autostunde entfernt. Die Entfernung zur südlich gelegenen Stadt Hamburg und zur nördlich gelegenen Stadt Kiel beträgt jeweils rund 50 Kilometer. Boostedt im Kreis Segeberg gehört zum nördlichsten Zipfel der Metropolregion Hamburg.

GeschichteBearbeiten

Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung der Gemeinde stammt aus dem Jahre 1201. Funde aus früheren Epochen weisen auf eine frühere Besiedlung des Ortes hin.

Boostedt war von 1971 bis 2007 amtsfreie Gemeinde und mit zum Schluss über 4500 Einwohnern die einwohnerstärkste amtsfreie und ehrenamtlich verwaltete Gemeinde Schleswig-Holsteins.

Wahrzeichen von Boostedt war bis zu seinem Abriss durch Sprengung am 18. Januar 2005 der von 1972 bis 1976 errichtete insgesamt 50 Meter hohe Radarturm. Dieser in Stahlbetonbauweise ausgeführte Turm hatte eine Plattform mit 22 Meter Durchmesser. Der Turm hatte eine Grundfläche von 10 × 10 Meter und einen Durchmesser von 6,50 Metern. Nach erfolgreicher Sprengung konnte sechs Jahre später wieder ein neuer für den Wetterdienst errichtet werden.[2]

PolitikBearbeiten

WappenBearbeiten

Das Wappen wurde am 31. Juli 1969 genehmigt.

Blasonierung: „In Blau zwischen zwei aufrechtstehenden goldenen Buchenblättern ein silberner Schräglinksbalken, belegt mit neun einzelnen roten Ziegelsteinen, von denen der erste und der letzte im Schildrand verschwinden.“[3]

Das Wappen von Boostedt vereinigt Symbole, die auf wichtige historische Ereignisse und wirtschaftliche Entwicklungen in der Gemeinde hinweisen. Neun Ziegelsteine belegen die neun im Ort seit 1737 entstandenen Ziegeleien. Die Herstellung von Handstrichziegeln war in Boostedt ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor. Der Schrägbalken im Wappen deutet die Via Regia an. Die Via Regia war ein wichtiger mittelalterlicher Verkehrsweg, der über Rendsburg, Neumünster und Bramstedt nach Hamburg führte und unweit des Ortes verlief. Als vielbenutzte Verbindung übte er einerseits einen fördernden Einfluss auf das Wirtschaftsleben aus; andererseits gab er im Dreißigjährigen Krieg durchziehenden Truppen zweimal die Gelegenheit zu Plünderungen des Ortes. Der Weg symbolisiert auch, dass nach 1945 eine große Anzahl ostdeutscher Flüchtlinge im Ort eine neue Heimat fand. Die Boostedter Berge mit ihrem Waldreichtum und ihrem Fremdenverkehrswert sowie der Ortsname finden in den goldenen Buchenblättern Ausdruck.

Die Gestaltung des Wappens wurde vom Brunsbütteler Heraldiker Willy „Horsa“ Lippert übernommen.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge wurde am 20. Juni 1986 genehmigt.

Die Gemeindeflagge zeigt das Gemeindewappen ohne Schild (Wappenflagge).

WirtschaftBearbeiten

In Boostedt befand sich ein Bundeswehrstandort mit 1980 Dienstposten. Dieser wurde, nach dem Stationierungskonzept für die Bundeswehr vom Oktober 2011[4], auf nur noch 40 Soldaten im Munitionslager reduziert. Die Rantzau-Kaserne an der Von-dem-Borne-Straße, in der sich das Instandsetzungsbataillon 166, das Logistikbataillon 162 und ein Sanitätszentrum befanden, wurde 2016 geschlossen.[5] Seit April 2015 besteht auf dem Kasernengelände auch eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge.[6]

VerkehrBearbeiten

Boostedt verfügt über eine Station der AKN auf der Bahnstrecke Hamburg-Altona–Kaltenkirchen–Neumünster, die den Ort mit einer Fahrzeit von neun Minuten mit dem Bahnhof Neumünster verbindet. Zehn Haltestellen in Boostedt liegen an einer Buslinie der Stadtwerke Neumünster nach Neumünster.

Der Anschluss zur Bundesautobahn 7 liegt etwa sieben Kilometer entfernt.

Landesunterkunft für FlüchtlingeBearbeiten

In Boostedt befindet sich die Landesunterkunft für Flüchtlinge (LUK), in der ca. 1.200 Migranten (bzw. etwa 17 % der Einwohner Boostedts) wohnen. Im Umfeld der Erstaufnahmeeinrichtung kommt es regelmäßig zu Pöbeleien, Alkoholexzessen und auch Belästigungen.[7] Im Jahr 2018 kam es zu einer Steigerung der Straftaten (ohne ausländerrechtliche Verstöße) um 75 %.[8] Im März 2019 wurde bekannt, dass alleine in vorangegangenen drei Monaten in der LUK 117 Straftaten registriert worden waren, sowie bei weiteren 23 Straftaten im Ort ebenfalls Flüchtlinge als tatverdächtig geführt wurden (insgesamt 78 % aller Straftaten in Boostedt).[9] Für Empörung sorgte, dass die Straftaten in Boostedt von der Polizei unerwähnt blieben, um „keine Vorurteile zu schüren“.[10]

LiteraturBearbeiten

  • Karl Jaensch: Ortschronik Boostedt. Boostedt 1978.
  • Das Dorf Boostedt im Wandel eines Jahrhunderts. Bad Segeberg.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Boostedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2018 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. https://www.shz.de/lokales/holsteinischer-courier/der-turm-in-boostedt-waechst-id1272071.html
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  4. BMVg - Die Stationierung der Bundeswehr in Deutschland (Oktober 2011) (PDF 3,3MB)
  5. BMVg - Stationierungskonzept 2011: Realisierung und Schließung von Liegenschaften
  6. Erste Flüchtlinge in neuer Erstaufnahme in Boostedt eingetroffen, ShZ, 1. April 2015, abgerufen am 16. Mai 2016.
  7. NDR: Boostedt: Weniger Flüchtlinge und mehr Betreuung. Abgerufen am 19. März 2019.
  8. Boostedt: Polizei verheimlicht 117 Straftaten in Asylheim! Abgerufen am 19. März 2019.
  9. Kriminalität bleibt Geheimsache. In: Kieler Nachrichten. 11. März 2019, abgerufen am 19. März 2019.
  10. Boostedt: Polizei verschweigt Statistik zu Straftaten durch Asylbewerber. In: Contra Magazin. 13. März 2019, abgerufen am 19. März 2019 (deutsch).