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Zum Welterbe in Brasilien gehören (Stand 2018) 21 UNESCO-Welterbestätten, darunter 14 Stätten des Weltkulturerbes und 7 Stätten des Weltnaturerbes. Brasilien ist der Welterbekonvention 1977 beigetreten, die erste Welterbestätte wurde 1980 in die Welterbeliste aufgenommen. Die bislang letzte Welterbestätte wurde 2017 eingetragen.[1]

Inhaltsverzeichnis

WelterbestättenBearbeiten

Die folgende Tabelle listet die UNESCO-Welterbestätten in Brasilien[2] in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Welterbeliste (K – Kulturerbe, N – Naturerbe, K/N – gemischt, (R) - auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes).

f1  Karte mit allen Koordinaten von Welterbestätten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Altstadt von Ouro Preto
(Lage)
1980 K 124
Altstadt von Olinda
(Lage)
1982 K 189
 
São Miguel das Missões
(weitere Bilder)
Jesuitenmissionen der Guaraní 1983 K 275 Jesuitenmissionen der Guaraní ist ein transnationales Welterbe Brasiliens und Argentiniens. Dabei handelt es sich um von den Jesuiten geschaffene Siedlungen für das Volk der Guaraní. Ziel dieser Siedlungen war vor allem die christliche Missionierung der Guarani.

Die Ruinen von São Miguel das Missões in Brasilien wurden bereits 1983 in das Welterbe aufgenommen. Diese Welterbestätte wurde 1984 um die argentinischen Stätten ergänzt.

Historisches Zentrum von Salvador de Bahia 1985 K 309
Wallfahrtsort Bom Jesus de Matosinhos in Congonhas
(Lage)
1985 K 334 Das Heiligtum Bom Jesus de Matosinhos wurde in den Jahren 1758 bis 1772 auf dem Maranhão-Hügel, oberhalb der Stadt Congonhas in Minas Gerais, errichtet. Zum gesamten Baukomplex zählen die Kirche mit großer Freitreppe, ein hügelig ansteigender Vorplatz und sieben Kreuzweg-Kapellen. Die Fassade der Kirche ist im Stil des brasilianischen Barocks, die Ausstattung des Innenraums im Stil des Rokokos. Die Propheten-Skulpturen der Freitreppe schuf Antônio Francisco Lisboa, genannt Aleijadinho, in den Jahren 1800–1805 mit seinen Schülern.
Nationalpark Iguaçu 1986 N 355
Brasília 1987 K 445
Nationalpark Serra da Capivara mit Felszeichnungen 1991 K 606 Seit 1998 stehen der Nationalpark Serra da Capivara und die Flächen permanenter Schutzgebiete auch unter Naturkriterien auf der Vorschlagsliste (Ref. 1125).
Historischer Stadtkern von São Luís do Maranhão 1997 K 821
Historisches Zentrum von Diamantina 1999 K 890
Regenwaldschutzgebiet der Küste der Entdeckung 1999 N 892 Das Regenwaldschutzgebiet der Mata Atlântica an der Costa do Descobrimento, portugiesisch Reservas de Mata Atlântica da Costa do Descobrimento, umfasst auf 1120 km² acht unterschiedlich große einzelne Schutzgebiete: drei Nationalparks, zwei Biologische Reservate und drei Private Schutzgebiete des Naturerbes, portugiesisch Reserva Particular do Patrimônio Natural – RPPN. Davon befinden sich sechs im Bundesstaat Bahia und zwei in Espírito Santo. Das Regenwaldschutzgebiet zeichnet sich durch eine hohe Biodiversität aus.
Südöstliche Atlantische Wälder 1999 N 892 Südöstlicher Teil der Mata Atlântica
Schutzgebiet Zentral-Amazonas 2000 N 998 2003 um den Nationalpark Jaú erweitert
Feuchtgebiet Pantanal, geschützter Bereich 2000 N 999 Das südamerikanische Pantanal (portugiesisch für Sumpf) ist eines der größten Binnenland-Feuchtgebiete der Erde. In dieser Region leben unzählige Tiere und Pflanzen.
Historisches Zentrum von Goias Velho 2001 K 993
Inselreservat Fernando de Noronha / Rocas Atoll 2001 N 1000 Das Inselreservat umfasst die Inselgruppe Fernando de Noronha und das etwa 150 km westlich davon gelegene Rocas-Atoll
Nationalparks Chapada dos Veadeiros und Emas 2001 N 1035 umfasst den Nationalpark Chapada dos Veadeiros und den Nationalpark Emas
Platz São Francisco in São Cristóvão 2010 K 1272
Kulturlandschaft Rio de Janeiro 2012 K 1100
Ensemble der Moderne in Pampulha 2016 K 1493 Gebäudeensemble im Baustil der Moderne im Stadtteil Pampulha

der brasilianischen Metropole Belo Horizonte.

Archäologische Stätte Valongo-Kai 2017 K 1548 1811 wurde im Zentrum von Rio de Janeiro mit dem Bau eines Steinkais begonnen, über den in der Folgezeit etwa 900.000 Afrikaner nach Südamerika gelangten.

TentativlisteBearbeiten

In der Tentativliste sind die Stätten eingetragen, die für eine Nominierung zur Aufnahme in die Welterbeliste vorgesehen sind.

Aktuelle WelterbekandidatenBearbeiten

Mit Stand 2018 sind 23 Stätten in der Tentativliste von Brasilien eingetragen, die letzte Eintragung erfolgte 2017.[3] Die folgende Tabelle listet die Stätten in chronologischer Reihenfolge nach dem Jahr ihrer Aufnahme in die Tentativliste.

f1  Karte mit allen Koordinaten aktueller Welterbekandidaten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Kirche und Kloster von São Bento 1996 K 36 in Rio de Janeiro
Kulturpalast, ehemaliger Sitz des Bildungs- und Gesundheitsministeriums 1996 K 37 Das Gustavo-Capanema-Gebäude in Rio de Janeiro war Sitz des brasilianischen Bildungs- und Gesundheitsministeriums
Nationalpark Pico da Neblina 1996 N 39 Nationalpark um den Pico da Neblina im Bundesstaat Amazonas
Nationalpark Serra da Bocaina 1996 N 40 Nationalpark in den Bundesstaaten São Paulo und Rio de Janeiro
Biologisches Reservat Atol das Rocas
(Lage)
1996 N 41
Naturschutzgebiet Estação Ecológica do Taim 1996 N 42 Naturschutzgebiet im Bundesstaat Rio Grande do Sul
Naturschutzgebiet Estação Ecológica do Raso da Catarina 1996 N 43 Naturschutzgebiet im Bundesstaat Bahia
Rio-Peruaçu-Canyon 1998 N 969 Schlucht des Rio Peruaçu im Bundesstaat Minas Gerais mit Felskunst und Stätten prähistorischer Besiedlung.
Naturschutzgebiet Estação Ecológica do Anavilhanas 1998 N 1120
Nationalpark Sierra del Divisor 1998 N 1121
Nationalpark Serra da Canastra 1998 N 1123
Staatliches Schutzgebiet Cavernas do Peruaçu 1998 K/N 1124
Nationalpark Serra da Capivara und die Flächen permanenter Schutzgebiete 1998 K/N 1125 geplante Erweiterung der bestehenden Kulturerbestätte (Ref. 606) zu einer gemischten Kultur- und Naturerbestätte
Route des Goldes in Paraty und der umliegenden Landschaft 2004 K 1859 Der alte Weg der Guaianás über die Serra da Mantiqueira wurde ab dem Ende des 17. Jahrhunderts zur Hauptverbindungsstrecke zwischen den Goldminen in Minas Gerais und der Hafenstadt Paraty
Kulturlandschaft von Paranapiacaba: Stadt und Eisenbahnsystem in der Serra do Mar
(Lage)
2014 K 5878 Paranapiacaba, heute ein Distrikt der Stadt Santo André im Bundesstaat São Paulo, wurde gegen Mitte des 19. Jahrhunderts von der britischen São Paulo Railway Company als Siedlung für die am Bau der Schienenseilbahn Paranapiacaba in der Serra do Mar beteiligten Ingenieure und Arbeiter errichtet.
Ver-o-Peso 2014 K 5879 Gelände eines am Meer liegenden Fisch- und Gemüsemarkts in Belém mit eisernem Fischmarkt-Gebäude, Bootsanlegestellen und den angrenzenden Häuserreihen
 
Teatro Amazonas
Theater Amazoniens 2015 K 5996 Theatergebäude in Amazonien, umfasst das Teatro Amazonas in Manaus und das Teatro da Paz in Belém
 
Festung von Brum
Ensemble brasilianischer Festungen 2015 K 5997 umfasst das São Antônio de Ratones Fort, Santa Cruz de Anhatomirim Fort, Santo Amaro da Barra Grande Festung, São João Fort, Santa Cruz da Barra Festung, São João Festung, Nossa Senhora de Monte Serrat Fort, Santo Antônio da Barra Fort, Santa Maria Fort, São Diogo Fort, Forte São Marcelo, São Tiago das Cinco Pontas Fort, São João Batista do Brum Fort, Santa Cruz de Itamaracá Fort, Santa Catarina Fort, Reis Magos Fort, São José Fortress, Príncipe da Beira Fort und das Coimbra Fort
Cedro-Damm in den Quixadá-Monolithen 2015 K 5998 Der historische Staudamm wurde 1890 bis 1906 bei der Stadt Quixadá inmitten einer Gruppe von Inselbergen errichtet, die unter der Bezeichnung Monolithen von Quixadá bekannt sind.
Geoglyphen von Acre 2015 K 5999 Die Geoglyphen im Bundesstaat Acre sind niedrige Erdwälle und Gräben, die verschieden geformte geometrische Strukturen darstellen.
Itacoatiaras des Ingá-Flusses
(Lage)
2015 K 6000 ist eine Felsformation mit Petroglyphen inmitten des Flusses Ingá in der Nähe der Stadt Ingá (Paraíba) in Paraíba.
Roberto-Burle-Marx-Stätte
(Lage)
2015 K 6001 Wirkungsstätte des Landschaftsarchitekten Roberto Burle Marx mit seinem Wohnhaus und seiner Bibliothek in Rio de Janeiro
Nationalpark Lençóis Maranhenses 2017 N 6261 Dünengebiet an der Küste des Bundesstaats Maranhão

Ehemalige WelterbekandidatenBearbeiten

Diese Stätten standen früher auf der Tentativliste, wurden jedoch wieder zurückgezogen oder von der UNESCO abgelehnt. Stätten, die in anderen Einträgen auf der Tentativliste enthalten oder Bestandteile von Welterbestätten sind, werden hier nicht berücksichtigt.[4]

f1  Karte mit allen Koordinaten ehemaliger Welterbekandidaten: OSM

Bild Bezeichnung Jahr Typ Ref. Beschreibung
Franziskanerklöster im Nord-Osten von Brasilien 1996–2011 K 34 umfasste João Pessoa (Paraíba, bereits 1982 vorgeschlagen), Olinda (Pernambuco), São Cristóvão (Alagoas), Marechal Deodoro und Penedo (Sergipe), Salvador (Bahia), São Francisco do Conde und Cairu (Bahia)

2008 vertagt, Olinda, São Cristóvão und Salvador (Bahia) gehören bereits zum Welterbe

Schutzgebiet Alto-Ribiera-Tal 1999–2005 K

WeblinksBearbeiten

  Commons: UNESCO-Welterbestätten in Brasilien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Brasilien auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Brasilien. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 13. März 2018 (englisch).
  2. Deutsche Bezeichnungen entsprechend Welterbeliste. Deutsche UNESCO-Kommission, abgerufen am 20. Januar 2018.
  3. Tentativliste von Brasilien. UNESCO World Heritage Centre, abgerufen am 13. März 2018 (englisch).
  4. Former Tentative Sites of Brazil. In: World Heritage Site. Abgerufen am 13. März 2018 (englisch).