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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Sprendlingen
Sprendlingen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Sprendlingen hervorgehoben

Koordinaten: 49° 52′ N, 7° 59′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Verbandsgemeinde: Sprendlingen-Gensingen
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 13,02 km2
Einwohner: 4200 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 323 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55576
Vorwahl: 06701
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 056
Adresse der Verbandsverwaltung: Elisabethenstraße 1
55576 Sprendlingen
Website: www.sprendlingen.de
Ortsbürgermeister: Manfred Bucher (Bündnis 90/Die Grünen)
Lage der Ortsgemeinde Sprendlingen im Landkreis Mainz-Bingen
Breitscheid (Hunsrück)BacharachManubachOberdiebachOberheimbachNiederheimbachWeiler bei BingenTrechtingshausenWaldalgesheimMünster-SarmsheimBingen am RheinIngelheim am RheinBudenheimGrolsheimGensingenHorrweilerAspisheimWelgesheimZotzenheimBadenheimSprendlingenSankt Johann (Rheinhessen)Wolfsheim (Gemeinde)OckenheimGau-AlgesheimAppenheimNieder-HilbersheimBubenheim (Rheinhessen)Ober-HilbersheimEngelstadtSchwabenheim an der SelzJugenheim in RheinhessenStadecken-ElsheimEssenheimOber-OlmKlein-WinternheimNieder-OlmSörgenlochZornheimBodenheimGau-BischofsheimHarxheimNackenheimLörzweilerMommenheim (Rheinhessen)HahnheimSelzenNiersteinOppenheimDienheimDexheimDalheim (Rheinhessen)KöngernheimFriesenheim (Rheinhessen)UndenheimUelversheimUelversheimLudwigshöheGuntersblumWeinolsheimDolgesheimEimsheimHillesheim (Rheinhessen)WintersheimDorn-DürkheimRhein-Lahn-KreisHessenMainzRhein-Hunsrück-KreisLandkreis Bad KreuznachDonnersbergkreisLandkreis Alzey-WormsKarte
Über dieses Bild
Rathaus und Marktplatz während des Jahrmarktes
Evangelische Pfarrkirche: Michaeliskirche am Marktplatz
Katholische Pfarrkirche St. Michael
Nachbau eines optischen Telegrafen auf der Napoleonshöhe bei Sprendlingen (Rheinhessen)

Sprendlingen (Rheinhessen, Audio-Datei / Hörbeispiel Anhören?/i) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Die Gemeinde ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Sprendlingen-Gensingen, der sie auch angehört. Sprendlingen ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographische LageBearbeiten

Sprendlingen liegt in Rheinhessen ca. 10 Kilometer ostnordöstlich von Bad Kreuznach am Wiesbach. Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz liegt ca. 25 Kilometer Luftlinie nordöstlich der Gemeinde.

Nachbargemeinden sind Badenheim, Pfaffen-Schwabenheim, Zotzenheim, St. Johann und Gau-Bickelheim.

GeschichteBearbeiten

Die erste Erwähnung Sprendlingens erfolgt in einer Überlieferung des Klosters Lorsch im Jahr 767. König Karl der Kahle schenkte das Dorf im Jahr 877 dem Klosterstift der hl. Gertrude zu Nivelle in Brabant. In späteren Zeiten gelangte der Ort in den Besitz der Grafschaft Sponheim. Im Jahr 1707 wurde Sprendlingen badischer Besitz und bildete ein markgräflich-badisches Amt.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde Sprendlingen von den Franzosen erobert. Dort war zeitweise das französische Hauptquartier, in das z. B. Ibersheim 600 Portionen Brot zu 2 1/2 Pfund zu liefern hatte.[3] Von 1813 bis 1814 befand sich an der nördlichen Gemeindegrenze auf dem Zotzenheimer Horn, einem Ausläufer der Napoleonshöhe, eine Telegrafenstation der Optischen Telegrafenlinie Metz–Mainz, mittels derer Nachrichten zwischen Mainz, der Hauptstadt des damaligen Départements du Mont-Tonnerre am Donnersberg, und Metz und von dort aus nach Paris übermittelt wurden. 2014 wurde ein Turm (Napoleonsturm)[4] errichtet, der als „technikgeschichtliches Denkmal“ an die Anfänge der Nachrichtenübertragung über weite Distanzen erinnern soll.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Sprendlingen besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[5]

Wahl SPD CDU GRÜNE BL Gesamt
2019 6 7 4 3 20 Sitze
2014 6 8 3 3 20 Sitze
2009 5 9 2 4 20 Sitze
2004 5 10 1 4 20 Sitze
  • BL = Bürgerliste Sprendlingen e. V.

BürgermeisterBearbeiten

Im Rahmen der Kommunalwahl 2019 wurde Manfred Bucher mit 59,52 Prozent der Stimmen erneut direkt als Ortsbürgermeister bestätigt.[6]

PartnerschaftenBearbeiten

Sprendlingen unterhält Partnerschaften mit Genlis und Longecourt-en-Plaine in Frankreich, die beide östlich von Dijon in Burgund liegen.

KulturBearbeiten

Seit 2004 existiert die Wißberghalle, eine Kultur- und Sporthalle. Im Ort aktiv sind zwei Karnevalsvereine und zwei Theatergruppen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Es gibt ein Heimatmuseum[7], beheimatet in einem alten Fachwerkhaus, und das alte Rathaus am Marktplatz. Das Gertrudenviertel beherbergt noch viele ältere Gebäude. Am oberen Ende der Zimmergasse befindet sich die ehemalige Synagoge, welche heute als Kulturzentrum und Vereinsheim des Blasorchesters Sprendlingen genutzt wird. Durch den Bauern- und Winzerverein Sprendlingen wird die Via Vinea gepflegt, ein Erlebnisweg durch die Weinberge.

KirchenBearbeiten

Die evangelisch-lutherische und die katholische Kirchengemeinde haben denselben Namenspatron, ihre Pfarrkirchen heißen Michaeliskirche und St. Michael.

NaturdenkmälerBearbeiten

Der Steinberg (auch Napoleonshöhe genannt) ist einer der Fundorte in Rheinhessen mit etwa zehn Millionen Jahre alten Säugetierresten aus den Dinotheriensanden des Ur-Rheins. Der Begriff Dinotheriensande beruht darauf, dass diese Ablagerungen häufig Zähne und Knochenreste des Rüsseltieres Dinotherium enthalten.

SportBearbeiten

In Sprendlingen gibt es mehrere Sportvereine, unter anderem den erfolgreichen Handballverein HSG Zotzenheim/St.-Johann/Sprendlingen, die TSG Sprendlingen 1861, den Tennisclub Sprendlingen, das Karate Dojo Sprendlingen und den Dartclub Sprendlingen. Das Angebot an sportlichen Aktivitäten umfasst ein Stadion, mehrere Sporthallen, einen Tennispark, ein Freibad, eine Reithalle und ausgeschilderte Wanderwege durch die Region.

MusikBearbeiten

Es gibt ein Blasorchester und einen Männergesangsverein.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Sprendlingen ist geprägt vom Weinbau, hat als Mittelpunktgemeinde eine gute Einzelhandelsinfrastruktur und besitzt mehrere industrielle Arbeitgeber wie das Wohnmobilwerk Eura Mobil oder den Baudienstleister K.H. Gaul.

VerkehrBearbeiten

BahnBearbeiten

Sprendlingen liegt an der Rheinhessenbahn BingenAlzeyWorms. Am Bahnhof Sprendlingen (Rheinhessen) halten heute im Stundentakt Regionalbahnen der DB Regio Mitte. Hier zweigte von 1888 bis 1973 die dann stillgelegte Bahnstrecke Sprendlingen–Fürfeld ab. Weiter lag Sprendlingen von 1912 bis 1953 an der schmalspurigen Überlandstraßenbahn Bad Kreuznach–St. Johann. Omnibusse lösten deren Verkehr ab.

StraßeBearbeiten

Sprendlingen liegt direkt an der B 50 Bingen–Gau-Bickelheim. Die A 61 durchquert das Gemeindegebiet; die nächstgelegene Anschlussstelle ist Gau-Bickelheim. Sprendlingen wird von den Buslinien 650 und 657 des RNN angefahren, die eine Direktverbindung nach Mainz herstellen.

BildungBearbeiten

Es gibt in Sprendlingen einen kommunalen Kindergarten sowie je einen katholischen und evangelischen Kindergarten. Es gibt eine Grundschule und eine Integrierte Gesamtschule in Sprendlingen, beide bieten auch ganztägige Betreuung an. Daneben existiert die Elisabethenschule, eine Förderschule mit ebenfalls ganztägiger Betreuung. Des Weiteren findet man auf dem Gelände der IGS eine gut ausgestattete, moderne Bibliothek, die Bibliothek Sprendlingen-Gensingen. Sie besitzt zwei gleichberechtigte Standorte, der zweite befindet sich in Gensingen im Haus der Kultur.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Wilhelm Flegler (1848–1935), Philologe
  • Jakob Bach (1868–1941), Lehrer und Landtagsabgeordneter
  • Karl Schnell (1916–2008), General und Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium
  • Hans Broßmann (1923–1997), Weingutsbesitzer und Politiker (FDP), Landtagsabgeordneter
  • Edgar Diehl (* 1950), Maler, Künstler, Autor und Kurator

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Adolf Trieb: Ibersheim am Rhein, 1911, S. 122.
  4. Napoleonsturm (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sprendlingen-gensingen.de
  5. Der Landeswahlleiter RLP: Stadt- und Gemeinderatswahlen 2019. Abgerufen am 4. August 2019.
  6. Der Landeswahlleiter RLP: Einzelwahlen 2019. Abgerufen am 4. August 2019.
  7. Heimatmuseum Sprendlingen (Memento des Originals vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.remus.museum