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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Niederheimbach
Niederheimbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Niederheimbach hervorgehoben
Koordinaten: 50° 2′ N, 7° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mainz-Bingen
Verbandsgemeinde: Rhein-Nahe
Höhe: 90 m ü. NHN
Fläche: 7,38 km2
Einwohner: 778 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55413
Vorwahl: 06743
Kfz-Kennzeichen: MZ, BIN
Gemeindeschlüssel: 07 3 39 040
Adresse der Verbandsverwaltung: Koblenzer Straße 18
55411 Bingen am Rhein
Website: www.niederheimbach.de
Ortsbürgermeister: Heinz Wagner
Lage der Ortsgemeinde Niederheimbach im Landkreis Mainz-Bingen
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Über dieses Bild
Kirche und Heimburg

Niederheimbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Nahe an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Bingen am Rhein hat. Niederheimbach ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Seit 2002 ist Niederheimbach Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Niederheimbach liegt zwischen Koblenz und Bingen direkt am Mittelrhein, nur etwas nordwestlich des Rheinknies. Der Ort, der sich unterhalb bzw. östlich des Binger Walds befindet, erstreckt sich mit seinem bebauten Gebiet auf 80 bis 140 m ü. NHN; der höchste Berg im Gemeindegebiet ist der Franzosenkopf (618 m), der sich südlich des Orts im Niederheimbacher Wald befindet.

Zu Niederheimbach gehören auch die Wohnplätze Burg Hohneck (Heimburg), Burg Sooneck, Landgut Farm sowie Finkenhof.[3]

Mittelrheintal bei Niederheimbach, aufgenommen vom Aussichtsturm Siebenburgenblick

GeschichteBearbeiten

Heimbach wurde zuerst in einer Urkunde vom 14. Juni 983 erwähnt, in der Kaiser Otto II. dem Mainzer Erzbischof Willigis seine Rechte im Bann Bingen bestätigte.[4]

Nieder-Heimbach war ehemals dem Mainzer Domkapitel zugehörig. Oberhalb des Dorfes liegt auf einem Berg die Ruine des Schlosses Heimburg, das 1353 dem Kurverwalter Kuno II. von Falkenstein pfandweise eingeräumt, 1362 dem Erzstift Mainz zurückgegeben wurde. Die Zeit seines Verfalls ist unbekannt. Unweit des Dorfes liegen auch die Burg Sooneck oder Saneck, die an der äußersten Spitze des Soon- oder Sanwald erbaut war. 1282 als ein Raubnest auf Befehl des Kaisers Rudolf zerstört, späterhin wieder aufgebaut und dem Rheinischen Rittergeschlecht von Waldeck übergeben wurde. Dies ward 1346 vom Erzbischof Heinrich III. von Virneburg damit belehnt und starb ums Jahr 1450 aus. Nach 1450 ging die Burg in den Besitz des Ritters Jan Maximilian von und zu Breder.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Niederheimbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 550
1835 710
1871 794
1905 965
1939 1.085
1950 1.229
Jahr Einwohner
1961 1.131
1970 1.081
1987 827
1997 825
2005 809
2017 778

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Niederheimbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWG WNF Gesamt
2014 2 3 5 2 12 Sitze
2009 1 4 5 2 12 Sitze
2004 2 3 5 2 12 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Niederheimbach e. V.
  • WNF = Wählergemeinschaft Niederheimbacher Frauen e. V.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Eine Partnerschaft besteht seit 1981 mit der ehemaligen Gemeinde Champtoceaux aus Frankreich, heute Orée d’Anjou.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Burg Sooneck
 
Aussichtsturm Siebenburgenblick

BauwerkeBearbeiten

  • Burg Sooneck, (auch Saneck oder Sonneck genannt) steht auf einem Steilhang des Soonwaldes oberhalb der Gemeinde. Sie kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden.
  • Heimburg, (auch Burg Hoheneck genannt) liegt über der Gemeinde. Die Burg ist heute in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.
  • Aussichtsturm Siebenburgenblick, ein 9,6 m[7] hoher Holzturm, der oberhalb der Burg Sooneck unmittelbar am Prädikats-Fernwanderweg Rheinburgenweg errichtet wurde. Von der 8,5 m[7] hoch liegenden Aussichtsplattform hat man Aussicht ins Rheintal und zu sieben Burgen in der Umgebung[8]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Niederheimbach

MärchenhainBearbeiten

Bis zu seiner Schließung in den 1980er Jahren war der Märchenhain ein touristischer Anziehungspunkt. Ein Großteil der Märchenfiguren wurde restauriert und haben an einem idyllisch gelegenen Weg nahe der Ortschaft ihren neuen Platz gefunden. Dort sind nun Märchenfiguren wie Rotkäppchen, Hänsel und Gretel und viele weitere in neuem Glanz auf dem „Kuhweg“ und in der Burggärtnerei zu betrachten.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

VereineBearbeiten

  • Bereits 1924 wurde der "Verkehrsverein Niederheimbach e.V." (Kurz: VVN) gegründet. Seine Mitglieder arbeiten Ehrenamtlich zur Verschönerung des Ortsbildes und sind für Touristen der Ansprechpartner vor Ort. Der VVN betreut auch die Wanderwege rund um Niederheimbach.[9]
  • Am 6. September 2015 eröffnete der 2011 gegründete Verein „Dorfmuseum Heimbachtal e. V“ in der Wohnung im ersten Stock des Bahnhofs Niederheimbach ein kleines Museum zur Geschichte des Ortes.[10]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

EnergieBearbeiten

Die Stadtwerke Mainz AG plant auf dem Franzosenkopf oberhalb von Niederheimbach den Bau des Pumpspeicherwerks "Heimbach-Speicher" mit einer Leistung zwischen 400 und 600 MW.[11]

VerkehrBearbeiten

  • Direkt durch die Gemeinde verläuft die Bundesstraße 9, die u. a. Mainz mit Koblenz verbindet.
  • Die Bundesautobahn 61 wird nach ca. 13 km an der Anschlussstelle Rheinböllen erreicht.
  • Der Bahnhof Niederheimbach liegt an der linken Rheinstrecke.
  • Eine Autofähre[12] verbindet die Gemeinde mit Lorch auf der anderen Rheinseite.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Einzelnachweise und AnmerkungenBearbeiten

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018[Version 2019 liegt vor]. S. 105 (PDF; 2,2 MB).
  4. Anton Joseph Weidenbach: Regesten der Stadt Bingen, des Schlosses Klopp und des Klosters Rupertsberg, Bingen 1853, S. 3 (Google Books)
  5. Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830, S. 595 (Google Books)
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. a b Angaben laut privat durchgeführten Messungen
  8. Sieben - Burgen - Blick auf der Webseite der Gemeinde Niederheimbach
  9. [1] Verkehrsverein Niederheimbach e.V. (VVN). Hier auch mit den Wanderwegen um Niederheimbach.
  10. Dorfmuseum/Archiv Heimbachtal e.V. Ortsgemeinde Niederheimbach auf der Homepage des Zweckverbands Welterbe Oberes Mittelrheintal. Hier auch Öffnungszeiten.
  11. www.psw-heimbach.de
  12. http://www.mittelrhein-faehre.de/index.htm