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GeographieBearbeiten

Ober-Olm liegt in Rheinhessen, knapp 7 Kilometer südsüdwestlich der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz. Nördlich der Gemeinde befindet sich der Ober-Olmer Wald, der 2017 zusammen mit angrenzenden Gebieten unter Naturschutz gestellt wurde („Wiesen am Layenhof – Ober-Olmer Wald“).

Zu Ober-Olm gehören auch die Wohnplätze Am Wald, Erlenhof, Staarbergerhof und Wiesenmühle.[2]

NachbarorteBearbeiten

Nachbarorte sind Mainz-Layenhof, Mainz-Finthen, Mainz-Drais, Mainz-Lerchenberg, Mainz-Marienborn, Klein-Winternheim, sowie die Gemeinden Nieder-Olm und Essenheim.

KlimaBearbeiten

Der Jahresniederschlag beträgt 620 mm. Die Niederschläge sind niedrig. Sie liegen im unteren Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 25 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Mai. Im Mai fallen 1,7 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren kaum und sind gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 23 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

GeschichteBearbeiten

Funde in der Gemarkung aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. stellen erste Nachweise der Besiedlung dar. Im Jahr 97 ließ Konsul Veiento bei seinem Klein-Winternheimer Besitz, einer reich ausgestatteten Römersiedlung, in der Ober-Olmer Flur „Villenkeller“ der Göttin Nemetona einen Tempel errichten. Der Ort Ober-Olm selbst entstand im 6. Jahrhundert als eine fränkische Gründung und wurde im Jahr 994 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name „Ulmena Superior“ von 1190 wurde früher mit Ulmen in Verbindung gebracht, die Baumnamen wurden aber erst im 12. Jahrhundert aus dem Lateinischen ins Deutsche übernommen. Die Bildung des Ortsnamens „Ulm“ und einer Endung „ena“ ist typisch für einen Bachnamen, und diese sind sehr häufig auch als Siedlungsnamen verwendet worden. Es ist anzunehmen, dass „Ulmena“ der Name war, den die germanischen Siedler zwischen Ober-Olm und Nieder-Olm der Selz gegeben haben. Die verbliebene römische Bevölkerung benutzte für den Bach noch den Namen „Salusia“, der sich schließlich auch durchsetzte. „Ulmena“ blieb aber als Ortsnamen an den beiden „Olm“ hängen, „Ulmena Superior“ für Ober-Olm.

In den Jahren 1582, 1603 und 1857 wurde der Ort durch verheerende Brände zerstört.

Ober-Olm gehört seit 1972 zur Verbandsgemeinde Nieder-Olm.

Viele Stifte und Klöster hatten Landgüter im Ort, so unter anderen Kloster Eberbach, sowie die Mainzer Klöster Maria Dalheim, Dominikaner und Kartause, die Weißfrauen in Mainz und das Allerheiligenkloster in Wesel. Weiterhin das Mainzer Domkapitel, die Stifte Ravengiersburg, St. Johannes, St. Stephan, Mariengreden, St. Viktor und St. Peter.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

 
Rathaus

Der Gemeinderat in Ober-Olm besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]

Wahl SPD CDU FDP FWG GRÜNE Gesamt
2019 4 8 1 3 4 20 Sitze
2014 7 7 1 5 - 20 Sitze
2009 8 7 2 3 - 20 Sitze
2004 8 8 1 3 - 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Ober-Olm e. V.

BürgermeisterBearbeiten

Seit 23. September 2018 ist Matthias Becker (CDU) Ortsbürgermeister.[4] In der Kommunalwahl 2019 wurde er im Amt bestätigt.

Historisch waren folgende Personen Bürgermeister:

  • Jakob Limberger (1771–1793)
  • Heinrich Schreiber (1793)
  • Peter Metzler (1793–1797)
  • Heinrich Schreiber (1797–1809)
  • Anton Müller (1809–1813)
  • Peter Darmstadt (1813–1826)
  • Bernhard Hembes (1827–1835)
  • Velten Schreiber (1835–1848)
  • Bernhard Hembes (1849–1868)
  • Peter Kissel (1868–1880)
  • Johann André (1880–1897)
  • Friedrich Johann Kissel (1897–1910)
  • Karl Wohmann (1910–1919)
  • Karl Bär II. (1920–1929)
  • Johann Metzler III. (1930–1936)
  • Karl Heinrich Bär (1936–1945)
  • Johann Metzler III. (1945–1946)
  • Nikolaus Schmitt II. (1946–1947)
  • Franz Nikolaus Becker (1947–1968) (Ehrenbürger der Gemeinde Ober-Olm)
  • Heinz Herbst (1969–1974)
  • Karl Michael Wohmann (1974–1984)
  • Heribert Schmitt, SPD (1984–2014)
  • Doris Leininger-Rill, FWG (2014–2018)

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Gemeindefreundschaften werden unterhalten mit

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Martinskirche mit dem Turm aus karolingischer Zeit und der Statue des St. Urban aus dem 16. Jahrhundert
  • Jagdschloss der Mainzer Kurfürsten (Altes Forsthaus) von 1764
  • Ober-Olmer Wald, ein 335 Hektar großes Naherholungs- und Naturschutzgebiet
  • Valentinskapelle mit ihrem Rokokoaltar, die malerisch am Rande der Weinberge liegt
  • Eine das Ortsbild prägende mächtige Ulme von circa 1745 fiel 1985 dem Ulmensterben zum Opfer und musste bis zum Stamm abgetragen werden. 2009 musste auch der Stamm gefällt werden. An die Stelle trat ein Kunstobjekt aus Cortenstahl, das den Umriss einer Baumscheibe zeigt.[5]
  • Saniertes Rathaus aus dem Jahr 1550, Aufstockung 1721/22.

FotogalerieBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

  • Die Bundesautobahn 63 wird nach etwa drei Kilometern erreicht.
  • Der Bahnhof Klein Winternheim-Ober-Olm der Deutschen Bahn befindet sich im benachbarten Klein-Winternheim (Siehe Bahnstrecke Alzey–Mainz).
  • Stadtbusverbindung nach Mainz (Linie 54 in die Innenstadt und Linie 66 bis Mainz-Lerchenberg) und Busverbindungen der ORN (Regionallinie 650) in das rheinhessische Umland sowie abends in die Stadt Mainz und zurück bis nach Mitternacht.

TelekommunikationBearbeiten

Fernmeldeturm Ober-Olm: 1966 erbauter, 70,35 Meter hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom (Spitznamen: „Olmi“, „Ober-Olmer Spargel“, „Fernsehturm“) bei 49° 56′ 31″ N, 8° 10′ 16″ O. 1990 wurde der Fernmeldeturm um 38 Meter aufgestockt. Er ist jetzt 108,35 Meter hoch.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

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  • Rathaus, Kirchgasse 7
  • Gemeindebücherei in der Alten Schule
  • Ulmenhalle, Mehrzweckhalle, Essenheimer Straße 17a
  • Sportanlage mit Kunstrasen-Fußballspielfeld und wettkampftaugliche Leichtathletikanlagen, Am Sportplatz
  • Kindergarten Abenteuerland, Pfannenstiel 36
  • Kindertagesstätte St. Elisabeth, Essenheimer Straße 17

BildungBearbeiten

  • Grundschule Ober-Olm, Schulstraße, Träger: Verbandsgemeinde Nieder-Olm
  • Kreisvolkshochschule (KVHS), Zweigstelle Ober-Olm, Schulstraße 2

VerlagswesenBearbeiten

In Ober-Olm wird die einzige im pennsylvaniadeutschen Dialekt geschriebene Zeitschrift Hiwwe wie Driwwe herausgegeben. Im Ort befindet sich auch die Geschäftsstelle des Deutsch-Pennsylvanischen Arbeitskreises e.V.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

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  • Franz Nikolaus Becker
  • Pfarrer Henri Thiebaut, Ramonchamp

Mit Ober-Olm verbundenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ober-Olm – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019. S. 169 (PDF; 3 MB).
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  4. Ober-Olm: Matthias Becker ist neuer Ortsbürgermeister
  5. Kirsten Strasser: Alte Ulme kehrt als Denkmal nach Ober-Olm zurück. In: Allgemeine Zeitung. 23. März 2017, abgerufen am 25. April 2019.
  6. http://www.aitasports.de/component/tortags/tag/Weltmeisterschaft