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Pfaffen-Schwabenheim

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Pfaffen-Schwabenheim
Pfaffen-Schwabenheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Pfaffen-Schwabenheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 51′ N, 7° 57′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Bad Kreuznach
Höhe: 144 m ü. NHN
Fläche: 5,18 km2
Einwohner: 1329 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 257 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55546
Vorwahl: 06701
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 078
Adresse der Verbandsverwaltung: Rheingrafenstraße 11
55543 Bad Kreuznach
Website: www.pfaffen-schwabenheim.de
Ortsbürgermeister: Hans-Peter Haas (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Pfaffen-Schwabenheim im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild
Ehemalige Kloster- und heutige Katholische Filialkirche

Pfaffen-Schwabenheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach an.

GeografieBearbeiten

Pfaffen-Schwabenheim liegt in Rheinhessen, ca. 5 Kilometer östlich von Bad Kreuznach. Nachbarorte sind Biebelsheim, Zotzenheim, Sprendlingen, Badenheim, Pleitersheim und Bad Kreuznach.

GeschichteBearbeiten

Pfaffen-Schwabenheim ist – wie alle rheinhessischen Orte mit der Endung -heim – eine fränkische Gründung des 5./6. Jahrhunderts. Zu Suaboheim finden sich im Lorscher Codex vier Schenkungsurkunden (Nr. 1917 – 1920) aus der Zeit zwischen 770 und 836.[2] Es ist jedoch nicht geklärt, ob es sich dabei um Pfaffen-Schwabenheim oder Schwabenheim an der Selz handelt. Dies erfolgte erst 1248, wobei die Augustiner-Chorherren namensgebend waren, die nach 1130 vom Mainzer Erzbischof Adalbert I. von Saarbrücken in das um 1040 von dem Seligen Eberhard VI. von Nellenburg mitgegründete Kloster eingesetzt wurden, so dass das Augustiner-Chorherrenstift Pfaffen-Schwabenheim entstand. Um 1120 kam der Ort als Mitgift der nellenburgischen Erbin Mechtild von Mörsberg an die Grafschaft Sponheim. Nach der Hausteilung von 1220 gehörte es zur Grafschaft Sponheim-Kreuznach, die – von dem imaginären Standort Mainz aus betrachtet – auch als die „vordere Grafschaft Sponheim“ bezeichnet wird. Nach dem Aussterben der Grafen von Sponheim-Kreuznach im Jahre 1414 fiel es an die Grafschaft Sponheim-Starkenburg. Als 1437 auch die starkenburgische Linie ausstarb, kam Pfaffen-Schwabenheim an ein Kondominium der Markgrafschaft Baden und der Grafen von Veldenz. Letztere wurden 1444 vom Haus Pfalz-Simmern beerbt, das 1559 auch noch die Kurwürde erbte und 1685 ausstarb. Nach dem Ende des verheerenden Pfälzischen Erbfolgekriegs 1697 ließ die neue Kurlinie Pfalz-Neuburg im Zuge ihrer Rekatholisierungspolitik in Pfaffen-Schwabenheim die heute größte unverändert erhaltene barocke Klosteranlage in Rheinland-Pfalz errichten. Nach der Aufteilung des Kondominiums zwischen Baden und Kurpfalz 1707 gehörte Pfaffen-Schwabenheim mit dem Oberamt Kreuznach vollständig zur Kurpfalz. Nach der Französischen Revolution wurde der Ort 1792 im Zuge der Koalitionskriege von den Franzosen besetzt und 1797 dem Département du Mont-Tonnerre (Donnersberg) dem französischen Staatsgebiet einverleibt.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Pfaffen-Schwabenheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2019[3] 7 9 16 Sitze
2014[4] 7 7 2 16 Sitze
2009 5 7 4 16 Sitze
2004 4 7 5 16 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Pfaffen-Schwabenheim e. V.

BürgermeisterBearbeiten

Ortsbürgermeister ist Hans-Peter Haas (CDU). Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 77,40 % in seinem Amt bestätigt.[5]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In geteiltem Schild, oben in Silber die Halbfigur eines Augustiner-Mönches in Vorderansicht, beiderseitig begleitet von einem grünen Weinstock, unten in Blau und Gold geschachtet.“
Wappenbegründung: Es wurde 1953 vom rheinland-pfälzischen Innenministerium genehmigt. Die Farben Blau und Gold entstammen den Grafen von Sponheim. Der Mönch verweist auf das Kloster, das bis 1802 im Ort bestand.

VereineBearbeiten

  • Im Ort ist die Fördergemeinschaft Kirchen, Klosteranlagen und Kulturdenkmäler engagiert, die sich um die Erhaltung, Pflege und Belebung ihrer Kulturdenkmäler wie der evangelischen Kirche, der katholischen Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt mit ihrem Augustiner Chorherrenstift und zahlreicher denkmalgeschützter Häuser kümmert.
  • Freiwillige Feuerwehr Pfaffen-Schwabenheim
  • Theaterverein Klosterbühne Pfaffen-Schwabenheim e.V.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Luftaufnahme von Pfaffen-Schwabenheim, dahinter Sprendlingen

WeinbauBearbeiten

Pfaffen-Schwabenheim gehört zum „Weinbaubereich Bingen“ im Anbaugebiet Rheinhessen. Im Ort sind 16 Weinbaubetriebe tätig, die bestockte Rebfläche beträgt 160 Hektar. Etwa 80 % des angebauten Weins sind Weißweinrebsorten (Stand 2007). Im Jahre 1979 waren noch 56 Betriebe tätig, die damalige Rebfläche betrug 141 Hektar.[6]

VerkehrBearbeiten

In Pfaffen-Schwabenheim geborenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Gießen 1905, S. 385–388. Die Angaben zur Ersterwähnung stehen im Widerspruch zu den Lorscher Schenkungsurkunden.
  • Joachim Köhler, Sandra Hummel: Historisches Pfaffen-Schwabenheim. Independently published, 2018, ISBN 978-1-983308-97-0.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Karl Josef Minst [Übersetzer]: Lorscher Codex (Band 3), Urkunde 1917, 5. November 755 – Reg. 1237. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 341 ff., abgerufen am 15. März 2016.
  3. Der Landeswahlleiter RLP: Gemeinderatswahl 2019 Pfaffen-Schwabenheim. Abgerufen am 13. September 2019.
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Der Landeswahlleiter RLP: Direktwahlen 2019. siehe Bad Kreuznach, Verbandsgemeinde, zehnte Ergebniszeile. Abgerufen am 13. September 2019.
  6. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz - Infothek