Guldental

Gemeinde in Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Guldental
Guldental
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Guldental hervorgehoben

Koordinaten: 49° 54′ N, 7° 50′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Langenlonsheim-Stromberg
Höhe: 140 m ü. NHN
Fläche: 12,99 km2
Einwohner: 2475 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 191 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55452
Vorwahl: 06707
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 035
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Naheweinstraße 80
55450 Langenlonsheim
Website: www.guldental.de
Ortsbürgermeisterin: Elke Demele (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Guldental im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild

Guldental ist eine Ortsgemeinde an der Nahe im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg an.

GeographieBearbeiten

 
Guldental

Der Ort liegt im Naheland zwischen den südlichen Ausläufern des Hunsrücks am Lauf des Guldenbachs.

Die Nachbargemeinden sind von Norden im Uhrzeigersinn: Langenlonsheim, Bretzenheim, Bad Kreuznach, Hargesheim, Gutenberg, Windesheim sowie Waldlaubersheim.

Guldental entstand im Rahmen der Verwaltungsreform 1969 aus den beiden ehemaligen Orten Heddesheim und Waldhilbersheim sowie aus dem Ortsteil Breitenfelserhof und dem Wohnplätzen Ackermühle.[2]

GeschichteBearbeiten

 
Ortsteil Heddesheim oben
Ortsteil Waldhilbersheim unten
 
Ortsteil Breitenfelserhof
 
Guldental

Bereits 1163 wurde der Besitz Hetdenesheim (Heddesheim) urkundlich erwähnt und war schon vor 700 Jahren eines der Großdörfer im heutigen Landkreis Bad Kreuznach. Unter französischer Herrschaft wurde Heddesheim im Jahre 1800 der Mairie Langenlonsheim zugeteilt.

Auch der heutige Ortsteil Waldhilbersheim hat ein hohes Alter: Bereits ab dem Jahre 1200 tritt die Bezeichnung des Ortes in Urkunden auf. Im Jahre 1800 kam der Ort zur Mairie (der späteren Bürgermeisterei) Windesheim und 1939 zum Amt Langenlonsheim.

Die heutige Ortsgemeinde Guldental wurde im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungs- und Gebietsreform am 7. Juni 1969 aus den selbständigen Gemeinden Heddesheim (Nahe) mit dem Ortsteil Breitenfelser Hof und Waldhilbersheim gebildet.[3]

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat in Guldental besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender. Bis 2014 gehörten dem Gemeinderat 20 Ratsmitglieder an.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD CDU GRÜNE FLG Gesamt
2019[4] 5 5 2 4 16 Sitze
2014[5] 4 6 2 4 16 Sitze
2009 4 9 2 5 20 Sitze
2004 4 10 1 5 20 Sitze
  • FLG = Freie Liste Guldental e. V.

BürgermeisterBearbeiten

Ortsbürgermeisterin ist Elke Demele (SPD). Bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 wurde sie mit einem Stimmenanteil von 58,98 % in ihrem Amt bestätigt.[6]

WappenBearbeiten

Das Wappen der Ortsgemeinde Guldental setzt sich aus den Wappen der ursprünglichen Gemeinden Heddesheim und Waldhilbersheim zusammen. In der oberen Hälfte des geteilten Schildes ist ein schwarzes, schwebendes Andreaskreuz auf goldenem Hintergrund zu sehen. Im unteren Teil befinden sich drei silberne Flügel auf rotem Hintergrund. Das Andreaskreuz war ursprünglich Bestandteil des Heddesheimer, die Flügel Bestandteil des Waldhilbersheimer Wappens.

Die Genehmigung zur Führung dieses Wappens wurde nach der Zusammenlegung 1969 im Jahre 1971 durch die Bezirksregierung Koblenz erteilt.[7]

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

 
Kronbergbrücke
  • Cleebourg (Frankreich, Elsaß), Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde am 25. Juli 1988 durch den damaligen Cleebourger Ortsvorsteher Charles Jautzy und den Guldentaler Ortsbürgermeister Jakob Maurer

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Evangelische Pfarrkirche (Heddesheim)Bearbeiten

Chorturm romanisch mit gotisch veränderten Schallarkaden. Langhaus aus dem 15. Jahrhundert, nachträglich durch einen dreiseitig geschlossenen Raum nach Süden erweitert. Wiederherstellung nach Brand im Jahre 1709, die Westseite mit abgeschrägten Ecken. Aus dieser Zeit auch der heutige Turmhelm.

St. Jakobus (Heddesheim)Bearbeiten

Katholische Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere: 1894 nach Plänen des Freiburger Dombaumeisters Max Meckel in neogotischen Formen errichtet. Einschiffiger Kirchenraum mit eingezogenem Chor und querschiffartig angeordneten Seitenkapellen, Giebelfront mit von aufwändigem Spitzhelm mit Wichhäusern gekröntem Flankenturm. Der Innenraum vermittelt nach der 2003 abgeschlossenen Innenrenovierung ein sehr gutes Bild eines neogotischen Gesamtkunstwerkes mit holzgeschnitzten Altarretabeln, Glasmalereien und der wiederhergestellten Farbfassung und Bemalung aus der Erbauungszeit.

St. Martin (Waldhilbersheim)Bearbeiten

Katholische Pfarrkirche St. Martin: 1774/75 erbauter barocker Saalbau mit Dachreiter, 1923 um eine Achse nach Westen verlängert.

MuseenBearbeiten

 
Feldbahn und Museum
  • Feldbahn-Museum Guldental mit 36 Feldbahnen und Fahrbetrieb[8]
  • Heimat- und Weinbaumuseum

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Guldental liegt im Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund. Im Gemeindegebiet liegt der Bahnhof Heddesheim (Nahe) an der Hunsrückquerbahn LangenlonsheimHermeskeil, die jedoch derzeit nur im Güterverkehr betrieben wird. Der nächste Bahnhof mit Personenverkehr ist Langenlonsheim an der Nahetalbahn Bingen–Bad Kreuznach, etwa 5 km östlich von Guldental. Von Guldental nach Bad Kreuznach verkehrt täglich mindestens im Zweistundentakt die Buslinie 240 des Omnibusverkehrs Rhein-Nahe.

Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Waldlaubersheim an der Bundesautobahn 61 KoblenzLudwigshafen, etwa fünf Kilometer nördlich von Guldental.

WeinbauBearbeiten

 
Sonnenberg, Weinlage Guldental

Guldental ist erheblich geprägt vom Weinbau und mit 377 Hektar bestockter Rebfläche nach Bad Kreuznach größte Weinbaugemeinde der Nahe.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Jakob Maurer (ehemaliger Bürgermeister), seit 6. Januar 2002
  • Günter Lukas (Ortschronist), seit 6. Januar 2002
  • Josef Sonnet, seit 21. Januar 2007

In Guldental geborenBearbeiten

  • Michael von Obentraut (1574–1625), Reitergeneral, der im Dreißigjährigen Krieg auf Seiten der Protestantischen Union kämpfte
  • Gustav Pfarrius (1800–1884), Dichter, Lehrer und Professor

Mit Guldental verbundenBearbeiten

  • Mathilde Machwirth, Mathilde I., fünfte Deutsche Weinkönigin 1953–1954, erste Deutsche Weinkönigin aus dem Weinbaugebiet Nahe
  • Johann Lafer (* 1957), österreichischer Koch, Fernsehkoch, Unternehmer und Sachbuchautor
  • Julia Klöckner (* 1972), Politikerin (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, 47. Deutsche Weinkönigin 1995–1996
  • Andreas Fischer-Lescano (* 1972), Rechtswissenschaftler, Hochschullehrer an der Universität Bremen
  • Dennis Friedrich (* 1978), Volleyballspieler, begann seine Karriere beim VSC Guldental
  • Manuel Friedrich (* 1979), Fußballspieler, begann seine Karriere bei der SG Guldental 07

LiteraturBearbeiten

  • Norbert Wortmann: Guldental, das gemütliche WeinDorf im NaheLand. Guldental 2007 (Bildband).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Guldental – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2018, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019. S. 22 (PDF; 3 MB).
  3. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 165 (PDF; 2,8 MB).
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2019 Guldental. Abgerufen am 15. September 2019.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Langenlonsheim, Verbandsgemeinde, dritte Ergebniszeile. Abgerufen am 15. September 2019.
  7. Rainer Seil: Guldental. Ortsgemeinde Guldental im Selbstverlag, 1986
  8. Feldbahn-Museum