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Schachtar Donezk

ukrainischer Fußballverein

Schachtar Donezk (ukrainisch Шахтар Донецьк; traditionell unter dem russischen Namen Шахтёр Донецк/Schachtjor Donezk bekannt) ist ein ukrainischer Fußballverein aus der ostukrainischen Stadt Donezk. Der Verein wurde am 3. April 1936[1] gegründet und gehört mit Dynamo Kiew zu den Mannschaften, die noch nie aus der Premjer-Liha abgestiegen sind.

Schachtar Donezk
Fc shaktar (neu).svg
Basisdaten
Name FK Schachtar Donezk
Sitz Donezk, Ukraine
Gründung 3. April 1936[1]
Farben orange-schwarz
Präsident Rinat Achmetow
Website shakhtar.com
Erste Mannschaft
Cheftrainer Paulo Fonseca
Spielstätte Metalist-Stadion
(in Charkiw)
Plätze 40.003
Liga Premjer-Liha
2018/19 Meister
Heim
Auswärts

Der Name (Шахтар / Шахтёр – „Bergarbeiter“) leitet sich vom wichtigsten Industriezweig der Region Donbass ab, dem Bergbau. Die Mannschaft spielt in der ersten ukrainischen Liga. Die Vereinsfarben sind Orange-Schwarz, gespielt wird in orangefarbenem Hemd, schwarzer Hose und orangefarbenen Stutzen.

Der Club gewann zehn ukrainische Meistertitel, ist elfmaliger ukrainischer Pokalsieger, viermaliger sowjetischer Pokalgewinner und gewann 2009 den UEFA-Pokal. Er ist damit nach Dynamo Kiew der zweiterfolgreichste Fußballverein der Ukraine.

Zurzeit trägt der Fußballklub seine Heimspiele in Charkiw aus.

GeschichteBearbeiten

Russisches Kaiserreich und SowjetunionBearbeiten

 
Stachanowez Donezk im Jahr 1937
 
Logo der sowjetischen Zeit

Bereits 1911 wurde im metallurgischen Werk der Neurussischen Gesellschaft eine Sportvereinigung gegründet. Auf ihrer Grundlage entstand Anfang April 1936 der Fußballclub unter dem Namen Stachanowez Donezk (benannt nach der Stachanow-Bewegung), dessen erstes Spiel am 24. Mai 1936 ausgetragen wurde.[1] Der Verein nahm im Folgenden an gesamtsowjetischen Wettbewerben teil. Schon 1938 spielte der Verein erstmals in der höchsten sowjetischen Liga. Zu Spielern des Vereins zählten die fußballerisch begabtesten Bergarbeiter aus der Region Donezk, die für Fußballspiele von der Arbeit beurlaubt wurden. Die für Donezk erfolgreich begonnene Saison 1941 wurde jäh vom Krieg und der deutschen Besatzung abgebrochen, in deren Verlauf bis zum Jahr 1944 ca. 60.000 Menschen in Donezk getötet wurden.

Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau der Stadt, der Spielbetrieb wurde 1945 wieder aufgenommen. Ein Jahr später wurde der Verein in Schachtjor Donezk umbenannt. Das Team spielte bis 1991 fast durchgehend in der höchsten sowjetischen Spielklasse. 1971 war Schachtar Donezk zum ersten und einzigen Mal in die Perwaja Liga abgestiegen, doch bereits in der Saison 1975 wurde die Mannschaft sowjetischer Vizemeister.[2] Durch diesen Erfolg debütierte das Team aus Donezk in der Saison 1976/77 im UEFA-Pokal und erreichte dabei die dritte Runde, wo jedoch der spätere Sieger Juventus Turin sich durchsetzen konnte. Auch wenn in den Sowjetzeiten kein einziges Mal der Meistertitel gewonnen werden konnte, gewann das damals hauptsächlich als Schachtjor bekannte Team 1960, 1961, 1980 und 1983 jeweils den sowjetischen Pokal sowie 1984 den sowjetischen Supercup.

UkraineBearbeiten

 
Logo 1997–2007

Nach dem Zerfall der Sowjetunion und der damit verbundenen Unabhängigkeit der Ukraine begann Schachtar in der neuen ukrainischen Liga zu spielen. Zunächst wurde die Liga von dem Dauerrivalen Dynamo Kiew aus der Hauptstadt dominiert, doch seit der Übernahme Schachtars am 11. Oktober 1996 durch den aus Donezk stammenden Milliardär Rinat Achmetow wurde der Verein mit großzügigen Geldzuwendungen konsequent aufgebaut. Seitdem wurde Schachtar Donezk zum ernsthaften Konkurrenten des Teams aus der ukrainischen Hauptstadt, wurde achtmal ukrainischer Meister und tritt auch in internationalen Wettbewerben zunehmend erfolgreich auf. In der Saison 2003/2004 war der ehemalige Bundesliga-Spieler Bernd Schuster Cheftrainer der Mannschaft und wurde bereits am 5. Mai 2004 entlassen. Nachfolger wurde der ehemalige Trainer von Beşiktaş Istanbul und Galatasaray Istanbul, der rumänische Spezialist Mircea Lucescu.

 
Die Mannschaft nach Gewinn des ukrainischen Fußballpokals 2011

Zu Beginn der Saison 2007/2008 hatte sich der Verein weiter verstärkt. So wurde aus Italien der Stürmer Cristiano Lucarelli, der Mexikaner Nery Castillo von Olympiakos Piräus und der brasilianische Youngster Ilsinho verpflichtet. Der ukrainische Klub hatte aber auch einige wichtige Abgänge zu verzeichnen. So wechselte Ciprian Marica zum deutschen Meister 2007 VfB Stuttgart. Matuzalém, der Spielmacher und Torjäger, wechselte nach Spanien zu Real Saragossa. Auch der brasilianische Nationalspieler und Copa-América-Gewinner 2007, Elano, verließ den Klub. Er wechselte in die englische Premier League zu Manchester City.

Am 5. Dezember 2007 führte Schachtar ein neues Logo ein, welches das seit 1997 geführte ablöste.

Von 2010 bis 2014 gewann die Mannschaft aus Donezk fünf nationale Meisterschaften in Folge. Durch den Meisterschaftsgewinn 2011 qualifizierte sich der Verein für die Gruppenphase der UEFA Champions League 2011/12. Die Gegner in der Gruppe G waren der FC Porto, Zenit Sankt Petersburg und APOEL Nikosia. Als Gruppenletzter schied die Mannschaft aus dem Wettbewerb aus. Für die Gruppenphase der UEFA Champions League 2012/13 war Schachtar ebenfalls direkt qualifiziert. Allerdings scheiterte das Team im Achtelfinale an Borussia Dortmund.

2013 feierte Schachtar den insgesamt neunten nationalen Pokalsieg und den dritten in Folge als Tschornomorez Odessa im Finale mit 3:0 geschlagen wurde, somit gewann der Verein seit 2011 zum dritten Mal hintereinander den nationalen Double.

StadionBearbeiten

 
Zentralstadion Schachtar
 
Donbass Arena

Schachtar Donezk trug seit 1936 seine Heimspiele in dem 31.718 Zuschauer fassenden Zentralstadion Schachtar aus, das am 5. September 1936 eröffnet wurde. Von März 2004 bis August 2009 diente das im Jahre 1958 erbaute Multifunktionsstadion RSK Olimpijskyj mit einer Zuschauerkapazität von 25.831 als Heimspielstätte. Am 29. August 2009[3] wurde in Donezk das moderne Fußballstadion Donbass Arena nach einer dreijährigen Bauzeit eröffnet. Die neue Arena hat eine Kapazität von 51.504 Zuschauerplätzen.

Am 23. August 2014 wurde das Stadion durch zwei Explosionen infolge von Kämpfen beschädigt.[4]

Wegen der Kämpfe in der Region Donezk im Zusammenhang mit der Krise in der Ukraine 2014 wurde entschieden, in der Saison 2014/15, in der Saison 2015/16 und zunächst in der Saison 2016/17 die Heimspiele von Schachtar in der Arena Lwiw auszutragen.[5] Zur Rückrunde der Saison 2016/17 beschloss man, die Heimspiele von nun an im Metalist-Stadion im ostukrainischen Charkiw auszutragen, da in dieser Region der Zuspruch der Fans höher ist.[6] In Lwiw kamen oft nur wenige Zuschauer ins Stadion.[7]

ErfolgeBearbeiten

In der Saison 2001/02 gewann Schachtar Donezk zum ersten Mal den Titel des Ukrainischen Meisters. In der Champions League 2004/05 scheiterte der Verein in der Vorrunde und spielte anschließend im UEFA-Pokal gegen den FC Schalke 04. Durch den Gewinn der nationalen Meisterschaft in der Spielzeit 2005/06 schaffte Schachtar Donezk erneut den Sprung in die europäische Königsklasse. In der Saison 2006/07 wurde Schachtar in der Champions League hinter dem FC Valencia und dem AS Rom Gruppendritter und schied somit erneut aus diesem Wettbewerb aus. In der 3. Hauptrunde des UEFA-Pokals setzte sich die Mannschaft gegen AS Nancy durch, scheiterte aber im Achtelfinale am spanischen Titelverteidiger FC Sevilla. In der Saison 2007/08 schied der Verein in der Gruppenphase der Champions League als Tabellenletzter aus. In der Saison 2007/08 wurde Schachtar Donezk zum dritten Mal in den letzten vier Jahren ukrainischer Meister. In der Saison 2008/09 erreichte das Team in der Champions League erneut den dritten Platz in der Gruppenphase und gewann am letzten Spieltag beim Gruppensieger FC Barcelona. Dadurch konnte sich Schachtar Donezk für den UEFA-Pokal qualifizieren, wo die Mannschaft unter anderem Tottenham Hotspur und ZSKA Moskau und im Halbfinale in einem rein ukrainischen Duell Dynamo Kiew ausschaltete. Am 20. Mai 2009 gewann Donezk im Istanbuler Şükrü-Saraçoğlu-Stadion das Finale mit 2:1 n. V. gegen Werder Bremen (Tore: Luiz Adriano und Jádson für Donezk, Naldo für Bremen) und wurde somit erster Gewinner eines Europapokals aus der eigenständigen Ukraine (Dynamo Kiew gewann zweimal den Europapokal der Pokalsieger, allerdings als Vertreter der Sowjetunion). Im Jahr 2011 erreichte Schachtar zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins das Viertelfinale der UEFA Champions League und scheiterte dort am späteren Sieger FC Barcelona.

Auch in den folgenden vier Jahren nahm Schachtar an der Champions League teil. In der Saison 2011/12 schied man als Letzter der Vorrundengruppe aus, 2012/13 ging das Achtelfinale gegen den späteren Finalisten Borussia Dortmund verloren. Nach Gruppenplatz 3 in der Vorrunde scheiterte man im Sechzehntelfinale der UEFA Europa League 2013/14 gegen Viktoria Pilsen. Im Jahr 2015 erlitt Schachtar, nachdem das Hinspiel noch torlos endete, im Achtelfinalrückspiel beim FC Bayern München mit 0:7 eine der höchsten Niederlagen der Champions League-Geschichte. Im April 2016 zog Schachtar ins Halbfinale der Europa League ein[8], musste sich dort jedoch Seriensieger FC Sevilla geschlagen geben.

NationalBearbeiten

InternationalBearbeiten

TrainerBearbeiten

(unvollständig)

Kader 2018/19Bearbeiten

  • Stand: 10. März 2019[9]
Nr. Nat. Name Geburtstag im Verein seit Vertrag bis
Tor
1 Ukraine  Oleksij Schewtschenko 26.02.1992 2018 2023
30 Ukraine  Andrij Pjatow 28.06.1984 2007 2020
55 Ukraine  Oleh Kudryk 17.10.1996 2017 2020
Abwehr
02 Ukraine  Bohdan Butko 13.01.1991 2015 2021
04 Ukraine  Serhij Krywzow 15.03.1991 2010 2021
05 Georgien  Dawit Chotscholawa 08.02.1993 2017 2020
15 Ukraine  Walerij Bondarenko 03.02.1994 2019 2023
18 Ukraine  Iwan Ordez (C)  08.07.1992 2014 2021
22 Ukraine  Mykola Matwienko 02.05.1996 2017 2021
31 Brasilien  Ismaily 11.01.1990 2013 2021
Mittelfeld
06 Ukraine  Taras Stepanenko 08.08.1989 2010 2022
07 Brasilien  Taison 13.01.1988 2013 2021
09 Brasilien  Dentinho 19.01.1989 2011 2021
11 Ukraine  Marlos 07.06.1988 2014 2021
14 Brasilien  Tetê 15.02.2000 2019 2023
17 Ukraine  Maxym Malyschew 24.12.1992 2015 2021
21 Brasilien  Alan Patrick 13.05.1991 2011 2022
23 Brasilien  Wellington Nem 06.02.1992 2013 2020
27 Brasilien  Maycon 15.07.1997 2018 2023
28 Brasilien  Marquinhos Cipriano 09.02.1999 2018 2023
29 Ukraine  Andrij Totowyzkyj 20.01.1993 2016 2020
50 Ukraine  Serhij Bolbat 13.06.1993 2015 2019
74 Ukraine  Wiktor Kowalenko 14.02.1996 2015 2020
88 Brasilien  Marcos Antônio 13.06.2000 2019 2023
99 Brasilien  Fernando 01.03.1999 2018 2023
Sturm
8 Nigeria  Olarenwaju Kayode 08.05.1993 2018 2023
10 Brasilien  Júnior Moraes 04.04.1987 2018 2020
19 Israel  Manor Solomon 24. Juli 1999 2019 2024

Bekannte ehemalige SpielerBearbeiten

Ukraine und GUS

Europa

Südamerika

Nord- und Mittelamerika

DokumentarfilmBearbeiten

  • Jakob Preuss: The Other Chelsea – Eine Geschichte aus Donezk, D/UK 2010, ausgestrahlt im ZDF am 28. Juni 2011, 0.15 Uhr.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Schachtar Donezk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikinews: Schachtar Donezk – in den Nachrichten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Geschichte des Vereins auf der offiziellen Webseite des Schachtar Donezk; abgerufen am 26. März 2018 (ukrainisch)
  2. Erstklassigkeit
  3. Donbass Arena – stadiumguide.com
  4. Ukraine-Krise: Schachtjor Stadion beschädigt TT Online
  5. Ukraine-Krise: Schachtjor Donezk weicht nach Lwiw aus Spiegel Online
  6. Ukraine: Schachtjor Donezk verlegt Heimspiele nach Charkiw RP Online
  7. Schachtjor Donezk: Der Club, der keine Heimspiele mehr hat Zeit Online
  8. http://de.uefa.com/uefaeuropaleague/news/newsid=2353747.html
  9. https://shakhtar.com/en/players/first-team/