Ribagorza

Comarca in Aragonien, Spanien, in der Provinz Huesca

La Ribagorza (katalanisch (Baixa) Ribagorça) ist eine Comarca (Verwaltungseinheit) der Autonomen Region Aragonien in Spanien. Sie liegt im Nordosten der Provinz Huesca in den aragonesischen Pyrenäen und hat auf einer Fläche von 2.460,37 km² 12.015 Einwohner (Stand 1. Januar 2019). Die Hauptstadt ist Graus.

Ribagorza
Die Lage der Comarca Ribagorza in der Provinz Huesca
Die Lage von Ribagorza in der Provinz Huesca
Basisdaten
Staat: Spanien Spanien
Autonome Gemeinschaft: Aragonien Aragonien
Provinz: Huesca
Hauptort: Graus
Fläche: 2.460,37 km²
Einwohner: 12.015 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte: 5 Einw./km²
Gemeinden: 34
Gründungsdatum: 22. Juli 2002

Die Ribagorza grenzt im Südwesten an den Somontano de Barbastro, im Westen an Sobrarbe, im Norden an Frankreich (Département Haute-Garonne), im Osten an die katalanische Provinz Lleida (Comarques Val d’Aran, Alta Ribagorça, Pallars Jussà und Noguera) und im Süden an die aragonische Comarca La Litera.

Ribagorza gehört großenteils zu den Gebieten mit katalanischsprachiger Bevölkerung im Osten Aragoniens, die gleichzeitig die Westgrenze des katalanischen Sprachgebiets bilden und als La Franja bekannt sind. Insbesondere im Gebiet des Tals von Benasque wird ein aragonesisch-katalanischer Übergangsdialekt mit okzitanisch-gaskognischen Einflüssen, (das Benasqués oder Patués) gesprochen.

GemeindenBearbeiten

Gemeinde Einwohner
1. Januar 2019
Fläche
km²
Dichte
Einw./km²
Cod INE Postleitzahl
Arén 313 119,32 3 22035 22583
Benabarre 1.124 157,14 7 22053 22580
Benasque 2.155 233,20 9 22054 22440
Beranuy 82 63,76 1 22246 22485
Bisaurri 167 63,19 3 22062 22470
Bonansa 88 37,29 2 22067 22486
Campo 278 22,86 12 22074 22450
Capella 349 60,71 6 22080 22480
Castejón de Sos 747 31,55 24 22084 22466
Castigaleu 84 26,53 3 22087 22587
Chía 83 26,10 3 22095 22465
Estopiñán del Castillo 120 88,71 1 22105 22589
Foradada del Toscar 172 106,25 2 22111 22452
Graus 3.395 299,79 11 22117 22430
Isábena 235 118,53 2 22129 22482
Lascuarre 132 31,87 4 22142 22586
Laspaúles 230 81,75 3 22143 22471
Monesma y Cajigar 76 62,60 1 22155 22587
Montanuy 212 174,20 1 22157 22487
Perarrúa 111 30,05 4 22177 22460
La Puebla de Castro 383 29,39 13 22187 22435
Puente de Montañana 89 48,56 2 22188 22584
Sahún 312 73,36 4 22200 22468
Santaliestra y San Quílez 82 23,34 4 22212 22461
Secastilla 140 47,42 3 22214 22391, 22439
Seira 148 69,40 2 22215 22463
Sesué 122 5,35 23 22221 22583
Sopeira 91 44,09 2 22223 22583
Tolva 121 58,97 2 22229 22585
Torre la Ribera 101 32,06 3 22233 22483
Valle de Bardají 30 45,48 1 22243 22451
Valle de Lierp 39 32,76 1 22244 22451
Viacamp y Litera 36 107,74 0 22247 22585
Villanova 168 7,05 24 22249 22467
Comarca Ribagorza 12.015 2.460,37 5 –  – 

GeschichteBearbeiten

Die heutige Comarca bildete den Hauptteil der Grafschaft Ribagorza, die im 9. Jahrhundert in der Spanischen Mark Karls des Großen entstand. Im frühen 10. Jahrhundert eroberten Truppen der Banu-Qasi-Dynastie von Saragossa aus einen Teil der Ribagorza und der angrenzenden Grafschaft Pallars. 1017 fiel die Grafschaft, wie auch die Grafschaft Aragón an Navarra. Als Sancho III. 1035 starb, hatte er sein Reich unter seinen Söhnen aufgeteilt. Einer von ihnen, Gonzalo Sánchez, erhielt die ehemaligen Grafschaften Ribagorza und Sobrarbe und wurde König seines Reiches. Nach seiner Ermordung am 26. Juni 1045 wurde sein Bruder Ramiro, der Aragonien (die Jacetania) erhalten hatte, sein Nachfolger.

Nach der dynastischen Vereinigung Aragoniens mit Katalonien zur Krone Aragonien wurde das Gebiet der Ribagorza zunächst 1244 von Jakob I. Katalonien zugesprochen. 1300 ratifizierte Jakob II. jedoch ein Protokoll der Cortes von Aragonien, das die Ribagorza Aragonien eingliederte. Die Cortes von Katalonien trafen 1305 einen gegenteiligen Beschluss, der von Jakob II. nicht ratifiziert wurde. 1322 ernannte er aber seinen Sohn Peter (Pedro) zum Grafen der Ribagorza, der nach den Regeln des katalanischen Reichsteils Vasall sein und regieren solle, aber an den Cortes von Aragonien teilzunehmen habe.

Die Grafschaft fiel Ende des 16. Jahrhunderts auf Betreiben Philipps II. an die spanische Krone (zurück). Nach den Decretos de Nueva Planta von 1707, die eine territoriale Neuordnung des aragonischen Reiches unternahmen, wurde Ribagorza zum Koregiment Aragoniens. Hintergrund war u. a. die Opposition der Ribagorza gegen den Bourbonen Philipp V. im Spanischen Erbfolgekrieg. Mit der Gründung der Provinz Huesca im Jahr 1834 wurde die Ribagorza zum Gerichtsbezirk Benabarre. Benabarre war seinerzeit Hauptstadt der Ribagorza.

LiteraturBearbeiten

  • Huesca. Guía turística del Altoaragón, Editorial Pirineo, Huesca 2003, ISBN 84-87997-68-6

WeblinksBearbeiten

Commons: Ribagorza – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien