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Osten (Oste)

Gemeinde im Landkreis Cuxhaven
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Osten
Osten (Oste)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Osten hervorgehoben
Koordinaten: 53° 42′ N, 9° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cuxhaven
Samtgemeinde: Hemmoor
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 48 km2
Einwohner: 1828 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21756
Vorwahlen: 04771, 04776
Kfz-Kennzeichen: CUX
Gemeindeschlüssel: 03 3 52 044
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hinter den Höfen 1
21756 Osten
Webpräsenz: www.gemeinde-osten.de
Bürgermeister: Carsten Hubert (CDU)
Lage der Gemeinde Osten im Landkreis Cuxhaven
NordseeSchleswig-HolsteinBremerhavenLandkreis OsterholzLandkreis Rotenburg (Wümme)Landkreis StadeLandkreis WesermarschArmstorfArmstorfBelumBeverstedtBülkauCadenbergeCuxhavenGeestlandHagen im BremischenHechthausenHemmoorHollnsethIhlienworthLamstedtLoxstedtMittelstenaheNeuenkirchen (Land Hadeln)Neuhaus (Oste)NordledaOberndorf (Oste)OdisheimOsten (Oste)OsterbruchOtterndorfSchiffdorfSteinau (Niedersachsen)StinstedtStinstedtWannaWingstWurster NordseeküsteKarte
Über dieses Bild
Luftbild (Sept. 2013)
Luftbild (Mai 2012)

Osten (plattdeutsch Oosten [ˈoːstən]) ist die östlichste Gemeinde im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen. Der an der Oste gelegene Ort gilt als Zentrum der Ostemarsch.

Die Gemeinde gehört zur Samtgemeinde Hemmoor und besteht aus den Orten Altendorf, Isensee und Osten.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Im Mündungsgebiet von Elbe und Oste siedelte schon vor Christi Geburt ein germanischer Volksstamm, die Chauken. Die Flachlandsiedlungen auf den Wurten bestanden bis in das 12. Jahrhundert. Damals begann die planmäßige Kultivierung von Marsch und Moor; es entstanden die Deiche mit den Schleusen für die Be- und Entwässerung des Landes, die Fleets, die Wettern und Gräben.

Der Ort Osten wurde 1220 erstmals urkundlich erwähnt. Er befand sich im Besitz der Ritter von der Osten als Lehensnehmer des Erzstifts Bremen. Noch vor 1250 wanderten jüngere Söhne der Familie nach Pommern aus und wurden dort ansässig. Die bis heute bestehende Familie führt in ihrem Wappen die Wellen der Oste und den bremischen Schlüssel. 1391 wurden in einer schweren Sturmflut Fährweg, Schleuse und Kirche schwer beschädigt. Von 1450 bis 1650 war dann die Familie von Rönne mit Osten belehnt. Das Rittergut, im Ortsteil Altendorf gelegen, kam 1748 auf dem Erbweg an die Familie der heutigen Besitzer, die Grafen von der Schulenburg.

Im Jahre 1526 wurde Osten evangelisch. 1717 gab es bei der Weihnachtsflut in Osten 17 Todesopfer. 1773 zerstörte eine Feuersbrunst insgesamt 42 Häuser. Im Jahre 1852 wurde der zunehmenden Bedeutung des Ortes mit der Einrichtung des Königlichen Amtes Osten und des Königlichen Amtsgerichts Osten Rechnung getragen. Der Ort erhielt 1881 mit dem Bahnhof Basbeck-Osten (heute Hemmoor) Anbindung an die Eisenbahnstrecke HamburgCuxhaven. Im Zuge der preußischen Verwaltungsreform entstanden 1885 aus den Ämtern Osten und Neuhaus der Kreis Neuhaus an der Oste, wodurch Osten politisch an Bedeutung verlor. 1909 wurde mit der Schwebefähre eine besondere Flussquerung eingeweiht, die zum Wahrzeichen des Ortes wurde. Die heutige Gemeinde Osten wurde durch die niedersächsische Gemeindereform am 1. Juli 1972 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Osten, Altendorf und Isensee gebildet.[2] Das Amtsgericht Osten wurde 1973 nach 121 Jahren aufgelöst.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Osten besteht aus elf Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1.001 und 2.000 Einwohnern.[3] Die neun Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[4]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
CDU 65,38 % 7
SPD 28,86 % 3
Bürgerforum Hemmoor 5,75 % 1

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 60,31 %[4] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[5]

BürgermeisterBearbeiten

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Carsten Hubert (CDU) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[6]

WappenBearbeiten

Das Wappen der Gemeinde zeigt einen Silber gespaltenen Schild; vorne: in blau vier silberne Wellenbalken (aus dem Wappen der Familie von der Osten); hinten: in silber ein halber roter goldbewehrter Adler am Spalt.[7]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseenBearbeiten

Das Ostener Museum Alte Rektorschule mit Heimatstube und Buddelmuseum zeigt eine Sammlung von rund 4500 Behältnissen alkoholischer Getränke, die der Spirituosenhersteller Jan ten Doornkaat in 35 Jahren zusammengetragen hat.

St.-Petri-KircheBearbeiten

Die stilreine Barockkirche St. Petri wurde 1746/1747 vom Hamburger Baumeister Johann Leonhard Prey aus Backsteinen neu erbaut. Prey war der Mitbauer der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis, dem Hamburger Michel. An den Ausmaßen der Kirche kann man noch heute den Wohlstand der Ostener in dieser Zeit sehen. Die Inneneinrichtung aus der Erbauungszeit ist unverändert erhalten; sie ähnelt unverkennbar der des Hamburger Michels. Der barocke Kanzelaltar mit seiner über 10 m hohen Rückwand, die zweigeschossige Westempore, die lange Reihe der Gutspriechen, das flache Holztonnengewölbe mit dem üppigen ornamentalen Schmuck über dem großen Kirchenschiff können durch die Einheitlichkeit des spätbarocken Stils beeindrucken. Die Orgel wurde von Jakob Albrecht 1751 geschaffen. Von den Gebrüdern Peternell wurde 1890 eine neue Orgel in den alten Prospekt eingebaut. Die Orgel wurde 1992 restauriert.

SchwebefähreBearbeiten

 
Ostens alter Ortskern mit Schwebefähre
 
Schwebefähre in Betrieb

Osten besitzt die älteste Schwebefähre Deutschlands, die seit 1909 eine Verbindung über den Fluss Oste darstellt. Ihre Konstruktionsweise ermöglicht mit einer Durchfahrtshöhe von 30 m über NN selbst größeren Segelschiffen die Durchfahrt. Zur Zeit der Errichtung war die Oste noch ein wichtiger Handelsweg mit regem Schiffsverkehr, wohingegen heute die touristische Nutzung des Flusses stark überwiegt.

Die Fähre hatte eine Tragfähigkeit von 18 Tonnen und konnte bis zu acht Personenkraftwagen oder 100 Personen gleichzeitig innerhalb von etwa drei Minuten auf die andere Seite des Flusses übersetzen.

Die Schwebefähre gilt heute als technisches Baudenkmal. Sie ist allerdings nur noch für touristische Zwecke in Betrieb, da seit 1974 die Bundesstraße 495 eine bequemere Querung der Oste ermöglicht. Da nur acht Fähren dieser Art weltweit bekannt sind, eine davon in Rendsburg, weitere in Spanien und anderen Ländern, wurde die Bedeutung der Ostener Fähre als Kulturdenkmal anerkannt, und der spanische König Juan Carlos I. übernahm 2003 die Schirmherrschaft über den neu gegründeten Weltverband der Schwebefähren.

Die Deutsche Fährstraße, eine im Sommer 2004 eröffnete touristische Ferienstraße, die von Bremervörde nach Kiel führt, verbindet das Ostener Baudenkmal mit der zweiten deutschen Schwebefähre über dem Nord-Ostsee-Kanal zwischen Rendsburg und der Gemeinde Osterrönfeld, mit der Osten seit 2005 eine kommunale "Partnerschaft im Zeichen der Schwebefähre" unterhält. Seit 2006 ist die Schwebefähre komplett restauriert und transportiert auch wieder interessierte Menschen.

VereinslebenBearbeiten

Die Dorfgemeinschaft ist in zahlreichen Vereinen organisiert. Der Schützenverein Schüttdamm-Isensee von 1901 e. V. zählt mit ca. 770 Mitgliedern zu den größten Schützenvereinen in Niedersachsen. Die Landjugend Isensee besteht seit dem 11. November 2005.

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

  • Familie von Rönne sie waren Lehnsherren und Erbrichter von 1450 bis 1650. Der auf ihrem Wappenschild befindliche Fluss wurde in dieser Zeit zum Amtssiegel der Stadt. Das heutige Stadtwappen ist an das Wappen der Vorbesitzer, der Herren von der Osten, angelehnt.
  • Claus Kröncke (1771–1843), Wasserbauingenieur, bekannt durch den von ihm geplanten Rheindurchstich im Hessischen Ried
  • Diederich Hahn (1859–1918), Abgeordneter des Deutschen Reichstags (1893–1903 und 1907–1912) und des Preußischen Hauses der Abgeordneten (1893–1918)
  • Justus Ruperti (1833–1899), lutherischer Geistlicher, zuletzt Generalsuperintendent in Holstein

Sagen und LegendenBearbeiten

Zu den Sagen und Legenden mit Bezug auf Osten gehören:[8]

  • Der Galgen an der Sietwende
  • Der Taternblock in Isensee
  • Der Müller von Altendorf
  • Der Teufel und der Kartenspieler

WeblinksBearbeiten

  Commons: Osten (Oste) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Wikivoyage: Osten (Oste) – Reiseführer

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 243.
  3. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 12. Februar 2017.
  4. a b Gemeinde Osten – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 12. Februar 2017.
  5. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. 12. September 2016, abgerufen am 12. Februar 2017.
  6. Gemeindevertreter der Gemeinde Osten, abgerufen am 12. Februar 2017
  7. Hauptsatzung der Gemeinde Osten, abgerufen am 12. Februar 2017
  8. Hake Betken siene Duven - Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung von den Männern vom Morgenstern ISBN 3-931771-16-4