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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Belum
Belum
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Belum hervorgehoben
Koordinaten: 53° 49′ N, 9° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cuxhaven
Samtgemeinde: Land Hadeln
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 25,72 km2
Einwohner: 822 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21785
Vorwahl: 04752
Kfz-Kennzeichen: CUX
Gemeindeschlüssel: 03 3 52 004
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktstraße 21,
21762 Otterndorf
Website: Samtgemeinde Land Hadeln – Gemeinde Belum
Bürgermeister: Matthias Peter (Bürgerliste Belum Kehdingbruch [BBK])
Lage der Gemeinde Belum im Landkreis Cuxhaven
NordseeSchleswig-HolsteinBremerhavenLandkreis OsterholzLandkreis Rotenburg (Wümme)Landkreis StadeLandkreis WesermarschArmstorfArmstorfBelumBeverstedtBülkauCadenbergeCuxhavenGeestlandHagen im BremischenHechthausenHemmoorHollnsethIhlienworthLamstedtLoxstedtMittelstenaheNeuenkirchen (Land Hadeln)Neuhaus (Oste)NordledaOberndorf (Oste)OdisheimOsten (Oste)OsterbruchOtterndorfSchiffdorfSteinau (Niedersachsen)StinstedtStinstedtWannaWingstWurster NordseeküsteKarte
Über dieses Bild
Die Kirche in Belum

Die Gemeinde Belum (niederdeutsch Belen) ist Mitglied des Gemeindeverbandes Samtgemeinde Land Hadeln im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Geografische LageBearbeiten

Die Gemeinde Belum liegt direkt an der Ostemündung und Niederelbe im Landkreis Cuxhaven und gehört zur Samtgemeinde Land Hadeln.

Die heutige Oste mündet in einem Kanal etwas östlicher in die Elbe, da 1964 ein Ostesperrwerk gebaut wurde und der Altarm durch zwei breite Dämme geschlossen wurde, so entstand der Ostesee beim Ostesperrwerk.

GemeindegliederungBearbeiten

  • Bahrdorf
  • Belum (Hauptort)
  • Belumerdeich
  • Hollanderhof
  • Kehdingbruch
  • Königswisch
  • Westerndorf

GeschichteBearbeiten

Der NameBearbeiten

Da sich Belum im Norden an der alten Ostemündung an der Elbe befindet, lässt sich der Name auf die geographische Lage zurückführen. Die „Spalte im Land“ – der Zufluss zur Elbe hieß Beilheim sowie Belem und wurde so über die Jahrhunderte zum heutigen Belum.

Erste ErwähnungBearbeiten

Belum wurde am 23. März 1377 erstmals in einem Vertrag zwischen dem Kirchspiel Belum und dem Rat der Hansestadt Hamburg erwähnt. In diesem Vertrag ging es um die Absicht, sich gegenseitig nicht mehr zu berauben. (Andere Quellen sprechen von 1150.)

Die St.-Vitus-Kirche wird um das Jahr 1230 entstanden sein, sie wurde um die Jahrhundertwende 2000 mit großem finanziellem Aufwand renoviert.

MittelalterBearbeiten

Belum wurde im Mittelalter durch seinen kleinen Hafen, an der Belumer Wettern gelegen, bekannt. Als Hauptumschlagplatz für Holz in der Region kam der Ort zu einigem Wohlstand. Zwei Märkte im Jahr sind überliefert, der einwöchige St.-Vitus-Markt und der wesentlich längere Holzmarkt.

Belumer SchanzeBearbeiten

Zu den wichtigsten Verteidigungsanlagen des Dreißigjährigen Krieges gehörte die Belumer Schanze an der Mündung der Oste. Im Zweiten Weltkrieg befand sich dort eine Luftverteidigungsstellung der 8,8-cm-Flak, die die Bomberverbände der Alliierten Richtung Hamburg mit drei Abschüssen bekämpfte. Nach dem Krieg wurde zwischen Belum und Kehdingbruch eine HAWK-Raketenstellung der NATO aufgebaut. Im Zuge der Standortauflösungen der Luftverteidigung bei der Bundeswehr wurde diese in den 1990er Jahren abgebaut. Heute erinnern nur noch ein Straßenname und eine Bushaltestelle an die „Schanze“.

Leuchtfeuer in BelumBearbeiten

 
Das Leuchtfeuer in Belum

Zur Leuchtbefeuerung der Elbe und der Nordsee gehören auch die Leuchttürme in Belum. Gegenüber der Ostebank, eine Sandbank in der Elbe bei der Ostemündung, wurde 1904 ein Leuchtturm ähnlich dem Leuchtturm Balje gebaut. Dieser auf einem braunen runden Ziegelsteinsockel fußende weiße Turm mit einer Geländerplattform und einem kegelförmigen braunen Dach war der erste, der mit Petroleumglühlicht betrieben wurde. 1927 auf Flüssiggas umgestellt, hatten sie als Optik eine 250-mm-Gürtelleuchte eingebaut. Im Gegensatz zum Leuchtturm in Balje wurde der Turm in Belum 1982 abgeschaltet und ein Jahr später abgebrochen. Die heutige sogenannte „Richtfeuerlinie“ besteht aus dem Oberfeuer Belum, einem dünnen rot-weiß gestreiften 44 Meter hohen Turm mit einem umgedrehten Kegeldach, sowie dem 1.340 Meter entfernt stehenden Unterfeuer Belum, gleichzeitig Unterfeuer Otterndorf, das zwar gleich gebaut, aber nur 25 Meter hoch ist. Die Leuchttürme sind 18 Seemeilen weit zu sehen.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Kehdingbruch eingegliedert.[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner
1910 676
1925 652
1933 601
1939 565
1950 984
1961 1120 1
1970 1079 2
1987 956
1992 963
1997 969
Jahr Einwohner
2002 862
2007 832
2008 843
2009 857
2010 829
2011 803
2015 838
2017 825
0 0

1 Volkszählungsergebnis am 6. Juni einschließlich Kehdingbruch
2 Volkszählungsergebnis am 27. Mai einschließlich Kehdingbruch
(Quellen: 1910,[3] 1925–1939,[4] 1950,[5] 1961–1970,[2] 1987–2017 jeweils zum 31. Dezember[6])

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Belum besteht aus drei Ratsfrauen und sechs Ratsherren. Neun Ratsmitglieder sind die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 501 und 1000 Einwohnern.[7] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[8]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
Bürgerliste Belum/Kehdingbruch (BBK) 69,95 % 6
CDU 22,99 % 2
Grüne 7,04 % 1

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 67,14 %[8] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[9]

BürgermeisterBearbeiten

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Matthias Peter (BBK) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode. Seine Stellvertreter sind Hartwig Meyer und Joachim Schlichting (beide BBK).[10]

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau ein goldener geflügelter Merkuriushut über dem Teil eines goldenen Schanzkorbes als Schildfuß.“[11][12]
Wappenbegründung: Der Merkuriushut ist Sinnbild des Handels und weist auf den ehemals für das gesamte Umland bedeutenden Belumer Vitimarkt hin. Der Schanzkorb erinnert an die Belumer Schanze, die vor allem in den Kriegen des 17. Jahrhunderts eine Rolle spielte.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BaudenkmaleBearbeiten

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Schützenfest Belum: zweites Wochenende im Juni[13]
  • Schützenfest Kehdingbruch: erstes Wochenende im Juni[13]
  • Herbstfest: drittes Wochenende im September
  • Feuerwehrball der Freiwilligen Feuerwehr Belum: letzter Samstag im Oktober

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Sagen und LegendenBearbeiten

  • Der gefällige Gehilfe

LiteraturBearbeiten

  • Willi Klenck: Heimatbuch des ehemaligen Kreis Neuhaus an der Oste. 1957.
  • Männer vom Morgenstern (Hrsg.): „Hake Betken siene Duven“ – Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung. 3. Auflage. Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Belum – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 243.
  3. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Neuhaus an der Oste. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: www.gemeindeverzeichnis.de. 3. Februar 2019, abgerufen am 8. Juni 2019.
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Land Hadeln (→ Siehe unter: Nr. 7). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Endgültige Ergebnisse nach der Volkszählung vom 13. September 1950. Band 33. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart/Köln 1950, S. 49, Sp. 1 (Digitalisat [PDF; 26,4 MB; abgerufen am 8. Juni 2019] Landkreis Land Hadeln, S. 58).
  6. Bevölkerungszahlen. In: Internetseite Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN). Abgerufen am 8. Juni 2019.
  7. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG); § 46 – Zahl der Abgeordneten. In: Internetseite Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Dezember 2010, abgerufen am 8. Juni 2019.
  8. a b Gemeinde Belum – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016. In: Internetseite Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO). 11. September 2016, abgerufen am 16. Februar 2017.
  9. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. In: Internetseite des NDR. 12. September 2016, abgerufen am 16. Februar 2017.
  10. Der Gemeinderat von Belum. In: Ratsinfosystem der Samtgemeinde Land Hadeln. Abgerufen am 8. Juni 2019.
  11. Rudolf Lembcke: Kreis Land Hadeln. Geschichte und Gegenwart. Hrsg.: Kreis Land Hadeln. Buchdruckerei Günter Hottendorff, Otterndorf 1976, S. 17 (Wappenteil).
  12. Geschichte und Wappen von Belum. In: Internetseite der Samtgemeinde Hadeln. Abgerufen am 19. Mai 2017.
  13. a b Terminkalender. In: Internetseite Schützenverein Belum von 1897 e. V. Abgerufen am 8. Juni 2019.