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Oberndorf (Oste)

Gemeinde im deutschen Bundesland Niedersachsen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Oberndorf
Oberndorf (Oste)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Oberndorf hervorgehoben
Koordinaten: 53° 45′ N, 9° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cuxhaven
Samtgemeinde: Land Hadeln
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 32,71 km2
Einwohner: 1352 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 41 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21787
Vorwahlen: 04771, 04772, 04778
Kfz-Kennzeichen: CUX
Gemeindeschlüssel: 03 3 52 042
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktstraße 21,
21762 Otterndorf
Website: www.oberndorf-oste.de
Bürgermeister: Detlef Horeis (SPD)
Lage der Gemeinde Oberndorf im Landkreis Cuxhaven
NordseeSchleswig-HolsteinBremerhavenLandkreis OsterholzLandkreis Rotenburg (Wümme)Landkreis StadeLandkreis WesermarschArmstorfArmstorfBelumBeverstedtBülkauCadenbergeCuxhavenGeestlandHagen im BremischenHechthausenHemmoorHollnsethIhlienworthLamstedtLoxstedtMittelstenaheNeuenkirchen (Land Hadeln)Neuhaus (Oste)NordledaOberndorf (Oste)OdisheimOsten (Oste)OsterbruchOtterndorfSchiffdorfSteinau (Niedersachsen)StinstedtStinstedtWannaWingstWurster NordseeküsteKarte
Über dieses Bild

Oberndorf (niederdeutsch Öberndörp) ist eine Gemeinde an der Oste in der Samtgemeinde Land Hadeln im Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen. Zu dem links der Oste gelegenen Hauptort Oberndorf gehört ebenfalls das rechts der Oste gelegene Bentwisch.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

 
Oberndorf von Westen gesehen

NachbargemeindenBearbeiten

Cadenberge Balje
Landkreis Stade
Oederquart
Landkreis Stade
Wingst  
Hemmoor Osten (Oste)

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Oberndorf ist ein Ferienort und besteht auf der einen Seite der Oste aus den Ortsteilen Oberndorf, Laak, Braak, Ahrensflucht und Ahrensfluchter Moor. Auf der anderen Seite der Oste liegen die Gemeindeteile Bentwisch, Zollbaum, Hasenfleet, Niederstrich, Niederstricher Deich, Moordeich, Moorstrich und Schwarzenmoor.

GeschichteBearbeiten

1316 wurde Oberndorf als Overdorpe das erste Mal urkundlich erwähnt. Wahrscheinlich fand die Eindeichung an der Elbe und Oste seit der Mitte des 12. Jahrhunderts statt und Siedlungen entstanden. Die St. Georgskirche nahe am Ostedeich wurde 1379 erstmals urkundlich erwähnt. Der noch bestehende niedrige Turm und die erste Kirche sind wahrscheinlich um 1300 entstanden. 1653 wurde die heutige Kirche an die Stelle des gotischen Vorgängerbaus erstellt. Der hohe Turmhelm entstand 1717.

Die Siedler in den Marschen waren freie Bauern, die ihre Richter und Landgeschworenen selbst wählten. Von 1502 bis 1511 schloss Oberndorf mit dem Kirchspiel Geversdorf ein Bündnis mit dem Land Kehdingen. Die Herren von Brobergen besaßen in Oberndorf das Bürgergericht bestehend aus Schulzen, Schöppen und Rathmannen. Nach der Ansiedlung von Handwerkern, Kaufleuten und Schiffern wurde Oberndorf im 17. Jahrhundert ein Flecken. Der Tonabbau in der Flussmarsch führte im 19. Jahrhundert zum Aufbau der Ziegelindustrie.

Die Gemeinden Bülkau und Oberndorf schlossen sich mit Wirkung vom 1. Januar 1970 der Samtgemeinde Am Dobrock an, die 2016 in der Samtgemeinde Land Hadeln aufging. Seit 1977 ist die Flussquerung über eine Brücke möglich, die die alte Fährverbindung ablöste. 2010 wurde Oberndorf in das Programm zur Dorferneuerung erneut aufgenommen.

AusgliederungenBearbeiten

Am 1. Januar 1972 wurde ein Gebiet mit damals etwa 50 Einwohnern an die Nachbargemeinde Hemmoor abgetreten.[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr 1910 1925 1933 1939 1950 1961 1970 1987 1992 1997 2002 2007 2008 2009 2010 2011 2015 2017
Einwohner 2370 2075 1910 1833 3057 2243 2089 1671 1666 1572 1588 1488 1456 1470 1444 1404 1359 1352

(Quellen: 1910,[3] 1925–1939,[4] 1950,[5] 1961 am 6. Juni, 1970 am 27. Mai, jeweils Volkszählungsergebnisse[2]; ab 1987 jeweils am 31. Dezember[6])

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Oberndorf besteht aus zwei Ratsfrauen und neun Ratsherren.[7] Elf Ratsmitglieder sind die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1001 und 2000 Einwohnern.[8] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[9]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
SPD 61,14 % 7
Bürgerliste Oberndorf (BLO) 28,28 % 3
AfD 10,56 % 1

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 59,46 %[9] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[10]

BürgermeisterBearbeiten

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Detlef Horeis (SPD) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode. Seine Stellvertreter sind Oliver Elsen (SPD) und Horst von Thaden (BLO).[7][11]

WappenBearbeiten

Blasonierung:Geteilt; oben: in Grün ein silbernes Wellenband; unten: zinnenförmig gespalten von Rot und Silber.“[12]
Wappenbegründung: Das silberne Wellenband versinnbildlicht den Oste-Fluss, der die in der grünen Ostemarsch liegende Gemeinde teilt. Die Zinnenmauer wurde dem Wappen des Adelsgeschlechts von Brobergen entlehnt, das in Oberndorf Besitz hatte.

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

Die St. Georgskirche nahe am Ostedeich wurde 1379 erstmals urkundlich erwähnt. Die frühere, gotische Kirche und der noch bestehende niedrige Turm sind wahrscheinlich schon um 1300 entstanden.

Im Jahre 1653 wurde aus Backsteinen die heute bestehende einschiffige Kirche mit Rundbogenfenstern und wuchtigen Strebepfeilern als Wandvorlagen gebaut. Der hohe Pyramidenhelm vom Turm stammt von 1717.

Innen: Das Kirchenschiff wird überwölbt mit hölzernen Segmentbogentonnen. Die Empore ist umlaufend. Der hochaufragende Kanzelaltar stammt nach einer Inschrift von 1663 von Jürgen Heitmann den Jüngeren (1627–1671). Er ist reich mit Reliefs, Statuen und Knorpelstilelementen versehen. Die Kanzel stammt auch von Heitmann, wurde aber erst Anfang des 18. Jahrhunderts in den Altaraufbau eingefügt. Das dreibeinige Bronzetaufbecken ist vermutlich aus dem 13. Jahrhundert. Der Taufengel (um 1660) und die Kreuzigungsgruppe von 1663 sind von Heitmann. Die Altarleuchter datieren von 1591 und 1601. Die erhaltene Orgel von 1879 stammt von Johann Hinrich Röver.[14] Bis 1830 wurden in den Gruften unter der Kirche und unter dem Turm noch Beisetzungen vorgenommen. Die Grabplatte derer zu Brobergen befinden sich außen, links neben dem Eingang.[15]

BaudenkmaleBearbeiten

MuseenBearbeiten

  • Heimatmuseum (geldgeschichtliche Objekte sowie vorgeschichtliche Exponate)

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Herbstregatta mit großer Segelregatta, Matchrace und Zeltfete, Mitte September
  • Schützenfeste: Oberndorf, Bentwisch und Niederstrich
  • Maiwanderung
  • Fußballturnierwoche
  • Zeltfete
  • Laternelaufen
  • St. Georgsfest
  • Weihnachtsmarkt: am ersten Adventswochenende
  • Feuerwehrball
  • Deich- und Wiesenfest mit Kanurennen
  • Osterfeuer
  • Reiterball
  • Kombüse 53° Nord

FotogalerieBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

In der Nähe des Ortes verläuft die Bundesstraße 73, die Verkehrsanbindung Richtung Cuxhaven sowie Stade und Hamburg bietet. 1977 wurde die Fähre durch eine Klappbrücke ersetzt.

BildungBearbeiten

  • seit 2018 ist im Oberndorfer Schulgebäude eine freie Grund- und Oberschule angesiedelt

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehenBearbeiten

Sagen und LegendenBearbeiten

  • Der Schatz in der Oberndorfer Kirche[16]
  • Die unrechte Mühle (Laack, zu Geversdorf)[17]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 243.
  3. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Neuhaus an der Oste. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: www.gemeindeverzeichnis.de. 3. Februar 2019, abgerufen am 14. April 2019.
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Siehe unter 41. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Endgültige Ergebnisse nach der Volkszählung vom 13. September 1950. Band 33. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart/Köln 1950, S. 49, Sp. 32 (Landkreis Land Hadeln) (Digitalisat [PDF; 26,4 MB; abgerufen am 21. April 2019] S. 58).
  6. Landesamt für Statistik Niedersachsen. Abgerufen am 21. April 2019.
  7. a b Gemeinderat Oberndorf. In: Internetseite der Samtgemeinde Land Hadeln. Abgerufen am 14. April 2019.
  8. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG); § 46 – Zahl der Abgeordneten. In: Internetseite Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Dezember 2010, abgerufen am 21. April 2019.
  9. a b Gemeinde Oberndorf – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016. In: Internetseite Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO). 11. September 2016, abgerufen am 14. Februar 2017.
  10. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. In: Internetseite NDR. 12. September 2016, abgerufen am 13. Februar 2017.
  11. Ratsmitglieder Gemeinde Oberndorf. In: Internetseite der Gemeinde Oberndorf/Oste. Abgerufen am 14. April 2019.
  12. Rudolf Lembcke: Kreis Land Hadeln. Geschichte und Gegenwart. Hrsg.: Kreis Land Hadeln. Buchdruckerei Günter Hottendorff, Otterndorf 1976, S. 53 (Wappenteil).
  13. Paten- und Partnerschaften. In: Internetseite der Stadt Otterndorf. Abgerufen am 14. April 2019.
  14. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bremen Niedersachsen. Hrsg.: Dehio Vereinigung. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1992, ISBN 3-422-03022-0.
  15. Ev.-luth. Kirchenkreis Cuxhaven-Hadeln zur Kirchengemeinde Oberndorf / St. Georg.
  16. Männer vom Morgenstern (Hrsg.): „Hake Betken siene Duven“ – Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung. 3. Auflage. Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4, S. 108.
  17. Männer vom Morgenstern (Hrsg.): „Hake Betken siene Duven“ – Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung. 3. Auflage. Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4, S. 109.