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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Armstorf
Armstorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Armstorf hervorgehoben

Koordinaten: 53° 36′ N, 9° 4′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Cuxhaven
Samtgemeinde: Börde Lamstedt
Höhe: 14 m ü. NHN
Fläche: 39,75 km2
Einwohner: 658 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21769
Vorwahl: 04773
Kfz-Kennzeichen: CUX
Gemeindeschlüssel: 03 3 52 002
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Schützenstraße 20
21769 Lamstedt
Website: www.armstorf.de
Bürgermeister: Heino Klintworth (Wählergemeinschaft Armstorf)
Lage der Gemeinde Armstorf im Landkreis Cuxhaven
NordseeSchleswig-HolsteinBremerhavenLandkreis OsterholzLandkreis Rotenburg (Wümme)Landkreis StadeLandkreis WesermarschArmstorfArmstorfBelumBeverstedtBülkauCadenbergeCuxhavenGeestlandHagen im BremischenHechthausenHemmoorHollnsethIhlienworthLamstedtLoxstedtMittelstenaheNeuenkirchen (Land Hadeln)Neuhaus (Oste)NordledaOberndorf (Oste)OdisheimOsten (Oste)OsterbruchOtterndorfSchiffdorfSteinau (Niedersachsen)StinstedtStinstedtWannaWingstWurster NordseeküsteKarte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Armstorf (niederdeutsch Armsdörp) ist Mitglied des Gemeindeverbandes Samtgemeinde Börde Lamstedt im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

GeografieBearbeiten

GemeindegliederungBearbeiten

Ortsteile Einwohnerzahl
Kernort Armstorf 477
Dornsode 145
Langenmoor 030

(Angaben vom 30. September 2017[2])

Ausdehnung des GemeindegebietsBearbeiten

Armstorf hat als Besonderheit eine Exklave hinter dem Gemeindegebiet von Hollnseth.

NachbargemeindenBearbeiten

Stinstedt Mittelstenahe Lamstedt
Lintig
(Geestland)
  Hollnseth
Ebersdorf
(Landkreis Rotenburg (Wümme))
Alfstedt
(Landkreis Rotenburg (Wümme))

GeschichteBearbeiten

OrtsnameBearbeiten

Der Name Armstorf könnte über Arnesdorp als das Dorf des Arn erklärt werden. Die Zuordnung der alten Bezeichnungen Ismeresthorp maior (1111–1116) zu Armstorf ist umstritten.[3][4]

GeschichteBearbeiten

Umstritten ist, ob das heutige Armstorf früher Ismerstorpe hieß, welches 1112 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Zu dieser Zeit gab es sieben Höfe, die im Gemeindewappen durch sieben Rauten repräsentiert werden. Das Land musste urbar gemacht werden; hierzu wurden Bäume gefällt und Sträucher verbrannt. Danach wurde das Land mit Hilfe von Pferden umgepflügt und anschließend landwirtschaftlich genutzt.

Auf den damaligen Höfen lebten mehrere Generationen unter einem Dach in einer großen Diele. Auch die Tiere waren hier untergebracht um sich gegenseitig zu wärmen. Die Nahrungsversorgung wurde durch selbstgepflanzte Kartoffeln, Getreide, Rüben, Gemüse und Obst, sowie gesammelte Früchte sichergestellt.

Geheizt wurde mit Holz und Torf, welches im Moor abgebaut wurde. Ärzte gab es zur damaligen Zeit nur sehr wenige und so konnte der Ausbruch einer Krankheit schon mal ganze Familien hinwegraffen. Durch den Ärztemangel bedingt konnte es auch vorkommen, dass sich der Friseur oder andere Berufe als Zahnarzt betätigten.

Zur Zeit der Herzogtümer Bremen und Verden gehörte Armstorf zu Börde Lamstedt und zum Gerichtsbezirk Warstade, während der napoleonischen Zeit zum Canton Bremervörde des Königreichs Westphalen. Von 1852 bis 1859 gehörte es zum Amt Bremervörde und 1859–1885 zum Amt Osten der (bis 1866 hannoveranischen, dann preußischen) Landdrostei Stade, 1885–1932 zum preußischen Kreis Neuhaus an der Oste, 1932–1977 zum Landkreis Land Hadeln. Seit dem 1. Januar 1969 ist Armstorf Teil der Samtgemeinde Börde Lamstedt. Es ist mit seinen über 20 Bauernhöfen landwirtschaftlich geprägt und eine wichtige Erwerbsquelle ist auch heute noch die Viehzucht. Bekannt wurde der Ort durch seine zahlreichen Erfolge im Faustballsport.

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Dornsode und Langenmoor eingemeindet.[5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Jahr Einwohner Quelle
1824 00 1 [6]
1848 305 2 [7]
1910 422 3 [8]
1925 435 4 [9]
1933 466 5 [9]
1939 462 6 [9]
1950 734 7 [10]
1973 6890 [11]
1975 636 8 [12]
1987 683 8 [13]
1992 677 8 [13]
1997 669 8 [13]
Jahr Einwohner Quelle
2000 638 8 [14]
2002 641 8 [13]
2007 643 8 [13]
2008 644 8 [13]
2009 623 8 [13]
2010 614 8 [13]
2011 614 8 [13]
2013 640 8 [15]
2015 646 8 [16]
2016 663 8 [17]
2017 650 8 [13]
2018 658 8 [13]

1 37 Feuerstellen; Angabe zu dem 1972 eingemeindeten Ort Dornsode (= 5 Feuerstellen)
2 in 60 Häusern; Angaben zu den 1972 eingemeindeten Orten Dornsode (= 38 Einwohner in 6 Häusern) und Langenmoor (= 65 Einwohner in 14 Häusern)
3 Angaben zu den 1972 eingemeindeten Orten Dornsode (= 50 Einwohner) und Langenmoor (= 67 Einwohner)
4 Angaben zu den 1972 eingemeindeten Orten Dornsode (= 69 Einwohner) und Langenmoor (= 73 Einwohner)
5 Angaben zu den 1972 eingemeindeten Orten Dornsode (= 85 Einwohner) und Langenmoor (= 62 Einwohner)
6 Angaben zu den 1972 eingemeindeten Orten Dornsode (= 83 Einwohner) und Langenmoor (= 69 Einwohner)
7 Angaben zu den 1972 eingemeindeten Orten Dornsode (= 144 Einwohner) und Langenmoor (= 87 Einwohner)
8 jeweils zum 31. Dezember

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Rat der Gemeinde Armstorf besteht aus acht Ratsfrauen und Ratsherren.[18] Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 501 und 1000 Einwohnern.[19] Die acht Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimmberechtigt im Rat ist außerdem der Bürgermeister.[18]

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[20]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze Veränderung Stimmen Veränderung Sitze
Wählergemeinschaft Armstorf 100 % 9 0 % ±0

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 76,99 %[20] deutlich über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[21]

BürgermeisterBearbeiten

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Heino Klintworth (Wählergemeinschaft Armstorf) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[18]

WappenBearbeiten

GemeindewappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau durch einen silbernen Wellenbalken geteilt, oben: sieben goldene Rauten (4 : 3); unten: ein goldenes Horn mit dem sichtbaren Mundstück nach rechts gewendet.“[22]
Wappenbegründung: Der Wellenbalken versinnbildlicht den alten Dorfgraben, in dessen Nähe gesiedelt wurde. An die ursprünglich aus sieben Gehöften bestehende Siedlung wird durch die Rauten erinnert. Das Horn deutet auf das noch heute vorhandene historische Dorfhorn der Gemeinde.

Wappen der OrtsteileBearbeiten

GemeindepartnerschaftenBearbeiten

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BaudenkmaleBearbeiten

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Armstorfer Maibaumpflanzen
  • Kriegerfest an Pfingsten
  • Armstorfer Sportwoche im Juni
  • Schützenfest im Juli

SportBearbeiten

  • Der 1923 gegründete Sportverein SV Armstorf konzentriert sich hauptsächlich auf Faustball und Tischtennis. Die Herren-Faustballmannschaft spielt in der Niedersachsenliga.[24]
  • Die Sportschützen sind im Schützenverein Armstorf, gegründet 1927, organisiert.

PersönlichkeitenBearbeiten

Personen, die mit der Gemeinde Verbindung stehen

  • Stefan Aust (* 1946), Journalist, betreibt in Armstorf ein Hannoveraner-Gestüt

Sagen und LegendenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Udo Theuerkauf: Kleine Heimatkunde der Börde Lamstedt. Hrsg.: Samtgemeinde Börde Lamstedt. Lamstedt 1997.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Armstorf – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Zahlen, Daten, Fakten. In: Webseite Samtgemeinde Börde Lamstedt. 30. September 2017, abgerufen am 16. Oktober 2019.
  3. A. Hofmeister: Besiedlung und Verfassung der Stader Elbmarschen im Mittelalter. Band 1. Hildesheim 1978, S. 230.
    Die Gleichsetzung mit Armstorf bezweifelt aus sprachlichen Gründen:
    W. Lenz: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern. Band 44. Bremerhaven 1963, S. 23 (Auch Förstemann II, 1, 1599 denkt an eine Wüstung bei Lamstedt. Man kann von Ismeresdorp kaum zu Armstorf kommen).
  4. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 7. Dezember 2015; abgerufen am 2. August 2019.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 243.
  6. C. H. Jansen: Statistisches Handbuch des Königreichs Hannover (= Statistische Handbücher für das Königreich Hannover). Helwing’sche Hofbuchhandlung, Celle 1824, S. 24 (Digitalisat in der Google-Buchsuche [abgerufen am 16. Oktober 2019]).
  7. Friedrich W. Harseim, C. Schlüter: Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover (= Statistische Handbücher für das Königreich Hannover). Schlüter’sche Hofbuchdruckerei, Hannover 1848, S. 132–133 (Textarchiv – Internet Archive).
  8. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Neuhaus an der Oste. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 3. Februar 2019, abgerufen am 16. Oktober 2019.
  9. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Land Hadeln (Siehe unter: Nr. 5). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Endgültige Ergebnisse nach der Volkszählung vom 13. September 1950. Band 33. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart/Köln August 1952, S. 49, Sp. 1 (Digitalisat [PDF; 26,4 MB; abgerufen am 16. Oktober 2019] Landkreis Land Hadeln, S. 58).
  11. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 44 (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 16. Oktober 2019] Landkreis Land Hadeln).
  12. Gemeinden in Deutschland nach Fläche und Bevölkerung. (XLSX; 895 kB) Siehe unter: Nr. 1792. In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 1975, abgerufen am 16. Oktober 2019.
  13. a b c d e f g h i j k Gemeindeverzeichnis – Archiv – Regionale Gliederung – Jahresausgaben. (Alle politisch selbständigen Gemeinden im EXCEL-Format). In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 16. Oktober 2019.
  14. Gemeinden in Deutschland nach Fläche, Einwohner und Postleitzahl. (XLS; 3,1 MB) Siehe unter: Nr. 1850. In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 2000, abgerufen am 16. Oktober 2019.
  15. Gemeinden in Deutschland nach Fläche, Bevölkerung und Postleitzahl. (XLS; 4,9 MB) Siehe unter: Nr. 2006. In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 2013, abgerufen am 16. Oktober 2019.
  16. Gemeinden in Deutschland nach Fläche, Bevölkerung und Postleitzahl. (XLS; 4,4 MB) Siehe unter: Nr. 1988. In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 2015, abgerufen am 16. Oktober 2019.
  17. Gemeinden in Deutschland nach Fläche, Bevölkerung und Bevölkerungsdichte. (XLSX; 3,3 MB) Siehe unter: Nr. 1952. In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 2016, abgerufen am 16. Oktober 2019.
  18. a b c Rat der Gemeinde Armstorf. In: Webseite Samtgemeinde Börde Lamstedt. Abgerufen am 16. Oktober 2019.
  19. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG); § 46 – Zahl der Abgeordneten. In: Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (NI-VORIS). 17. Dezember 2010, abgerufen am 16. Oktober 2019.
  20. a b Gemeinde Armstorf – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016. In: Webseite Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO). 11. September 2016, abgerufen am 16. Oktober 2019.
  21. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. In: Webseite NDR. 12. September 2016, abgerufen am 11. Februar 2017.
  22. Rudolf Lembcke: Kreis Land Hadeln. Geschichte und Gegenwart. Hrsg.: Kreis Land Hadeln. Buchdruckerei Günter Hottendorff, Otterndorf 1976, S. 15 (Wappenteil).
  23. Von Armstorf nach Armstorf sind es 800 Kilometer. In: Webseite Merkur-Online. 2. August 2012, abgerufen am 16. Oktober 2019.
  24. Faustball Flyer. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite Faustball Niedersächsischer Turner-Bund. Archiviert vom Original am 27. April 2012; abgerufen am 16. Oktober 2019.
  25. Eberhard Michael Iba (Hrsg.): Hake Betken siene Duven. Das Sagenbuch von Elb- und Wesermündung (= Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung. Band 16). 3. Auflage. Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4 ([eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche ]).