Nijkerk

Gemeinde in den Niederlanden

Nijkerk ( anhören?/i) ist eine Gemeinde der niederländischen Provinz Gelderland. Die Gemeinde hat eine Gesamtfläche von 72,04 km² und zählte am 1. Januar 2022 nach Angaben des CBS 44.317 Einwohner. Sie besteht aus der Kleinstadt Nijkerk, dem Dorf Hoevelaken und dem Weiler Nijkerkerveen.

Gemeinde Nijkerk
Flagge der Gemeinde Nijkerk
Flagge
Wappen der Gemeinde Nijkerk
Wappen
Provinz  Gelderland
Bürgermeister Gerard Renkema (CDA)
Sitz der Gemeinde Nijkerk
Fläche
 – Land
 – Wasser
72,04 km2
69,42 km2
2,62 km2
CBS-Code 0267
Einwohner 44.317 (1. Jan. 2022[1])
Bevölkerungsdichte 615 Einwohner/km2
Koordinaten 52° 13′ N, 5° 29′ OKoordinaten: 52° 13′ N, 5° 29′ O
Bedeutender Verkehrsweg A1 E30 A28 E232 N301 N303 N798 N806
Vorwahl 033
Postleitzahlen 3861–3864, 3871
Website Homepage von Nijkerk
LocatieNijkerk.png
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Grote Kerk
Grote KerkVorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Bild1

Lage und WirtschaftBearbeiten

Nijkerk liegt im äußersten Westen der Provinz, westlich der Landschaft Veluwe und nur etwa 11 km nordöstlich von Amersfoort (Prov. Utrecht). Die Autobahn A28 Utrecht -Amersfoort – Zwolle verläuft an Nijkerk entlang. Die Stadt hat einen Kleinbahnhof an der Eisenbahnlinie Amersfoort – Harderwijk – Zwolle. Hoevelaken liegt südlich von Nijkerk, an der Autobahn A1 AmsterdamHengeloBad BentheimBerlin. Bei Hoevelaken befindet sich eines der ältesten Autobahnkreuze (Knooppunt Hoevelaken, Kreuzung von A1 und A28) der Niederlande. Nordwestlich von Nijkerk liegt der Polder Arkemheen. Dieser wird von einem Kanal zum IJsselmeer mit einer 1987 erneuerten Schleuse durchquert, so dass Nijkerk auch für Binnenschiffe erreichbar ist. Nijkerk und Hoevelaken haben beide viel Kleingewerbe. Auch die Viehhaltung, der Dienstleistungssektor und der Tourismus sind für die Wirtschaft der Gemeinde von Bedeutung. Nijkerk ist der Sitz der Niederlassung der dänisch-schwedischen Molkereigenossenschaft Arla für die Niederlande.

GeschichteBearbeiten

Nijkerk entstand um 1225, als an der Stelle einer Kapelle, wo bereits um 800 der heilige Ludger gepredigt haben soll, eine „nije Kercke“, (= neue Kirche) erbaut wurde. Der Polder Erckemede, = Arkemheen, wurde 1356 eingedeicht. Dadurch erhielt das Dorf große, fruchtbare Weideflächen. Das von der Viehwirtschaft und dem Handel mit Heu lebende Nijkerk lag im Mittelalter an der Grenze zwischen dem Herzogtum Geldern und dem Bistumsgebiet von Utrecht. Nach der Zerstörung 1412 gewährte der Herzog von Geldern den tapferen Nijkerkern anlässlich des Wiederaufbaus ihres Ortes ein Jahr später das Stadtrecht. Der Stadt Nijkerk blieben jedoch weitere Katastrophen nicht erspart: es wurde von Großbränden (1421 und 1540), Kriegen (der Achtzigjährige Krieg 1568–1648), eine Überschwemmung (1916) und Seuchen (u. a. eine Pestepidemie 1636) heimgesucht. Einige Einwohner Nijkerks wichen im 17. Jahrhundert in die neuen Kolonien Nordamerikas aus und waren an der Gründung der Städte Albany (New York) und Schenectady beteiligt. Das 18. Jahrhundert war, anders als an vielen anderen Orten der Niederlande, für Nijkerk eine Blütezeit. Bereits 1636 hatte man in Nijkerk angefangen, Tabak anzupflanzen, und in Amsterdam und anderen Städten fand dieses Produkt regen Absatz. Ein Kanal zur Zuidersee wurde 1720 gegraben. Handel und Schifffahrt florierten. Die guten Zeiten endeten 1814, als Ludwig Napoleon den Anbau von Tabak verbot, da er das Monopol für französischen Tabak auf die Niederlande ausweitete. Die Druckerei und der Verlag der firma Callenbach, bekannt für u. a. christlich geprägte Kinderbücher, siedelte sich 1854 in Nijkerk an, zog um 1985 aber nach Kampen um. Nijkerk erlitt 1940 und 1945 durch Kampfhandlungen im Zweiten Weltkrieg einigen Schaden.

 
Appel, Mühle: korenmolen de Hoop

Hoevelaken entstand um 1132 als dort ein Schloss erbaut wurde. Es entwickelte sich zu einem ruhigen Bauerndorf. Die Moore wurden urbar gemacht in langgestreckten, schmalen Parzellen. Im 20. Jahrhundert wurde Hoevelaken stark erweitert, als sich Pendler, die in den Städten der Umgebung arbeiteten, im Dorf ansiedelten. Auch die Autobahn A1 brachte Arbeitsplätze und damit Wohlstand: entlang dieser Fernstraße entstanden Gewerbegebiete. Das Schloss Hoevelaken wurde 1672 niedergebrannt, und der Neubau 1926 abgerissen. Das heutige Landhaus ist jetzt ein Bürogebäude.

PolitikBearbeiten

Sitzverteilung im GemeinderatBearbeiten

Kommunalwahl am 16. März 2022[2]
Wahlbeteiligung: 55,34 %
 %
30
20
10
0
23,71
22,89
20,15
19,81
13,44
PRO21c
DLPd
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2018
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
−4,15
+0,06
+1,87
+4,42
−2,20
PRO21c
DLPd
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c PROgressief 21
d De Lokale Partij

Der Gemeinderat wird seit 1982 folgendermaßen gebildet:

Partei Sitze[2]
1982 1986 1990 1994 1998 1999a 2002 2006 2010 2014 2018 2022
CDA 9 9 10 5 7 7 7 6 8 7 8 7
ChristenUnie 7 5 5 5 6 6 6
SGP 3 3 4 5 5
RPF
GPV
PROgressief 21b 3 3 3 4 5 5 5
De Lokale Partijc 5 4 5
VVD 3 2 2 3 2 2 3 3 3 4 4 4
Lokaal Belangcd 4
Positieve Plaatselijke Politiekc 1
Partij Nijkerkde 5 4 4 3
Hart voor Nijkerkd 3
Hoevelaken Núd 2 3 2
PvdAb 3 4 3 2 2
D66b 1 1 2 2 0
PPR
Burger Belangene 2
Plaatselijk Belange 2
Gesamt 19 19 21 21 21 25 25 25 25 27 27 27
Anmerkungen
a Aufgrund der Eingemeindung von Hoevelaken zum 1. Januar 2000 fand eine außerplanmäßige Kommunalwahl im Jahre 1999 statt.
b PROgressief 21 ist ein Zusammenschluss der lokalen D66, GroenLinks- und PvdA-Fraktionen.
c Zur Kommunalwahl 2014 entstand De Lokale Partij durch die Fusion von Lokaal Belang sowie Positieve Plaatselijke Politiek.
d Lokaal Belang ging zur Kommunalwahl 2010 aus dem Zusammenschluss der Partij Nijkerk sowie von Hart voor Nijkerk und Hoevelaken Nú hervor.
e Zur Kommunalwahl 1998 fusionierten Burger Belangen und Plaatselijk Belang zur Partij Nijkerk.

BürgermeisterBearbeiten

Seit dem 1. April 2007 ist Gerard Renkema (CDA) amtierender Bürgermeister der Gemeinde. Zu seinem Kollegium zählen die Beigeordneten Nadya Aboyaakoub-Akkouh (PROgressief 21), Harke Dijksterhuis (ChristenUnie/SGP), Wim Oosterwijk (ChristenUnie/SGP), Mariëlle Broekman-van der Pers (VVD) sowie der Gemeindesekretär Gert van Beek.[3]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Die alte Kirche (Grote Kerk) im Ortskern von Nijkerk ist eines der wenigen Gebäude aus der Zeit vor 1800, die dort erhalten sind.
  • Der Polder Arkemheen ist ein Vogelreservat. In ihm steht das mit Schöpfrädern versehene Dampfpumpwerk Arkemheen („stoomgemaal“) aus dem 19. Jahrhundert, das im Sommer besichtigt werden kann.
  • Der Landsitz Salentein, am Ostrand von Nijkerk ist jetzt ein Nobelrestaurant, das wegen der Weine aus Argentinien landesweit bekannt ist.

In Nijkerk geborenBearbeiten

PartnerstadtBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Nijkerk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand. In: StatLine. Centraal Bureau voor de Statistiek, 28. Februar 2022 (niederländisch).
  2. a b Ergebnisse der Kommunalwahlen: 1982–2002 2006 2010 2014 2018 2022, abgerufen am 15. Mai 2022 (niederländisch)
  3. College B&W Gemeente Nijkerk, abgerufen am 16. Juli 2018 (niederländisch)