Hauptmenü öffnen

Nöthen ist ein Stadtteil von Bad Münstereifel im Kreis Euskirchen, Nordrhein-Westfalen.

Nöthen
Koordinaten: 50° 32′ 55″ N, 6° 43′ 19″ O
Höhe: 355 m ü. NHN
Fläche: 12,25 km²
Einwohner: 703 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1969
Postleitzahl: 53902
Vorwahl: 02253
Nöthen (Bad Münstereifel)
Nöthen

Lage von Nöthen in Bad Münstereifel

Nöthen im November 2018
Nöthen im November 2018

GeographieBearbeiten

Der Ort liegt westlich der Altstadt von Bad Münstereifel. Die zwischen Gilsdorf und Nöthen verlaufende Landesstraße 206 trifft in einem Kreisel am nördlichen Rand von Nöthen auf die von Bad Münstereifel nach Mechernich-Breitenbenden führende Landesstraße 165. Der Eschweilerbach fließt durch den zur Gemarkung Nöthen gehörenden Ort Gilsdorf weiter zur Nöthener Mühle nördlich von Nöthen.

GeschichteBearbeiten

In der Gemarkung Nöthen wurde ein aus römischer Zeit stammendes Matronenheiligtum ausgegraben, der sogenannte Heidentempel.[2] Schon in einer Urkunde von Kaiser Lothar I. aus dem Jahre 846 wird ein Bach mit dem Namen notinna erwähnt.[3] Bei dem Bach handelt es sich wahrscheinlich um den Nöthenerbach, der in den Eschweilerbach fließt.[4] Der Ort wurde 893 erstmals im Prümer Urbar als notine urkundlich erwähnt[5]; die Abtei besaß zu dieser Zeit in Nöthen einen Fronhof. Die Rechte wurden zu einem späteren Zeitpunkt an die Stiftskirche St. Chrysanthus und Daria abgegeben. Im Jahr 1115 wurde der Besitz der Filialkirche sowie des Zehnt bestätigt. Nach dem Übergang in den Einflussbereich der Herzöge von Jülich bildete der Ort gemeinsam mit Gilsdorf eine Honnschaft. Im Zuge der Gerichtsreform musste der Ort die Gerichtsbarkeit in den Jahren 1554/1555 nach Bad Münstereifel abgeben.

1802 wurde Nöthen zur eigenständigen Pfarre erhoben. Von 1816 bis 1969 war Nöthen gemeinsam mit Gilsdorf eine selbständige Gemeinde. 1911 ließ die Kirchengemeinde einen Vorgängerbau abreißen und errichtete in den Jahren 1912 und 1913 einen Neubau. Am 1. Juli 1969 wurde Nöthen nach Bad Münstereifel eingemeindet. Zuvor gehörte der Ort dem Landkreis Schleiden an.[6] Die Pfarre gehört seit 1994 zum Pfarrverbund Holzheim/Harzheim/Nöthen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
St. Willibrord

Wirtschaft und VerkehrBearbeiten

  • Im Ort gibt es einen Kindergarten, eine Bäckerei, eine Pension, sowie im Gebäude der ehemaligen Raiffeisenbank einen Getränkemarkt mit angrenzendem Bistro.
  • Das Linientaxi 891 der RVK fährt durch den Ort.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Nöthen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Einwohnerzahlen. Abgerufen am 11. März 2019.
  2. Heinz Günter Horn: Bad Münstereifel-Nöthen: Römischer Tempelbezirk. In: Heinz Günter Horn (Hrsg.): Die Römer in Nordrhein-Westfalen. 1987, S. 342 ff.
  3. Heinrich Beyer: Urkundenbuch zur Geschichte der, jetzt die Preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien. Aus den Quellen herausgegeben von Heinrich Beyer. Erster Band: Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1169. Hölscher, Coblenz 1860, S. 83.
  4. a b Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen im Dekanat Mechernich. Geschichte, Bauart, Ausstattung. Kall 2003, S. 161.
  5. Heinrich Beyer: Urkundenbuch zur Geschichte der, jetzt die Preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden mittelrheinischen Territorien. Aus den Quellen herausgegeben von Heinrich Beyer. Erster Band: Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1169. Hölscher, Coblenz 1860, S. 176.
  6. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 87.
  7. Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen im Stadtgebiet von Bad Münstereifel. Geschichte – Bauart – Ausstattung. Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2008, S. 208.
  8. Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler des Kreises Schleiden. (=Paul Clemen [Hrsg.]: Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, 11. Band, II. Abt.). Verlag von L. Schwann, Düsseldorf 1932, S. 275 ff.
  9. a b Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen im Dekanat Mechernich. Geschichte, Bauart, Ausstattung. Kall 2003, S. 164.
  10. Hans Peter Schiffer: Kirchen und Kapellen im Stadtgebiet von Bad Münstereifel. Geschichte – Bauart – Ausstattung. Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2008, S. 210.