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Münster (Hessen)

hessische Gemeinde im Landkreis Darmstadt-Dieburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Münster (Hessen)
Münster (Hessen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Münster (Hessen) hervorgehoben
Koordinaten: 49° 56′ N, 8° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Darmstadt-Dieburg
Höhe: 135 m ü. NHN
Fläche: 20,77 km2
Einwohner: 14.423 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 694 Einwohner je km2
Postleitzahl: 64839
Vorwahl: 06071
Kfz-Kennzeichen: DA, DI
Gemeindeschlüssel: 06 4 32 015
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mozartstraße 8
64839 Münster
Webpräsenz: www.muenster-hessen.de
Bürgermeister: Gerald Frank (SPD)
Lage der Gemeinde Münster (Hessen) im Landkreis Darmstadt-Dieburg
ErzhausenWeiterstadtGriesheimPfungstadtBickenbach (Bergstraße)Alsbach-HähnleinSeeheim-JugenheimModautalMühltalOber-RamstadtMesselEppertshausenMünster (Hessen)DieburgRoßdorf (bei Darmstadt)FischbachtalGroß-BieberauReinheimGroß-ZimmernOtzbergGroß-UmstadtSchaafheimBabenhausen (Hessen)DarmstadtBayernOdenwaldkreisKreis BergstraßeKreis Groß-GerauLandkreis OffenbachKarte
Über dieses Bild

Münster (Hessen) (im lokalen Dialekt: Minsder)[2] ist eine Gemeinde im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

 
Umgebungskarte

Die Gemeinde Münster besteht aus drei Ortsteilen; Münster selbst hat ungefähr 12.000 Einwohner, östlich davon das am 31. Dezember 1971 eingemeindete Altheim mit etwa 3.000 Einwohnern und im Nordwesten der junge, im Juli 1997 gegründete, Ortsteil Breitefeld mit circa 200 Einwohnern.

NachbargemeindenBearbeiten

Im Norden von Münster liegt die Gemeinde Eppertshausen, im Osten die Stadt Babenhausen, im Süden liegen die Städte Groß-Umstadt und Dieburg, sowie im Westen die Gemeinde Messel.

GeschichteBearbeiten

Der Name Münster deutet auf eine Gründung in der fränkischen oder karolingischen Zeit hin. In alten Urkunden wird von Monster, Munster oder Monstere gesprochen. Das Wort deutet auf das lateinische monasterium hin, was so viel wie Klosterkirche oder „zum Kloster gehörig“ bedeutet.

In einer Schenkungsurkunde aus dem Jahre 782 n. Chr. an das Kloster Lorsch spricht eine Äbtissin Aba von einem Besitz „ad gaspenze“ (am Fluss Gersprenz). Dieser Besitz gehört zu einem Kloster Neuenhof, das im Rheingau in der Gemarkung Raodora (Roden, Ober- und Nieder-Roden) am Fluss 'Rohada' (Rodau) liegt und das sie mit allen zugehörigen Besitzungen dem Kloster Lorsch schenkt. Möglicherweise war Münster dieser Besitz an der Gersprenz.

In einer Urkunde aus dem Jahre 1254 wird Münster erstmals erwähnt. Zugleich wird immer wieder ein kleiner Ort, Werlach, genannt, der in der Nähe der Werlacher Mühle (heutiges landwirtschaftliches Anwesen Ries) lag und um 1489 nicht mehr vorhanden war, denn in einer Urkunde nach dieser Zeit wird Werlach als „das verheerte Dorf“ bezeichnet.

Im Zuge von Erbstreitigkeiten kam Münster 1304 zu 5/6 an den Grafen Falkenstein und zu 1/6 an die Grafen von Hanau. Als im Jahre 1418 mit Werner II. von Falkenstein dieses Geschlecht im männlichen Stamm ausstarb, wechselten die Herrschaftsverhältnisse in Münster erneut. Im Mai 1419 wurde das Falkenstein’sche Erbe unter den drei Schwestern des letzten Falkensteiners aufgeteilt.

Münster und Werlach kamen an die Solmser Linie und durch Erbfolge teils an die verwitwete Gräfin Anna von Sayn und teils an den Grafen von Ysenburg. Ab 1486 hatten die Grafen Dieter von Ysenburg 5/6 von Münster und Werlach im Besitz. In dieser Urkunde wird Werlach zum letzten Mal erwähnt.

Das verbliebene Sechstel von Münster und Werlach, das wiederum durch Erbfolge an die Grafen von Hanau-Lichtenberg kam, wurde durch Tausch im Jahre 1684 an Kurmainz abgetreten. Mainz tauschte im Jahre 1706 diesen Teil von Münster an Ysenburg, das nun im gesamten Besitz von Münster war. Da sich Fürst Carl von Ysenburg mit Napoleon I. verbündet hatte, musste er nach dessen Niederlage mit Folgen rechnen. Er flüchtete in die Schweiz und konnte nicht verhindern, dass sein Fürstentum 1815 an Kaiser Franz I. von Österreich und am 9. Juli 1816 zu Hessen-Darmstadt kam.

In den historischen Dokumenten ist der Ort im Laufe der Jahrhunderte unter wechselnden Ortsnamen belegt.[3] Als Monstre (1189–1220), als Munstre (um 1290), als Munster (1294), als Menstere (1325), als Monster (1361), als Munster (1423), als Münßter (1629) und ab 1687 als Münster. Zum 28. März 2017 wurde der Name der Gemeinde von Münster (bei Dieburg) zu Münster (Hessen) geändert.[4]

Verwaltung, Gerichte und EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die übergeordneten Verwaltungseinheiten sind wie folgt dokumentiert:[3]

Die zuständige Gerichtsbarkeit war:[3]

Belegte Einwohnerzahlen sind:[3]

  • 1961: 594 evangelische (= 10,19 %), 5149 katholische (= 88,32 %) Einwohner
Münster: Einwohnerzahlen von 1829 bis 2015
Jahr  Einwohner
1829
  
1.604
1834
  
1.655
1840
  
1.939
1846
  
1.997
1852
  
1.913
1858
  
1.827
1864
  
1.864
1871
  
1.859
1875
  
1.963
1885
  
2.028
1895
  
2.200
1905
  
2.580
1910
  
2.809
1925
  
3.346
1939
  
3.808
1946
  
4.266
1950
  
5.144
1956
  
5.297
1961
  
5.830
1967
  
6.846
1970
  
7.605
1976
  
10.253
2000
  
13.700
2010
  
14.251
2015
  
14.100
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [3]; 1976:[5]; 2000, 2015:[6]; 2010:[7]
Ab 1976 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte.

AltheimBearbeiten

Der Ort wird im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt.

Am 31. Dezember 1971 wurde Altheim im Rahmen der Gebietsreform in Hessen freiwillig in die Gemeinde Münster eingegliedert.[8]

Breitefeld (früher Münster Depot)Bearbeiten

Hauptartikel: Breitefeld

Der kleine Ort auf dem ehemaligen Münster Depot wurde erst im Juli 1997 auf Beschluss der Gemeindevertretung von Münster gegründet.

PolitikBearbeiten

BürgermeisterBearbeiten

Der Bürgermeister der Gemeinde Münster heißt Gerald Frank und gehört der SPD an. Der erste Beigeordnete der Gemeinde ist seit April 2016 Jan Stemme (ALMA). In der Stichwahl am 15. Juni 2014 wurde Gerald Frank mit 56,67 % der Stimmen gewählt. Zur Wahl standen neben Gerald Frank auch Udo Beutler (CDU), Gerhard Bonifer-Dörr (ALMA) und Sascha Hollmann (parteilos). Die Amtszeit des Bürgermeisters beträgt sechs Jahre.

GemeindevertretungBearbeiten

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[9] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Insgesamt 37 Sitze
  • SPD: 14
  • CDU: 17
  • ALMA: 6
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 44,5 17 51,9 19 57,0 21 54,8 20
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 38,8 14 33,5 13 32,5 12 35,3 13
ALMA Alternative Liste Münster und Altheim 16,7 6 14,6 5 10,6 4
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 9,9 4
Gesamt 100 37 100 37 100 37 100 37
Wahlbeteiligung in % 46,9 43,6 43,0 51,8

WappenBearbeiten

Banner, Wappen und Hissflagge
   
 

Das Wappen Münsters ist eine Kombination aus dem Hanauer Schwan und zwei schwarzen Streifen, dem Siegel der Grafen von Ysenburg. Die Gemeinde nutzte es ab 1684 als Gerichtssiegel, seit 1956 ist es das ministeriell anerkannte Wappen.

PartnergemeindenBearbeiten

Münster ist seit 1971[10] mit Abtenau in Österreich verschwistert. Nach der Wende kam Reinsdorf im Landkreis Zwickau als zweite Partnergemeinde hinzu.

Sehenswürdigkeiten und KulturBearbeiten

 
Katholische Pfarrkirche St. Michael
 
Evangelische Kirche St. Martin

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

KirchenBearbeiten

  • Katholische Kirche St. Michael Münster
  • Evangelische Martinskirche Münster
  • Evangelische Kirche Altheim (wird auch von Katholiken genutzt)
  • Christliche Gemeinde Münster

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

BildungBearbeiten

Münster verfügt über zwei Grundschulen (John F. Kennedy Schule und Regenbogenschule Altheim) und eine kooperative Gesamtschule (Schule auf der Aue) mit Hauptschul-, Realschul- und gymnasialem Zweig (bis Klasse 10).[14] Darüber hinaus gibt es fünf Kindertagesstätten.

VerkehrBearbeiten

Münster (b Dieburg) liegt an der Rodgaubahn (Frankfurt–Dreieich–Buchschlag–Rödermark/Ober-Roden–Dieburg). Zudem verkehren ab Münster die Buslinien 679, 674 in Richtung Rödermark, Dieburg, Reinheim und die Buslinien 684 und 674 (über Dieburg) nach Darmstadt.

Der Ortsteil Altheim ist durch die Main-Rhein-Bahn an die Städte Darmstadt, Mainz, Wiesbaden und Aschaffenburg angeschlossen.

Münster ist mit zwei Auffahrten an die als Schnellstraße ausgebaute B 45 angeschlossen, Altheim mit einer Auffahrt an die B 26.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Münster (Hessen) – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2016 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Darmstädter Echo, Montag, 18. Januar 2016, S. 18
  3. a b c d e Münster, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 17. April 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 17. Mai 2018.
  4. Gebietsänderungen von Januar bis ... 2017. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 29. April 2017 (PDF).
  5. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden  vom 15. Dezember 1976. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. Nr. 1976/52, S. 2283, Punkt 1668 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,3 MB]).
  6. Gemeindedatenblatt: Münster. In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH; (PDF; 222 kB).
  7. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 30. Juni 2010. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 11, archiviert vom Original am 7. Februar 2018; abgerufen am 20. März 2018 (PDF; 552 kB).
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 355.
  9. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  10. Marktgemeinde Abtenau, abgerufen am 9. Juli 2011
  11. Darmstädter Echo, Montag, 12. September 2016, S. 24
  12. Darmstädter Echo, Donnerstag, 17. September 2015, S. 21
  13. Darmstädter Echo, Donnerstag, 26. November 2015, S. 20
  14. Schulen auf dem Bildungsserver Hessen, abgerufen am 11. April 2013