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Fischbachtal

hessische Gemeinde im Landkreis Darmstadt-Dieburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Fischbachtal
Fischbachtal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fischbachtal hervorgehoben
Koordinaten: 49° 46′ N, 8° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Darmstadt-Dieburg
Höhe: 224 m ü. NHN
Fläche: 13,27 km2
Einwohner: 2682 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 202 Einwohner je km2
Postleitzahl: 64405
Vorwahl: 06166
Kfz-Kennzeichen: DA, DI
Gemeindeschlüssel: 06 4 32 007
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Darmstädter Straße 8
64405 Fischbachtal
Webpräsenz: www.fischbachtal.de
Bürgermeister: Philipp Thoma (SPD)
Lage der Gemeinde Fischbachtal im Landkreis Darmstadt-Dieburg
ErzhausenWeiterstadtGriesheimPfungstadtBickenbach (Bergstraße)Alsbach-HähnleinSeeheim-JugenheimModautalMühltalOber-RamstadtMesselEppertshausenMünster (Hessen)DieburgRoßdorf (bei Darmstadt)FischbachtalGroß-BieberauReinheimGroß-ZimmernOtzbergGroß-UmstadtSchaafheimBabenhausen (Hessen)DarmstadtBayernOdenwaldkreisKreis BergstraßeKreis Groß-GerauLandkreis OffenbachKarte
Über dieses Bild

Fischbachtal ist eine Gemeinde im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Fischbachtal liegt im vorderen (nördlichen) Odenwald. Durch die Gemeinde fließt der namensgebende Bach Fischbach, der über die Gersprenz bei Stockstadt in den Main mündet. Die Entfernung zum Main ist ungefähr gleich mit der zum Rhein bei Gernsheim. Den Rhein erreicht man über die L 3102 Richtung Lautertal und die Bundesstraße 47 im Tal der Lauter. Die höchste Erhebung ist der Rimdidim mit 498,5 m ü. NHN.[2]

NachbargemeindenBearbeiten

Fischbachtal grenzt im Nordosten an die Stadt Groß-Bieberau an der Bundesstraße 38, die über die Landesstraße 3106 erreicht wird, im Südosten an die Gemeinde Fränkisch-Crumbach (Odenwaldkreis) und an die Stadt Lindenfels (Kreis Bergstraße) (sehr kurze Grenze), sowie im Westen an die Gemeinde Modautal.

 
Einwohner der Gemeinde Fischbachtal nach Ortsteilen aufgegliedert

GemeindegliederungBearbeiten

Die Gemeinde Fischbachtal besteht aus den Ortsteilen Billings, Lichtenberg, Meßbach, Niedernhausen (Sitz der Gemeindeverwaltung), Nonrod und Steinau. (Außerdem die Ortsteile der früheren Gemeinde Lichtenberg: Obernhausen, Hottenbacher Hof und Hütte Kernbach.)

GeschichteBearbeiten

 
Logo der Gemeinde Fischbachtal

Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen wurde am 11. Dezember 1971 mit der Unterzeichnung des Grenzänderungsvertrages in der Kapelle von Schloss Lichtenberg die neue Gemeinde Fischbachtal aus der Taufe gehoben. Sie ist am 31. Dezember 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluss der sechs bis dahin selbständigen Gemeinden Steinau, Billings, Meßbach, Nonrod, Lichtenberg und Niedernhausen gebildet worden.[3][4] Diese Ortsteile waren schon lange geografisch, wirtschaftlich und kulturell eng miteinander verbunden. Durch den neuen Namen wurde keins der traditionellen Ortsteile bevorzugt. Für das Gebiet jeder der früheren Gemeinden wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • Bei den Kommunalwahlen 1977 wurden, mit dem Stand Juni 1976, 2198 Einwohner zugrundegelegt.[5]
  • Das Hessische Gemeindelexikon nennt für das Jahr 2000: 2700 Einwohner.[6]
  • Das Hessisches Statistisches Landesamt meldete für den 30. Juni 2010: 2679 Einwohner.[7]

PolitikBearbeiten

GemeindevertretungBearbeiten

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[8] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[9][10]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
    
Insgesamt 15 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 38,6 6 43,2 6 40,6 6 38,5 6
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 23,3 3 24,0 4 25,2 4 25,9 4
FWF Freie Wählergemeinschaft Fischbachtal 25,6 4 20,1 3 29,2 4 29,3 4
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 12,5 2 12,8 2 5,0 1 6,3 1
Gesamt 100 15 100 15 100 15 100 15
Wahlbeteiligung in % 66,8 75,3 65,6 71,2

BürgermeisterBearbeiten

Seit der Gründung der Gemeinde Fischbachtal amtierten folgende Bürgermeister:

  • 1972–1987: Georg Röder († 1992), Freie Wählergemeinschaft Fischbachtal (FWF)
  • 1987–2005: Ludwig Vierheller (* 1943), SPD
  • 2005–2017: Wilfried Speckhardt (* 1961), SPD
  • seit 1. Oktober 2017: Philipp Thoma (* 1979), SPD, am 21. Mai 2017 mit einem Stimmenanteil von 52,3 Prozent im ersten Wahlgang gewählt.[11]

Wappen und FlaggeBearbeiten

WappenBearbeiten

Blasonierung: „In Blau ein silberner, rotbedachter Torturm mit goldenem Fallgatter, silberner Zinnenmauer und zwei silbernen, rotbedachten Seitentürmen, alle Türme mit goldenen Knäufen bzw. Wetterfahnen.“[12]

Das Wappen wurde am 26. Januar 1976 von der Hessischen Landesregierung genehmigt. Es leitet sich von dem alten Wappen des Ortsteiles Lichtenberg ab und versinnbildlicht das Schloss Lichtenberg.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge der Gemeinde wurde am 20. Dezember 1989 von der Hessischen Landesregierung genehmigt.
„Auf einem von einem blauen und einem roten Randstreifen begleiteten weißen Mittelstreifen in der oberen Hälfte aufgelegt das Gemeindewappen.“[13]

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Schloss Lichtenberg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Am südlichen Ende des Höhenrückens, auf dem Lichtenberg und sein Schloss liegen, befinden sich Überreste der Heuneburg (in der Ersterwähnung im Salbuch des Amtes Lichtenberg 1589 noch als „Quirnburg“ erwähnt),[14] ein keltischer Ringwall aus der jüngeren Eisenzeit (500 bis 50 v. Chr.), der La-Tène-Zeit. Sie ist nicht mit der als Museum wiedererrichteten Höhensiedlung gleichen Namens an der Donau bei Hundersingen zu verwechseln.

Es wird allgemein angenommen, dass die Grafen von Katzenelnbogen Katzenelnbogen um das Jahr 1200 eine Burg erbauten; aus dem Jahr 1228 wird von Graf Diether IV. von Katzenelnbogen berichtet, der sich Comes de Lichtenberg nannte. Auf den Grundmauern der Burg ließ Landgraf Georg I. von Hessen-Darmstadt zwischen 1570 und 1581 das Schloss Lichtenberg errichten, das seit dieser Zeit Wahrzeichen und kultureller Mittelpunkt des Tales ist.

Das Renaissance-Bauwerk beherbergt das Odenwälder Landschaftsmuseum in drei Etagen. Dort sind auch Werke von Johannes Lippmann (1858–1935) zu sehen, „dem Maler des Odenwaldes und seiner Menschen“, der ab 1908 in Lichtenberg lebte.

Das dem Schloss vorgelagerte als Geschützturm 1503 errichtete Bollwerk – „Krautbütt“ genannt (die Einheimischen sagen jedoch Bollwerk) – erhebt sich auf einer alleinstehenden Granitkuppe als dreigeschossiger Rundbau inmitten Lichtenbergs. Es war als Reaktion auf veränderte Formen der Kriegsführung im Mittelalter entstanden. Der Turm mit einem Durchmesser von fast 19 Metern ist 15 Meter hoch und hat im Erdgeschoss eine Mauerstärke von fast sechs Metern.[15] Der Turm kann besichtigt werden und bietet von seiner Aussichtsplattform einen guten Rundblick über die Region.

Die 1967 eingeweihte evangelische Schneckenkapelle im Ortsteil Billings ist ein Betonbau in schneckenhausähnlicher Form.

Hottenbacher HofBearbeiten

Der Hottenbacher Hof (49° 45′ 44,5″ N, 8° 46′ 55,6″ O) ist ein historisches Hofgut bei Klein-Bieberau, dessen urkundliche Ersterwähnung bis ins 14. Jahrhundert zurückgeht und der bis heute (mit Ausnahme einer Zeit im Dreißigjährigen Krieg) genutzt wird.[16]

Der Hottenbacher Hof ist eine Besonderheit im Fischbachtal. Zwar gehört er als Ortsteil zur Gemarkung von Lichtenberg ist jedoch postalisch Modautal zugeordnet, wo er auch verkehrsmäßig angebunden ist.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Die Konzertreihe Lichtenberger Schlosskonzerte gibt es seit 1971 – die Konzerte sind im Sommer Teil des Kultursommers Südhessen.
  • Alle zwei Jahre wird der Lichtenberger Musikpreis an ausgewählte Künstler verliehen.
  • Jährlich findet im Schloss Lichtenberg eine Sommergalerie mit ausgewählten Künstlern und Ihren Werken statt.
  • Der Lichtenberger Adventsmarkt findet jedes Jahr am 1. Adventswochenende im alten Ortskern von Lichtenberg vor dem stimmungsvoll angestrahlten Schloss und Bollwerk statt.
  • Das Nonstock Festival findet seit 2003 jährlich in der zweiten Hälfte im Monat August statt. In der Nähe von Nonrod gibt es an zwei Abenden Auftritte von regionalen und landesweit erfolgreichen Bands. Es kommen jährlich etwa 2000 Besucher, die größtenteils vor Ort zelten.[17]
  • Seit 2004 wird jährlich am vierten Septemberwochenende über zwei Tage vom Verein zur Wirtschaftsförderung im Fischbachtal e.V. die Veranstaltung Fischbachtal aktiv durchgeführt, an der an fünfzehn Stationen entlang des Panoramawanderwegs F1 Gewerbetreibende neben kulinarischen Angeboten ein vielfältiges Programm für Kinder und Erwachsene offerieren, darunter Fackelwanderung, großes Feuerwerk, Bogenschießen, Ponyreiten, Kutschfahrten, Luftgewehrschießen, Riesenrutschen, Tiervorführungen, Flechten, Gewinnspiele.[18]

VerkehrBearbeiten

Die einzelnen Ortsteile der Gemeinde Fischbachtal sind durch verschiedene Buslinien an die umliegenden Gemeinden angeschlossen.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Fischbachtal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Aktuellster Bevölkerungsstand am 31.12.2017 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. Der Hessische Minister des Inneren: Gemeindegebietsreform Hessen; Zusammenschlüsse und Eingliederung von Gemeinden vom 29. Dezember 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84 ff., Punkt 94, Abs. 71 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,0 MB]).
  4. K.-H. Gerstenmeier: Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen 1977, S. 228.
  5. Der Hessische Minister des Inneren: Kommunalwahlen 1977; Maßgebliche Einwohnerzahlen der Gemeinden vom 15. Dezember 1976. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1976 Nr. 52, S. 2283, Punkt 1668 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 10,3 MB]).
  6. Gemeindedatenblatt: Fischbachtal. In: Hessisches Gemeindelexikon. HA Hessen Agentur GmbH; (PDF; 222 kB).
  7. Die Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 30. Juni 2010. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 11, archiviert vom Original am 7. Februar 2018; abgerufen am 7. Februar 2018 (PDF; 552 kB).
  8. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016 Hessisches Statistisches Landesamt
  9. Hessisches Statistisches Landesamt: Kommunalwahlergebnis 2011
  10. Hessisches Statistisches Landesamt: Kommunalwahlergebnis 2006
  11. Bensheimer Thoma wird Bürgermeister in Fischbachtal. In: hessenschau.de, 21. Mai 2017.
  12. Fischbachtal: Wappen, Flagge In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen).
  13. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung einer Flagge der Gemeinde Fischbachtal, Landkreis Darmstadt-Dieburg vom 1. September 1989. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1989 Nr. 2, S. 143, Punkt 43 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 13,0 MB]).
  14. Georg Spalt: Die Gemeinde Fischbachtal und ihre Ortsteile. Selbstverlag der Gemeinde Fischbachtal, 1972; auch online: Keltischer Ringwall auf www.fischbachtal.de
  15. Das Bollwerk auf schloss-lichtenberg.info
  16. Hans Ulrich Colmar: Aus der Geschichte des ehemals Rodensteinischen Hofes Hottenbach bei Klein-Bieberau. In: Der Odenwald – Zeitschrift des Breuberg-Bundes. 48. Jahrgang 2001, Heft 3, S. 87 ff.
  17. Nonstock-Festival, abgerufen am 11. April 2013.
  18. Fischbachtal Aktiv - Tage des Erlebens. Abgerufen am 24. September 2017.