GelsenTrabPark

Trabrennbahn in Gelsenkirchen

Der GelsenTrabPark (auch Trabrennbahn Nienhausen oder Trabrennbahn Gelsenkirchen) ist eine 1912 in Betrieb gegangene Trabrennbahn im Gelsenkirchener Stadtteil Feldmark.

Trabrennbahn in Gelsenkirchen

GeschichteBearbeiten

VorgeschichteBearbeiten

 
1912: Pilotin auf dem damaligen Flugplatz, im Hintergrund die Begrenzung der Trabrennbahn

Bereits 1909 wurde der Traberclub Dortmund mit Kaufleuten, Gutspächtern und Züchtern gegründet. Dieser Verein veranstaltete ein erstes Rennen, noch mit finanziellen Verlusten, im August 1910 in Huckarde. Das nächste Pferderennen im Jahr 1911 auf einem Exerzierplatz in Hamm hinterließ ebenfalls Schulden. Der Club, inzwischen zum Traberzuchtverein Dortmund e. V. umbenannt, fand schließlich einen neuen Standort in Rotthausen, das damals zum Landkreis Essen gehörte. Hier hatte Ernst Nienhausen sein 500 Morgen großes Gelände an die Westdeutsche Fluggesellschaft mbH verpachtet.

Am 25. Mai 1912 wurde dieser erste kommunale Flugplatz in Deutschland auf 280 Morgen Fläche in Betrieb genommen. Am Flugplatz Rotthausen befand sich später das Stammwerk der Kondor Flugzeugwerke. Auf dem Flugplatz trainierte der Flugpionier und Fluglehrer Bruno Werntgen, der hier auch Flugunterricht gab.

Die restliche, angrenzende Fläche von 220 Morgen Land ließ die Fliegerei einem 1200 Meter langen und zwölf Meter breiten Geläuf mit drei Stallungen mit Boxen für je zehn Pferde zugutekommen. Dazu errichtete man innerhalb von zwei Monaten ein Totalisatorengebäude, ein Zielrichterhaus sowie die Tribüne zwischen Geläuf und Flugplatz.

Bis zum Ersten WeltkriegBearbeiten

Am 29. September 1912 startete um 14.15 Uhr das erste Trabrennen am Nienhauser Busch in Rotthausen. Für diese insgesamt sechs Rennen wurden an zwölf Wettschaltern 24.000 Mark umgesetzt. Der erste Sieger kam aus dem Stall Hörmann mit dem Pferd Intimus.

Wegen des nun großen Erfolges wurden für das Folgejahr 1913 vom Verein weitere zwölf Renntage beantragt, aber nur zwei genehmigt. Auch für das Jahr 1914 wurden nur zwei Renntage genehmigt, wobei der zweite nicht mehr stattfand, da inzwischen der Erste Weltkrieg ausgebrochen war. Zu Kriegsende war der Verein mittellos.

Bis zum Zweiten WeltkriegBearbeiten

Nach dem Ersten Weltkrieg sammelten die Vereinsmitglieder insgesamt 65.000 Mark, um den Rennbetrieb schließlich 1919 mit zwei Wohltätigkeitsrennen wieder aufnehmen zu können. Der angrenzende Flugplatz wurde nicht mehr durch regelmäßigen Flugbetrieb genutzt. 1920 nannte sich der Verein in Westdeutscher Traber-, Zucht- und Rennverein e. V. Gelsenkirchen um. Die Anzahl der Renntage stieg 1921 auf sechs, und im Jahr darauf auf 16.

Zur Zeit der Ruhrbesetzung im Frühjahr 1923 wurde der Flugplatz zum Exerzierplatz der französischen und belgischen Besatzungstruppen. Dennoch fanden in diesem Jahr 18 Renntage statt. In den Folgejahren von 1924 bis 1934 gab es jeweils 22 Renntage. 1924 wurde Rotthausen zur Stadt Gelsenkirchen eingemeindet. 1926 stellte die Stadt ein Darlehen zum Bau einer neuen, überdachten Tribüne zur Verfügung. Als diese gerade fertiggestellt war, wurde sie durch ein Unwetter schwer beschädigt, jedoch sofort wieder instand gesetzt. Dazu wurde, auch 1926, der Kurs von Rechts- auf Linkslauf umgestellt. Die aufkommende Weltwirtschaftskrise schwächte trotz hoher Besucherzahlen die Umsätze. Die Rennpreise von 600 bis 700 Reichsmark – 2000 bis 5000 Mark bei Zuchtrennen – konnten noch nicht reizen. 1937 wurde das 25. Jubiläum der Trabrennbahn mit mehreren zehntausend Besuchern gefeiert.

Die Stadt der Trabrennen war damals jedoch hauptsächlich Berlin. 1938 sollte sich das ändern, denn in Gelsenkirchen wurden die beliebten Montagsrennen, Volksrenntage und die neuen Winterrennen eingeführt. Einige hervorragende Pferde aus Berlin und Hamburg erhielten im Winter in Gelsenkirchen neue Startmöglichkeiten, die es nun nur hier gab.

Ab 1941 kommt der Rennbetrieb infolge des Zweiten Weltkrieges völlig zum Erliegen. Schwere Bombardements der Alliierten auf das gesamte Ruhrgebiet waren auch für die Rennbahn in Rotthausen das vorläufige Aus. Insgesamt kamen in den Bombenhageln mehr als 70 Pferde um. Auf dem Gelände entstanden über 60 Bombentrichter und ließen vom Geläuf wenig übrig.

NachkriegszeitBearbeiten

Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte Hunger für Pferd und Reiter, gab es keine Stallungen mehr, kein Wasser und kein Licht. Der Flugbetrieb des angrenzenden Flugplatzes konnte wegen des Flugverbotes der Alliierten nicht wieder aufgenommen werden. Das Flugfeld nutzte man zunächst als Kartoffelacker und schüttete später taubes Gestein der Zeche Zollverein auf.

Dennoch engagierte sich eine Gruppe von Traberfreunden derart, dass am 7. Oktober 1945 bereits wieder ein erstes Rennen stattfinden konnte. Sie baten beim Stadtkommandanten der Militärregierung um Hilfe, die jedoch kein Verständnis zeigte. Deren Vorschlag war die Schlachtung der Pferde zur Linderung des Hungers der Bevölkerung. Das konnten die Traberliebhaber mithilfe einer Abwehrwache verhindern. Sie gingen zur britischen Rheinarmee nach Bad Oeynhausen in die nächsthöhere Instanz, welche die Anweisungen des Stadtkommandanten endgültig rückgängig machte. Des Weiteren gelang die Beschaffung von 58 Tonnen Hafer aus Hamm sowie eine notdürftige Wiederherstellung der Stallungen.

Der Grund und Boden von Ernst Nienhausen, auf dem der Flugplatz und die Trabrennbahn lagen, war inzwischen an die zu den Vereinigten Stahlwerken gehörende Hüttenwerk Oberhausen AG, Oberhausen verkauft worden. Erhebliche Probleme machte dem Traberverein, dass der neue Eigentümer schlicht seine Existenz und einen gültigen Pachtvertrag bestritt. Nach schwierigen Verhandlungen konnte der Verein wieder neu gegründet und ein neuer Pachtvertrag erstellt werden, was die Nutzungsrechte klärte. 1946 übernahm der Stadtdirektor Ernst Hamann den Vorsitz des Westdeutschen Traber-, Zucht- und Rennvereins e. V. Gelsenkirchen.

Aufstieg zum VolkssportBearbeiten

1940er JahreBearbeiten

1947 wurde das Elite-Rennen mit den besten deutschen Trabrennpferden ins Leben gerufen, das sich aber bald auf europäischer Ebene ausweitete. Schon in seinem Gründungsjahr übte es eine ganz besondere Faszination aus, denn man schaffte es, die 20 besten Traber aus allen vier Besatzungszonen zusammenzuführen. Am 6. November 1947 kam es zum legendären Zweikampf zwischen Stella Maris und Kampfflieger, der von Johannes Frömming gefahren wurde. Trotz Distanzzulage machten beide Pferde das Rennen unter sich aus. Es siegte Stella Maris mit Johnny Mills im Sulky in der Kilometerzeit von 1:24,5 (1 min. 24,5 sek.).[1][2] Hinzu kam der Westdeutsche Jugendpreis. Baulich wich der alte, hölzerne Zielturm 1949 dem heutigen aus Beton. Ein Jahr darauf begann man mit der Errichtung neuer Stallungen, die später mehr als 400 Pferde aufnahmen.

1950er JahreBearbeiten

1951 wurden bereits 44 Renntage veranstaltet. Das Elite-Rennen zeigte erstmals eine internationale Besetzung.[3] Besucher- und Umsatzzahlen schnellten in die Höhe. Hinzu kam die Inbetriebnahme einer neuen Beleuchtungsanlage, eines Kasinos sowie eines Restaurants und Wettschaltern in der wiederaufgebauten Tribüne.1952 überstiegen die Geldpreise an 59 Renntagen erstmals die Eine-Million-DM-Grenze.1953 wurde eine Zielfotoanlage installiert. 1954 kam aus Anlass des 80-jährigen Bestehens des Trabersports das Deutsche Traber-St. Leger ins Programm, benannt nach Anthony St. Leger, der das englische Pendant 1776 gegründet hatte. Hierdurch gewann die Gelsenkirchener Trabrennbahn an Ansehen. Im August erfolgte die Einführung des Rennleitungswagens.[4] 1956 wurde hier erstmals ein Trabrennen in Deutschland per Startauto, einem umgebauten Mercedes 300, begonnen. Das Startauto wurde aufgrund seines Erfolges zum Start des Buddenbrook-Rennens und des Deutschen Traber-Derbys an den Trabrennverein Berlin-Mariendorf ausgeliehen.[5] Zudem ging in diesem Jahr eine neue fotografische Zeitmessanlage in Betrieb. Das Elite-Rennen 1956 (Dotierung 36.000.- DM) war erstmals Teil des Grand Circuit International. Es gewann die französische Stute Gelinotte mit Fahrerlegende Charlie Mills in neuer Rekordzeit. Der Rekord lag nun bei 1:19,5 (1 min. 19,5 sek.).[6] Ergänzt wurde das Rennbahngelände 1957 mit der Errichtung eines Teehauses neben der Tribüne, das mit Wärmestrahlung beheizt wurde.1958 wurde der Preis der Schnellsten erstmals ausgetragen.[7]

 
Werbeanzeige aus der deutschen Traberzeitung
 
Titelseite "Deutsche Traberzeitung" 1. Mai 1964

1960er JahreBearbeiten

 
Geschlossenes Tribünenhaus (2013), errichtet 1965

Im Rennjahr 1960 fanden 73 Renntage statt, bei denen 6.939 Pferde an den Start kamen. Dies waren im Durchschnitt 9,3 Pferde pro Rennen.[8] 1962 kam es nach Abschluss eines Erbbaurechtsvertrages mit der Stadt Gelsenkirchen zur Modernisierung der Rennbahn. So wurden unter anderem die Zielgerade von zwanzig auf 24 Meter verbreitert, die Kurven erhöht und eine leistungsfähigere Flutlichtanlage installiert. Zu Beginn der 1960er Jahre erfreute sich die Dreierwette wachsender Beliebtheit. Zunächst wurde diese Wettart nur in wenigen, speziell gekennzeichneten Rennen während einer Rennveranstaltung angeboten. Die teilweise hohen Auszahlungsquoten ließen die Umsätze in dieser Wettart ansteigen. Auch hier passte man sich der Zeit an. 1962 wurden bereits 789 von insgesamt 815 Rennen mit Dreierwette gelaufen. Nach Dinslaken nahm man auch bei Gelsentrab im Jahre 1963 die Dreierwette als festen Bestandteil in jedes Rennen auf. Kurzzeitig versuchte man die Drillingswette zu etablieren[9] Am Sonntag, den 5. April 1964 stellte der Championfahrer Eddy Freundt unerwartet einen neuen Weltrekord auf. Bei 9 Fahrten war er acht Mal als Sieger über die Ziellinie gekommen.[10] Am 1. Mai fuhr Eddy Freundt die französische Stute Passiflore im Preis der Schnellsten gegen die Konkurrenz aus Deutschland. Im Rahmenprogramm des Renntags kam es zur Rekordauszahlung im De-Sota-Rennen.[7][11] Die heutige 17 Meter hohe Tribüne kam 1965 zur bisherigen, alten Tribüne hinzu. Die zu dieser Zeit größte, geschlossene Tribüne Europas wurde von Arbeitern aus zwölf Ländern erbaut, und bot auf 112 Metern Länge und 16 Metern Breite 8600 Besuchern Platz. 1979 wurde sie um tausend Plätze erweitert. Ebenfalls 1965 wurde der 1926 umgestellte Linkskurs wieder auf einen Rechtskurs zurückgestellt. 1968 wurden im Tribünengebäude 150 Fernsehgeräte angebracht, um auch von ungünstigen Stellen aus das Rennen verfolgen zu können. Ein Jahr darauf installierte eine schwedische Firma das elektronische Toto, das am 1. Mai 1969 in Betrieb genommen wurde. Die große elektronische Anzeigetafel gegenüber der Tribüne zeigte die aktuellen Renn- und Wettverläufe. Der Anstieg der Umsätze an den Wettschaltern war ungebrochen. Am vorletzten Renntag der Dekade wurde am 26. Dezember 1969 mit 575.250.- DM noch einmal ein neuer Umsatzrekord verzeichnet.[2] In den 1960er Jahren warb Gelsenkirchen mit dem Slogan Stadt der tausend Rennpferde für sich als prosperierende Metropole.[12]

1970er JahreBearbeiten

Im 24. Elite-Rennen erreichte eine Dotierung in Westdeutschland erstmals mit 100.000 DM einen sechsstelligen Betrag. Trotz des Ausfalls des Prix d’Amérique Siegers Tidalium Pélo kam es zu einem neuen Umsatzrekord. Dieser betrug nun 644.855 DM für einen Renntag. Davon entfielen 94.265 DM auf das Elite-Rennen.[2][13] 1971 wurden Stall- und Trainingsgelände überholt. Am 10. April 1971 fand erstmals ein RennQuintett-Rennen (5 aus 16) auf einer Trabrennbahn statt.[14] Die ‚Weltchampionesse‘ Une de Mai startete im Elite-Rennen 1971. Mit 754.730 DM floss ein erneuter Umsatzrekord durch die Totokassen (Wettschalter).[15] Am 26. Dezember 1971 wurde die neue Lichtanlage fertiggestellt. Die mittlere

 
Titelseite "Deutsche Traberzeitung" Elite-Rennen 1971

Beleuchtungsstärke stieg von 200 auf 1000 Lux.[2] Das Elite-Rennen 1972 wurde in den Juli verlegt. Die Internationale Rennwoche entfiel.[16] Im Rahmenprogramm des Westdeutschen Jugendpreises wurde am 30. September das mit 50.000 DM dotierte RennQuintett (jetzt 5 aus 18) „Großer Jubiläumspreis 60 Jahre Trabrennbahn Gelsenkirchen“ gelaufen. Am Weihnachtsrenntag 1972 wurde mit 908.822,50 DM (13 Rennen) ein neuer absoluter Tagesumsatzrekord der bundesdeutschen Trabrennbahnen verzeichnet. Diesen hielt bislang München-Dagelfing mit 869.170 DM. Die Jahresbilanz für Gelsentrab wies für das Rennjahr 1972 einen Totalisatorumsatz von 37.727.365 DM aus. Über eine halbe Million Besucher kamen zu den 80 Veranstaltungen des Jahres 1972. Am 6. Juli 1975 durchbrach der Umsatzrekord die Eine-Million-D-Mark-Grenze. Am Elite-Renntag flossen 1.021.765 DM, davon allein 132.877,50 DM im Elite-Rennen (neuer Umsatzrekord für ein Einzelrennen)[17] Das Elite-Rennen wurde 1975 als ständige Prüfung des Grand Circuit International anerkannt. 1976 baute man die schwarze Schlackenrennbahn in eine Naturbahn mit hellem Sand um, zudem nannte sich der Verein ab diesem Zeitpunkt Trabrennverein Gelsenkirchen. 1977 stieg ein Sponsor bei Gelsentrab ein. Der am 1. Mai stattfindende Preis der Schnellsten wurde zum ersten Mal als Goldenes BILD-Hufeisen ausgetragen.[18] In der Folgezeit wurden die Umsatzrekorde mehrfach gebrochen. Gelsentrab lieferte sich einen stetigen Zweikampf mit dem Münchener Trabrenn- und Zuchtverein e. V., der seit dem 2. Oktober 1977 (Renntag Preis der Besten) wieder den Rekord hielt. Im Elite-Rennen 1978, welches nun den zusätzlichen Namen Wilhelm Geldbach Memorial trug, bot Gelsentrab seinen Besuchern einmal mehr die internationale Traberelite seiner Zeit. Nun mit 200.000 DM dotiert, gab es am Elite-Renntag den bisher größten Andrang an den Totokassen. Mit 1.457.267,50 DM Gesamtumsatz lag man rund 200.000 DM über dem Münchener Rekord.[19][20][21] Dies war zugleich Umsatzrekord auf den deutschen Trabrennbahnen. Am 24. September wurde im Rahmen des 25. Traber St. Leger die 1000 Zuschauer fassende Erweiterung des Tribünengebäudes ihrer Bestimmung übergeben.[22] Am 1. Mai wurde im Rahmen des Goldenen BILD-Hufeisens 1979 ein Tag der Offenen Tür mit freiem Eintritt und Blick hinter die Kulissen durchgeführt. Eddy Freundt und Heinz Wewering gaben eine Autogrammstunde.[23] Im Juli siegte Pershing im Elite-Rennen 1979.[24] Es gab mit 1.404.920 DM Umsatz am Tag des Jahreshauptereignisses einen kleinen Umsatzrückgang. Es wurde darüber nachgedacht, ob eventuell zwei Renntage in den letzten fünf Tagen vor dem Hauptereignis das Gesamtergebnis negativ beeinflusst hatten.

1980er JahreBearbeiten

 
Titelseite HEAT Gelsenkirchen 1982

In den 1980er Jahren arbeiteten rund 60 Festangestellte und knapp 300 Teilzeitkräfte auf der Rennbahn, dazu kamen etwa 35 Trainer mit etwa 140 Helfern und Auszubildenden in den Stallungen. Idéal du Gazeau startete im Elite-Rennen 1980 und lockte rund 18.000 Besucher. Mit 1.632.730 DM Umsatz verbessert der Rennverein sein Rekordergebnis von 1978. Man sprach davon, dass dieses Ergebnis hätte noch besser ausfallen können, denn der Andrang an den 60 Wettkassen war so groß, dass nicht jeder Wetter seine Einsätze hatte anlegen können.[25] 1982 wurden weitere 300 Pferdeboxen sowie eine Tierklinik errichtet. Im Elite-Rennen 1983 wurde die Dotierung auf 150.000 DM zurückgenommen. Im August des Jahres war im Rahmen des Großen Preis der Stadt Gelsenkirchen der WDR zu Gast. Die Sendung Sport im Westen wurde direkt von der Trabrennbahn übertragen.[26] Mit dem Gold Pokal fand 1984 das mit einer Million DM höchstdotierte Trabrennen Europas und des Jahres in Gelsenkirchen statt. Die alte Holztribüne mit Ursprung im Jahr 1926 wurde 1986 abgerissen. Bis dahin gab es zwischen 1965 und 1986 beide Tribünen nebeneinander. Das damals wohl beste europäische Pferd Ourasi, das mehrfach den Prix d’Amérique im Hippodrome de Vincennes gewann, lief in Gelsenkirchen beim Elite-Rennen 1986 erstmals im Ausland. Im Rahmenprogramm startete zusätzlich der deutsche Vorjahres-Derby-Sieger

 
Ourasi (2006), bereits 26 Jahre alt

Diamond Way im A+M-Pokal. Mit einem Umsatz von 1.428.287,50 DM erzielte man zwar den Saisonrekord, konnte allerdings trotz des Staraufgebots nicht mehr an das Ergebnis von 1980 heranreichen.[27] Im Jahr des 75-jährigen Bestehens kamen knapp 600.000 Besucher, der Totalisatorsumsatz betrug 1987 fast 60 Millionen DM. Zwei Jahre später wurde die erste Nacht des Pferdes zu Gunsten des Kinderhilfswerkes UNICEF veranstaltet. Es gab in den 1980er und 1990er Jahren etwa 90 Renntage pro Jahr.

 
Wettkarte (1980er Jahre)

1990er JahreBearbeiten

 
Rennprogramm (2005)

Das 40.000. Trabrennen wurde 1990 gestartet. Gelsenkirchen wurde zur umsatzstärksten Rennbahn Deutschlands. 1992 fand die Umbenennung in die heutige Bezeichnung als GelsenTrabPark statt. Sea Cove wurde im Elite-Rennen 1992 der Publikumsmagnet und trabte in der neuen Rekordzeit von 1:13,3 die 2.011-Meterdistanz. Der Umsatz von 2.112.581 DM in 13 Rennen war ein neuer Rekord bei Gelsentrab. Zwar erreichte man noch nicht den damaligen Bundesrekord von 2,2 Millionen, doch dieser war beim Traber-Derby 1991 in 14 Rennen aufgestellt worden.[28] Auf der jetzt geschlossenen Halde Zollverein wurde eine Trainingsstrecke für die Traber eingerichtet, die mit ihrem Höhenprofil einzigartig war. Eingeweiht wurde sie im September 1992 im Rahmen der Veranstaltung 80 Jahre Gelsentrab.[29]

 
Wettkarte Gelsentrab (2005)

Insolvenz nach der JahrtausendwendeBearbeiten

Nachdem der Trabrennverein Siegerprämien schuldig blieb, wurde er von Trainern und Züchtern im Februar 2002 boykottiert. Schließlich meldete man am 26. März 2002 Insolvenz an. Ein Düsseldorfer Unternehmer und Stallbesitzer nahm sich der insolventen Trabrennbahn an. Der Verein gründete sich neu und musste im November 2005 erneut in die Insolvenz. Der Grund lag, wie bei zwölf anderen Vereinen in Deutschland auch, am Totalisator-System. Man lebte nur von der Wette, und nicht, wie bei anderen Sportarten, von Sponsoren. Je mehr Besucher wetteten, desto mehr Wettumsatz, höhere Wettgewinne und Geld für immer üppigere Siegerprämien. Diese flossen jedoch zu einem erheblichen Teil ins Ausland. Dennoch wurde an hohen Rennpreisen festgehalten, das zum Absagen unrentabler gewordener Renntage führte und schließlich mit geringeren Besucherzahlen ein größer werdendes Defizit zur Folge hatte.

2006 übernahm die Win Race Pferderennen Vermarktungs GmbH neben fünf weiteren Vereinen auch die Trabrennbahn Gelsenkirchen. Dahinter stehen die Inhaber des Trabergestüts Lasbeck bei Hamburg mit etwa 30 Rennpferden. Dieses Gestüt in Lasbek aus dem Jahre 1915 umfasst heute etwa 140 Hektar Land. Win Race steckte eine Anschubfinanzierung von knapp zehn Millionen Euro in den GelsenTrabPark, was bis heute in kleinen Schritten wieder zu Erfolgen geführt hat.

Seit Januar 2015 werden die Trabrennen im GelsenTrabPark von der German Tote Service- und Beteiligungs GmbH vermarktet.[30]

GelsenTrabPark heuteBearbeiten

Die Bahnlänge beträgt 1200 Meter. Das gesamte Geläuf erstreckt sich auf einer Fläche von 525 mal 225 Metern. Die Renndistanzen betragen 2600, 2000 und 1609 Meter. Der Bahnrekord liegt bei 1:10,9 auf der Distanz von 1609 Metern und wurde von Whammer am 8. Juli 2000 aufgestellt. Das 1979 erweiterte und 2002 renovierte Tribünenhaus bietet 9600 Plätze und verfügt über einen VIP-Bereich namens "Abano As Club". Es gibt eine elektronische Toto-Anzeige, Video auf LED-Leinwand, eine 1000 Meter lange Trainingsbahn, Stallungen mit 300 Boxen und eine Tierklinik. Dazu stehen 4000 Parkplätze zur Verfügung. Des Weiteren gibt es einen täglich geöffneten Wettcenter, in dem man Pferderennen aus aller Welt auf Monitoren anschauen und bewetten kann.

Renntage sind meistens donnerstags, freitags und sonntags, außerdem kann auch beim Training zugeschaut werden. Stets am 1. Mai findet der Bild-Pokal statt, der mit etwa 30.000 Euro dotiert ist und ein Show- und Rahmenprogramm beinhaltet. Die Erlöse des jährlichen Schalke hilft!-Renntages gehen an soziale Einrichtungen.

 
Wettkarte V65 Wette (ca. 1990)

Der Vorplatz wird an rennfreien Tagen auch als Flohmarkt genutzt.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Deutsche Traber Zeitung. Nr. 114/46.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1970, S. 3.
  2. a b c d Deutsche Traber Zeitung. Nr. 123/48.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1972, S. 1 ff.
  3. Siegerlisten / Retro / Stall - mein-trabrennsport.de. Abgerufen am 13. Juni 2020.
  4. Deutsche Traber Zeitung. Nr. 33/44.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1968, S. 5.
  5. Herold. Ausgabe 40, 26.Jahrgang. Verlag des „Herold“ KG, München 1956, S. 1.
  6. Hall of Fame / Deutscher Trabrennsport. Abgerufen am 25. Februar 2020.
  7. a b Deutsche Traber Zeitung. Nr. 54/40.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1964, S. 3.
  8. Deutsche Traber Zeitung. Nr. 10/37.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1961, S. 5.
  9. Deutsche Traber Zeitung. Nr. 23/39.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1963, S. 3.
  10. Deutsche Traber Zeitung. Nr. 44/40.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1964, S. 1 ff.
  11. Deutsche Traber Zeitung. Nr. 56/40.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1964, S. 6.
  12. Deutsche Traber Zeitung. Nr. 171/48.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1972, S. 1 ff.
  13. Deutsche Traber Zeitung. Nr. 116/46.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1970.
  14. Deutsche Traber Zeitung. Nr. 43/47.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1971, S. 1 ff.
  15. Deutsche Traber Zeitung. Nr. 116/47.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1971, S. 1 ff.
  16. Deutsche Traber Zeitung. Nr. 82/48.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1972, S. 1 ff.
  17. Deutsche Traber Zeitung. Nr. 3/52.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1976, S. 1 ff.
  18. Herold. Ausgabe 23, 49.Jahrgang. Verlag des „Herold“ KG, München 1979, S. 1.
  19. Deutsche Traber Zeitung. Nr. 109/54.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1978, S. 1.
  20. Deutsche Traber Zeitung. Nr. 111/54.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1978, S. 1 ff.
  21. Deutsche Traber Zeitung. Nr. 113/54.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1978, S. 6.
  22. Deutsche Traber Zeitung. Nr.153/54.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1978, S. 1 ff.
  23. Herold. Ausgabe 24, 49.Jahrgang. Verlag des „Herold“ KG, München 1979, S. 1 ff.
  24. Herold. Ausgabe 53, 49.Jahrgang. Verlag des „Herold“ KG, München 1979, S. 4.
  25. Traber Zeitung. Nr. 69/56.Jahrgang. Verlagsgemeinschaft Deutscher Sportverlag / Union Sportverlag, Köln / Berlin 1980, S. 1 ff.
  26. Traben'83. GR-Turfsport-Service GmbH, Gelsenkirchen 1983, S. 50 ff.
  27. Traben'86. GR-Turfsport-Service GmbH, Gelsenkirchen 1986, S. 1 ff.
  28. Traben'92. GR-Turfsport-Service GmbH, Gelsenkirchen 1992, S. 86 ff.
  29. Traben'92. GR-Turfsport-Service GmbH, Gelsenkirchen 1992, S. 212 ff.
  30. [1] Trabtip

LiteraturBearbeiten

  • Ralf Rydzynski, Philipp Stark, Andreas Willmes: 100 Jahre Spitzensport auf der Trabrennbahn Gelsenkirchen. Hrsg.: Win Race Pferderennen Vermarktungs GmbH. 2012.

WeblinksBearbeiten

Commons: Gelsentrabpark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 30′ 21,6″ N, 7° 3′ 28″ O