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Jugendhalle Schonnebeck

Sport- und Festhalle in Essen, Nordrhein-Westfalen
Rückseite der Werkbundhalle

Die Jugendhalle Schonnebeck ist eine Turn- und Festhalle im Essener Stadtteil Schonnebeck, die 1914 als Werkbundhalle eröffnet wurde und heute unter Denkmalschutz steht.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Das zunächst Werkbundhalle genannte Gebäude wurde für Jugendliche vom Architekturbüro Schreiterer & Below für das von Georg Metzendorf angelegte Niederheinische Dorf auf der Kölner Werkbundausstellung 1914 gebaut.[1] Da die elementierte Holzkonstruktion mit dem Ende der Leistungsschau wieder vollständig zerlegt und anderswo wiederaufgebaut werden konnte, erwarb die damalige Bürgermeisterei von Stoppenberg die Halle 1915 für 28.000 Mark und ließ sie auf einem kostenlos von der Zeche Zollverein zur Verfügung gestellten Grundstück errichten.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Halle zur Internierung von französischen und italienischen Kriegsgefangenen genutzt. Danach wurde sie wieder als Turn- und Veranstaltungshalle, auch von der Schillerschule, genutzt, verfiel aber immer mehr. 1989 wurde sie unter Denkmalschutz gestellt, kurz darauf geschlossen und nach mehreren Jahren der Renovierung 1996 erneut eröffnet.

Heute ist die GSG Jugendhalle Schonnebeck ein stadtteilübergreifendes Begegnungs- und Veranstaltungszentrum für Jung und Alt mit Angeboten aus dem Sport- und Gesundheitsbereich. Sie wird vom Essener Sportbund betrieben und ist eine Station in der Route der Industriekultur.

HintergrundBearbeiten

Zur Zeit der Errichtung der Halle sollte Kindern und Jugendlichen besonders für die Winterzeit ein Ort geboten werden, an dem sie ihrem Bewegungsdrang nachgehen können und Spiel- sowie Betreuungsmöglichkeiten vorfinden. Im Sommer wurden eher die freie Natur und die Umgebung genutzt, im Winter jedoch sorgten beengte Platzverhältnisse in den damaligen Wohnungen und die Schichtarbeit der Väter oft für Konflikte.

Die wirtschaftliche Lage der Wohnorte bzw. Wohnbaugenossenschaften bot nicht die Möglichkeit, zu diesem Zweck ein festes Haus zu errichten. Mit der zerlegbaren, preisgünstig aus Holzteilen zusammengesetzten Halle stellte Georg Metzendorf als Architekt des Deutschen Werkbundes im Rahmen seines Ausstellungsbeitrages Niederrheinisches Dorf eine neue Idee vor, wie sich auch kleine Gemeinden einen eigenen Veranstaltungsort leisten konnten. Die Halle ist eines der wenigen erhaltenen Stücke aus dieser Werkbundausstellung.

Die Konstruktion besteht aus gebogenen Leimschichtbindern. Das System von senkrechten Holzständern ist mit quer dazu verlaufenden Zwischenbrettern ausgefacht. Die senkrechten Ständer heben sich durch die rote Farbe besonders hervor.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ulrich Bücholdt: Deutsche Werkbund-Ausstellung Köln 1914. In: www.archthek.de Datenbank zur Bau- und Architekturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts für den deutschsprachigen Raum. 7. Mai 2018, abgerufen am 12. Juni 2019 (deutsch).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Jugendhalle Schonnebeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 29′ 5,2″ N, 7° 3′ 44,8″ O