Dálnice 3

Autobahn in Tschechien

Die Dálnice 3 ist eine tschechische Autobahn in Mittelböhmen und Südböhmen, die von Prag über Tábor und Budweis zur Staatsgrenze nach Österreich führen soll. Die größtenteils noch nicht fertiggestellte Trasse wird an die österreichische Mühlviertler Schnellstraße S 10 anknüpfen, die nach Linz und weiter als Mühlkreis-Autobahn A 7 zur West Autobahn A 1 verläuft. Eine 70 km lange Strecke zwischen Mezno (Bezirk Benešov) und České Budějovice ist bereits im Betrieb.

Vorlage:Infobox hochrangige Straße/Wartung/CZ-D
Dálnice D3 in Tschechien
Dálnice 3
 Dálnice 3
Karte
Dálnice 3
Dálnice 3
Basisdaten
Betreiber: Ředitelství silnic a dálnic ČR
Gesamtlänge: 172 km
  davon in Betrieb: 70,0 km
  davon in Bau: 33,5 km
  davon in Planung: 78,9 km

Kraj (Region):

Dálnice 3 bei Soběslav
Straßenverlauf
Weiterbau geplant: Fertigstellung bis 2028
(0)  Praha-Písnice D0
(4)  Psáry
Libeř (1517 m)
Zahořany (571 m)
Kamenná Vrata (1690 m)
(9)  Jílové 104
Luka (1843 m)
(13)  Hostěradice 106
Hostěradice (377 m)
Vršky (137 m)
Krňany (231+117 m)
Krňany (432 m)
Maskovice (434 m)
Netvořice (574 m)
(20)  Dunávice
(24)  Václavice 105
Prostřední Vrch (960 m)
(30)  Neštětice 114
Tisem (342 m)
Zderadický potok (807 m)
Nový potok (222 m)
(41)  Voračice S18
Mastník (283 m)
Divišovický potok (220 m)
(49)  Loudilka 121
Voračického potok (462 m)
Mastník (925 m)
(62)  Mezno S3 603
Übergang aus S3 E55
(70)  Chotoviny
Čekanice (474 m)
(76)  Čekanice S19
(79)  Měšice S3 S19
(84)  Planá nad Lužnicí 409
rybník Koberný (575 m)
Myslkovickým potok (323 m)
Černovický potok (765 m)
(95)  Soběslav 135
(100)  Dráchov S23159
Lužnice (1063 m)
(104)  Veselí nad Lužnicí-sever S3
(107)  Veselí nad Lužnicí-jih S24
Bukovský potok (91 m)
Bošilecký potok (62 m)
(118)  Ševětín 603
(125)  Lhotice 146
potok Kyselá voda (192 m)
(131)  Úsilné S34 E49 E551
Neubau: Fertigstellung bis 2024
Pohůrka (999 m)
(136)  Pohůrka 157
(138)  Hodějovice 156
Malši (778 m)
(141)  Roudné
Plavnice (437 m)
Otmanka (190 m)
(147)  Krasejovka 603
(150)  Dolni Třebonín S39 155
(159)  Kaplice nádraží 157
Weiterbau geplant: Fertigstellung bis 2026
Žďárský potok (153 m)
(165)  Kaplice 603
Zdíky (612 m)
Suchdol (857 m)
Im Bau: Fertigstellung bis 2026
Trojanský potok (74 m)
Trojany (141 m)
(174)  Dolní Dvořiště 163 603
Grenzübergang Dolní Dvořiště (CZ) -
Wullowitz (AT)
Weiter auf S10 E55Linz
  • In Bau
  • In Planung
  • Planungsgeschichte Bearbeiten

    Obwohl nach dem Münchner Abkommen und der Besetzung des Sudetenlandes 1938 sowie mit der vollständigen Zerschlagung der Tschechoslowakei 1939 auf dem Gebiet des durch den NS-Staat errichteten Protektorats Böhmen und Mähren zahlreiche Reichsautobahnen geplant und zum Bau freigegeben wurden, fand sich in den Netzplänen zunächst keine Verbindung zwischen Prag über Budweis nach Linz.[1][2] Im Mai 1941 ist erstmals eine solche Reichsautobahnplanung im Netzplan verzeichnet.[3] Allerdings fehlte sie im Netzplan vom 1. August 1941 wieder.[4]

    Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, der Gründung der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik und dem Kalten Krieg bestand für diese Verkehrsverbindung über lange Zeit kein Bedarf an der Errichtung einer Autobahn. Deshalb fand die Linie auch keinen Eingang in das durch Beschluss der Regierung der ČSSR Nr. 286 vom 10. April 1963 geplante Autobahnnetz. Erst 1987 kam mit Regierungsbeschluss Nr. 24 die Strecke Prag – Budweis – Österreich hinzu. Nach dem Ende der ČSFR wurde durch die Regierung der Tschechischen Republik mit dem Regierungsbeschluss Nr. 631/93 die Dálnice D 3 in das Autobahnnetz aufgenommen und ein Bau bis 2005 vorgenommen. Allerdings erfolgte 1996 eine Überprüfung des Projektes mit der Folge, dass im Februar 1997 mit dem Beschluss Nr. 86/1997 die Autobahn D3 aus dem Autobahnbauplan bis 2005 ausgeschlossen wurde. Die Vorentwürfe für nahezu die gesamte Trasse in Mittelböhmen waren zu dieser Zeit bereits ausgearbeitet. 1999 wurde durch Entscheidung der Regierung Nr. 741 die Autobahn D 3 wieder in die Netzplanung bis 2010 aufgenommen, südlich von Český Krumlov allerdings als Schnellstraße R 3. Daraufhin wurden die Planungsarbeiten vorangetrieben und der Bau vor allem hoch belasteter Teilabschnitte begonnen.[5] Mit dem Änderungsgesetz Nr. 268/2015 wurde die gesamte Strecke mit Wirkung zum 1. Januar 2016 zur Dálnice 3 umklassifiziert.

    Bau und fertiggestellte Abschnitte Bearbeiten

    Prag – Nová Hospoda Bearbeiten

    Mit dem Bau des nördlichen Teils der Dálnice 3, der vom Autobahnring Prag (Dálnice 0) abzweigen, westlich von Benešov und parallel zur bisherigen Silnice I/3 verlaufen sowie schließlich bei Nová Hospoda in die bereits fertiggestellten Teile der D 3 münden soll, ist bisher noch nicht begonnen worden. Im Einzelnen ist folgender Planungsstand erreicht:[6]

    Nr. des Abschnitts Abschnitt Länge Status Baubeginn Fertigstellung Querschnitt Entwurfsgeschwindigkeit Besonderheit
    301 Prag – Jílové 9,514 km Projektplan genehmigt geplant: 2026 geplant: 2029 D27,5 120 einschließlich südlicher Umgehung von Jílové u Prahy als Silnice II/105
    302 Jílové – Hostěradice 4,486 km Projektplan genehmigt geplant: 2026 geplant: 2029 D27,5 120
    303 Hostěradice – Václavice 11,292 km Projektplan genehmigt geplant: 2023 geplant: 2025 D27,5 120 einschließlich Zubringer Týnec und Benešov (Silnice II/112) sowie Rastplatz Dunávice (beidseitig)
    304 Václavice – Voračice 16,700 km Projektplan genehmigt geplant: 2026 geplant: 2029 D27,5 120 einschließlich Rastplatz Minartice beidseitig
    305/I Voračice – Nová Hospoda 16,454 km Projektplan genehmigt geplant: 2026 geplant: 2029 D27,5 120

    Nová Hospoda – České Budějovice Bearbeiten

    Der mittlere Teil der Dálnice 3 von Nová Hospoda bis České Budějovice ist bereits fertiggestellt:[6]

    Nr. des Abschnitts Abschnitt Länge Status Baubeginn Fertigstellung Querschnitt Entwurfsgeschwindigkeit Besonderheit
    305/II Nová Hospoda – Mezno 1,700 km fertiggestellt Juli 2008 (Vorarbeiten: 2007) 22. Dezember 2009 D26,5 120
    306/I Mezno – Chotoviny 6,800 km fertiggestellt 24. Juni 2004 17. Dezember 2007 D26,5 120 einschließlich Autobahnmeisterei Chotoviny
    306/II Chotoviny – Tábor 8,757 km fertiggestellt 1988 Juni 2005 D26,5 120 Ortsumgehung Tábor: begonnen 1988, einbahnig fertiggestellt im Juni 1991, im Oktober 2008 im Autobahnquerschnitt dem Verkehr übergeben; Teilstrecke Chotoviny – Čekanice: Baubeginn Februar 2002, Fertigstellung: Juni 2005
    307A, B und C Tábor – Soběslav 16,295 km fertiggestellt 2. Oktober 2008 27. Juni 2013 D27,5 120
    308A und 308B Soběslav – Veselí nad Lužnicí 8,715 km fertiggestellt 2. Oktober 2008 27. Juni 2013 D27,5 120
    308C Veselí nad Lužnicí – Bošilec 5,125 km fertiggestellt 7. April 2015 12. Oktober 2017 D27,5 120 im August 1998 bereits Umgehungsstraße Veselí nad Lužnicí einbahnig als Teil der künftigen Autobahn fertiggestellt
    309/I Bošilec – Ševětín 8,137 km fertiggestellt 22. September 2015 24. Juni 2019 D27,5 120
    309/II Ševětín – Borek 10,680 km fertiggestellt 15. März 2017 10. Dezember 2019 D27,5 120 einbahnig zwischen 1987 und 1994 errichtet; im Bau: Tank- und Rastanlage Chotýčany (beidseitig), fertig voraussichtlich 2023
    309/III Borek – Úsilné 3,160 km fertiggestellt 7. April 2015 27. September 2017 D27,5 120

    České Budějovice – Staatsgrenze CZ/A Bearbeiten

    Der südliche Teil der Dálnice 3 von České Budějovice bis zur Staatsgrenze zu Österreich ist noch nicht dem Verkehr übergeben. Es befindet sich ein 28,3 Kilometer langer Abschnitt zwischen České Budějovice und Kaplice-nádraží im Bau, der am Anfang als Umfahrung von České Budějovice dienen wird und in den Jahren 2024/2025 in Betrieb genommen werden soll. Die Trasse des 15,5 km langem Abschnitts von Kaplice-nádraží bis Staatsgrenze wurde bereits festgelegt und soll bis 2026 fertig gebaut sein.[7] Der Abschnitt zwischen Třebonín und der Staatsgrenze mit Österreich war ursprünglich als Schnellstraße (rychlostní silnice) R3 geplant, wurde seit der Umwidmung der tschechischen Autobahnen und Schnellstraßen mit Wirkung zum 1. Januar 2016 Bestandteil der D3.[8] Dieser Abschnitt ist daher nur mit einem Querschnitt 25,5 geplant worden. Im Einzelnen sind Bau und Planungen wie folgt vorangeschritten:[6]

    Nr. des Abschnitts Abschnitt Länge Status Baubeginn Fertigstellung Querschnitt Entwurfsgeschwindigkeit Besonderheit
    310/I Úsilné – Hodějovice 7,197 km im Bau 17. April 2019 geplant: 2024 D27,5 120
    310/II Hodějovicen – Třebonín 12,550 km im Bau 29. März 2019 geplant: 2024 D27,5 120
    311 Třebonín – Kaplice nádraží 8,577 km im Bau 4. Februar 2022 geplant: 2024 D25,5 120 mit Rastplätzen Velešín-Westseite und Velešín-Ostseite
    312/I Kaplice nádraží – Nažidla 11,990 km Ausschreibung erfolgt geplant: 2024 geplant: 2026 D25,5 120
    312/II Nažidla – Dolní Dvořiště (Staatsgrenze) 3,543 km im Bau 09. Januar 2024 geplant: 2026 D25,5/D26 130 Rastplatz Suchdol (beidseitig) geplant

    Einzelnachweise Bearbeiten

    1. Reichsautobahnkarte. Stand Ende März 1939. In: Die Straße, Jg. 6 (1939), Heft 9, Beilage „Autobahnweiser“, Volk und Reich Verlag, Berlin, hinter S. 278. Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen, abgerufen am 18. Mai 2023 (Karte).
    2. Autobahn-Übersichtskarte, Stand: 1940. Abgerufen am 5. Oktober 2014 (Bilddatei).
    3. Autobahn-Übersichtskarte, Stand 1. Mai 1941. Abgerufen am 13. November 2014 (Karte).
    4. Die Entwicklung des Netzes von Autobahnen und Fernstraßen nach zeitgenössischen Karten und Plänen. Archiv für Autobahn- und Straßengeschichte/Interessengemeinschaft für historisch-wissenschaftliche Forschung und Dokumentation, abgerufen am 18. Mai 2023.
    5. Ředitelství silnic a dálnic ČR: Historie výstavby dálnice D3. Abgerufen am 18. Mai 2023 (tschechisch).
    6. a b c Ředitelství silnic a dálnic ČR: Úseky Dálnice D3. Abgerufen am 18. Mai 2023 (tschechisch).
    7. Till Janzer: Fertigstellung der tschechischen Autobahn D3 bis zur österreichischen Grenze verzögert sich. In: Radio Praha International. Český rozhlas, 16. Oktober 2022, abgerufen am 16. Oktober 2022.
    8. „Nové pojetí dálniční sítě“ („Neukonzeption des Autobahnnetzwerks“), Flugblatt des Verkehrsministeriums der tschechischen Republik (Memento vom 22. Februar 2016 im Internet Archive), Oktober 2015, abgerufen am 25. Dezember 2015

    Weblinks Bearbeiten