Budweis

Stadt in Südböhmen
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Budweis (tschechisch České Budějovice; deutsch auch Böhmisch-Budweis)[3] ist mit etwa 93.000 Einwohnern die größte Stadt in Südböhmen und Verwaltungssitz der Südböhmischen Region. Weltweit bekannt ist die Stadt wegen des Budweiser Bieres, sie ist auch Universitätsstadt und Sitz des Bistums Budweis. Das historische Stadtzentrum wurde 1980 in die Liste der städtischen Denkmalreservate in Tschechien aufgenommen.

České Budějovice
Wappen von České Budějovice
Budweis (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: TschechienTschechien Tschechien
Historischer Landesteil: Böhmen
Region: Jihočeský kraj
Bezirk: České Budějovice
Fläche: 5560[1] ha
Geographische Lage: 48° 58′ N, 14° 28′ OKoordinaten: 48° 58′ 27″ N, 14° 28′ 28″ O
Höhe: 381 m n.m.
Einwohner: 94.014 (1. Jan. 2019)[2]
Postleitzahl: 370 01
Kfz-Kennzeichen: C
Verkehr
Straße: I/3: PragLinz
I/20: Budweis – Písek
I/34: Budweis – Jindřichův Hradec
Bahnanschluss: České Budějovice–Plzeň
České Budějovice–Veselí nad Lužnicí
České Velenice–České Budějovice
St. Valentin–České Budějovice
Nächster int. Flughafen: Flughafen Budweis
Struktur
Status: Statutarstadt
Ortsteile: 7
Verwaltung
Oberbürgermeister: Jiří Svoboda (Stand: 2018)
Adresse: nám. Přemysla Otakara II. 1/1
370 92 České Budějovice
Gemeindenummer: 544256
Website: www.c-budejovice.cz
Lage von České Budějovice im Bezirk České Budějovice
Karte

Geographische LageBearbeiten

Budweis liegt in Tschechien, etwa 120 Kilometer südlich von Prag und etwa 80 Kilometer nördlich der österreichischen Stadt Linz. Diese wirtschaftlich und militärisch strategisch günstige Lage, spielt seit Gründung der Stadt eine sehr wichtige Rolle

GeschichteBearbeiten

 
Budweis um 1710
 
Darstellung der Ermordung von Bürgermeister Ondřej Puklice, 1467, am Haus Krajinská 2

MittelalterBearbeiten

Den Zusammenfluss der Flüsse Moldau und Maltsch wählte 1265 der böhmische König Přemysl Ottokar II. als Ausgangspunkt für die Gründung der Königsstadt Budweis, mit der er seine Machtstellung gegenüber den Herren von Rosenberg in Südböhmen festigen wollte. Dafür überließ der König dem Čéč von Budweis als Austausch die Burg und den Flecken Velešín.

Die Stadt wurde durch Handwerker und Handelsleute besiedelt, aufgebaut und wuchs dank der königlichen Gunst, der günstigen Lage und den Einnahmen durch Maut und Zölle an der Kreuzung von Handelswegen wirtschaftlich schnell. Vor 1300 war der Baubeginn der bedeutendsten Baugruppe der Stadt, dem Dominikanerkloster mit Kreuzgang und Kirche und dem benachbarten Salzstadel, ein Zeugnis der Gotik in Südböhmen. Für die Treue zur Krone wurde Budweis immer wieder belohnt und mit Vorteilen und Privilegien versehen.[4] Ende des 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts wurden zwei Kirchen erbaut und die Stadt mit neuen Mauern umgeben. Im 14. Jahrhundert wurde Budweis, dank ihrer günstigen Lage, zu einem wichtigen diplomatischen Schauplatz. Karl IV. besuchte die Stadt für diplomatische Verhandlungen mit seinen Nachbarn. Während seines letzten Besuchs ließ er Häuser auf dem Stadtplatz einreißen. Er ließ für den Fleischmarkt ein eigenes Haus bauen, in dem sich heute unter dem tschechischen Namen „Mastne Kramy“ ein traditionelles Restaurant befindet.[5] Die sich links und rechts vom Mittelschiff befindlichen Seitenräume erinnern an die alten Verkaufsräume. Im Verlauf des unruhigen 15. Jahrhunderts war das katholisch ausgerichtete Budweis eine wichtige Stütze gegen die Angriffe der Hussiten und beteiligte sich an dessen Niederschlagung. Die Stadt selbst wurde dank ihrer gut ausgebauten Verteidigungsanlagen nie angegriffen. Ladislaus Postumus gab die Stadt 1453 den Rosenbergern als Lehen. Da die Rosenberger seit der Stadtgründung Erzfeinde von Budweis waren, widersetzte sich die Stadtbevölkerung dem König. Erst Georg von Podiebrad konnte den Streit zwischen den Rosenbergern und Budweis lösen, mit dem Ergebnis, dass Budweis eine Königsstadt blieb. Mit seinen rund 4500 Einwohnern gehörte es zu den größten und wichtigsten Städten des böhmischen Königreiches.

NeuzeitBearbeiten

Das 16. Jahrhundert brachte der Stadt starkes wirtschaftliches Wachstum vor allem durch die Förderung von Silber. Sie erhielt 1541 die Bergfreiheit, um Erzlager auf eigenem Grund ausbeuten zu können und der wirtschaftlichen Konkurrenz der nahen Bergstadt Rudolfstadt zu widerstehen. 1550 fuhr das erste Salzschiff mit 125 Kufen Salz von Budweis auf der Moldau nach Prag. Auch die Fischzucht in den nahe gelegenen Teichgebieten bei Wodnian und deren Vermarktung brachten Gewinn. In Budweis wurden Bauwerke im Stil der Renaissance errichtet. In den Fleischbänken entstand 1560 ein Speiselokal für Durchreisende. 1569 wurde in Budweis eine eigene Münzstätte errichtet, die auch Silber verarbeitete, das in den Schachtrevieren um das Städtchen Rudolfstadt (heute Rudolfov) gefördert wurde. 1577 wurde der Stadtturm "Černá věž" (Schwarzer Turm) neben der St. -Nikolaus Kirche fertig gestellt.[6]

Im Verlauf des Ständeaufstands und des darauffolgenden Dreißigjährigen Krieges blieb Budweis treu kaiserlich und hatte dadurch viel zu leiden. So war 1618 Feldmarschall Charles Bonaventure de Longueval Comte de Boucquoi dort eingeschlossen; es entstand eine große Not und es gab kaum Brot zu kaufen. 1620 schlug Feldmarschall Baltasar von Marradas in Budweis sein Hauptquartier auf. Die damaligen Befestigungen machten aus der Stadt eine strategisch wichtige Festung, wohin 1631 die böhmischen Kronjuwelen in Sicherheit gebracht und in der St.-Nikolaus-Kirche aufbewahrt wurden. Einige Male flüchteten auch die höchsten Landesbeamten in die Festung Budweis. So wurde die Stadt während dem Dreißigjährigen Krieg zur Verwaltungsstadt vom Königreich Böhmen. Während die eigentlichen Kriegsgeschehnisse nur geringe Schäden an der Bausubstanz anrichteten, vernichtete ein Großbrand im Juli 1641 226 Häuser, mehr als die Hälfte der Stadt. Nach Ende des Krieges im Jahr 1648 begann ein langsamer Wiederaufbau der Stadt, der einige Jahrzehnte dauerte. Für die Stadtkirche wurde eine Bettelreise durch Südböhmen und Österreich gestattet. Es kam viel Geld und Material zusammen. Der Abt von Stift Schlägl schenkte zum Beispiel 47.060 kleine Glasscheiben für die neuen Kirchenfenster.

Die Ära des Barocks veränderte deutlich das Aussehen der Stadt, bereicherte Budweis um eine Reihe religiöser Bauten, unter anderem auch um eines der Symbole der Stadt, den Samsonbrunnen und das Rathaus am Marktplatz und die St. -Nikolaus-Kirche.

Die Theresianischen Reformen und der Josephinismus in der Mitte des 18. Jahrhunderts machten aus Budweis den Sitz eines neu gebildeten Kreises. Zur weiteren kulturellen Bedeutung der Stadt trug der Piaristenorden bei, der sich hier 1762 ansiedelte, ein Gymnasium mit der Unterrichtssprache in Latein einrichtete und für begabte Jungen des Böhmerwaldes eine Ausbildungsstätte wurde. In dieselbe Zeit fällt auch die Entstehung des Stadttheaters. Unter Kaiser Joseph II. wurde 1785 das Budweiser Bistum gegründet und zwei Jahrzehnte später ein Priesterseminar und ein Philosophisches Institut eröffnet. 1795 gründete die deutsche Bürgerschaft der Stadt das Budweiser Bürgerbräu. Die Einnahmen flossen zum Teil in die Stadtkasse und wurden zum anderen Teil unter den beteiligten Bürgern der Stadt ausgeschüttet. Im 19. Jahrhundert machte sie die Stadt international bekannt.

19. JahrhundertBearbeiten

Das 19. Jahrhundert brachte der Stadt einen bemerkbaren Aufschwung in einer bürgerlich gewordenen Gesellschaft. Ein besonders erfolgreicher Unternehmer war der Eisenbahn-Ingenieur Franz Anton von Gerstner. Die Pferdebahn von Linz nach Budweis, errichtet zwischen den Jahren 1825 und 1832 als eine der beiden ersten auf dem europäischen Kontinent,[7] verband Budweis als Kopfstation mit der Stadt Linz in Oberösterreich, und gemeinsam mit dem Schiffsverkehr auf der Moldau, der von dem Unternehmer Adalbert Lanna modernisiert und rationalisiert wurde, verbesserte sich der Transport von Waren nach Prag und elbabwärts und nach Wien. Dadurch wuchs auch die Bedeutung der Industrie und des Handels.

1841 zählte Budweis 13.097 Einwohner, von denen 8.135 in der Stadt und 4.962 in den umliegenden, zur Stadt gehörenden Ortschaften lebten. Die „herrschende Sprache in der Stadt und in den Ortschaften Rudolphstadt, Brod, Dubiken, Strodenitz, Vierhöf, Gauerndorf, Leitnowitz, Hackelhöf, Plan, Dirnfellern, Hlinz, Lodus, Pfaffendorf, Böhmischfellern, Pfaffenhöf, Schindelhöf, Ruden, Humeln, Bucharten, Meß, Gutwasser und Strups ist die deutsche. Indessen findet man überall, besonders in der Stadt, Leute, welche beider Landessprachen kundig sind.“[8]

1847 verlegten die Söhne des Architekten Joseph Hardtmuth aus Asparn bei Wien die Firma nach Budweis, als in Mugrau in der Nähe der Stadt Graphit gefunden wurde und es entstand als Nachfolger die heutige Firma Koh-i-Noor Hardtmuth, eine Produktion von Bleistiften und keramischen Waren. Die Stadt erhielt durch die Söhne des Joseph Hardtmuth ihre erste große Fabrik mit 2000 Beschäftigten. 1871 entstand die Summerauer Bahn über Kaplitz (tsch. Kaplice) nach Linz. Bis 1890 war die Stadt überwiegend deutschsprachig und bildete mit den Dörfern der Umgebung eine deutsche Sprachinsel. Dann erlangte durch den Massenzuzug von Tschechen allmählich die tschechischsprachige Bevölkerung die Mehrheit, Bürgermeister blieben jedoch bis 1918 und der Entstehung der Tschechoslowakei deutschsprachige Persönlichkeiten – aufgrund des bis dahin geltenden Zensuswahlrechts. Bei der Volkszählung im Jahre 1930 machten die Deutschen etwa 14 % der Einwohner der Stadt aus.

1895 entstand eine von Tschechen gegründete Aktienbrauerei, die heutige Brauerei Budweiser Budvar, als Gegenstück zum Budweiser Bürgerbräu.

20. JahrhundertBearbeiten

Im Januar 1915 rückte Jaroslav Hašek in die Kaserne am Marienplatz (Mariánské náměstí) ein und diente bis September im Budweiser k.u.k. Böhmischen Infanterie-Regiment „Freiherr von Czibulka“ Nr. 91 an der Ostfront. Seine Erlebnisse während dieser Zeit verarbeitete er im antimilitaristischen und satirischen Schelmenroman Der brave Soldat Schwejk.

 
Die 1942 gesprengte Synagoge

Budweis wurde 1939 durch die deutsche Wehrmacht besetzt und Teil des Protektorats Böhmen und Mähren. Ab dem ersten Tag der Besatzung von Budweis war unter der Leitung von Heinz Stossberg die Gestapo maßgeblich an der Unterdrückung und Verfolgung der Stadtbevölkerung beteiligt. Die meisten tschechischen Vereine (Junák, Sokol, Orel) wurden aufgelöst und Symbole der Tschechoslowakei wurden entfernt. Die größten Repressionen der Besatzungsmacht erfuhren die Juden. Die meisten wurden ins KZ Theresienstadt deportiert und die neugotische Synagoge wurde gesprengt. Vom 13. April 1942 bis 23. Juni 1943 bestand am Stadtrand ein Außenlager des KZ Theresienstadt. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Budweis ein Ziel amerikanischer Bombardements, das ungefähr 220 Menschen zum Opfer hatte. Am 5. Mai 1945 übernahmen tschechische Aufständische die Stadtverwaltung. Die deutschen Truppen zogen am 8. Mai 1945 ab; einen Tag später erreichte die Rote Armee Budweis.[9]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 wurde Budweis Teil der wiedererrichteten Tschechoslowakischen Republik. Der größte Teil der Deutschen wurde vertrieben und gelangte in Eisenbahntransporten nach Österreich und Bayern. Budweis blieb wirtschaftliches und kulturelles Zentrum von Südböhmen und wurde 1949 zum Sitz des neu gebildeten Budweiser Kreises. Seit 1991 ist es Sitz der Südböhmischen Universität in Budweis und seit 2000 Verwaltungssitz der Südböhmischen Region.

Juden in BudweisBearbeiten

Seit dem 14. Jahrhundert lebten in der Stadt auch jüdische Familien, die jüdische Gemeinde wurde jedoch mehrfach an den Rand der Existenz gebracht und zeitweise aus der Stadt vertrieben. In der Stadt befand sich eine Synagoge, eine jüdische Schule, ein jüdischer Friedhof und eine Mikwe. Da die jüdische Gemeinde bis zum 19. Jahrhundert niemals mehr als 100 Mitglieder zählte, waren sie nie gezwungen in einem Gheto zu leben. Die meisten Juden und alle Ihre Einrichtungen befanden sich in der damaligen Judenstrasse (heute "U Černé věže" - Straße) in der sie mit Christen zusammenlebten. 1505 wurden die in Budweis lebenden Juden eines rituellen Mordes an einem Kind in Niederösterreich beschuldigt. Ihre misslungene Flucht aus der Stadt galt als ein Schuldeingeständnis. Daraufhin wurden 7 Jüdische Mitbürger auf dem jüdischen Friedhof verbrannt, 13 weitere wurden in der Moldau ertränkt und der Rest wurde aus der Stadt verwiesen. Erst nach der rechtlichen Gleichstellung der Juden 1848 siedelten sich Juden wieder in Budweis an. Sie errichteten eine neue Synagoge und ein bis heute erhaltenen Friedhof. 1942 wurde zum zweiten Mal die jüdische Gemeinde ausgelöscht, als sie durch die deutsche Besatzungsmacht zu erst nach KZ Theresienstadt und später nach KZ Auschwitz deportiert wurden.[10]

DemographieBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1830 07.426 in 784 Häusern[11]
1840 08.135 ohne die Eigentumsortschaften (4.962 deutsche und böhmische Einwohner), in der eigentlichen Stadt meist deutsche Einwohner, darunter fünf protestantische Familien[12]
1849 ca. 9.000 deutsche und tschechische Einwohner[13]
1857 16.730 davon 16.469 Katholiken, elf sonstige Christen und 250 Israeliten[14]
1900 39.328 mit der Garnison (2.155 Mann), 40 % Deutsche, 60 % Tschechen[15]

WappenBearbeiten

Beschreibung: In Rot eine schwarzgefugte gemauerte silberne aus dem Schildfuß aufragende Mauer mit drei aufgesetzten ebenso gebildeten Türmen mit goldenem Spitzdach und goldenem Kreuz, der mittlere Turm ist der höhere und breitere. Vor allen ein roter Schild mit dem böhmischen silbernen Löwen, der goldbewehrt, so gekrönt und doppelschwänzig ist.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Verkehr und VerkehrsanbindungBearbeiten

 
Obus Škoda 25Tr

Budweis liegt an den beiden Hauptverkehrsachsen PragLinz sowie Wien–Budweis–Pilsen.

Diese Nord-Süd-Verkehrsachse (Dopravní koridor Sever-Jih) ist als Schnellstraße R 3 / E 55 von Prag nach Linz ausgeführt. In den nächsten Jahren soll diese zur Autobahn D 3 ausgebaut werden. Die zweite Achse von Budweis nach Pilsen ist als Schnellstraße R 20 / E 49 ausgeführt.

Daneben existieren diese beiden Verbindungen als Eisenbahnhauptstrecken. Zum einen ist dies die Summerauer Bahn von Linz, welche hier in die Eisenbahnstrecke Nummer 220 nach Prag übergeht. Zum anderen ist dies die Eisenbahnstrecke Nummer 190 nach Pilsen. Beide Strecken sind elektrifiziert. Daneben existieren weitere kleinere Nebenbahnen von und zum Eisenbahnknoten Budweis.

2005 gründete die Stadt zusammen mit dem Jihočeský kraj eine gemeinsame Trägergesellschaft für den früheren Militärflugplatz Planá an der südwestlichen Peripherie, der zu Jahresbeginn 2006 durch Luftstreitkräfte der Tschechischen Republik einer zivilen Nutzung übergeben wurde und zum internationalen Flughafen České Budějovice ausgebaut werden soll.

Die durch die Stadt fließende Moldau ist seit 2011 zum Teil schiffbar.[16] Auf einem Abschnitt von gut 8 km findet Personenschifffahrt statt. Das von der Europäischen Gemeinschaft geförderte Projekt ist Teil des Planes, die Moldau bis Budweis schiffbar zu machen. 2010 war die Moldau bis Tyn (Moldautein) schiffbar. Derzeit laufen die Bauarbeiten für die Staustufen Richtung Budweis. Es wurde geplant, die Baumaßnahmen bis 2014 fertigzustellen.

Bereits zwischen 1909 und 1914 verkehrte in der Stadt die Gleislose Bahn Budweis, einer der ersten Oberleitungsbus-Betriebe der Welt.

UnternehmenBearbeiten

Budweis hat eine lange Brauereitradition. Die ortsansässigen Brauereien setzen wieder verstärkt auf den Namen „Budweis“ bzw. „Budweiser[17] und halten verschiedene Namensrechte, abgesehen von den USA:

In der Stadt befindet sich außerdem der Firmensitz des ältesten Bleistiftherstellers der Welt, Koh-i-Noor Hardtmuth.

BildungBearbeiten

Die Südböhmische Universität bietet Studiengänge in den Fachrichtungen Wirtschaft, Geisteswissenschaften, Lehrerbildung, Naturwissenschaft, Theologie, Kunst, Gesundheit und Soziales und Agrarfächer an.

StadtgliederungBearbeiten

 
Katasterplan der Stadt
 
Luftaufnahme des heutigen Stadtzentrums

Die Stadt České Budějovice gliedert sich in sieben Ortsteile[18], 69 Grundsiedlungseinheiten[19] und elf Katastralbezirke[20].

  • České Budějovice 1 (zugleich Katastralbezirk): České Budějovice-střed (Innenstadt) und Sokolský ostrov (Sokol-Insel)
  • České Budějovice 2:
    • Katastralbezirk České Budějovice 2: Čtyři Dvory (Vierhöf), Čtyři Dvory-střed, Sídliště Máj, Sídliště Šumava, Sídliště Vltava, Stromovka, Švábův Hrádek, U Vávrovského rybníka, Vysoká škola und Zavadilka
    • Katastralbezirk České Vrbné: České Vrbné (Böhmisch Fellern) und Přístav
    • Katastralbezirk Haklovy Dvory: Haklovy Dvory (Hackelhöf)
  •  
    Die Herrenstrasse (Panská) mit Rabensteiner Turm in Hintergrund
    České Budějovice 3 (zugleich Katastralbezirk): Dolní Světlíky, Kněžské Dvory (Pfaffenhöf), Na sadech, Nemanice (Nemanitz), Nemanický rybník, Sídliště Na pražské, U Čertíka, U hřbitova, U Pekárenské, U požární zbrojnice, U pražské silnice, Za poliklinikou, Za Voříškovým Dvorem und Zahrádky – sog. Pražské předměstí (Prager Vorstadt)
  • České Budějovice 4 (zugleich Katastralbezirk): Husova Kolonie, Husova Kolonie-zahrádky, Nové Vráto (Neu Brod), Nové Vráto-průmyslový obvod, Světlík, U křížku, U Rozumova Dvora und Za Otýlií
  • České Budějovice 5:
    • Katastralbezirk České Budějovice 5: Pětidomí, Pohůrka (Neu Bucharten), Suché Vrbné (Dürrnfellern), Suché Vrbné-průmyslový obvod, U Dobrovodského potoka, U křížku, U rybníčků und U Vrbného
    • Katastralbezirk Kaliště u Českých Budějovic: Kaliště (Kalischt)
    • Katastralbezirk Třebotovice: Třebotovice (Trebotowitz) und Třebotovice-u Dobré Vody
  • České Budějovice 6 (zugleich Katastralbezirk): Brněnské Předměstí (Wiener Vorstadt), Havlíčkova Kolonie, Mladé-Červený Dvůr (Lodus-Rothe Hof), Nové Hodějovice (Neu Hodowitz), Nové Hodějovice-východ, U Malého jezu-U Špačků, U nádraží, U Novohradské, U Špačků-za hřbitovem und Za potokem
  • České Budějovice 7 (zugleich Katastralbezirk): Krumlovské Předměstí (Linzer Vorstadt), Nemocnice, Nové Roudné (Neu Ruden), Rožnov-jih (Strodenitz-Süd), Rožnov-sever (Strodenitz-Nord), U Malše, U Matice školské, U nemocnice, U pivovaru, U plavské silnice, V háječku und Za lineckou tratí.

Die Katastralbezirke Kaliště u Českých Budějovic und Třebotovice liegen – abgetrennt durch die Gemeinde Dobrá Voda u Českých Budějovic – als Exklave östlich des Stadtgebietes.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Budweis unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:[21]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Rathaus von Budweis
 
Marktplatz mit Schwarzem Turm
 
Černá věž (Schwarzer Turm)

Theater und MuseenBearbeiten

  • Südböhmisches Theater, Dr. Stejskala 424/19
  • Südböhmisches Museum, Dukelská 242/1
  • Museum zeitgenössischer Kunst, Náměstí Přemysla Otakara II. 127/38
  • Pferdeeisenbahnmuseum Budweis, Mánesova 10
  • Brauereimuseum der Brauerei Budvar, Karoliny Světlé 4
  • Motorradmuseum, Piaristícké náměstí 1
  • Das Filmtheater Cinestar befindet sich am Einkaufszentrum Čtyři dvory.
  • Das Open Air Kino Letní kino Háječek befindet sich am Zusammenfluss von Moldau und Maltsch
 
Kulturdenkmal Koldům

BauwerkeBearbeiten

  • Die gotische Kathedrale St. Nikolaus (Katedrála svatého Mikuláše) ist die Hauptkirche der Diözese Budweis.
  • Den Schwarzen Turm (Černá věž) kann man auf 225 Stufen besteigen.
  • Der Rabensteiner Turm stammt aus dem 14. Jahrhundert
  • Das 1531 erbaute Salzhaus (Solnice) diente ursprünglich als Getreidelager, später als Zeughaus und schließlich als Salzlager.
  • Das barocke Rathaus gehört zu den schönsten Gebäuden in Tschechien.
  • Die Kirche Mariä Opferung (Kostel Obětování Panny Marie) liegt am Piaristenplatz (Piaristické náměstí)
  • Der Samson-Brunnen (Samsonová kašna) am Hauptplatz gehört zu den Symbolen der Stadt.
  • Die Eiserne Jungfrau (Železná panna) ist ein Festungsturm.
  • Das Planetarium (Hvězdárna) liegt im Park Háječek direkt am Zusammenfluss von Moldau und Maltsch.
  • Das Gemeinschaftshaus Koldům (kolektivní dům) an der Prager Straße wurde 2012 zum Kulturdenkmal erklärt.

Grünflächen und NaherholungBearbeiten

  • Stromovka ist der größte Budweiser Park mit einer Fläche von 68 ha und einer Gesamtlänge von 6,7 km.
  • Schwimmende Insel (Sokolský ostrov)

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Auf dem Ausstellungsgelände findet jedes Jahr das zweitägige internationale Bierfest statt.
  • Budweiser Advent, letzte Novemberwoche bis 6. Januar

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

in der Reihenfolge des Erscheinens
  • Jaroslaus Schaller: Topographie des Königreichs Böhmen. Band 13: Budweiser Kreis, Prag und Wien 1797, S. 6–26.
  • Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 9: Budweiser Kreis, Prag 1841, S. 1–34.
  • Franz Seraphin Seyser und Franz Xaver Illing: Kurz gefaßte Chronik der königlich priviligirten und freiem Berg- und Kreisstadt Budweis, (Budowice) im Königreiche Böhmen, seit ihrem Ursprunge bis zum Jahre 1840. Budweis 1841. (E-Kopie).
  • Johann Trajer: Historisch-statistische Beschreibung der Diöcese Budweis. Budweis 1862, S. 1-12.
  • Johanna von Herzogenberg: Zwischen Donau und Moldau. Bayerischer Wald und Böhmerwald. Das Mühlvierteil und Südböhmen, Passau 1968, Prestel Verlag München, dort: Budweis S. 178 bis 184.
  • Lilian Schacherl: Böhmen. Kulturbild einer Landschaft, Prestel Verlag München, 1968, S. 190 bis 192 Budweis, im Abschnitt: Königliche Diasporen.
  • Karl M. Swoboda: Barock in Böhmen, Prestel Verlag München, 1984, Böhmisch-Budweis S. 154, Niklaskirche und Rathaus S. 217 und Hinweise zu deren Freskanten Johann Adam Schöpf.
  • Karl Kratochwil, Alois Meerwald: Heimatbuch der Berg- und Kreisstadt Böhmisch-Budweis mit einer Sammlung von alten und neueren Sagen, Böhmisch Budweis, 1930, Karl Kratochwil & Co, Verlag des Sonntagboten.

WeblinksBearbeiten

Commons: Budweis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.uir.cz/obec/544256/Ceske-Budejovice
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 0,8 MiB)
  3. 1920 wurde der tschechische Name Budějovice in České Budějovice und der deutsche Name Budweis in Böhmisch-Budweis geändert und durch die Verordnung des Innenministeriums Nr. 20/1921 Sb der Tschechoslowakei verkündet. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges führte die Stadt nochmals kurz ihren ursprünglichen Namen. 1946 wurde schließlich der Name České Budějovice zum einzigen amtlichen Namen der Stadt. Der erste Teil des Namens České („Böhmisch“) dient zur Unterscheidung von der Stadt Moravské Budějovice (deutsch Mährisch-Budwitz).
  4. Heinrich Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassung- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 435 ff..
  5. Z historie. Abgerufen am 16. Juli 2020 (tschechisch).
  6. Černá věž | ENCYKLOPEDIE ČESKÝCH BUDĚJOVIC. Abgerufen am 16. Juli 2020.
  7. Die andere erste Überland-Pferdebahn auf dem Kontinent war die Bahnstrecke Saint-Étienne–Andrézieux, Güterverkehr ab 30. Juni 1827, Personenverkehr ab 1. März 1832.
  8. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen: Bd. Budweiser Kreis. 1841. Statistisch-topographisch dargestellt. Band 9. Friedrich Ehrlich, Prag 1841, S. 3 (google.at [abgerufen am 25. Mai 2017]).
  9. druhá světová válka. In: ENCYKLOPEDIE ČESKÝCH BUDĚJOVIC. Abgerufen am 14. Juli 2020 (tschechisch).
  10. Židé | ENCYKLOPEDIE ČESKÝCH BUDĚJOVIC. Abgerufen am 16. Juli 2020.
  11. Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2, Prag 1831, S. 206, Ziffer 1).
  12. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 9: Budweiser Kreis, Prag 1841, S. 3.
  13. Topographisches Lexikon von Böhmen. Prag 1852, S. 44.
  14. Johann Trajer: Historisch-statistische Beschreibung der Diöcese Budweis. Budweis 1862, S. 1.
  15. Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 3, Leipzig und Wien 1905, S. 567 auf zeno.org.
  16. Bericht von Kam po Česku
  17. „And we’re not using so much the term Ceske Budejovice – for two reasons; one, that most people refer to the city as Budweis and secondly, most Americans can’t pronounce Ceske Budejovice.“ – http://www.radio.cz/en/article/69857
  18. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/544256/Obec-Ceske-Budejovice
  19. http://www.uir.cz/zsj-obec/544256/Obec-Ceske-Budejovice
  20. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/544256/Obec-Ceske-Budejovice
  21. Website der Stadt Budweis: Partnerstädte