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GeographieBearbeiten

LageBearbeiten

Césarches liegt auf 475 m in den französischen Alpen, etwa vier Kilometer nördlich von Albertville, 41 Kilometer ostnordöstlich der Präfektur Chambéry und 59 Kilometer südsüdöstlich der Stadt Genf (Luftlinie). Nachbargemeinden von Césarches sind Marthod im Norden, Queige im Osten, Venthon im Süden sowie Pallud und Thénésol im Westen.

TopographieBearbeiten

Die Fläche des 2,90 km² großen Gemeindegebiets umfasst das Mündungsdreieck der Flüsse Arly und Doron und gehört zum Beaufortain-Massiv, ein sich südwestlich an die Mont-Blanc-Gruppe anschließendes kristallines Zentralmassiv der Alpen. Die Westausläufer des Gebirges bilden in dem Mündungsdreieck einen Berggrat mit Erhebungen um 1000 m, auf dem die Gemeinde ihren höchsten Punkt erreicht. Das Relief besitzt oberhalb der beiden Flüsse mehrere Talschultern, über die sich das Siedlungsgebiet der Gemeinde verteilt. Die Gemeindefläche ist mit 62 % hauptsächlich mit Wald bedeckt, gefolgt von Wiesen und anderen landwirtschaftlichen Flächen (37,5 %).[1] Die Gemeinde besteht aus einem kleinen Ortskern mit Dorfkirche und Mairie sowie dem weitläufigeren Siedlungsgebiet Le Grand Village auf einer Hochfläche über der Mündung des Doron. Einige weitere Weiler und Gehöfte verteilen sich über den Hang bis hinauf auf etwa 700 m.

GeschichteBearbeiten

Der Ort Césarches wurde im Mittelalter erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1170 – zur selben Zeit wie die übrigen Pfarreien der Region – als Ecclesia de Sesarches. Parallel dazu finden sich Schreibweisen wie Sæsarches und de Cesarchiis. Trotz der heute exakten Namensgleichheit geht der Ortsname nicht auf Caesar (frz. César) zurück, sondern auf das spätlateinische casaricum für ein aus Bruchsteinen errichtetes Haus auf dem Land. Während der Französischen Revolution trug der Ort den Namen Cap d’Arly aufgrund seiner Lage im Mündungsdreieck.[2]

Bereits im Hochmittelalter bestand in Césarches eine kleine Herrschaft, die bis 1313 zu den Besitztümern der Herren von Beaufort gehörte.[3] Der Herrschaftssitz war das Château de Cornillon, eine Burganlage in 985 m Höhe, von der sich die Vereinigung der beiden Täler des Doron und Arly kontrollieren ließ. Sie wurde im 14. Jahrhundert von den Truppen des Dauphin niedergebrannt.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Dorfkirche von Césarches stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Ruine des Château de Cornillon (Lage) besteht aus einigen Fundamenten.

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 303
1968 278
1975 289
1982 300
1990 325
1999 357
2006 378
2011 399

Mit 426 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016)[4] gehört Césarches zu den kleineren Gemeinden des Département Savoie. Nachdem die Einwohnerzahl im 19. und 20. Jahrhundert gleichmäßig um rund 300 schwankte, wird seit Ende des 20. Jahrhunderts eine Bevölkerungszunahme verzeichnet.[5] Die Ortsbewohner von Césarches heißen auf Französisch Césarchois(es).

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Césarches war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Daneben gibt es heute einige Betriebe des lokalen Kleingewerbes. Mittlerweile hat sich das Dorf auch zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung, vor allem in Ugine und im Raum Albertville, ihrer Arbeit nachgehen.[6]

Die Ortschaft liegt oberhalb der vierspurig ausgebauten Durchgangsstraße D1212 (ehemalige Route nationale 212), die Albertville mit den größeren Städten im Département Haute-Savoie verbindet. Von einer Anschlussstelle in Pallud führt eine kleine Departementsstraße hinauf nach Césarches. Im benachbarten Albertville befinden sich der nächste Autobahnanschluss an die A430 sowie ein Bahnhof an der Bahnstrecke Saint-Pierre-d’Albigny–Bourg-Saint-Maurice. Als Flughäfen in der Region kommen Chambéry-Savoie (Entfernung 67 km) und Genf (90 km) in Frage.

In Césarches befindet sich eine Grundschule (école primaire).

WeblinksBearbeiten

  Commons: Césarches – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Daten 2006 von CORINE Land Cover, abrufbar z. B. unter www.statistiques.developpement-durable.gouv.fr (Memento des Originals vom 24. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistiques.developpement-durable.gouv.fr.
  2. A. Gros: Dictionnaire étymologique des noms de lieu de la Savoie. Belley, Imprimerie Aimé Chaduc, 1937, S. 125 (französisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. J. J. Vernier: Dictionnaire topographique du département de la Savoie. Imprimerie Savoisienne, 1896, S. 278 (französisch, online auf BNF [abgerufen am 19. Januar 2014]).
  4. Französisches Statistikinstitut (www.insee.fr)
  5. Césarches – notice communale. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 16. April 2015 (französisch, ab 1968 Einwohnerzahlen von INSEE).
  6. Dossier complet zu Césarches. In: INSEE. Abgerufen am 16. April 2015 (französisch).