Ance Féas

französische Gemeinde im Department Pyrénées-Atlantique

Ance Féas ist seit dem 1. Januar 2017 eine französische Gemeinde mit 612 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) im Département Pyrénées-Atlantiques in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Oloron-Sainte-Marie und zum Kanton Oloron-Sainte-Marie-1 (bis 2015: Kanton Aramits). Die Bewohner werden Ançais oder Féasiens genannt.[1]

Ance Féas
Ance Féas (Frankreich)
Ance Féas
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Pyrénées-Atlantiques
Arrondissement Oloron-Sainte-Marie
Kanton Oloron-Sainte-Marie-1
Gemeindeverband Haut Béarn
Koordinaten 43° 9′ N, 0° 41′ WKoordinaten: 43° 9′ N, 0° 41′ W
Höhe 211–581 m
Fläche 23,83 km2
Einwohner 612 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 26 Einw./km2
Postleitzahl 64570
INSEE-Code

Rathaus von Ance-Féas

Die Gemeinde entstand mit Wirkung vom am 1. Januar 2017 als Commune nouvelle durch die Fusion der früher selbstständigen Gemeinden Ance und Féas, die seither die Funktion von Communes déléguées ausüben.

GeographieBearbeiten

Ance-Féas liegt etwa zehn Kilometer südwestlich von Oloron-Sainte-Marie im Vallée de Barétous im Béarn.

Umgeben wird Ance Féas von den Nachbargemeinden:

Ance Féas liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour und wird durchquert von zwei Zuflüssen des Gave d’Oloron, der Mielle, die im Ortsgebiet entspringt, und dem Vert und seinen Zuflüssen, den Bächen:

  • Aurone
    • und seinem Zufluss Treilt
  • Littos,
  • Bélandre, der im Ortsgebiet entspringt,
    • und seinen Zuflüssen: Sarrabasse und Saucy, welche ebenfalls im Ortsgebiet entspringen,
  • Labo und
  • Lousère.[2][3]

GeschichteBearbeiten

Féas wurde bereits unter dem Namen Héas im Jahre 1343 in den Akten vermerkt. Paul Raymond, Archivar und Historiker des 19. Jahrhunderts, notierte die Erwähnungen der Siedlungen Ance und Féas unter dem Namen Ansse bzw. Feaas im Jahre 1385 anlässlich einer Volkszählung. Es wurden 23 Haushalte bei Ance und 21 Haushalte bei Féas gezählt und vermerkt, dass die Siedlungen in der Bailliage von Oloron liegen.[4] Féas war in jener Epoche ein Wallfahrtsort mit einer Kapelle Sainte-Vigne, deren Standort heute unbekannt ist. Während des Mittelalters behielt Féas eine Erdhügelburg und ein Schloss auf einem höher gelegenen Felsen. Seit dem 15. Jahrhundert ist Féas mit einer Schule ausgestattet.

In der Folge des Edikts von Nantes war Féas einer der ersten acht Gemeinden im Béarn, die die katholische Religion wieder einführen musste. Der französische König Heinrich IV., der Unterzeichner des Edikts im Jahre 1598, war bereits seit 1572 gleichzeitig König von Navarra und selbst Anführer der Hugenotten in den Hugenottenkriegen, die mit dem Edikt allerdings beendet wurden.[5][6]

[7]

Bevölkerungsverteilung und -fortschreibungBearbeiten

Ortsteil ehemaliger
INSEE-Code
Fläche
(km²)
Höhenlage (m) Einwohnerzahlen (Census)
1851 1901 1954 1962 1968 1975 1982 1990 1999 20061 20082 20132 20163
Ance 64020 10,12 244 – 581 434 305 202 186 186 166 183 226 215 238 244 230 224
Féas 64225 13,71 211 – 475 659 440 380 357 327 312 299 404 373 381 421 412 395
Ance Féas 64225 23,83 211 – 581 1.093 .0745 .0582 .0543 .0513 .0478 .0482 .0630 .0588 .0619 .0665 .0642 .0619
1 Daten von INSEE[8]
2 Daten von INSEE[9]
3 Daten von INSEE[10]
übrige Daten von Cassini[11]
Die (Gesamt-)Einwohnerzahlen der Gemeinde Ance Féas wurden durch Addition der einzelnen Ortsteile, d. h. der ehemaligen selbständigen Gemeinden ermittelt
Einwohnerzahlen von den ehemaligen Gemeinden Ance und Féas
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[12][13] INSEE ab 2008[14][15]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Ance Féas liegt in den Zonen AOC des Ossau-Iraty, ein traditionell hergestellter Schnittkäse aus Schafmilch, sowie der Schweinerasse und des Schinkens „Kintoa“.[19]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[20]
Gesamt = 68

VerkehrBearbeiten

Ance Féas ist angeschlossen an die Routes départementales 159, 359 und 919 (ehemalige Route nationale 648a) und ist über Linien des Busnetzes Transports 64 mit anderen Gemeinden des Départements verbunden.

PersönlichkeitenBearbeiten

Robert Paparemborde (5. Juli 1948 – 18. April 2001), Rugby Spieler und Trainer, geboren in Féas. Er hat in seiner aktiven Zeit 55 Mal in der französischen Nationalmannschaft gespielt und mit seinem Team dreimal das Six Nations-Turnier, vergleichbar mit der Europameisterschaft, gewonnen.

WeblinksBearbeiten

Commons: Ance Féas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pyrénées-Atlantiques Gentilé (fr) habitant.fr. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  2. Ma commune : Ance (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  3. Ma commune : Féas (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  4. Paul Raymond: Dictionnaire topographique du département des Basses-Pyrénées (fr) In: Dictionnaire topographique de la France. Imprimerie nationale. S. 5, 64. 1863. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  5. L’Édit de Nantes (1598) (fr) Virtuelles Museum des Protestantismus. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  6. Henri IV (1553-1610) (fr) Virtuelles Museum des Protestantismus. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  7. @1@2Vorlage:Toter Link/visites.aquitaine.fr(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Féas)
  8. Daten der Communes - Volkszählung (Recensement de la population) 2006
  9. Populations légales 2013 (Daten der Communes 2013/2018)
  10. Datei des Département Pyrénées-Atlantiques - Volkszählung (Recensement de la population) 2016
  11. Des villages de Cassini aux communes d'aujourd'hui - Index par département
  12. Notice Communale Ance (fr) EHESS. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  13. Notice Communale Féas (fr) EHESS. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  14. Populations légales 2013 Commune d’Ance (64020) (fr) INSEE. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  15. Populations légales 2013 Commune de Féas (64225) (fr) INSEE. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  16. @1@2Vorlage:Toter Link/visites.aquitaine.fr(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Église Saint-Étienne)
  17. Inventaire général du patrimoine culturel (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  18. @1@2Vorlage:Toter Link/visites.aquitaine.fr(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Église Saint-Barthélemy)
  19. @1@2Vorlage:Toter Link/www2.inao.gouv.fr(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Institut national de l’origine et de la qualité)
  20. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Féas (64225) (fr) INSEE. Abgerufen am 7. November 2019.