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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ursberg
Ursberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ursberg hervorgehoben

Koordinaten: 48° 16′ N, 10° 27′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Günzburg
Höhe: 508 m ü. NHN
Fläche: 25,41 km2
Einwohner: 3224 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86513
Vorwahl: 08281
Kfz-Kennzeichen: GZ, KRU
Gemeindeschlüssel: 09 7 74 116
Gemeindegliederung: 5 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Prämonstratenserstr. 20
86513 Ursberg
Website: www.gemeinde-ursberg.de
Bürgermeister: Peter Walburger (CSU/Freie)
Lage der Gemeinde Ursberg im Landkreis Günzburg
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Über dieses Bild
Kloster Ursberg

Ursberg ist eine Gemeinde im bayerisch-schwäbischen Landkreis Günzburg.

GeographieBearbeiten

Die Gemeinde liegt fünf Kilometer ostnordöstlich von Krumbach am westlichen Talhang der Mindel in der Region Donau-Iller. Der Ort Ursberg liegt an der Kleinen Mindel, einem linken Nebenarm der Mindel. Seit etwa den 1950er Jahren ist Ursberg mit dem Nachbarort Bayersried baulich verbunden.

Ursberg besteht aus fünf amtlich benannten Gemeindeteilen, die gleichzeitig auch Gemarkungen sind (in Klammern ist der Ortstyp angegeben):[2]

GeschichteBearbeiten

1104 wurde Ursberg erstmals in Verbindung mit einem Wernher von Ursberg urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet Berg des Ur oder Auerochsen. Die mittelalterliche Übersetzung ursus (lat.) = Bär, von der auch das Wappentier stammt, ist wohl eine Fehldeutung. Ursberg war u. a. Stammsitz der Edelfreien von Schwabegg, Lutzelburg, Hairenbuch und Waltenhausen. Auf dem Michelsberg stand vermutlich die einstige Ursberger Burg.

Im Dezember 1802 erfolgte die Sakularisation und Ursberg kam zum Königreich Bayern. Bis 1827 war der Ort Sitz des späteren Königlich-Bayerischen Landgerichtes Krumbach.[3] Am 1. November 1905 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Bayersried und Ursberg zur neuen Gemeinde Bayersried-Ursberg zusammengeschlossen.[4]

Aktion T4 im NationalsozialismusBearbeiten

Im Zuge der Aktion T4, von den Nationalsozialisten als „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ bezeichnet, wurden zwischen September 1940 und August 1941 519 Bewohner der Ursberger Anstalten in andere Anstalten verlegt. 199 von ihnen wurden in Tötungsanstalten vergast, 180 weitere starben durch Hungerkost oder Todesspritzen.[5]

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Juli 1972 wurde im Rahmen der Gemeindegebietsreform Mindelzell nach Bayersried-Ursberg eingemeindet.[4] Am 1. Januar 1976 kam Premach hinzu, Oberrohr folgte am 1. Mai 1978.[6] Am 3. Oktober 1978 wurde die Gemeinde amtlich in Ursberg umbenannt.[6]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

  • 1910: 1742 Einwohner (Volkszählung am 1. Dezember 1910)
  • 1961: 3718 Einwohner (Volkszählung am 6. Juni 1961)[6]
  • 1970: 3503 Einwohner (Volkszählung am 27. Mai 1970)[6]
  • 1991: 3574 Einwohner
  • 1995: 3540 Einwohner
  • 2000: 3580 Einwohner
  • 2005: 3506 Einwohner
  • 2010: 3346 Einwohner
  • 2015: 3175 Einwohner

Der Ort Ursberg hatte am 1. Februar 2017 1.164 Einwohner.[3]

PolitikBearbeiten

Der Gemeinderat hat 16 Mitglieder. Bei der Kommunalwahl 2008 entfielen auf die CSU/Freie Wähler zehn und auf die Unabhängige Wählervereinigung sechs Sitze.

Bei der Wahl 2014 erreichte die CSU 9 Sitze, die Unabhängige Wählervereinigung 7 Sitze.[7]

BaudenkmälerBearbeiten

  • Kloster Ursberg
  • Klosterkirche St. Johannes Evangelist, barock mit spätromanischer Kreuzigungsgruppe
  • Wallfahrtskirche Heilig Kreuz in Mindelzell
  • Kirche St. Pankratius in Oberrohr, in der eine Reihe bemerkenswerter spätgotischer Bildwerke zu sehen sind
  • Kirche Maria Heimsuchung in Premach

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 49 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 1707 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 911. Im verarbeitenden Gewerbe gab es acht, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 44 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 906 ha, davon waren 457 ha Dauergrünfläche.

VerkehrBearbeiten

In Ost-West-Richtung verläuft die Bundesstraße 300 von Krumbach nach Thannhausen durch das Gemeindegebiet. Die Kreisstraßen GZ 35 und GZ 12 führen durch das Mindeltal.

BildungBearbeiten

1999 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 75 Kindergartenplätze mit 74 Kindern
  • Volksschulen: eine mit fünf Lehrern und 105 Schülern
  • Dominikus-Ringeisen-Werk, Einrichtung für Behinderte, kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts
  • Ringeisen-Gymnasium der St. Josefskongregation mit 57 Lehrern und 859 Schülern (aktualisiert am 29. Januar 2007)

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Burchard von Ursberg (12./13. Jahrhundert), ein mittelalterlicher Geschichtsschreiber
  • Konrad von Lichtenau (von Ursberg), Prämonstratenser, Domherr in Konstanz, ab 1226 Abt im Prämonstratenserkloster Ursberg; † 10. Dez. 1240. Er schenkte seiner Heimatpfarrei Mindelzell den Kreuzpartikel, der bis heute durch die „Bruderschaft vom Hl. Kreuz“ verehrt wird.[8]
  • Dominikus Ringeisen (1835–1904) war ein römisch-katholischer Geistlicher und Begründer der Ursberger Anstalt (heute Dominikus-Ringeisen-Werk).
  • Joseph Bernhart (1881–1969) war katholischer Theologe, Religionswissenschaftler und Schriftsteller. Er gilt als einer der großen Denker katholischer Provenienz im 20. Jahrhundert.
  • Fridolin Rothermel (1895–1955) war ein bayerischer Politiker und Bauernverbandsvertreter.
  • Berühmter Einwohner des Ursberger Ortsteils Oberrohr war der langjährige Bundesfinanzminister und CSU-Vorsitzende Theo Waigel. Er wurde dort 1939 geboren.

LiteraturBearbeiten

  • Gert Tröger: Dominikus Ringeisen und sein Werk. Zur Hundertjahrfeier der Ursberger Behinderteneinrichtungen. Selbstverlag der St. Josefskongregation, Ursberg 1984

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ursberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Ursberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 22. August 2019.
  3. a b Geschichte auf der Gemeinde-Website
  4. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 502.
  5. Hans-Ludwig Siemen: Die bayerischen Heil- und Pflegeanstalten während des Nationalsozialismus. In: Michael von Cranach, Hans-Ludwig Siemen (Hrsg.): Psychiatrie im Nationalsozialismus. Die bayerischen Heil- und Pflegeanstalten zwischen 1933 und 1945. Oldenbourg, München 1999, S. 417–474, hier S. 439, ISBN 3-486-56371-8
  6. a b c d Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 774 f.
  7. http://www.gemeinde-ursberg.de/index.php/rathaus/gemeinderat
  8. Ökumenisches Heiligenlexikon