Kloster Ursberg

Franziskanerinnenkloster in Bayern

Das Kloster Ursberg ist eine ehemalige Reichsabtei der Prämonstratenser und heutiges Kloster der franziskanischen St. Josefskongregation in Ursberg (Landkreis Günzburg, Bayern) in der Diözese Augsburg.

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Territorium im Heiligen Römischen Reich
Reichsstift Ursberg
Wappen
Wappen von Ursberg.png


Alternativnamen Reichsabtei
Herrscher/Regierung Reichsabt
Heutige Region/en DE-BY
Reichstag Im Reichsfürstenrat vertreten durch das Schwäbische Reichsprälatenkollegium
Reichskreis Schwäbischer Reichskreis
Hauptstädte/Residenzen Ursberg
Konfession/Religionen römisch-katholisch
Sprache/n Deutsch, Lateinisch


Aufgegangen in Kurfürstentum Bayern


Kloster Ursberg
Mahnmal

GeschichteBearbeiten

Das St. Petrus und St. Johannes Evangelist geweihte Kloster wurde 1125 durch den Edlen Wernher von Schwabegg-Balzhausen gegründet. Es war die erste Niederlassung des Prämonstratenserordens in Süddeutschland. Das Kloster wurde im Jahr 1143 Reichsstift. Kloster Ursberg gründete bereits 1126 das noch bestehende Kloster Roggenburg. Im 18. Jahrhundert kam es in der Grund- und Gerichtsherrschaft zu rationalen Reformen, die allerdings erst 1777 zum Erlass einer eigenen Policey-Ordnung führten. Sie regelte die innere Ordnung des schwäbischen Reichsstifts, von der Sonn- und Feiertagsordnung über Vorschriften zum Wirtshausbesuch bis hin zum Verbot des Glücksspiels für die Stiftsuntertanen.

1803 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Die Kirche wurde Pfarrkirche. Im Kloster wurden der Pfarrhof und das Landgericht Ursberg untergebracht. 1884 erwarb der Priester Dominikus Ringeisen die Gebäude und rief dort eine Schwesternkongregation zur Pflege von körperlich und geistig Behinderten ins Leben, das heutige Dominikus-Ringeisen-Werk. Träger dieser Einrichtung war die Sankt-Josefskongregation Ursberg, eine franziskanische Ordensgemeinschaft mit rund 180 Schwestern.

Während des Nationalsozialismus wurden ab 1936 über 200 Patienten zwangssterilisiert. Ab Herbst 1940 bis zum August 1941 brachte man fast 200 Personen zur Vergasung in die NS-Tötungsanstalt Hartheim bei Linz. Weitere annähernd 200 Patienten starben bis 1945 an Hunger und Vernachlässigung.[1] Ein Mahnmal des 1947 geborenen Bildhauers Alfred Görig im Klosterhof erinnert seit 2004 an dieses Kapitel sowie an die Toten beider Weltkriege. Eine Gedenktafel im Schloss Hartheim in Oberösterreich nimmt das zentrale Motiv des Mahnmals im Ursberger Klosterhof auf und erinnert an die Ermordeten während des 3. Reichs in Einrichtungen der St. Josephskongregation[2].

1996 wurde das Werk in eine kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts umgewandelt. Die Stiftung begleitet Menschen mit Behinderungen an zahlreichen Orten in Bayern.

GrundherrschaftBearbeiten

Die Herrschaft Ursberg umfasste zu Beginn des 19. Jahrhunderts 3300 Untertanen. Trotz seines reichsunmittelbaren Standes zählte Ursberg zu einem der ärmsten Prälatenklöster Schwabens. Nach der Säkularisation fiel die Herrschaft an des Kurfürstentum Bayern, an dessen Stelle man 1804 das Landgericht Ursberg errichtete. Die Herrschaft setzte sich einstmals aus folgenden Ortschaften zusammen: Ursberg, Mindelzell, Billenhausen, Haslach, Bayersried, Oberrohr, Edenhausen, Attenhausen, ferner drei Weiler und Streubesitz.[3]

Pröpste und Äbte des KlostersBearbeiten

KlosterkircheBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Alfred Lohmüller: Reichsstift Ursberg: Von den Anfängen 1125 bis zum Jahre 1802, 1987, ISBN 978-3-87437-249-7
  • Wolfgang Wüst (Hg.): Die „gute“ Policey im Reichskreis. Zur frühmodernen Normensetzung in den Kernregionen des Alten Reiches, Band 1: Der Schwäbische Reichskreis, unter besonderer Berücksichtigung Bayerisch-Schwabens, Berlin 2001, S. 359–382 (Ursberger Policeyordnung), ISBN 3-05-003415-7
  • Jacques Gélis: Lebenszeichen – Todeszeichen. Die Wundertaufe totgeborener Kinder im Deutschland der Aufklärung. In: Jürgen Schlumbohm et al. (Hg.): Rituale der Geburt. Eine Kulturgeschichte. München 1998, S. 269–288.

WeblinksBearbeiten

Commons: Kloster Ursberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. [1]Haus der Bayerischen Geschichte: Kloster Ursberg
  2. Mahntafel im Schloß Hartheim
  3. Haus der Bayerischen Geschichte - Klöster in Bayern. Abgerufen am 2. Januar 2019.

Koordinaten: 48° 15′ 58″ N, 10° 26′ 47,1″ O