Dürrlauingen

Gemeinde in Deutschland

Dürrlauingen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Günzburg. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Haldenwang.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Dürrlauingen
Dürrlauingen
Deutschlandkarte, Position des Marktes Dürrlauingen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 28′ N, 10° 26′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Günzburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Haldenwang
Höhe: 503 m ü. NHN
Fläche: 12,34 km2
Einwohner: 1643 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner je km2
Postleitzahl: 89350
Vorwahl: 08222
Kfz-Kennzeichen: GZ, KRU
Gemeindeschlüssel: 09 7 74 127
Marktgliederung: 4 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Bürgermeister-Fendt-Straße 5
89350 Dürrlauingen
Website: www.duerrlauingen.de
Erster Bürgermeister: Friedrich Bobinger
Lage des Marktes Dürrlauingen im Landkreis Günzburg
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Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Iller und hat vier Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

GeschichteBearbeiten

Bis zur GemeindegründungBearbeiten

Die Grafen von Berg-Burgau hatten seit der Mitte des 12. Jahrhunderts die Herrschaft in Dürrlauingen inne. Die Herren von Westernach waren seit 1350 Lehnsherren des Dorfes und Inhaber des Dorfgerichts. Die Familie Fugger erwarb 1533 den ganzen Ort von den Herren von Westernach. Dürrlauingen kam an die Grafen Fugger-Glött und war ein Teil der Herrschaft Glött. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Dürrlauingen.

FusionBearbeiten

Mindelaltheim, Dürrlauingen und Mönstetten schlossen sich im Zuge der Gebietsreform am 1. Mai 1978 zur neuen Gemeinde Dürrlauingen zusammen.[3]

BuchkulturBearbeiten

 
Handschrift Clubers

1468 erhielt Meister Ulrich Wieler, Kaplan in Dürrlauingen, von Jörg Cluber, Frühmesser zu Lauingen, eine Handschrift der 24 Alten Ottos von Passau gewidmet. Später ins Kloster Maria Mödingen gelangt, wurde sie im 16. Jahrhundert kostbar illuminiert. Heute gehört sie der Princeton-University (Garrett Collection 134).

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1961[3] 1970[3] 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2018 2019
Einwohner 1544 1760 1862 1848 1869 1860 1722 1646 1646 1617 1629

Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 1873 auf 1617 um 226 Einwohner bzw. um −12,3 %.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Der Gemeinderat hat zwölf Mitglieder. Seit der Kommunalwahl 2020 verteilen sie sich auf folgende Listen:

  • Freie Wählervereinigung Dürrlauingen: 5 Sitze (37,5 %)
  • Freie Wählergemeinschaft Mönstetten: 4 Sitze (35,2 %)
  • Freie Wählervereinigung Mindelaltheim: 3 Sitze (27,3 %)

In der Amtszeit 2014 bis 2020 war der Gemeinderat wie folgt besetzt:

  • Freie Wählervereinigung Dürrlauingen: 4 Sitze
  • Freie Wählervereinigung Mindelaltheim: 4 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft Mönstetten: 3 Sitze
  • Unabhängige Bürger: 1 Sitz

Erste BürgermeisterBearbeiten

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Friedrich Bobinger[4] (Freie Wählervereinigung Mönstetten), der am 15. März 2020 mit 61,4 % der Stimmen bei einem Mitbewerber gewählt wurde.

Dessen Amtsvorgänger war Edgar Ilg (* 1952), der von 2008 bis 2020 im Amt war und nicht mehr kandidierte.

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Durch eine eingeschweifte blaue Spitze, darin eine goldene Lilie, gespalten; vorne fünfmal schräg geteilt von Rot und Silber, hinten in Silber ein golden gekrönter schwarzer Wolf.“[5]

Dieses Wappen wird seit 1971 geführt.

Wappenbegründung: Das Gemeindewappen erinnert an drei für die Geschichte des Ortes wichtige Herrschaftsinhaber. Die Schrägteilung von Rot und Silber ist dem Wappen der Grafen von Berg-Burgau entnommen, die seit der Mitte des 12. Jahrhunderts die Herrschaft in Dürrlauingen innehatten. Der golden gekrönte schwarze Wolf stammt aus dem Wappen der Herren von Westernach, die seit 1350 Lehensherren des Dorfes und Inhaber des Dorfgerichts waren. Die goldene Lilie weist auf die Familie Fugger hin, die 1533 den ganzen Ort von den Herren von Westernach erwarb. Dürrlauingen wurde der Linie Glött zugeteilt und spielte als Ersterwerbung bei ihrem Territorialausbau eine Schlüsselrolle. Bis 1806 verblieb der Ort in ihrem Besitz.

BaudenkmälerBearbeiten

BodendenkmälerBearbeiten

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Wirtschaft einschließlich Land- und ForstwirtschaftBearbeiten

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 36 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 323 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 572. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 34 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 741 ha, davon waren 592 ha Ackerfläche und 146 ha Dauergrünfläche.

BildungBearbeiten

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2020):

  • Kindergarten und Kinderkrippe „Zwergenland“ im Rathausgebäude[6]
  • Grundschule mit acht Lehrerinnen und Lehrern[7]
  • „Nikolaus-von-Myra“-Förderschule, heilpädagogische Tagesstätte, Berufsbildungswerk und Berufsschule Sankt Nikolaus[8]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Dürrlauingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Dürrlauingen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 30. August 2019.
  3. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 775.
  4. https://www.duerrlauingen.de/buergermeister
  5. Eintrag zum Wappen von Dürrlauingen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  6. Kindertagesstätte - Zwergenland. Abgerufen am 7. Dezember 2020.
  7. Grundschule. Abgerufen am 7. Dezember 2020.
  8. Leistungen Sankt Nikolaus. Abgerufen am 7. Dezember 2020.