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University of Notre Dame

Universität in den Vereinigten Staaten

Die University of Notre Dame du Lac ist eine katholische Privatuniversität im US-Bundesstaat Indiana. Sie wurde im Jahre 1842 von dem französischen Priester Edward Sorin gegründet. Sie besitzt die höchste Forschungklassifizierung amerikanischer Universitäten als R1 Universität mit “very high research activity.”[2] In den Rankings steht Notre Dame mit anderen Elite-Universitäten wie Stanford, Yale und Duke in Wettbewerb.[3] In Philosophie war das Department von Notre Dame 2016 als 11-bestes Programm weltweit eingestuft,[4] in Theologie und Religionswissenschaft sogar als Nr. 2 bzw. 7.[5][6]

University of Notre Dame du Lac
Universitas Dominae Nostrae a Lacu
Logo
Motto Vita, Dulcedo, Spes (deutsch: Leben, Anmut, Hoffnung)
Gründung 1842
Trägerschaft Privat
Ort Notre Dame (St. Joseph County, Indiana)
Land Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Präsident John Ignatus Jenkins
Studierende 12.179
Mitarbeiter 1.241
Stiftungsvermögen 13.8 Milliarden USD
Netzwerke FIUC[1]
Website www.nd.edu
Der Golden Dome
Herz-Jesu-Basilika, Kirche der Universität und der Heilig-Kreuz-Kongregation
Hauptgebäude aus der Luft

Der Campus liegt im St. Joseph County bei South Bend. Die Universität wird von katholischen Geistlichen der Kongregation vom Heiligen Kreuz geführt. Bis 1972 waren nur Männer zugelassen. Wahrzeichen ist der Golden Dome, ein Kuppelbau mit vergoldetem Dach, auf dessen Spitze sich eine Statue der Heiligen Mutter Maria befindet. Bekannt ist auch die Bibliothek mit der Dante-Sammlung und die Zahm Hall[7] zu Ehren von Reverend John Augustine Zahm.

Bekannt ist die University of Notre Dame auch für ihre School of Architecture, eine Architekturfakultät, die sich der Lehre der traditionellen bzw. vor-modernen Architektur und Stadtplanung verschrieben hat (u. a. im Sinne des New Urbanism).[8] Sie vergibt alljährlich den renommierten Driehaus-Architektur-Preis.[9] Unter der Leitung von Theodore Hesburgh, der mit Martin Luther King befreundet war, wurde Notre Dame zu einem Zentrum für Menschenrechte in den USA.[10]

Die Sportmannschaften der Universität tragen den Spitznamen Fighting Irish und ihr Maskottchen ist ein Leprechaun, was sich mit der einst hohen Präsenz von Irisch-Amerikanern in den Reihen der Studierenden erklärt. Das American Football-Team der Universität war mit 13 nationalen Meisterschaften besonders erfolgreich und trug zur nationalen Bekanntheit der Universität bei.

Mit derzeit 13.8 Milliarden USD Stiftungsvermögen[11] ist sie unter den zehn reichsten Universitäten der USA.[12]

PersönlichkeitenBearbeiten

ProfessorenBearbeiten

AbsolventenBearbeiten

NobelpreisträgerBearbeiten

Kunst und MedienBearbeiten

Politik und RegierungBearbeiten

SportlerBearbeiten

SportBearbeiten

Die American-Football-Mannschaft der Universität – die Notre Dame Fighting Irish – genießt in den USA aufgrund ihrer erfolgreichen Vergangenheit Kultstatus. Mit elf Meistertiteln sind die Irish eine der erfolgreichsten Football-Mannschaften im College-Football. Traditionell kleidet sich das Team in Navy-Blau und Gold: Goldener Helm ohne jegliche Verzierung, Navy-blaues Jersey mit weißen Nummern und goldfarbene Hosen.

Die Football-Abteilung der Universität gestaltet als Unabhängige in der NCAA ihren Spielplan (und Fernseh-Vertrag) selber, während die anderen Sportarten (Basketball, Fußball etc.) der Atlantic Coast Conference angeschlossen sind. Außerdem ist Notre Dame die einzige Universität, die einen eigenen TV-Vertrag für die nationale Übertragung ihrer Heimspiele abgeschlossen hat.

GeschichteBearbeiten

Die weit über 100-jährige Geschichte der Irish ist mit insgesamt 811 Siegen (74,4 % Erfolgsquote) eine der erfolgreichsten im College Football überhaupt, hinter den Michigan Wolverines (842 mit 74,6 %), gegen die sie am 23. November 1887 ihr allererstes Spiel verloren.

Das Team wurde schon in den 1920er Jahren berühmt, als es aus 88 Prozent der Spiele siegreich hervorging und die Mannschaft mit den vier Spielern, die als die Four Horsemen of Notre Dame bekannt wurden, in der Saison 1924/1925 die nationale Meisterschaft gewann. Im Jahr 1930 wurde die Geschichte der Mannschaft erstmals verfilmt. Dabei kam der ehemalige Starspieler und Trainer Knute Rockne, der die Dreharbeiten besuchen wollte, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. 1940 entstand daraufhin der Hollywood-Film Knute Rockne, All American. All American steht dabei für das alljährlich von Sportjournalisten gewählte All-Star-Team der College-Football-Mannschaften. Neben vier Spielern, die als vier apokalyptische Reiter bekannt wurden, spielte darin der schon 1920 an Lungenentzündung verstorbene George Gipp (im Film gespielt von Ronald Reagan) eine wesentliche Rolle. Dessen letzten Worte „Win one for the Gipper“ wurden in entscheidenden Spielsituationen als Motivation zitiert. Reagan behielt nach dieser Rolle den Spitznamen „Gipper“ bei und ließ sich in seiner späteren politischen Karriere mit dem Slogan zitieren.

Bekannte SpielerBearbeiten

Sieben Heisman-Trophy-Gewinner wurden hervorgebracht, und zudem spätere NFL-Stars wie Joe Theismann, Daryle Lamonica, Rick Mirer, Ricky Watters, Jerome Bettis, Ron Powlus und Joe Montana. In den letzten 20 Jahren gewannen folgende Spieler wichtige nationale Auszeichnungen: Vince Lombardi Award: Aaron Taylor (1993) und Chris Zorich (1990); Walter Camp Award: Raghib „The Rocket“ Ismail (1990); Johny Unitas Golden Arm Award: Brady Quinn (2006) und Tony Rice (1989); Heisman Trophy: Tim Brown (1989). Die früheren Heisman Trophy Gewinner waren: John Huarte (1964), Paul Hornung (1956), Johnny Lattner (1953), Leon Hart (1949), Johnny Lujack (1947) und Angelo Bertelli (1943). Zahlreiche Spieler wie Paul Hornung, Harry Stuhldreher, Elmer Layden oder Joe Theismann sind Mitglied in der College Football Hall of Fame, oder wie Joe Montana, George Connor und Tim Brown Mitglied in der Pro Football Hall of Fame.

Bekannte CoachesBearbeiten

StadionBearbeiten

 
Footballstadion der University of Notre Dame
 
Baseballstadion der NDU

Die Heimspiele werden im 78,000 Zuschauer fassenden Notre Dame Stadium ausgetragen, das 2014–2018 für mehr als 400 Millionen Dollar renoviert und erweitert wurde.[25] Bis zur Renovierung 1996 hatte das Stadium eine Kapazität von 59.075 Zuschauern. Seit 1961 waren mit einer einzigen Ausnahme sämtliche Heimspiele ausverkauft. Aus diesem Grunde werden die Eintrittskarten jeweils fix zugeteilt: Studierende, Lehrpersonal, Angestellte und Gönner können Tickets erwerben. Ehemalige Studenten müssen zunächst in einer Lotterie (an der man nur teilnehmen kann, wenn man einen gewissen jährlichen Mindestbetrag an die Universität gespendet hat) das Recht gewinnen, sich Tickets zu kaufen. Dies ist aufgrund der enormen Nachfrage nötig geworden, die das Angebot der 80.000 Plätze bei weitem übersteigt.

Football-TraditionenBearbeiten

  • Notre Dame Marching Band: Amerikas älteste Universitätsband spielt vor, während, und nach den Footballspielen auf dem Campus und im Stadion. Der meistgespielte Song ist der Notre Dame Fight Song.
  • Notre Dame Fight-Song: Der Notre Dame Victory March (so der offizielle Name) wurde 1908 veröffentlicht und ist Amerikas bekanntester Uni-Song.
  • Friday Night Pep Rally: Jeden Freitagabend vor einem Heimspiel findet in der Basketball-Arena eine Pep rally statt, auf der die Band spielt, der Trainer und einige Spieler sowie berühmte Ehemalige oder Prominente Ansprachen halten, um die Studenten und Fans für das Spiel am Samstag schon mal in Stimmung zu bringen.
  • Painting of the Helmets: Die goldenen Helme werden jeden Freitagabend von studentischen Helfern neu in gold lackiert, damit die Helme am Spieltag genauso wie der Golden Dome des Hauptgebäudes in Gold erstrahlen.
  • Notre Dame Tailgate: Vor jedem Heimspiel finden auf dem Campus sowie den Parkplätzen und Geländen rings um das Stadion tausende von Grillpartys statt. Diese beginnen schon in den frühen Morgenstunden und lassen es an nichts mangeln. Da die meisten Fans mit Wohnmobilen oder Autos anreisen, haben sie von Stereoanlagen über Minibars und Grills alles dabei.

Sportliche RivalitätenBearbeiten

  • USC Trojans (University of Southern California): Wird seit 1926 jährlich ausgetragen. Notre Dame führt mit 44 zu 35 Siegen.
  • Michigan Wolverines (University of Michigan): Die lebhafte Rivalität beruht auf der geographischen Nähe. Trotzdem gab es nur 11 Direktbegegnungen in den ersten 100 Jahren der gemeinsamen Geschichte. Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass sich Michigan nach einer schweren Niederlage im Jahre 1909 lange weigerte, gegen Notre Dame anzutreten. Erst seit 1979 treffen die beiden erstklassigen College-Football-Mannschaften wieder regelmäßig aufeinander. Michigan führt mit 23 zu 16 Siegen.
  • Navy Midshipmen (Navy Academy): Wird seit 1931 jährlich ausgetragen in Ehren an die finanzielle Unterstützung der US-Navy an die Universität während des Zweiten Weltkriegs. Notre Dame führt in der Serie mit 76 Siegen. Navy gewann zwölf Mal und einmal trennten sich die Mannschaften Unentschieden.
  • Michigan State Spartans (Michigan State University): In erster Linie als Ersatz-Derby für die Wolverines aufgebaut.
  • Purdue Boilermakers (Purdue University): Regelmäßiger Matchgegner aus Indiana.

AktuellesBearbeiten

The Irish wurden 2006 mit einer 10-2-Bilanz als elftbestes unter den über 100 Teams der Division I-A eingestuft (AP poll). Sie verloren am 3. Januar 2007 den Sugar Bowl im Louisiana Superdome in New Orleans gegen die LSU Tigers klar mit 14-41. Quarterback Brady Quinn wurde gleich zweifach ausgezeichnet: Einerseits mit dem prestigeträchtigen Johnny Unitas Golden Arm Award den zuvor Spieler wie Matt Leinart oder Peyton Manning gewannen sowie den Maxwell Award.

Dagegen war die Saison 2007 für die Irish von Niederlagen und herben Enttäuschungen geprägt. Drei Siege standen neun Niederlagen gegenüber, darunter ein 0:38 shut-out gegen den Erzrivalen Michigan und die erste Niederlage gegen ein Team der Navy seit 43 Jahren.

Die reguläre Saison 2012 wurde mit zwölf Siegen und ohne Niederlage abgeschlossen. Die Irish sind Ende 2012 innerhalb der Division I-A als bestes Team eingestuft.

RankingsBearbeiten

Die Universität zählt Jahr für Jahr zu den Top-20-Universitäten der USA (so auch die Rankings von U.S. News and World Report[26] und Forbes[27]). Der Philosophical Gourmet Report (2014–2015) bewertet die University of Notre Dame du Lac als beste Universität in den Fächern Religionsphilosophie[28], Philosophie des Mittelalters[29] und Philosophie der Mathematik[30] in der gesamten englischsprachigen Welt. Im Ranking der Zeitschrift Bloomberg Businessweek belegt die Universität 2013 und 2014 Platz 1 in den USA für die Undergraduate-Programme.[31]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Members. In: www.fiuc.org. International Federation of Catholic Universities, abgerufen am 17. September 2019 (englisch).
  2. Carnegie Classifications | Basic Classification. Abgerufen am 29. November 2019.
  3. Julie Coleman: 25 Top Private Colleges 2019: Harvard, Stanford, Yale Dominate. Abgerufen am 29. November 2019 (englisch).
  4. QS World University Rankings by Subject 2016 - Philosophy. 17. März 2016, abgerufen am 29. November 2019 (englisch).
  5. 10 of the Most Improved Universities for Theology, Divinity & Religious Studies in 2018. 8. März 2018, abgerufen am 29. November 2019 (englisch).
  6. Theology, Divinity & Religious Studies. 15. Februar 2019, abgerufen am 29. November 2019 (englisch).
  7. http://tour.nd.edu/locations/zahm-hall/
  8. School of Architecture der University of Notre Dame "Twenty years ago the curriculum was reformed to focus on traditional and classical architecture and urbanism."
  9. Driehaus-Architektur-Preis der Notre Dame School of Architecture
  10. Wilson D. Miscamble C.S.C: American Priest: The Ambitious Life and Conflicted Legacy of Notre Dame's Father Ted Hesburgh. Crown Publishing Group, 2019, ISBN 978-1-984823-44-1 (google.com [abgerufen am 29. November 2019]).
  11. University of Notre Dame: Student financial aid receives largest share of spending distribution from Notre Dame’s endowment. Abgerufen am 19. November 2019.
  12. Emma Kerr: 10 Universities With the Biggest Endowments. Abgerufen am 19. November 2019.
  13. Brian E. Daley. In: Wikipedia. 17. Juni 2019 (wikipedia.org [abgerufen am 20. November 2019]).
  14. Patrick Deneen (author). In: Wikipedia. 15. November 2019 (wikipedia.org [abgerufen am 20. November 2019]).
  15. Marketing Communications: Web // University of Notre Dame, Marketing Communications: Web // University of Notre Dame: William - Evans // Department of Economics // University of Notre Dame. Abgerufen am 20. November 2019.
  16. Margot Fassler. In: Wikipedia. 8. Mai 2018 (wikipedia.org [abgerufen am 20. November 2019]).
  17. Brad S. Gregory. In: Wikipedia. 12. Oktober 2019 (wikipedia.org [abgerufen am 20. November 2019]).
  18. Kaniewski Funeral Homes Inc: Obituary for Professor Donald P. Kommers | Kaniewski Funeral Homes, Inc. Abgerufen am 29. November 2019 (englisch).
  19. Jacques Maritain // de Nicola Center for Ethics and Culture // University of Notre Dame. Abgerufen am 29. November 2019.
  20. Sabine G. MacCormack. In: Wikipedia. 19. Januar 2019 (wikipedia.org [abgerufen am 20. November 2019]).
  21. John P. Meier. In: Wikipedia. 4. November 2019 (wikipedia.org [abgerufen am 20. November 2019]).
  22. Darcia F. Narvaez Ph.D. Abgerufen am 29. November 2019 (englisch).
  23. Notre Dame Psychologist Part of $3.9M Civic Virtues Project. Abgerufen am 29. November 2019 (englisch).
  24. Christopher Shields. In: Wikipédia. 3. Mai 2018 (wikipedia.org [abgerufen am 20. November 2019]).
  25. Margaret Fosmoe South Bend Tribune: Curtain rises on Notre Dame Stadium renovations. Abgerufen am 29. November 2019 (englisch).
  26. 2015 befindet sich die Universität gemäß USNWR auf Platz 18, vgl. hierzu US News National Universities Rankings
  27. Gemäß Forbes befindet sich die Universität 2015 auf Platz 13, vgl. hierzu Forbes America's Top Colleges 2015 Ranking
  28. Philosophical Gourmet Breakdown of Programs by Specialties: Philosophy of Religion (Memento vom 4. September 2011 im Internet Archive)
  29. Philosophical Gourmet Breakdown of Programs by Specialties: Medieval Philosophy (Memento vom 2. November 2011 im Internet Archive)
  30. Philosophical Gourmet Breakdown of Programs by Specialties: Philosophy of Mathematics (Memento vom 18. Dezember 2015 im Internet Archive)
  31. Undergraduate Business School Ranking Bloomberg Businessweek 2013&2014, abgerufen am 30. November 2015 (englisch)

Koordinaten: 41° 42′ 10,8″ N, 86° 14′ 20,3″ W