Sunexpress

Türkische Fluggesellschaft

Sunexpress (Eigenschreibweise SunExpress, offiziell Güneş Ekspres Havacılık A.Ş.[4]) ist eine deutsch-türkische Fluggesellschaft mit Sitz in Antalya und Basis auf dem Flughafen Antalya. Das Unternehmen ist ein Joint Venture der Deutschen Lufthansa AG und Turkish Airlines.[5]

SunExpress
Logo der SunExpress
Boeing 737-800 der SunExpress
IATA-Code: XQ
ICAO-Code: SXS
Rufzeichen: SUNEXPRESS
Gründung: 1989
Sitz: Antalya, Turkei Türkei
Drehkreuz:

Heimatflughafen: Antalya
Unternehmensform: A.Ş.
IATA-Prefixcode: 564
Leitung: Maximilian Kownatzki

(Geschäftsführer)[1]

Mitarbeiterzahl: ca. 4.000[2]
Umsatz: 750 Millionen (2021)[3]
Fluggastaufkommen: 6,0 Millionen (2021)[3]
Vielfliegerprogramm: SunExpress your benefits
Flottenstärke: 60
Ziele: national und international
Website: www.sunexpress.com

GeschichteBearbeiten

Gründung und erste JahreBearbeiten

Das Unternehmen wurde 1989 als Joint Venture der Deutschen Lufthansa AG und Turkish Airlines mit zunächst einer Boeing 737-300 und 64 Mitarbeitern gegründet. 1995 übertrug der Lufthansa-Konzern seinen 50-Prozent-Anteil an Condor, um alle Touristikflüge unter einem Dach zu bündeln, übernahm sie dann jedoch im Februar 2007 im Rahmen eines Aktientauschs bei der Übernahme der Condor durch die Thomas Cook Group zurück.[6]

2000er JahreBearbeiten

Seit 2001 werden neben den Charterflügen zu Urlaubszielen auch Linienflüge zu und zwischen Destinationen in der Türkei durchgeführt.[7]

Anfang 2009 wurden die älteren Boeing 757-200 durch wesentlich neuere Boeing 737-800 ersetzt. Dadurch sank das Durchschnittsalter der Flotte auf 5,2 Jahre, womit SunExpress zu diesem Zeitpunkt eine der jüngsten Flotten Europas betrieb.[8]

Im Frühjahr 2010 wurde ein neues Corporate Design eingeführt, das ein neues Logo und ein neues Farbschema der Flugzeuge umfasst.

Vom 8. Juni 2011 bis Juni 2020 unterhielt sie mit Sunexpress Deutschland eine eigenständige deutsche Fluggesellschaft mit gemeinsamen Außenauftritt.

Im Jahr 2019 verzeichnete die Fluggesellschaft über 10 Millionen Fluggäste und erwirtschaftete einen Umsatz von 1,4 Mrd. Euro.[3]

Entwicklungen nach dem Putschversuch 2016Bearbeiten

Nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei vom 15. Juli 2016 erlitt die türkische Wirtschaft einen schweren Schock. So brachen die Buchungen ein, viele Passagiere annullierten ihren Flug. Der Tourismus der Türkei erlitt eines der schlechtesten Jahre seit dem Golfkrieg. Das spürte auch SunExpress. Umsatz und Gewinn gingen 2016 zurück.

2017 begann SunExpress entgegen allen Erwartungen, die Direktflüge in zahlreiche türkische Städte nahezu zu verdoppeln. Dabei standen vor allem Städte, die nicht an der Küste der Türkei lagen, im Fokus. SunExpress nennt dies ihr „Anatolien-Geschäft“. Auch die Drehkreuze Antalya und Izmir wurden ausgebaut. Da viele europäische Fluggesellschaften ihr Flugangebot in die Türkei stark vermindert hatten, bewährte sich die neue Strategie von SunExpress und die Fluggesellschaft machte den höchsten Umsatz und Gewinn ihrer Geschichte. 2018 und 2019 setzte SunExpress diese neue Strategie fort und musste aufgrund von hoher Nachfrage über die Sommermonate zeitweise bis zu 10 Flugzeuge anmieten.[9][10][11]

Konflikt um MitbestimmungBearbeiten

Beim deutschen Ableger von SunExpress gab es lange Zeit keinen Betriebsrat. Die Fluggesellschaft hatte beim Arbeitsgericht Frankfurt am Main im März 2018 eine einstweilige Verfügung beantragt, um zu verhindern, dass ihre Piloten und Flugbegleiter einen eigenen Betriebsrat gründen. Das Frankfurter Arbeitsgericht schloss sich der Sicht von SunExpress an, es fehle eine gesetzliche Grundlage für eine Betriebsratswahl, da der Flugbetrieb nicht dem Betriebsverfassungsgesetz unterliege. Die Wahl eines Betriebsrats sei dort ohne Tarifvertrag nichtig. Auch eine EU-Richtlinie zu Personalvertretungen widerspreche dem nicht.[12]

Für den Flugbetrieb enthält das Betriebsverfassungsgesetz einen Paragrafen 117: „Für im Flugbetrieb beschäftigte Arbeitnehmer von Luftfahrtunternehmen kann durch Tarifvertrag eine Vertretung errichtet werden.“ Einen solchen Tarifvertrag gab es bei Sunexpress Deutschland bis 07.2019 nicht, obwohl die Pilotengewerkschaft Cockpit sowie die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation dies lange Zeit forderten.[13]

FlugzieleBearbeiten

SunExpress fliegt von ihren zwei Drehkreuzen Antalya und Izmir neben innertürkischen Zielen europäische Flughäfen sowie zahlreiche deutschsprachige Ziele an.[14]

SunExpress arbeitet mit zahlreichen Reiseveranstaltern zusammen.

FlotteBearbeiten

 
Boeing 757-200 der SunExpress

Mit Stand Juli 2022 besteht die Flotte der SunExpress aus 60 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 10,3 Jahren:[15]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt[16] Anmerkungen Sitzplätze[15]
Airbus A320-200 06 180
Boeing 737-800 45 6 betrieben für Anadolujet 189
Boeing 737 MAX 8 09 33 189
Gesamt 60 33

SonderbemalungenBearbeiten

Aktuelle Sonderbemalungen
Flugzeugtyp Luftfahrzeugkennzeichen Bemalung[15] Bild
Boeing 737-800 TC-SNU Shaun das Schaf – UFO-Alarm
TC-SPC (ehemals D-ASXX) „Eintracht Frankfurt“
Ehemalige Sonderbemalungen
Flugzeugtyp Luftfahrzeugkennzeichen Bemalung Bild
Boeing 737-800 TC-SNN „Playstation“
TC-SNY „Peter Hase und seine Freunde“
TC-SOH „Despicable Me 3“

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: SunExpress – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. sunexpress.com
  2. SunExpress hat im Jahr 2015 über 8,7 Millionen Passagiere gezählt airportzentrale.de abgerufen am 4. Januar 2017.
  3. a b c SunExpress mit Rekordergebnis 2019 und zehn Prozent Wachstum im vergangenen Jahr - SunExpress. In: SunExpress DE. Abgerufen am 24. Juli 2021 (deutsch).
  4. shgm.gov.tr – HAVAYOLU İŞLETMELERİ (PDF-Datei; türkisch)
  5. sunexpress.com
  6. KarstadtQuelle hat Thomas Cook übernommen. airliners.de, 9. Februar 2007, abgerufen am 16. August 2013.
  7. Sunexpress: Rekorde statt Krise – Istanbul-Jet zum Jubiläum. In: FliegerRevue. April 2010, ISSN 0941-889X, S. 10–11.
  8. flugrevue.de – Sun Express mustert Boeing 757-200 aus – Ersatz durch 737-800, abgerufen am 25. Januar 2016.
  9. SunExpress’ten 2017 yılında rekor büyüme – SunExpress. In: SunExpress TR. Abgerufen am 19. Juni 2019 (türkisch).
  10. Neu nonstop von Zürich nach Ankara und Gaziantep. 15. Dezember 2017, abgerufen am 19. Juni 2019.
  11. Sunexpress sieht Expansionsmöglichkeiten in der Türkei. In: Nachrichten. 30. Mai 2017, abgerufen am 19. Juni 2019 (deutsch).
  12. SunExpress Deutschland verhindert Betriebsratswahl. SZ.de vom 19. April 2018. Abgerufen am 5. September 2020.
  13. Detlef Esslinger: Ungeliebt und teuer. In: Süddeutsche Zeitung, Ressort Politik. Dienstag, 17. April 2018.
  14. Flugplan. In: sunexpress.com. Juni 2021, abgerufen am 7. November 2021.
  15. a b c SunExpress Fleet Details and History. In: planespotters.net. 13. Juli 2022, abgerufen am 16. Juli 2022 (englisch).
  16. BoeingOrders & deliveries (englisch), abgerufen am 8. Februar 2020.