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Sun Yang
孙杨
Schwimmen
Incheon AsianGames Swimming 34.jpg

Sun Yang bei den Asienspielen 2014 im südkoreanischen Incheon.

Persönliche Informationen
Name: Sun Yang
Nation: China
Schwimmstil(e): Freistil
Geburtstag: 1. Dezember 1991 (27 Jahre)
Geburtsort: Hangzhou
Größe: 198 cm
Gewicht: 81 kg
Medaillenspiegel

Sun Yang (chinesisch 孫揚 / 孙杨, Pinyin Sūn Yáng; * 1. Dezember 1991 in Hangzhou) ist ein chinesischer Schwimmer und dreifacher Olympionike (2008, 2012, 2016).

WerdegangBearbeiten

Olympische Spiele 2008Bearbeiten

2008 nahm Sun im Alter von erst 16 Jahren an den Olympischen Spielen im eigenen Land in Peking teil und trat über einige Freistildistanzen an. Im Schwimmzentrum „Water Cube“ konnte er sich jedoch keine vordere Platzierung sichern. Über 400 m belegte er den 28. Rang und mit der 4 × 200 m-Freistilstaffel den zehnten Platz. Über 1500 m erreichte er zwar das Finale, beendete dieses allerdings mit annähernd 25 Sekunden Rückstand auf den Sieger Oussama Mellouli als Letzter.

Bereits ein Jahr später gewann er bei den Weltmeisterschaften in Rom die Bronzemedaille über die gleiche Distanz und schwamm einige Monate später zu drei Asienmeistertiteln. Nach den Asienspielen 2010, bei denen er zwei Gold- und zwei Silbermedaillen erkämpft hatte, wurde er vom Fernsehsender CCTV als Nachwuchstalent des Jahres ausgezeichnet.

Auf Grund der während der Saison gezeigten Leistungen war Sun einer der Hoffnungsträger seines Landes bei den Weltmeisterschaften 2011 in Shanghai, zu denen er mit vier Weltjahresbestleistungen anreiste. Über 800 m Freistil und errang er überlegen vor dem Kanadier Ryan Cochrane seinen ersten Weltmeistertitel; auch die 1500 m Freistil beendete er deutlich vor Cochrane und unterbot den zehn Jahre alten Weltrekord von Grant Hackett.

Olympische Sommerspiele 2012Bearbeiten

Am ersten Wettkampftag der Olympischen Spiele 2012 in London schwamm Sun favorisiert und mit neuem Asienrekord zur Goldmedaille über 400 m Freistil und hatte dabei einen Vorsprung von fast zwei Sekunden auf den Titelverteidiger Park Tae-hwan. Es folgten ein zweiter Rang über 200 m Freistil und die Staffel-Bronzemedaille über die vierfache Distanz.

Am letzten Tag der Londoner Schwimmwettkämpfe zeigte Sun abermals seine Klasse. Über 1500 m Freistil verbesserte er seinen eigenen Weltrekord um mehr als drei Sekunden und verwies Ryan Cochrane sowie den Titelverteidiger Oussama Mellouli auf die Plätze. In diesem Rennen hatte er zunächst einen Fehlstart zu verbuchen, wurde aber, da ihn offenbar Unruhe im Publikum abgelenkt hatte, nicht disqualifiziert.

Bei den Schwimmweltmeisterschaften 2013 in Barcelona konnte Sun dreimal Gold gewinnen.

Schwimmweltmeisterschaften 2015Bearbeiten

Bei den Schwimmweltmeisterschaften 2015 wurde er Weltmeister über die 400 m und die 800 m Freistil. Aufsehen erregte Sun Yang, als er im russischen Kasan aus bislang ungeklärten Ursachen nicht an den Start über 1500 m Freistil ging und sich vor dem Start auch nicht abgemeldet hatte. Als amtierender Olympiasieger und mit sehr starken Zeiten in den Vorläufen galt er als Favorit für die Distanz. Es wurde medial vermutet, dass der Rückzug mit einem Vorfall mit einer brasilianischen Schwimmerin zusammenhing. Hier war es zu Handgreiflichkeiten im Einschwimmbecken gekommen. Sun gab später Herzprobleme als Begründung an. Im Vorfeld gab es wegen der positiven Dopingproben von 2014 Proteste über die Teilnahme Suns.[1]

Im September gewann er bei den Asienspielen Gold über 1500 und 400 m Freistil sowie in der Freistilstaffel über 4 × 100 m.

Olympische Spiele 2016Bearbeiten

2016 wurde er Olympiasieger über 200 m Freistil.

Schwimmweltmeisterschaften 2017Bearbeiten

Bei den Schwimmweltmeisterschaften 2017 in Budapest gewann der 25-Jährige im Juli über die 200 m und die 400 m Freistil die Goldmedaillen. Über die 800 m wurde er Fünfter.

Schwimmweltmeisterschaften 2019Bearbeiten

Bei den Schwimmweltmeisterschaften 2019 in Südkorea gewann er die Goldmedaille über 400 m Freistil. Aus Protest über den Umgang der FINA mit den Dopingvorwürfen gegen Sun, weigerte sich der Zweitplatzierte Australier Mack Horton mit dem Chinesen gemeinsam auf dem Podium zu stehen und verweigerte ein gemeinsames Siegerfoto.[2] Dem Protest schloss sich Deutschlands Mannschaftssprecher Jacob Heidtmann an: „Dass der hier schwimmt, ist eine Frechheit für alle sauberen Athleten, für jeden, der für den sauberen Sport einsteht.“[3]

DopingBearbeiten

Dopingsperre 2014Bearbeiten

Im Mai 2014 wurde er bei den nationalen Meisterschaften positiv auf das seit Jahresbeginn auf der Dopingliste stehende Stimulans Trimetazidin getestet und für drei Monate gesperrt.[4]

Verhinderte Kontrolle 2018Bearbeiten

Im September 2018 entzog sich Sun einer unangekündigten Dopingkontrolle. Er verweigerte die Abgabe einer Urinprobe und ließ die bereits abgegebene Blutprobe von einem Angestellten mit einem Hammer zerstören. Die FINA sprach ihn im Januar 2019 von Betrugsvorwürfen frei und argumentierte, es seien die formalen Kriterien für die Kontrolle verletzt worden, da die Legitimation der Kontrolleure nicht in dreifacher Ausfertigung vorlag. Die WADA legte gegen diese Entscheidung Berufung ein und verwies auf eine fragwürdige Auslegung der geltenden Regularien.[5]

RekordeBearbeiten

Weltrekorde (1)
1500 m Freistil (auch olympischer Rekord) 14:31,02 min 4. August 2012 London
Asienrekorde (3)
400 m Freistil (auch olympischer Rekord) 03:40,14 min 28. Juli 2012 London
200 m Freistil 01:44,39 min 25. Juli 2017 London
4 × 100 m Freistil (zusammen mit Yu Hexin, Lin Yongqing und Ning Zetao) 03:13,47 min 24. September 2014 Incheon
(Stand: 8. August 2017)

PersönlichesBearbeiten

Im November 2013 wurde bekannt, dass Sun im Osten Chinas einen Autounfall mit Sachschaden verursachte. Da er zum Zeitpunkt des Unfalls keinen Führerschein besaß, wurde er zu einer einwöchigen Haftstrafe verurteilt. Er entschuldigte sich öffentlich und gab an aufgrund des intensiven Trainings die Gesetzeslage nicht ausreichend zu kennen.[6]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Sun Yang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Sun Yang in der Datenbank von Sports-Reference (englisch)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Herzschmerz oder Handgreiflichkeit? In: Sport1.de. 10. August 2015, abgerufen am 22. Juli 2019.
  2. Skandalschwimmer Sun Yang feiert WM-Titel – Konkurrent protestiert bei Siegerehrung. In: Spiegel Online. 21. Juli 2019, abgerufen am 22. Juli 2019.
  3. „Dass der hier schwimmt, ist eine Frechheit“. In: Süddeutsche.de. 22. Juli 2019, abgerufen am 22. Juli 2019.
  4. Stefan Nestler: Chinesischer Schwimm-Star gedopt, dw.de vom 24. November 2014, abgerufen am 25. November 2014.
  5. Dopingprobe mit Hammer zertrümmert – trotzdem Gold. In: Süddeutsche.de. 21. Juli 2019, abgerufen am 21. Juli 2019.
  6. Sun Yang muss nach Autounfall ins Gefängnis. In: Swim.de. 5. November 2013, abgerufen am 22. Juli 2019.
  Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Das ist die übliche Reihenfolge im Chinesischen. Sun ist hier somit der Familienname, Yang ist der Vorname.