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Finalrunde im Maritim Hotel Berlin am 30. April 2018 – mit Jugendbundesliga Nord Ost – nach bald drei Stunden Spielzeit

Die Saison 2017/18 war die 38. Spielzeit der deutschen Schachbundesliga. Titelverteidiger war die OSG Baden-Baden. Aufsteiger aus der 2. Bundesliga waren SK Norderstedt (Gruppe Nord), SV 1920 Hofheim (Gruppe West) und die SF Deizisau (Gruppe Süd). Aus der 2. Bundesliga Ost nahm kein Verein das Aufstiegsrecht wahr.[1]

Während Deizisau und Hofheim den Klassenerhalt erreichten, musste Norderstedt zusammen mit FC Bayern München und der SG Speyer-Schwegenheim direkt wieder absteigen. Rein sportlich wäre die Mannschaft von MSA Zugzwang 82 der vierte Absteiger gewesen, diese blieb jedoch in der Klasse, da der SK Schwäbisch Hall seine Mannschaft zurückzog.[2]

Nach der dreitägigen Finalrunde in Berlin lagen die OSG Baden-Baden und die Schachgesellschaft Solingen punktgleich an der Spitze, sodass die Entscheidung über die deutsche Meisterschaft auf einen Stichkampf mit Heimrecht für die nach Brettpunkten führende OSG Baden-Baden vertagt wurde. Diese behielt am 24. Mai 2018 die Oberhand und wurde damit erneut deutscher Mannschaftsmeister.[3] Zur Partie der Saison wurde die Gewinnpartie von Maxime Vachier-Lagrave (OSG Baden-Baden) gegen David Navara (SV Mülheim-Nord) gewählt.[4]

Zu den gemeldeten Mannschaftskadern der teilnehmenden Vereine siehe Mannschaftskader der deutschen Schachbundesliga 2017/18.

OrganisationBearbeiten

 
Großmeistertreffen zur Bundesliga-Finalrunde – von links: Ernesto Inarkiew, Viktor Láznička, Péter Lékó, Matthias Blübaum

TermineBearbeiten

Die Runden fanden am 21./22. Oktober 2017, 11./22. November 2017, 9./10. Dezember 2017, 3./4. Februar 2018, 24./25. Februar 2018, 10./11. März 2018 und vom 29. April bis 1. Mai 2018 statt. Die letzten drei Runden wurden zentral in Berlin ausgetragen, die übrigen dezentral.[5]

BedenkzeitBearbeiten

Jeder Spieler hat seit der Saison 2013/14 100 Minuten Bedenkzeit für die ersten 40 Züge und 50 Minuten bis Partieende. Ab dem ersten Zug erhält jeder Spieler eine Zeitgutschrift von 30 Sekunden pro Zug bis zum Ende der Partie. Remisangebote vor dem 20. Zug sind untersagt. Ausgenommen sind Remisen durch dreimalige Stellungswiederholung (Sofia-Regel).[6]

Verlaufsaspekte der SaisonBearbeiten

 
An den Spitzenbrettern für die OSG Baden-Baden: Lewon Aronjan (li.) und Maxime Vachier-Lagrave am 30. April 2018
 
Vordenker für Solingen in der Bundesliga-Finalrunde:P. Harikrishna (li.) und Richárd Rapport
 
Im Münchner Abstiegskampf: Klaus Bischoff (li.) und Christian Gabriel
 
Ohne Abstiegssorgen in der Finalrunde für die Organisatoren, die Schachfreunde Berlin 1903, im Einsatz: Kacper Piorun (li.) und Aleksander Miśta

In der 10. Runde erlitt die OSG Baden-Baden die erste und einzige Saisonniederlage gegen die SG Solingen, herbeigeführt durch den Erfolg von Erwin l’Ami über Arkadij Naiditsch. Solingen musste sich seinerseits in der 12. Runde dem letztjährigen Vizemeister SV 1930 Hockenheim geschlagen geben, als Dennis Wagner Jan Smeets bezwang und Ivan Šarić Borki Predojević. Die diesmal mit nur zwei Brettpunkten vor dem SV Werder Bremen auf dem dritten Rang platzierten Hockenheimer unterlagen jeweils knapp am vierten Spieltag gegen die SF Deizisau, am sechsten gegen FC Bayern München und am siebten gegen den USV TU Dresden, bevor sie in der Finalrunde gegen die OSG Baden-Baden am 13. Spieltag in zwei Partien siegten, jedoch vier Partien verloren.

In dem bis in die Finalrunde hinein offenen Abstiegskampf konnte der MSA Zugzwang 82 sich gegenüber dem Lokalrivalen Bayern München durchsetzen.

TabelleBearbeiten

Verein Sp G U V MP Brettpkt.
1. OSG Baden-Baden (M) 15 13 1 1 27 86½
2. Schachgesellschaft Solingen 15 13 1 1 27 84½
3. SV 1930 Hockenheim 15 11 0 4 22 76
4. SV Werder Bremen 15 10 2 3 22 74½
5. SF Deizisau (N) 15 9 0 3 18 67½
6. USV TU Dresden 15 7 4 4 18 62
7. DJK Aufwärts St. Josef Aachen 1920 15 7 2 6 16 62½
8. SK Schwäbisch Hall 15 8 0 7 16 61½
9. Schachfreunde Berlin 15 7 1 7 15 57½
10. Hamburger SK 15 5 2 8 12 63
11. SV Mülheim-Nord 15 5 1 9 11 52½
12. SV 1920 Hofheim (N) 15 4 3 8 11 48
13. MSA Zugzwang 82 15 3 2 10 8 44
14. SG Speyer-Schwegenheim 15 3 2 10 8 42½
15. FC Bayern München 15 2 2 11 6 45½
16. SK Norderstedt (N) 15 1 1 13 6 32

EntscheidungenBearbeiten

Deutscher Meister: OSG Baden-Baden
Abstieg in die 2. Bundesliga: SK Schwäbisch Hall (freiwilliger Rückzug), SG Speyer-Schwegenheim, FC Bayern München, SK Norderstedt
(M) amtierender Deutscher Meister
(N) Neuaufsteiger der letzten Saison

KreuztabelleBearbeiten

Ergebnisse 01. 02. 03. 04. 05. 06. 07. 08. 09. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16.
1. OSG Baden-Baden 5 5 4 7
2. SG Solingen 3 4 6 7
3. SV 1930 Hockenheim 5 5 6 6 6 6
4. SV Werder Bremen 4 5 5 6 6 6 4 6 7
5. SF Deizisau 3 5 7 5
6. USV TU Dresden 4 4 4 4 6 5
7. DJK Aufwärts Aachen 4 5 4 6
8. SK Schwäbisch Hall ½ 3 3 6 6
9. Schachfreunde Berlin 2 3 5 4 2 3 6 5
10. Hamburger SK 4 2 4 6 7
11. SV Mülheim-Nord ½ 2 3 3 6 4 7
12. SV 1920 Hofheim 2 2 2 1 4 2 5 4 4
13. MSA Zugzwang 82 2 4 2 4 5 2 2
14. SG Speyer-Schwegenheim ½ ½ 2 2 2 4 3 6 4 5
15. FC Bayern München 3 3 2 2 1 1 4 4
16. SK Norderstedt 1 1 ½ ½ ½ 3 4 3

Die MeistermannschaftBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Georgios Souleidis: Die Teams der Saison 2017/18. In: Schachbundesliga e.V. 16. Mai 2017, abgerufen am 8. Januar 2018.
  2. Georgios Souleidis: Stichkampf um die deutsche Meisterschaft. In: Schachbundesliga e.V. 1. Mai 2018, abgerufen am 19. Mai 2018.
  3. Ausschlaggebend für die OSG Baden-Baden waren die Siege von Peter Swidler über Jan Smeets und von Rustam Kasimjanov über Predrag Nikolić. Die einzige Niederlage erlitt Fabiano Caruana am Spitzenbrett mit den schwarzen Steinen gegen Anish Giri.
  4. Partie der Saison 2017/18. In: Schachbundesliga e.V. Georgios Souleidis, 15. September 2018, abgerufen am 16. September 2018.
  5. Georgios Souleidis: Spielplan 2017/18. In: Schachbundesliga e.V. 11. August 2017, abgerufen am 8. Januar 2018.
  6. Format auf schachbundesliga.de, abgerufen am 8. Januar 2017.

WeblinksBearbeiten