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Ottendorf-Okrilla

Gemeinde im Landkreis Bautzen, Sachsen, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ottendorf-Okrilla
Ottendorf-Okrilla
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ottendorf-Okrilla hervorgehoben

Koordinaten: 51° 11′ N, 13° 50′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Höhe: 180 m ü. NHN
Fläche: 25,93 km2
Einwohner: 9948 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 384 Einwohner je km2
Postleitzahl: 01458
Vorwahl: 035205
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 430
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Radeburger Str. 34
01458 Ottendorf-Okrilla
Website: www.ottendorf-okrilla.de
Bürgermeister: Michael Langwald (parteilos)
Lage der Gemeinde Ottendorf-Okrilla im Landkreis Bautzen
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Über dieses Bild

Ottendorf-Okrilla ist eine Gemeinde im Landkreis Bautzen in Sachsen. Mit rund 10.000 Einwohnern ist Ottendorf-Okrilla die sechstgrößte Gemeinde des Landkreises sowie dessen größte Gemeinde ohne Stadtrecht.

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Ottendorf-Okrilla liegt im äußersten Westen des Landkreises Bautzen und ist vom Stadtzentrum Dresden ungefähr 20 Kilometer in nordöstlicher Richtung entfernt. Im Norden grenzt die Gemeinde an die Laußnitzer Heide, im Süden an die Große Röder. Die Nord-Süd-Ausdehnung der Gemeinde beträgt ca. sechs Kilometer, die Ost-West-Ausdehnung ca. sieben. Sie hat eine Fläche von 2588 Hektar, davon werden 158 ha gewerblich genutzt.

NachbargemeindenBearbeiten

Angrenzende Gemeinden sind:

OrtsgliederungBearbeiten

Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile Grünberg (, mit Diensdorf), Hermsdorf (, oft Hermsdorf bei Dresden[2]), Medingen und den Hauptort Ottendorf-Okrilla, der sich wiederum aus den Orten Ottendorf, Moritzdorf, Großokrilla, Kleinokrilla und Cunnersdorf zusammensetzt, die jedoch keinen Ortsteilstatus haben.

GeschichteBearbeiten

Ottendorf wurde 1346 in einem Bistumsartikel unter dem Markgrafen Friedrich II. der Ernsthafte erstmals erwähnt. Die Urkunde ist allerdings nicht mehr auffindbar.

Zu Beginn der Zeit des Nationalsozialismus im März 1933 errichteten SA-Männer vor dem Gasthof „Zum schwarzen Roß“ einen Scheiterhaufen und folterten dort festgenommene Regimegegner. Besonders brutal misshandeln sie den körperbehinderten Kommunisten Josef Hannemann. SA-Leute fassen ihn an Armen und Beinen, wippen seinen Körper auf und nieder, werfen ihn in die Luft und lassen ihn dann auf die Erde fallen. Diese „Volksbelustigung“ wiederholen sie solange, bis der Misshandelte liegenbleibt.[3]

Zu DDR-Zeiten wurde am Haus Radeberger Straße 12 eine Gedenktafel für ihn angebracht. Auch das als Kulturhaus genutzte Gebäude trug seinen Namen, bis es nach 1990 aufgrund des baulichen Verfalls abgerissen wurde.

EingemeindungenBearbeiten

Bereits am 24. Oktober 1911 fusionierten die Gemeinden Ottendorf b. Medingen und Moritzdorf zu Ottendorf-Moritzdorf. 1920 wurde Cunnersdorf b. Medingen in die Gemeinde Ottendorf-Moritzdorf eingegliedert, genau ein Jahr später folgte Kleinokrilla. Letztlich wurde am 1. Juli 1921 Großokrilla eingegliedert und die neue Gemeinde gleichzeitig in Ottendorf-Okrilla umbenannt. Bei der Eingemeindung zählte man etwa 4500, bei der Volkszählung vom 16. Juni 1925 schon 4753 Einwohner. Im Zuge der sächsischen Gemeindegebietsreformen in den 90er Jahren wurden am 1. Januar 1994 Grünberg[4] und am 1. Januar 1999 Hermsdorf und Medingen[5] jeweils auf der Grundlage freiwilliger Vereinbarungen angegliedert.

EinwohnerentwicklungBearbeiten

(Stand jeweils 31. Dezember)

Jahr 1998 2000 2002 2007 2009 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Einwohner 10.253 10.343 10.273 10.076 9.920 9.826 9.861 9.892 9.935 9.941 9.971

Statistik Bevölkerung Ottendorf-Okrilla Schlüsselnummer: 14 6 25 430[6]

ReligionenBearbeiten

 
Ev.-Luth. Vier-Evangelisten-Kirche Ottendorf-Okrilla
Evangelische Kirchen[7]
Katholische Kirchen
Freikirchliche Gemeinden
  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Ottendorf-Okrilla
  • Christuszentrum Ottendorf-Okrilla (Pfingstgemeinde)

PolitikBearbeiten

Kommunalwahl 2019[8]
Wahlbeteiligung: 69,1 % (2014: 54,0 %)
 %
50
40
30
20
10
0
30,2 %
(-10,9 %p)
20,8 %
(-3,5 %p)
9,8 %
(+0,3 %p)
17,7 %
(+3,1 %p)
18,3 %
(n. k.)
3,2 %
(-7,2 %p)
2014

2019


GemeinderatBearbeiten

Die 17 Sitze im Gemeinderat verteilen sich seit der Kommunalwahl vom 26. Mai 2019 folgendermaßen:

 
Rathaus
Partei / Liste Sitze + / –
CDU 6 − 2
Die Linke 4 ± 0
AfD 2 + 2
FDP 2 + 1
Aktionsbündnis Parteilose (AP) 3 ± 0

BürgermeisterBearbeiten

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden am 10. März 2013 statt. Amtsinhaber Michael Langwald (vorgeschlagen von LINKE, FDP und SPD) setzte sich mit 66,5 % der Stimmen gegen den Herausforderer Mirko Thomas (CDU) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,5 %.[9]

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Kulturdenkmale sind in der Liste der Kulturdenkmale in Ottendorf-Okrilla aufgeführt.

Weiterhin gibt es seit 2018 einen Skater-Rundweg im Gewerbegebiet, der im Rahmen eines Schülerprojektes gebaut wurde.[10]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Gewerbegebiet Ottendorf-Okrilla

BildungBearbeiten

Die Gemeinde verfügt über drei Grundschulen (eine davon in Hermsdorf, eine in Medingen) sowie eine Oberschule.

GewerbeBearbeiten

In Ottendorf-Okrilla gibt es neben dem Brief- und dem Paketzentrum der Deutschen Post AG in ungefähr 700 Betrieben ca. 6500 Arbeitsplätze. Zu DDR-Zeiten befand sich am Ort ein großes Presswerk für Kunststoffteile.

VerkehrBearbeiten

 
Ottendorf-Okrilla liegt an der Bundesautobahn A4
 
Desiro-Regionalzug am Bahnhof Ottendorf-Okrilla Nord

Ottendorf-Okrilla befindet sich nördlich der BAB 4 an der B 97. Über die Autobahnanschlussstellen Hermsdorf und Ottendorf-Okrilla ist die Gemeinde leicht erreichbar.

Außerdem ist die Gemeinde an die Bahnstrecke Dresden–Königsbrück angeschlossen. Es existieren folgende Bahnhöfe bzw. Haltepunkte im Gemeindegebiet:

  • Haltepunkt Hermsdorf (bei Dresden)
  • Bahnhof Ottendorf-Okrilla Süd
  • Haltepunkt Ottendorf-Okrilla
  • Bahnhof Ottendorf-Okrilla Nord
 
Zwölfeckhaus in Ottendorf-Okrilla 2013

TriviaBearbeiten

Am 4. März 1959 um 13:51 Uhr stürzte 5,70 km vor der Landebahn des Flughafens Dresden nahe Ottendorf-Okrilla bei seinem zweiten Erprobungsflug das erste und einzige von der DDR eigenentwickelte Flugzeug vom Typ 152/V1, Kennzeichen DM-ZYA, ab. Alle vier Besatzungsmitglieder starben.

In Ottendorf-Okrilla steht eines der seltenen Zwölfeckhäuser, ein Beispiel für die DDR-Architektur der 1970er Jahre.

PersönlichkeitenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Dresdner Heide, Pillnitz, Radeberger Land (= Werte unserer Heimat. Band 27). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1976, S. 24.
  • Karl Gottlieb Dressler: Chronik der Parochie Ottendorf sowie der Dörfer Lausa, Hermsdorf, Grünberg und Cunnersdorf nach sicheren Quellen. Meissen 1890 (Digitalisat)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Ottendorf-Okrilla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. z. B.: Haltestellenfahrplan − Haltestelle Hermsdorf b Dresden, Hermsdorf (b Dresden). (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 1. Mai 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/www.vvo-online.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Bund der Antifaschisten, Region Dresden e.V.: Radeberger Land unter dem Hakenkreuz. In: http://aardb.blogsport.de/images/RadebergerLandunterdemHakenkreuz.pdf. Autorengruppe unter Leitung von Professor Dr. Helfried Wehner, abgerufen am 31. August 2018.
  4. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  6. [1]
  7. Internetpräsenz der Gemeinde- Kirchliche Einrichtungen, abgerufen am 29. April 2015
  8. Statistik Sachsen – Wahlergebnisse Kommunalwahl 2019 – Ottendorf-Okrilla, abgerufen am 25. Juli 2019
  9. Ergebnis der Bürgermeisterwahl 2013 in Ottendorf-Okrilla
  10. Skate-Rundweg - Gemeinde Ottendorf-Okrilla. Abgerufen am 25. Dezember 2018.