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Neschwitz

Gemeinde im Landkreis Bautzen, Sachsen, Deutschland
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neschwitz
Neschwitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neschwitz hervorgehoben

Koordinaten: 51° 16′ N, 14° 20′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Verwaltungs­gemeinschaft: Neschwitz
Höhe: 149 m ü. NHN
Fläche: 46,01 km2
Einwohner: 2425 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner je km2
Postleitzahl: 02699
Vorwahlen: 035933, 035937
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 360
Gemeindegliederung: 17 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 1
02699 Neschwitz
Website: www.neschwitz.de
Bürgermeister: Gerd Schuster (CDU)
Lage der Gemeinde Neschwitz im Landkreis Bautzen
TschechienDresdenLandkreis GörlitzLandkreis MeißenLandkreis Sächsische Schweiz-OsterzgebirgeArnsdorfBautzenBernsdorfBischofswerdaBurkauCrostwitzCunewaldeDemitz-ThumitzDoberschau-GaußigElsterheideElstraFrankenthal (Sachsen)GödaGroßdubrauGroßharthauGroßnaundorfGroßpostwitzGroßröhrsdorfMalschwitzHaselbachtalHochkirchHoyerswerdaKamenzKönigsbrückKönigswarthaKubschützLaußnitzLautaLichtenberg (Lausitz)LohsaMalschwitzNebelschützNeschwitzNeukirch (bei Königsbrück)Neukirch/LausitzObergurigOhornOßlingOttendorf-OkrillaPanschwitz-KuckauPulsnitzPuschwitzRadebergRadiborRäckelwitzRalbitz-RosenthalRammenauSchirgiswalde-KirschauSchmölln-PutzkauSchwepnitzSohland an der SpreeSpreetalSteina (Sachsen)SteinigtwolmsdorfWachau (Sachsen)WeißenbergWilthenWittichenauBrandenburgPolenKarte
Über dieses Bild
Luftbild

Neschwitz, obersorbisch Audio-Datei / Hörbeispiel Njeswačidło?/i, ist ein Ort und die zugehörige Gemeinde rund 14 km nordwestlich von Bautzen in der sächsischen Oberlausitz. Neschwitz ist im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft gelegen. Es ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Neschwitz und zählt zum amtlichen Siedlungsgebiet der Sorben.[2]

OrtsgliederungBearbeiten

Ortsteile der Gemeinde:

GeschichteBearbeiten

 
Kriegerdenkmal auf dem Neschwitzer Kirchhof

Die älteste bekannte Erwähnung der Siedlung als Nyzwas stammt von 1268. Schon zu Beginn des 15. Jahrhunderts wird hier ein Rittersitz erwähnt. Die Neschwitzer Kirche stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert und wurde seitdem mehrfach umgebaut. Bis 1979 wurde hier auch Sorbisch gepredigt.

Im Jahre 1936 wurde die Gemeinde durch die Nachbarorte Holscha, Neudorf und Lomske erweitert. Weitere Gebietsreformen gliederten 1974 Doberschütz, 1978 Zescha, 1993 Saritsch und 1994 Luga ein.

BevölkerungBearbeiten

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den 1880er Jahren eine Bevölkerungszahl von 531 Einwohnern; davon waren 441 Sorben (83 %) und 90 Deutsche[4]. Laut Ernst Tschernik sank der sorbischsprachige Bevölkerungsanteil in der Gemeinde Neschwitz (mit Holscha, Neudorf und Lomske) bis 1956 v. a. bedingt durch Assimilation und Zuwanderung deutschsprachiger Umsiedler nach dem Zweiten Weltkrieg auf 32,1 %.[5] Seitdem ist der Gebrauch des Sorbischen in Neschwitz selbst weiter zurückgegangen. In den überwiegend katholisch geprägten Ortsteilen Lomske, Doberschütz und Caßlau im Westen der Gemeinde wird die Sprache jedoch bis heute gesprochen.

Laut der Volkszählung von 2011 waren zu diesem Zeitpunkt von 2.498 Einwohnern 837 evangelisch (33,5 %), 474 römisch-katholisch (19 %) und 1.187 gehörten einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an (47,5 %).[6]

PolitikBearbeiten

Gemeinderatswahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 57,8 % (2009: 55,4 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,2 %
20,6 %
17,9 %
n. k.
9,4 %
HuG
GdV
KHN
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+5,6 %p
+1,7 %p
+1,7 %p
-10,2 %p
+1,3 %p
HuG
GdV
KHN

Die Kommunalwahlen der vergangenen Jahre ergaben folgende Stimm- bzw. Sitzverteilungen:

Parteien und Wählergemeinschaften 2009 2004
% Sitze % Sitze
Handwerk und Gewerbe (HuG) 46,6 7 30,7 4
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 18,9 3 25,5 4
Gemeinschaft der Vereine (GdV) 16,2 2 15,7 2
Kultur- und Heimatfreunde Neschwitz e.V. (KHN) 10,2 1 13,4 2
Die Linke (2004: PDS) 8,1 1 6,7 1
Freie Wählervereinigung FORUM 0 7,9 1
gesamt 100,0 14 100,0 14
Wahlbeteiligung 55,4 % 53,0 %

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 14 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Handwerk und Gewerbe (HuG): 8 Sitze
  • CDU: 3 Sitze
  • Gemeinschaft der Vereine (GdV): 2 Sitze
  • LINKE: 1 Sitz

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

 
Blick auf das Schloss von Südosten
 
Gräfliches Erbbegräbnis auf dem Friedhof
 
Neschwitzer Kirche mit 2009 erneuerter Turmhaube

MuseumBearbeiten

  • Heimatmuseum Neschwitz
  • Neschwitzer Vogelschutzpavillon

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Hexenbrennen
  • Neschwitzer Schlagernacht
  • Schlosskonzerte
  • Galerien im Schloss
  • Museumstag und Kirchturmfest
  • Lichterfest
  • Windmühlenfest
  • Galerien im Herrenhaus Saritsch

BildungBearbeiten

Die Gemeinde Neschwitz verfügt über eine Grundschule. Die Mittelschule des Ortes wurde 2005 geschlossen. Die nächstgelegene Oberschule befindet sich jetzt in Königswartha.

VerkehrBearbeiten

Neschwitz liegt an den Regionalbuslinien der Regionalbus Oberlausitz von Bautzen nach Hoyerswerda. Seit November 2015 verkehren Fernbusse von MFB MeinFernbus drei- bis viermal täglich zwischen Bautzen und Berlin mit Halt in Neschwitz bei Bedarf. Die Haltestelle befindet sich an der B 96 im Ortsteil Neudorf.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

BodenBearbeiten

Die Bodenart, welche in und um Neschwitz vorherrscht, heißt Parabraunerde.

Quellen und LiteraturBearbeiten

  • Gemeindeverwaltung Neschwitz (Hrsg.): Neschwitz und seine Dörfer. Illustrierte Chronik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Lusatia-Verlag, Bautzen 2000, ISBN 3-929091-73-9.
  • Ernst Panse: Diamant der Gartenkunst. Schloßpark Neschwitz. In: Ernst Panse (Hrsg.): Parkführer durch die Oberlausitz. Lusatia Verlag, Bautzen 1999, ISBN 3-929091-56-9, S. 100–104.
  • Arnold Freiherr von Vietinghoff-Riesch: Letzter Herr auf Neschwitz. Ein Junker ohne Reue. (= Aus dem Deutschen Adelsarchiv. Band 3.) Starke, Limburg 2002, ISBN 3-7980-0603-2.
  • Neschwitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  • Neschwitz. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 6. Band. Schumann, Zwickau 1819, S. 817 f.
  • Cornelia Müller, Kultur- und Heimatfreunde Neschwitz e. V. (Hrsg.): Gemeindechronik Neschwitz – Njeswačidło. Lausitzer Druck- und Verlagshaus, Bautzen 2009, ISBN 978-3-930625-50-5.
  • TERRA – Geographie 10/Gymnasium Sachsen. Ernst Klett Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-623-28460-6, S. 178/179.
  • Cornelius Gurlitt: Neschwitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 31. Heft: Amtshauptmannschaft Bautzen (I. Teil). C. C. Meinhold, Dresden 1908, S. 168.
  • Cornelius Gurlitt: Neschwitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 32. Heft: Amtshauptmannschaft Bautzen (II. Teil). C. C. Meinhold, Dresden 1908, S. 193.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Sächsisches Sorbengesetz, Anlage zu § 3 (2)
  3. Angaben der Gemeindeverwaltung Neschwitz; Stand: 31. Dezember 2016
  4. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 56.
  5. Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 245.
  6. Zensusdatenbank auf zensus2011.de
  7. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014