Hauptmenü öffnen
Ein Köhler auf seinem Kohlenmeiler
Köhlerei in Grünburg bei Steyrdurchbruch

Köhler bezeichnet einen Beruf, dessen Aufgabe es ist, Holzkohle herzustellen. Dazu wird Holz in einem Kohlenmeiler verschwelt. Der zugehörige Handwerksbetrieb, bzw. die Tätigkeit, nennt sich Köhlerei.

Die Köhlerei ist eine der ältesten Handwerkstechniken der Menschheit. Die Erkenntnisse aus der Köhlerei leisten bis heute einen Beitrag für die Lösung von Energieproblemen. Aufgrund ihrer geschichtlichen und kulturellen Bedeutung wurden das Köhlerhandwerk und die Teerschwelerei im Dezember 2014 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland durch die Kultusministerkonferenz aufgenommen.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und TechnikBearbeiten

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Seit dem Mittelalter wird Holzkohle in Meilern hergestellt, zur Eisenverhüttung, aber auch für die Glasherstellung und die Verarbeitung von Edelmetallen. Mit der verstärkten Nutzung von Steinkohle ab dem 18. Jahrhundert ging die Köhlerei dann immer mehr zurück.

 
Eine Köhlerei bei Sosa (Erzgebirge)
 
Wettlauf der Köhler in Paris, Februar 1904

In Europa wird die nicht industrielle Köhlerei lediglich noch im Gebiet um den Napf in der Zentralschweiz gewerblich betrieben. Ca. fünfzehn Köhlerinnen und Köhler produzieren dort pro Jahr an die neunzig bis hundert Tonnen Holzkohle. Außerhalb Mittel- und Nordeuropas wird die Köhlerei weiterhin gewerblich betrieben.[2] Nur noch rudimentär in Europa, so in Rumänien[3], ansonsten in den tropischen Wäldern Südamerikas[4] und Afrikas.[5] Noch bis ins 20. Jahrhundert benutzten Köhler in abgelegenen Gegenden, wie im Harz und im Thüringer Wald, Hillebillen (tönende Buchenholzbretter) als Alarm- und Informationsinstrument. An diese Zeiten erinnert noch heute der Name eines Höhenzugs im Harz, der „Hillebille“ genannt wird. In der heutigen Zeit wird die Tradition dieses alten Handwerkes zum großen Teil von Vereinen aufrechterhalten. Die bekanntesten sind der Europäische Köhlerverein und der Köhlerverein Glasofen.

UmweltbeeinträchtigungenBearbeiten

Mit dem Köhlereiprozess sind erhebliche Beeinträchtigungen von Luft und Boden verbunden.[6] Ungefähr ein Drittel des Holztrockengewichts wird in Form von Pyrolyseprodukten in die Atmosphäre emittiert.[7] Ein weiterer Teil der Pyrolyseprodukte, die als Flüssigkeit anfallen, wie zum Beispiel Holzteer, ist für Bodenverunreinigungen verantwortlich.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Vincenz Dietrich: Das Ganze der Verkohlung in stehenden Meilern oder die sogenannte italienische Köhlerei, nach den 30jährigen praktischen Erfahrungen und Betriebsresultaten zu Hieflau und Obersteiermark bearbeitet. Kienrich, Graz 1847 (Digitalisat).
  • Karl Hasel, Ekkehard Schwartz: Forstgeschichte. Ein Grundriss für Studium und Praxis. 2., aktualisierte Auflage. Kessel, Remagen 2002, ISBN 3-935638-26-4.
  • Thomas Strauch: Von Köhlern, Rußbrennern und Harzsammlern – Historische Waldberufe rund um die Holzverwertung. Im Jahrbuch zum Bergmannskalender 2007, Seite 173 bis 180. Herausgegeben von der Deutschen Steinkohle AG.
  • Christoph Sager: Der Köhlereiprozess als Emissionsquelle im Wandel der Zeit. In: Gefahrstoffe – Reinhaltung der Luft 75(5) (2015), S. 181–182, ISSN 0949-8036

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Pressemitteilung der Kultusministerkonferenz
  2. Smokey Mountain in Manila (Memento vom 29. Oktober 2012 im Internet Archive), abgerufen 15. Februar 2012.
  3. Die letzten Köhler von Rumänien, GEO-Reportage vom 2. März 2013
  4. Köhlercamps in Brasilien (Memento vom 13. November 2013 im Internet Archive)
  5. "ÖKO-TEST im Juni 2009: Holzkohle aus Südamerika und Afrika"
  6. Christoph Sager: Der Köhlereiprozess als Emissionsquelle im Wandel der Zeit. Gefahrstoffe – Reinhaltung der Luft, Band 75 (2015) 5, S. 181–182, ISSN 0949-8036
  7. Johannes Welling, Bernward Wosnitza: Meilerverfahren. in: Martin Kaltschmitt, Hans Hartmann, Hermann Hofbauer: Energie aus Biomasse – Grundlagen, Techniken und Verfahren, 2. Auflage, Springer Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-540-85094-6, S. 691–694