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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neresheim
Neresheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neresheim hervorgehoben

Koordinaten: 48° 45′ N, 10° 20′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ostalbkreis
Höhe: 503 m ü. NHN
Fläche: 118,52 km2
Einwohner: 7945 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 73450, 73441
Vorwahlen: 07326, 07362, 07367Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: AA, GD
Gemeindeschlüssel: 08 1 36 045
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 20
73450 Neresheim
Website: www.neresheim.de
Bürgermeister: Thomas Häfele
Lage der Stadt Neresheim im Ostalbkreis
Schwäbisch GmündLandkreis HeidenheimLandkreis Schwäbisch HallRems-Murr-KreisLandkreis GöppingenAalenAbtsgmündAdelmannsfeldenBartholomäBöbingen an der RemsBopfingenDurlangenEllenberg (Württemberg)Ellwangen (Jagst)Eschach (bei Schwäbisch Gmünd)Essingen (Württemberg)Göggingen (Württemberg)GschwendHeubachHeuchlingenHüttlingen (Württemberg)Hüttlingen (Württemberg)IggingenJagstzellKirchheim am RiesLauchheimLeinzellLorch (Württemberg)MögglingenMutlangenNeresheimNeulerObergröningenOberkochenRainauRiesbürgRiesbürgRosenberg (Württemberg)Ruppertshofen (Ostalbkreis)SchechingenSchwäbisch GmündSpraitbachStödtlenTäferrotTannhausenTannhausenUnterschneidheimWaldstetten (Ostalbkreis)Waldstetten (Ostalbkreis)Westhausen (Württemberg)WörtBayernKarte
Über dieses Bild
Neresheim, Luftaufnahme (2016), Blick von Süden, am rechten Rand die Abtei Neresheim
Gesamtansicht von Westen mit Blick auf die Benediktinerabtei
Hauptstraße mit Rathaus

Neresheim ist eine Stadt im Ostalbkreis im Osten von Baden-Württemberg und staatlich anerkannter Erholungsort.

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Neresheim liegt im Herzen des Härtsfelds, zwischen Aalen und Nördlingen im östlichsten Teil der Schwäbischen Alb. In und nahe Neresheim entspringt in mehreren Quellen das Flüsschen Egau, das nach etwa 40 km bei Dillingen in die Donau fließt.

NachbargemeindenBearbeiten

Die Stadt grenzt im Norden an die Stadt Bopfingen und die Gemeinde Riesbürg, im Osten an die bayerischen Gemeinden Nördlingen, Ederheim und Forheim, im Süden an Dischingen, Nattheim und die Stadt Heidenheim an der Brenz, alle drei im Landkreis Heidenheim, und im Westen an die Kreisstadt Aalen.

StadtgliederungBearbeiten

Zur Stadt Neresheim gehören folgende ehemals selbstständigen Gemeinden mit ihren damaligen Ortsteilen (22 Stück):[2]

Abgegangene Ortschaften, gruppiert nach der ehemaligen Gemeinde, auf deren Gebiet sie lagen, sind:[2]

  • Elchingen: Lebern
  • Neresheim: Eschenbach und Marterfelden (?)
  • Ohmenheim: Fartesheim, Echenwanc, Hecelesberc, Adellohesberc, Buch, Mittel- oder Michelstetten und Sommerhof

FlächenaufteilungBearbeiten

 

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[3]

GeschichteBearbeiten

Bis zum 19. JahrhundertBearbeiten

Obwohl die Gegend schon viel früher besiedelt war, wurde Neresheim erstmals 1095 in einem Schenkungsbrief im Zusammenhang mit der Gründung der Abtei Neresheim genannt und 1350 zur „Statt“ erhoben. Die Territorialzugehörigkeit und Geschichte Neresheims deckt sich bis zur Säkularisation 1803 mit der Geschichte der Abtei. 1634, während der Blutnacht von Neresheim im Dreißigjährigen Krieg, zählte Neresheim nur noch 250 Einwohner. Die Stadt erholte und entwickelte sich dann wieder. 1796 besetzten französische Truppen Neresheim. Eine Nennung der Stadt in der Inschrift am Triumphbogen in Paris bezieht sich auf die Schlacht bei Neresheim am 11. August 1796.

Von 1803 bis zur Mediatisierung 1806 gehörte Neresheim zum Territorium der Fürsten von Thurn und Taxis. Nach einer vierjährigen Zugehörigkeit zum Königreich Bayern kam Neresheim auf Grund des Grenzvertrags von 1810 zum Königreich Württemberg. Die Stadt wurde Sitz des Oberamts Neresheim mit den entsprechenden Einrichtungen wie Amtsgericht und Gefängnis, später auch Krankenhaus und Oberschule.

 
T33 der Härtsfeldbahn

20. JahrhundertBearbeiten

1900 begann der Bau der Härtsfeldbahn zwischen Aalen und Dillingen mit Neresheim als Betriebsmittelpunkt. Die Bahn war eine Schmalspurbahn (Meterspur) und diente neben dem Personenverkehr hauptsächlich dem Holztransport aus den Neresheim umgebenden Thurn und Taxis’schen Wäldern sowie dem Kalksteintransport aus den Steinbrüchen. Der Bahnbetrieb wurde 1972 eingestellt; ein Abschnitt wurde 2001 als Museumsbahn wiedereröffnet.

Das Oberamt bzw. seit 1934 der Kreis Neresheim bestand bis 1938, als Neresheim im Zuge der Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg dem neu gebildeten Landkreis Aalen zugeordnet wurde.

Entwicklung des Stadtgebiets in der NachkriegszeitBearbeiten

Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel Neresheim in die Amerikanische Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden. 1945 zählte der Hauptort Neresheim mit überwiegend bäuerlicher Struktur rund 900 Einwohner und musste etwa ebenso viele Flüchtlinge aufnehmen. 1952 kam Neresheim zum Land Baden-Württemberg.

Mit der Flurbereinigung 1957 und Aussiedlung fast aller Bauernhöfe zu den Lichshöfen und Eichplatte begann für Neresheim die Wandlung zur „richtigen“ Stadt. 1958 wurde das Härtsfeld von der damaligen Landesregierung als Sanierungsgebiet eingestuft (Förderprogramm Härtsfeld) und die Gemeinden mit Schwerpunkt Neresheim erhielten umfangreiche Fördermittel für ihre kommunalen Maßnahmen. Großer Aufholbedarf herrschte bei der Infrastruktur. So mussten vordringlich mit diesen Mitteln Wasserversorgung und Kanalisation mit Kläranlage, dann Schul- und Sportstätten entweder neu geschaffen oder erneuert werden.

Industrieansiedlungen wurden mit mäßigem Erfolg versucht und sind meist nach einigen Jahren gescheitert. Trotzdem gab es eine rege Bautätigkeit im Baugebiet Sohl außerhalb des Ortskernes. Neresheim wurde wegen seiner Schulen ein beliebtes Wohnziel von Pendlern der Industriebetriebe in Heidenheim und Aalen.

EingemeindungenBearbeiten

Im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg wurden am 1. Januar 1971 die Gemeinden Schweindorf und Kösingen, am 1. März 1972 die Gemeinde Dorfmerkingen, am 1. Mai 1972 die Gemeinde Elchingen auf dem Härtsfeld und am 1. Januar 1975 die Gemeinde Ohmenheim eingemeindet.[4] 1973 erfolgte die Kreisreform in Baden-Württemberg, bei der Neresheim zum Ostalbkreis kam.

Der Ortskern bzw. die eigentliche Hauptstraße verödete und verfiel teilweise. Erst ab 1980 konnte im Rahmen der Städtebauförderung durch eine gezielte Stadterneuerung mit der Restauration des Rathauses, der Neugestaltung des Marienplatzes und der Marktstraße, sowie dem Abriss und der Sanierung zerfallener Bausubstanz begonnen werden. Diese Sanierung ist noch nicht abgeschlossen, jedoch füllt sich der Ortskern bereits mit neuem Leben. Zwischenzeitlich hat sich eingangs des Ortes auf dem Gelände der früheren Firma WAP im Härtsfeld Center eine kleine Ansiedlung von Handelsketten und Geschäften gebildet.

ReligionenBearbeiten

Neresheim ist stark im katholischen Glauben verwurzelt und durch die Benediktinerabtei geprägt. Trotzdem gab es einige wenige, hauptsächlich als Beamte des Oberamtes zugewanderte evangelische Familien, die zuerst energisch erkämpft im Rathaus – das deswegen einen Turm hat – und später im Haus Franzke (heute Zuckermann) einen eigenen Betsaal hatten. Der Hauptort hat zwei katholische Kirchenbauten mit den typischen Zwiebeltürmen. Bis Anfang der 1970er Jahre war es üblich, dass der katholische Stadtpfarrer bei Haus- oder Krankenbesuchen das Brevier betend durch den Ort ging und von den männlichen Passanten ehrfürchtig durch Abnehmen des Hutes oder der Mütze und von den Frauen durch Kniebeuge und Kreuzzeichen gegrüßt wurde. Auch die Teilorte haben eigene katholische Kirchen und stark im Glauben verwurzelte Gemeinden. Sie gehören alle dem Dekanat Ostalb der Diözese Rottenburg-Stuttgart an. Eine Ausnahme ist der Teilort Schweindorf, der, ursprünglich zum evangelischen Nördlingen gehörend, schon immer eine evangelische Insel auf dem Härtsfeld mit eigener Kirche bildete, die auch die wenigen evangelischen Christen aus Neresheim betreute.

Durch den Zuzug der Flüchtlinge am Ende des Zweiten Weltkriegs stieg der Anteil der Evangelischen auf 25 %. Nach der anfänglichen Betreuung durch den Pfarrer Wagner aus Schweindorf bekam Neresheim 1956 den evangelischen Vikar Eberhard Gaier, der später als Pfarrer mit unternehmerischem Talent und Energie eine eigene Kirche baute, seinen Pfarrbezirk auf weitere Orte ausweitete und das heutige, zur evangelischen Diakonie gehörende Samariterstift, damals als Bruder- und Schwesternschaft Haus am Sohl, gründete.

Das Benediktinerkloster hatte immer Sitz und Stimme im Gemeinderat und nahm Einfluss auf die Politik und Entwicklung des Ortes, was dazu führte, dass die Gegend sich nur behutsam Veränderungen stellte. Heute ist sie ein gern besuchtes naturnahes Erholungsgebiet mit dem Kloster als Mittelpunkt.

PolitikBearbeiten

VerwaltungBearbeiten

Bürgermeister ist seit 1. Januar 2018 Thomas Häfele (CDU). Er folgte auf den parteilosen Gerd Dannenmann. Die Ortsteile haben eigene Ortsvorsteher und Ortschaftsräte und wirken entsprechend der Gemeindeordnung an den Entscheidungsprozessen der Gesamtgemeinde mit.

GemeinderatBearbeiten

In Neresheim wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Neresheim hat nach der letzten Wahl 18 Mitglieder (2014: 16). Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
Kommunalwahl 2019
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,50 %
19,10 %
16,30 %
10,20 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+0,49 %p
-9,42 %p
+16,30 %p
-5,00 %p
-2,39 %p
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 54,50 10 54,01 9
FW Freie Wählervereinigung 19,10 3 28,52 5
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 16,30 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 10,20 2 15,20 2
FB Freie Bürgergemeinschaft 2,39 0
gesamt 100,0 18 100,0 16
Wahlbeteiligung 62,5 % 53,3 %

WappenBearbeiten

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Schild von Gold und Rot geteilt, belegt mit blauem Herzschild, der oben auf eine Reihe roter, unten auf eine Reihe gestürzter goldener Eisenhütchen stößt. An den Herzschild stößt beiderseits je ein die Teilung überdeckendes, mit der Spitze nach außen weisendes Eisenhütchen in verwechselten Farben. Das Wappen ist überdeckt von einem durchgehenden silbernen Leistenschragen.“

Das Wappen leitet sich aus dem Wappen der Grafschaft Oettingen ab, zu welcher die Stadt bis 1806 gehörte, und wird heute in vereinfachter Form geführt.

Wappen der OrtsteileBearbeiten

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Neresheim unterhält seit 1976 partnerschaftliche Beziehungen zum österreichischen Steinach am Brenner in Tirol, seit 1994 zur italienischen Gemeinde Bagnacavallo in der Emilia-Romagna und seit 1996 zur Gemeinde Aix-en-Othe im Norden Frankreichs.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Durch den Ort führt die Bundesstraße 466. Etwa 10 km entfernt liegen über die Auffahrten Heidenheim und Aalen Anschlüsse zur Autobahn A 7. Es bestehen Omnibuslinien nach Aalen, Bopfingen, Dischingen und Heidenheim, in diesen Verkehr sind die Teilorte mit eingebunden. Bis 1972 war Neresheim auch durch die Härtsfeldbahn (Aalen–Dillingen) an das Schienennetz angebunden.

Neresheim hat am Ort einen Segelflugplatz und beherbergt weiter im Ortsteil Elchingen den Flugplatz Aalen-Heidenheim des Luftsportringes Aalen mit einer 950 m langen und 25 m breiten Asphalt-Start- und Landebahn.

 
Neresheim, Segelflugplatz, Luftaufnahme (2016)

Nordwestlich von Utzmemmingen liegt bei 48° 49′ 48″ N, 10° 25′ 10″ O ein Funkfeuer mit dem Rufzeichen NDG (Sendefrequenz: 375 kHz).

Ansässige UnternehmenBearbeiten

Größte Industrie am Ort sind die von Bruno Weisser 1946 gegründeten beiden Betriebe Weisser Spulenkörper und Bruno Weisser Kunststoffverarbeitung mit insgesamt ca. 300 Arbeitnehmern. Weitere metallverarbeitende Betriebe, Handwerksunternehmen und Dienstleistungsbetriebe befinden sich in den beiden Industriegebieten in Neresheim und denen der Teilorte.

Gericht und EinrichtungenBearbeiten

Neresheim verfügt über ein Amtsgericht mit Notariat, das zum Landgerichtsbezirk Ellwangen und zum Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört.

Die Stadt war Sitz des katholischen Dekanats Neresheim des Bistums Rottenburg-Stuttgart, das mit den Dekanaten Aalen, Ellwangen und Schwäbisch Gmünd 2006 zum Dekanat Ostalb zusammengeschlossen wurde.

BildungseinrichtungenBearbeiten

Neben der Grund-, Werkreal- und Realschule hat Neresheim ein Gymnasium mit langer Tradition. Obwohl Neresheim damals und auch noch lange danach nur ein paar Hundert Einwohner zählte, bekam es als Oberamtsstadt 1846 eine Realschule, die sich später Oberschule für Jungen nannte, dann bis 2006 ein Progymnasium ohne Oberstufe war, seit 2004 ein Vollgymnasium ist und nun den Namen Benedikt-Maria-Werkmeister-Gymnasium trägt. Einzugsgebiet ist nach wie vor das gesamte Härtsfeld, die einzelnen Klassenstärken sind mit ca. 450 Schülern gesamt am Gymnasium, verteilt auf 19 Klassen (Schuljahr 2008/2009),[5] überschaubar.

Fachkrankenhaus SRHBearbeiten

Das SRH Fachkrankenhaus Neresheim, hervorgegangen aus dem früheren Kreiskrankenhaus, ist eine Neurologisch-Neurochirurgische Schwerpunktklinik zur Früh-/Schnellversorgung und Rehabilitation von Menschen mit schweren Hirnschädigungen – z. B. nach Unfällen oder plötzlichen Hirnblutungen.

SamariterstiftBearbeiten

Ursprünglich als Bruder- und Schwesternschaft Haus am Sohl durch den Neresheimer Pfarrer Gaier gegründet, gehört das Stift in Neresheim mit über 300 Mitarbeitern heute zum Sozialunternehmen Samariterstiftung der evangelischen Diakonie in Baden-Württemberg.

Das Haus hat in Neresheim eine Kapazität von rund 90 Plätzen für die Alten- und Kurzzeitpflege und rund 140 Betreuungsplätze sich gegenseitig unterstützender Menschen mit Behinderung in weitgehend autonomen Außenwohngruppen. Weiterer Schwerpunkt ist die Behindertenpflege mit über das Härtsfeld verteilten vier betreuenden Werkstätten für mehr als 450 Menschen mit Behinderung.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseenBearbeiten

  • Das Härtsfeldmuseum bietet Einblicke in die kulturelle Entwicklung des Härtsfelds.
  • Das Härtsfeldbahnmuseum im alten Bahnhof zeigt die Geschichte der Härtsfeldbahn.
  • Das Rathaus wurde restauriert und im früheren Zustand mit Gewölben und Zugängen zu Verliesen wiederhergestellt und kann besichtigt werden.
  • In der Marktstraße wurde ein früherer Stadtbrunnen freigelegt, wie auch die Egau-Quellen gefasst und zugänglich gemacht wurden.
  • Am Friedhof wurde ein Teil der früheren Stadtmauer restauriert.

BauwerkeBearbeiten

Herausragende Sehenswürdigkeit ist die 1095 gegründete Abtei Neresheim. Die Klosterkirche wurde von Balthasar Neumann entworfen und ist einer der größten barocken Hallenbauten Süddeutschlands. In der Kirche befinden sich Kuppelfresken des Kirchenmalers Martin Knoller aus Steinach am Brenner in Tirol. Die Hauptorgel der Abteikirche wurde 1792–1797 von Johann Nepomuk Holzhey aus Ottobeuren erbaut.

Weitere Zeugen vergangener Epochen des Ortes und der Umgegend sind Schloss Taxis, die Burg Katzenstein, die Kapfenburg und die beiden Ruinen Hoch- und Niederhaus im Kartäusertal.

Wie auch der Hauptort haben einzelne Teilorte eigene Kirchen mit aufwendigen Fresken, Malereien und kunstvollen Altarausstattungen. Ältestes Gebäude in Neresheim dürfte das Vogt- und Schießhaus sein, das 1531 nach einem Brand wieder aufgebaut wurde und heute das Härtsfeldmuseum beherbergt. Das daneben stehende Rathaus, dessen Alter nicht so sicher ist, wird ab 1405 genannt, soll 1640 zumindest umgebaut worden sein. Es diente auch als Getreideumschlagplatz (Schranne). Das hohe Spitzdach hat vier Bodengeschosse zur Getreidelagerung erhalten. Die evangelische Kirchengemeinde, die in dem Gebäude auch lange Zeit einen Betsaal hatte, setzte 1893 ein spitzes Glockentürmchen auf das Dach. Nachdem die Glocke Platz in der neuen evangelischen Kirche gefunden hat, ist in dem Turm ein Glockenspiel aus 18 Glocken, von dem dreimal täglich automatisch oder auch manuell gespielt Volksweisen ertönen.

 
Das ehemalige Postamt von 1911

Außerhalb des Altstadtkerns trifft man auf die ehemalige Zehntscheuer von etwa 1600, die heute in Privathand leersteht und wegen ungeklärter Denkmalschutzauflagen keiner anderen Nutzung zugeführt werden kann. Direkt im Anschluss befindet sich das ebenfalls unter Denkmalschutz stehende ehemalige Postamt von 1911 mit der charakteristischen kupfernen Turmspitze, das sich auch in Privathand befindet.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

  • Historische Dampfzugfahrten auf der Härtsfeldbahn
  • Historisches Stadtfest Ende Juni
  • Konzerte in der Abteikirche Neresheim
  • Alle geraden Jahre ein großer Faschingsnachtumzug im Ortsteil Kösingen

FeuerwehrBearbeiten

Die Stadt Neresheim unterhält die Freiwillige Feuerwehr mit sechs Abteilungen und einer Jugendfeuerwehrabteilung. Jede Ortschaft verfügt über ein eigenes Feuerwehrhaus.

SportBearbeiten

Sportstätten

In Neresheim direkt gibt es ein Hallenbad, Freibad, und eine Dreifachsporthalle für den Schul- und Vereinssport. Der Leichtathletik und dem Fußball steht eine Sportanlage mit 400-Meter-Kampfbahn und weiteren Anlagen zur Verfügung. Weitere Sportanlagen befinden sich im Besitz von Vereinen, wie Golf-, Tennis-, Schieß- und Reitanlagen. In den Ortsteilen sind teilweise eigene Sportplätze, Frei- und/oder Hallenbäder und Turn- und Festhallen vorhanden, wie sich auch eigene Sportvereine gebildet haben.

Der Härtsfeldsee bietet Möglichkeiten zum Baden, Surfen und Bootfahren.

Fußball

Die Fußballer der Sportfreunde Dorfmerkingen spielen in der Staffel 2 der Landesliga Württemberg. Der Verein spielte von 2000 bis 2003 in der Oberliga Baden-Württemberg. In der Saison 1998/99 qualifizierte er sich durch den Gewinn des WFV-Pokals zur Teilnahme an der ersten DFB-Pokalhauptrunde.

Der größte Erfolg des Kösinger Sport-Clubs (KSC) war der Aufstieg in die Bezirksklasse. Seither ging es aber bergab. Nach Abgabe von wichtigen Spielern stieg er in die Kreisklasse B ab.

Der SV Neresheim stieg in der Saison 2008/2009 in die Kreisliga A auf.

Segelflug

Seit 1954 hat Neresheim einen Segelflugverein mit eigenem Platz und Infrastruktur (Halle, Unterkünfte und Werkstätten) auf dem ehemaligen Exerzierplatz im Fleinersloh südlich der Stadt.

PersönlichkeitenBearbeiten

EhrenbürgerBearbeiten

  • Karl Ludwig Wilhelm Lang (1852–1914), verliehen 1892
  • Gottlieb Immanuel Marschall (1840–1905), verliehen 1896
  • Kaspar Vogler (1830–1910), verliehen 1901
  • Hugo Präg (1868–1936), verliehen 1928
  • Bernhard Durst (1882–1966), verliehen 1957
  • Adalbert Seifriz (1902–1990), verliehen 1962
  • Otto Häfele (1896–1978), verliehen 1967
  • Johann Kraus (1904–1977), verliehen 1977
  • Erich Ganzenmüller (1914–1983), verliehen 1977
  • Anton Hegele (1917–1992), verliehen 1985

Söhne und Töchter der StadtBearbeiten

Persönlichkeiten, die in Neresheim gewirkt habenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Gerd Dannenmann (Hrsg.): Neresheim, die Härtsfeldstadt. Neresheim 2000, ISBN 3-9806438-3-2.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. a b Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 763–768.
  3. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Neresheim.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 445 und 471.
  5. http://www.pgn.aa.bw.schule.de/