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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rainau
Rainau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rainau hervorgehoben
Koordinaten: 48° 55′ N, 10° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ostalbkreis
Höhe: 478 m ü. NHN
Fläche: 25,44 km2
Einwohner: 3295 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km2
Postleitzahl: 73492
Vorwahl: 07961
Kfz-Kennzeichen: AA, GD
Gemeindeschlüssel: 08 1 36 089
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schlossberg 12
73492 Rainau
Website: www.rainau.de
Bürgermeister: Christoph Konle
Lage der Gemeinde Rainau im Ostalbkreis
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Über dieses Bild

Rainau ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Ostalbkreis.

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Rainau liegt im östlichen Baden-Württemberg zwischen Aalen und Ellwangen. Es liegt zudem im oberen Jagsttal in 440 bis 502 Meter Höhe. Es hat Anteil an den Naturräumen Östliches Albvorland und Schwäbisch-Fränkische Waldberge.[2]

GeologieBearbeiten

Die beiden Naturräume zählen zum Schwäbischen Keuper-Lias-Land.[2]

NachbargemeindenBearbeiten

Die Gemeinde grenzt im Norden und Osten an die Stadt Ellwangen (Jagst), im Süden an Westhausen und die Kreisstadt Aalen und im Westen an Hüttlingen und Neuler.

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Rainau mit den ehemals selbstständigen Gemeinden Dalkingen und Schwabsberg gehören fünf Dörfer, Weiler und Häuser. Zur ehemaligen Gemeinde Dalkingen gehören das Dorf Dalkingen und der Weiler Weiler. Zur ehemaligen Gemeinde Schwabsberg gehören die Dörfer Schwabsberg und Buch sowie der Weiler Saverwang. Ehemals hatten auch die Weiler Schwenningen (nun Neuler) und das Haus Jägerhaus sowie die abgegangenen Ortschaften Kepshaldun und Stokken bei Buch dazugehört.[3]

FlächenaufteilungBearbeiten

 

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[4]

GeschichteBearbeiten

GemeindefusionBearbeiten

Im Zuge der Verwaltungsreform in Baden-Württemberg wurde die Gemeinde Rainau am 1. Januar 1975 aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Schwabsberg und Dalkingen gebildet.[5]

Buch, Dalkingen und SchwabsbergBearbeiten

Während Dalkingen 1136 erstmals urkundlich erwähnt wurde, folgte Schwabsberg 1147. Die Orte gehörten seit dem 15. Jahrhundert zur Fürstpropstei Ellwangen, mit der sie im Rahmen der Säkularisation aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 an das Königreich Württemberg fielen. Teile von Dalkingen gehörten jedoch bereits seit dem 14. Jahrhundert zu Dinkelsbühl und kamen Anfang des 19. Jahrhunderts zunächst zum Königreich Bayern. Sie fielen dann 1810 ebenfalls an Württemberg. Beide Ursprungsgemeinden von Rainau gehörten in Württemberg zum Landkreis Aalen, der durch die Kreisreform 1973 im neuen Ostalbkreis aufging. Auf der römischen Seite, welche vom Limes abgegrenzt wird, liegt der Ort Buch. Dort befindet sich das Römerbad in der Nähe des Bucher Stausee. Bekannt ist es vor allem durch seinen Tourismus und seine Schönheit als Erholungsgebiet.

AusgliederungenBearbeiten

Am 1. Januar 1977 wurde das Gebiet des Weilers Schwenningen mit damals knapp 200 Einwohnern an die Nachbargemeinde Neuler abgetreten.[6]

ReligionenBearbeiten

 
Kirche in Rainau-Buch

Aufgrund der Zugehörigkeit zur Fürstpropstei Ellwangen ging die Reformation an Rainau vorbei, so dass die Gemeinde auch heute noch römisch-katholisch geprägt ist. Die wenigen evangelischen Gläubigen gehören zur Kirchengemeinde Ellwangen.

PolitikBearbeiten

VerwaltungsgemeinschaftBearbeiten

Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Ellwangen (Jagst).

BürgermeisterBearbeiten

Beim zweiten Wahlgang zur Bürgermeisterwahl in Rainau im Februar 2013 wurde der Bankbetriebswirt Christoph Konle mit 56,5 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt. Er trat sein Amt am 2. April 2013 an.

PartnerschaftenBearbeiten

Partnergemeinde ist die Gemeinde Großolbersdorf in Sachsen.

 
Wappen Dalkingen
 
Wappen Schwabsberg

Wappen und FlaggeBearbeiten

Blasonierung: „In Rot vorne ein aufgerichteter goldener (gelber) Löwe, hinten eine pfahlweis gestellte silberne (weiße) Hirschstange mit nach links gekehrten Enden.“[7]

Die Verleihung des Wappens und der Flagge erfolgte am 9. September 1975 durch das Innenministerium.

Wappenbegründung: Die am 1. Januar 1975 durch Vereinigung von Dalkingen und Schwabsberg gebildete Gemeinde Rainau übernahm das Schildbild der Herren von Schwabsberg, die am 14. und 15. Jh. auch Dalkingen als ellwangisches Lehen innehatten. Im Gegensatz zum Adelswappen führt die Gemeinde den Löwen und die Hirschstange auf rotem, statt auf blauem Schildgrund. Somit enthält das jetzige Gemeindewappen zwei Figuren aus dem ehemaligen Schwabsberger und zwei Farben aus dem ehemaligen Dalkinger Wappen.

Flagge: Weiß-Rot (Silber-Rot)

SehenswürdigkeitenBearbeiten

LimesmuseumBearbeiten

  • Der Rätische Limes, seit 2005 UNESCO-Weltkulturerbe, durchquert das Gemeindegebiet auf einer Länge von sechs Kilometern. Im Wald ist der Verlauf des Limes noch als Schuttwall zu erkennen.
  • Im Limes-Freilichtmuseum sind zu sehen:
    • Das 2006 vom Regierungspräsidium Stuttgart zum Kulturdenkmal erklärte Dalkinger Limestor. Es wurde 1885 von General Eduard von Kallee aufgrund militärstrategischer Überlegungen gefunden, erstmals freigelegt und zunächst als Feldwache gedeutet. Bei weitergehenden Ausgrabungen 1973/1974 wurde es als ein Gebäude mit ca. 12×13 m Grundfläche und triumphbogenartigem Tordurchlass identifiziert. Es sind die einzigen bisher entdeckten Reste einer Toranlage am obergermanisch-raetischen Limes.[8]
    • Restauriert und konserviert wurden das Südtor sowie ein angrenzender Zwischenturm des Limeskastells Buch sowie
    • das Kastellbad und zwei danebenliegende Gebäude des Lagerdorfes (vicus).

Bucher StauseeBearbeiten

Unmittelbar daneben liegt der Bucher Stausee, ein Hochwasserrückhaltebecken und Erholungsgebiet.

GedenkstättenBearbeiten

Seit 1993 erinnert ein Gedenkstein am Ortsausgang des Ortsteils Dalkingen in Richtung Westhausen an den Hessentaler Todesmarsch von KZ-Häftlingen des Außenlagers Hessental, die am Ort vorbei getrieben wurden, wobei 20 starben und sieben weitere von SS-Männern ermordet wurden. Anschließend wurden sie in einer Sandgrube verscharrt. Im Jahr 1956 wurden die Toten auf den KZ-Friedhof Kochendorf umgebettet.[9]

SportBearbeiten

Im Ortsteil Schwabsberg ist der KC Schwabsberg beheimatet, dessen erste Mannschaft in der Kegel-Bundesliga (Classic) vertreten ist.

Im Ortsteil Buch findet man den dortigen Schützenverein, der mit dem Luftgewehr in der 2. Bundesliga an den Start geht.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

 
Haltepunkt Schwabsberg

BildungBearbeiten

Neben der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule in Schwabsberg besteht auch in Dalkingen eine Grundschule. Daneben gibt es drei Kindergärten im Ort.

VerkehrBearbeiten

Rainau liegt an der Oberen Jagstbahn, der Bahnstrecke zwischen Aalen und Crailsheim. Am Haltepunkt Schwabsberg hält stündlich der Regionalexpress Ulm–Aalen–Ellwangen(–Crailsheim) der DB Regio.

Durch Rainau verlaufen auch die Bundesstraße 290 (Tauberbischofsheim–Westhausen) sowie die Bundesautobahn 7, deren Anschlussstelle Aalen/Westhausen wenige Kilometer südlich von Rainau liegt.

Bahn- und Buslinien des öffentlichen Personennahverkehrs können zu Tarifen der Verkehrskooperationen OstalbMobil wie auch zu den eigenen Tarifen des jeweiligen Verkehrsunternehmens benutzt werden.

RadfernwegeBearbeiten

Durch die Ortsteile Buch und Dalkingen führt der Deutsche Limes-Radweg. Er folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

FernwanderwegeBearbeiten

Bei Rainau überquert der Limes-Wanderweg des Schwäbischen Albvereins, ein Teilabschnitt des Deutschen Limes-Wanderwegs, die Jagst.

PersönlichkeitenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

  • Xaver Rathgeb (1822–1907), geboren in Weiler, Gemeinde Dalkingen, Schultheiß und Landtagsabgeordneter
  • Josef Hauber (* 1944), Kirchenmusiker und Komponist, ist im Ortsteil Buch geboren


WeblinksBearbeiten

  Commons: Rainau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2017 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. a b Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009.
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1, S. 713–714.
  4. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Rainau.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 471.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 472.
  7. Wappen auf LEO-BW
  8. Rainau, limesprojekt.de, abgerufen 30. Januar 2009.
  9. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band I. Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 69f.