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Dorfmerkingen

Ortsteil von Neresheim, Baden-Württemberg, Deutschland

Dorfmerkingen mit den Weilern Dossingen, Hohenlohe und Weilermerkingen liegt im Ostalbkreis im Osten von Baden-Württemberg. Es gehört zur Stadt Neresheim.

Dorfmerkingen
Stadt Neresheim
Wappen von Dorfmerkingen
Koordinaten: 48° 47′ 43″ N, 10° 18′ 39″ O
Höhe: 577 m
Fläche: 23,45 km²
Einwohner: 1049
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1972
Postleitzahl: 73450
Vorwahl: 07326
Dorfmerkingen (Baden-Württemberg)
Dorfmerkingen

Lage von Dorfmerkingen in Baden-Württemberg

Geografische LageBearbeiten

 
Naturschutzgebiet Dossinger Tal bei Dorfmerkingen

Dorfmerkingen liegt auf dem Härtsfeld in einem Nebental des Dossinger Tals nördlich vom Hauptort Neresheim. Weitere Nachbarschaften bestehen im Westen zu Elchingen, dem Bopfinger Stadtteil Unterriffingen im Norden sowie dem Weiler Hohenlohe im Nordwesten. Östlich von Dorfmerkingen liegen die Weiler Dehlingen und Weilermerkingen, südöstlich Ohmenheim, südlich der Weiler Dossingen und im Südwesten Stetten.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1813 1821 1834 1846 1852 1858 1867 1880 1900 1910 1925 1939 1950 1961 1970
Einwohner 1.178 1.213 907 907 941 1.001 1.003 847 780 741 778 721 1.028 930 1.040

GeschichteBearbeiten

Im südöstlichen Teil führte die von Lauingen nach Bopfingen führende Römerstraße über die Gemarkungsfläche. Der Ortsname, erstmals 1144 als Merckingen urkundlich erwähnt, wird auf die alamannische Landnahme und den Personennamen Marko zurückgeführt. Auf der Gemarkungsfläche wurde aus der ältesten Siedlungsschicht ein Reihengräberfriedhof aus dem 4./5. Jahrhundert entdeckt.

1212 wurde der Ort als Merchingen, 1298 als Merchingen maiore erwähnt. Die Herren von Merkingen besaßen auf dem heute als Burghalde bekannten Gewann eine mittlerweile abgegange Burg. Der Ortsadel zog früh ins Nördlinger Ries, wo er durch seine oettingischen Lehnsherren zu bedeutendem Besitz kam.

Im 15. Jahrhundert waren zunächst die Schenken von Schenkenstein bedeutendste Besitzer in Dorfmerkingen, ab 1461 die niederadeligen Ahelfinger. Nach Aussterben der Ahelfinger kam deren Besitz an eine Linie der Woellwarth. 1644 wurde der woellwarthsche Lehensbesitz größtenteils vom Stift Ellwangen eingezogen. Weitere Grundherren waren das Kloster Kaisheim, das Nördlinger Spital, das Kloster Lorch und ab 1471 die Deutschordenskommende Kapfenburg, über die Herrschaft Heidenheim auch Württemberg.

Landesherrschaft und Hochgericht übte Oettingen aus, was zu zahlreichen Streitigkeiten und militärischen Exekutionen mit Ellwangen führte, die erst 1795/96 mit dem Verkauf des ellwangischen Besitzes an Oettingen-Wallerstein endeten.

1570, 1624 und 1681 wurde Dorfmerkingen durch Brände in Mitleidenschaft gezogen.

1806 kam Dorfmerkingen an Bayern, 1810 ans Königreich Württemberg; es gehörte verwaltungsmäßig bis 1938 zum Oberamt Neresheim, danach zum Landkreis Aalen. Seit dem 1. März 1972 ist Dorfmerkingen ein Teil der Stadt Neresheim.[1]

WappenBearbeiten

Die Blasonierung des Wappens lautete: „In goldenem rotbordiertem Schild ein auf der rechten Seite geborstenes, ursprünglich vierspeichiges, rotes Rad.“

Wie alle Wappen und Flaggen der ehemals selbständigen Gemeinden ist das Dorfmerkinger Wappen als amtliches Bildkennzeichen mit der Eingemeindung erloschen.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die katholische Pfarrkirche St. Mauritius und St. Georg, 1747 mit markantem Zwiebelturm im Zopfstil errichtet, enthält mehrere Deckenfresken von Johann Michael Zink. Das Hauptbild zeigt die Maria Immaculata, in den Zwickeln werden Szenen aus dem Leben der Kirchenpatrone Mauritius und Georg gezeigt. Der barocke Hauptaltar zeigt ein Bild des Heiligen Mauritius vor dem römischen Kaiser; der Chorraum wurde 2000 von Michaela A. Fischer neu gestaltet.[2][3]

Am Westausgang des Ortes in Richtung Elchingen befindet sich bei einem markanten Kalkfelsen die Kapelle St. Leonhard, im Rokoko-Stil erbaut mit barockem Tafelbild.

KulturdenkmälerBearbeiten

  • Katholische Pfarrkirche St. Mauritius, St. Georg und Maria Immaculata
  • Leonhardkapelle
  • Katholisches Pfarrhaus
  • Laufender Brunnen
  • Ofenstein
  • Gasthaus Hirsch

VereineBearbeiten

Die Sportfreunde Dorfmerkingen wurden 1922 gegründet; sie spielten von 2000 bis 2003 in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg. In der 1. DFB-Pokalrunde 1998 traf der Verein in der heimischen Sportanlage Felsenstraße auf die Stuttgarter Kickers. Im WFV-Pokal-Finale 2017 gewannen sie gegen die Stuttgarter Kickers mit 3:1.

Große Tradition besitzt die Volksmusik in Dorfmerkingen. Die Original Härtsfelder Musikanten, gegründet 1751, sind eine der ältesten Kapellen in Süddeutschland. Die Geschichte der Volksmusik in Dorfmerkingen lässt sich lückenlos bis 1738 zurückverfolgen.[4]

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Alois Beerhalter (1798–1858), Klarinettist und Violinvirtuose, in Dorfmerkingen geboren.
  • Otto Gauß (1877–1970), Organist und Komponist, in Dorfmerkingen geboren.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Dorfmerkingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 445.
  2. Konrad A. Theiss: Neresheim-Dorfmerkingen. In: Kunst- und Kulturdenkmale im Ostalbkreis. Konrad A. Theiss, Aalen 2000, ISBN 3-8062-1542-1, S. 241.
  3. Kath. Kirche St. Mauritius und St.Georg Dorfmerkingen auf cargocollective.com; abgerufen am 1. April 2015
  4. Musikverein Original Härtsfelder Musikanten auf blasmusik.de, abgerufen am 1. April 2015.